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Ärger mit dem Schulskelett: Weiche, Knochenmann!

René PlaulFast jeder kennt aus der Schule einen Herbert - ein Skelett, das in der Ecke steht. Herbert aus Sachsen ist was Besonderes: Seine Knochen sind echt. Das finden manche Schüler grässlich. Jetzt soll er weg. Nur wie wird man ihn los, ohne sich strafbar zu machen?

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...847422,00.html
  1. #1

    Gruselig?

    Schon seltsam, ich dachte, die heutige Jugend sei von Splatterfilmen, Internet und Brutalo-Spielen total abgestumpft...

    An unserem Gymnasium (80er Jahre) hatten wir das Skelett eines Schuldirektors eben unserer Schule aus den 50ern. Viel kleiner, zarter und filigraner als man es nach seinen Fotos vermuten konnte.

    Ich habe auch schon Plastik-Schädel und Skelette gesehen - kein Vergleich!

    Eigentlich hat ein Skelett auch wenig Gruseliges an sich, ein bisschen ekliger waren da eher die eingelegten Axolotls, Grottenolme und Organe aus der Kaiserzeit. Letztere lagen aber unter Verschluss und nur der Bio-Leistungskurs bekam sie zu sehen. Die damals 75-90 Jahre alten Exponate fingen damals ganz langsam an sich aufzulösen ... Das war nicht ganz appetitlich, zeigte aber sehr deutlich, dass egal was man tut, alles Irdische irgendwann zu Staub zerfällt. Eigentlich keine ganz schlechte Lektion.
  2. #2

    Gute Recherche

    Natürlich ist der Handel mit Organen für wissenschaftliche Zwecke oder in präparierter Form für die Weiterbildung in medizinischen Berufen bzw. zur Aufklärung der Bevölkerung erlaubt. Nur der Handel mit Organen zur Heilbehandlung eines anderen ist nach § 17 TPG unter Strafe gestellt, was eigentlich auch ohne weiteres dem Gesetz -oder zumindest der einschlägigen Kommentarliteratur- zu entnehmen ist. (Vgl.: Müko-StGB Tag TPG § 18 Rn. 12; Erbs/Kohlhaas Dr. Pelchen/Anders TPG § 17 Rn. 3; Medizinrecht, Spickhoff TPG § 17 Rn. 4)
    Damit ist natürlich dieser ganze Artikel hinfällig. Schade, dass so schlecht recherchiert wurde!
  3. #3

    Kein Einzelfall

    Ich habe mein Abitur 2002 an einem bayerischen Gymnasium gemacht und wir hatten in Biologie nicht nur ein echtes Skelett, sondern auch in Formaldehyd (?) eingelegte Embryonen verschiedenen Alters. Der Biologielehrer hatte sie nach eigener Aussage von Schülerinnen 'eingesammelt' (Fehlgeburten)...
  4. #4

    Bundesverdienstkreuz

    ...ich würde Herbert posthum das Bundesverdienstkreuz verleihen. Weil er als leuchtendes Beispiel für die Verlängerung der Lebensarbeitszeit vorangegangen ist. Ja, wer will findet immer Arbeit - selbst noch im hohen Alter und ist dabei auch noch genügsam... ;-)
  5. #5

    Wie wärs...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ...mit einer angemessenen Beerdigung...oder ist das im Etat nicht mehr drin?
  6. #6

    Lektion

    Zitat von bolonch Beitrag anzeigen
    Schon seltsam, ich dachte, die heutige Jugend sei von Splatterfilmen, Internet und Brutalo-Spielen total abgestumpft...
    An unserem Gymnasium (80er Jahre) hatten wir das Skelett eines Schuldirektors eben unserer Schule aus den 50ern. Viel kleiner, zarter und filigraner als man es nach seinen Fotos vermuten....
    Das ist wirkliches Engagement für den Lehrberuf. Unter heutigen Lehren wohl kaum noch zu finden. Obwohl ich einen makaberen Beigeschmack zugeben muss, wenn man das ehemalige Lehrpersonal so im Biologieunterricht wiederfindet. Wir hatten in den 60zigern
    auch so ein Skelett. Das hieß allerdings respektvoll Herr Lehmann.
    Ihren letzten Satz kann ich auch nur unterschreiben, oder wie man früher sagte: Herr, lehre uns bedenken, dass auch wir sterben müssen.
  7. #7

    Skelett im Schrank

    In den Siebzigern hatten wir auch ein echtes Skelett im Biologieraum, in der Bettinaschule Frankfurt, stehen.
    Wie aber kam es dahin? Freiwillig oder etwa ueber Umweg KZ, Abt. f. med. Forschung.
    Die Frage ist, soviel weiss man ja heutzutage, wenigstens berechtigt.
    Dementsprechend sollte man auch ueber den weiteren Verbleib des werten Herbert nicht leichtfertig entscheiden: es koennte sich ja schliesslich u. endlich um Jemanden anders handeln.
  8. #8

    Armutszeugnis...

    ...einer verweichlichten Jugend. Ist doch wunderbar, ein echtes Skelett bestaunen zu dürfen und neben Biologie auch noch den Tod an sich diskutieren zu können. Tod ist auch Biologie und die Auseinandersetzung damit liesse sich zudem fächerübergreifend nutzen. Also eigentlich auch ein Armutszeugnis der Lehrer.. Sechs. Setzen.
  9. #9

    Angesichts des "Schulskeletts" äußerte einer unserer ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Fast jeder kennt aus der Schule einen Herbert - ein Skelett, das in der Ecke steht. Herbert aus Sachsen ist was Besonderes: Seine Knochen sind echt. Das finden manche Schüler grässlich. Jetzt soll er weg. Nur wie wird man ihn los, ohne sich strafbar zu machen?

    Schulskelett: Wie eine Schule in Elstra versucht, Herbert loszuwerden - SPIEGEL ONLINE
    ... Lehrer, über die Herkunft des Präparates befragt, Beunruhigendes für uns Schüler. Uns war aufgefallen, daß man seinen Opa dafür in der Regel nicht hergäbe - aber woher stammten dann die beiden Schulskelette?

    Unser Lehrer meinte dazu, daß im "Dritten Reich" jede Schule ein oder mehr Skelette bekommen konnte, weil das "Angebot", aus den KZs oder dem Euthanasie-Programm, ungewöhnlich groß war. Er wies dann bei dem einen Skelett auf einige Besonderheiten des Gesichtsschädels hin, die für einen geistig Behinderten sprächen.

    Unser Blick darauf wurde nun etwas nachdenklicher, während wir vorher damit eher mal rumscherzten. Wir sind dem Knochenmann dadurch etwas "nähergekommen".








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