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Ägyptens neuer Präsident Mursi: Machthaber ohne Macht

AFPSeine Anhänger erwarten Wunder von ihm, das Ausland ist skeptisch: Der Islamist Mohammed Mursi, neuer Präsident von Ägypten, droht in seinem Amt rasch zu scheitern. Das mächtige Militär wird nur wenig von seiner Macht abgeben - und ihn behindern, wo es nur geht.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...840753,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Seine Anhänger erwarten Wunder von ihm, das Ausland ist skeptisch: Der Islamist Mohammed Mursi, neuer Präsident von Ägypten, droht in seinem Amt rasch zu scheitern. Das mächtige Militär wird nur wenig von seiner Macht abgeben - und ihn behindern, wo es nur geht.

    Ägyptens neuer Präsident Mursi ist ein Staatschef ohne Macht - SPIEGEL ONLINE
    Scheinbar wird der Islam von einer knappen Mehrheit der Bevölkerung als Ausweg aus der Armut gesehen. Eher wird das Gegenteil eintreten. Touristen werden ausbleiben, vor allem wenn religiöse Fanatiker die Oberhand gewinnen. Der angestrebte Schulterschluß mit dem Iran sorgt noch für zusätzliche Isolation.
  2. #2

    Folgerichtige Betrachtung

    Zitat von bartholomew_simpson Beitrag anzeigen
    Scheinbar wird der Islam von einer knappen Mehrheit der Bevölkerung als Ausweg aus der Armut gesehen. Eher wird das Gegenteil eintreten. Touristen werden ausbleiben, vor allem wenn religiöse Fanatiker die Oberhand gewinnen. Der angestrebte Schulterschluß mit dem Iran sorgt noch für zusätzliche Isolation.
    Folgerichtige Betrachtung. Da sich ja nichts ändern wird an den wirtschaftlichen Verhältnissen, der Islam aber aus Sicht dieser Leute aber immer recht hat, wird man nach neuen Ursachen für die eigene Misere forschen und feststellen, dass, nachdem Mubarak weg ist und ein "Gläubiger" nunmehr Präsident ist, jemand Drittes schuld sein muss. Und wer das ist, steht fest sowieso fest, nämlich Israel und der Westen.
  3. #3

    Macht von US-Gnaden

    Scheint das zeitgemäße Modell amerikanischer Außenpolitik im Nahen und Mittleren Osten zu werden: Frei gewählte, eher gemäßigt gestimmte islamistische Politiker lobpreisen eine am Koran orientierte gesellschaftliche Ordnung (haben aber nur beschränkt reale politische Macht), korrupte, mit vielen Dollars gekaufte Militärs kooperieren mit westlicher Nato (und üben die eigentliche politische Macht aus).
    Bewährt in Pakistan und im Irak, in Entwicklung in der Türkei und in Ägypten, avisiert für Syrien und v.a. den Iran.
    Solange die geostrategischen US-Interessen - an Bodenschätzen, am "freien, globalisierten Handel", gelenkt von New Yorker und Londoner Börsen - nicht in Frage gestellt werden, arrangiert man sich innerhalb dieses Modells.
    Wie lange soll das gut gehen? Wird Allah auf Dauer eine ständig kontrollierende Drohnenpräsenz am arabischen Himmel akzeptieren?
  4. #4

    Daran sieht man, wie manipulationsbehaftet diese Wahl war und ist

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Seine Anhänger erwarten Wunder von ihm, das Ausland ist skeptisch: Der Islamist Mohammed Mursi, neuer Präsident von Ägypten, droht in seinem Amt rasch zu scheitern. Das mächtige Militär wird nur wenig von seiner Macht abgeben - und ihn behindern, wo es nur geht.

    Ägyptens neuer Präsident Mursi ist ein Staatschef ohne Macht - SPIEGEL ONLINE
    Erst nach Drohungen lenkte das Militär ein

    Tagelang hatte es jedoch so ausgesehen, als ob der über Ägypten herrschende Militärrat Mursis Sieg nicht anerkennen und stattdessen den Gegenkandidaten Ahmed Schafik, einen Vertrauten des gestürzten Diktators Husni Mubarak, im Präsidentenpalast platzieren wollte.
    Doch die Proteste auf Ägyptens Straßen und Drohungen der Muslimbrüder, eine zweite Revolution auszurufen, wenn Mursi nicht zum Gewinner erklärt werde, scheinen die Generäle schließlich umgestimmt zu haben
    Der Verdacht, bei Mursi handelt es sich nur um eine schöne Fassade vor den Hardlinern für den Gottesstaat, kann man beipflichten. Der gleiche Ablauf des falschen schönen Scheins wie mit Khomeini im Iran. Und die Ankündigung von Mursi für bessere Beziehungen mit Iran deuten in die gleiche Richtung.
    Das Pulverfass wird immer explosiver. Die arabischen Länder kennen nur 2 Richtungen die in Wirklichkeit auf eine hinauslaufen - Diktatur durch Militär oder den Islam. Es sollte aber Diktatur sein. Dabei muss der Westen passen und sich das geringere Übel kaufen - die USA machen es vor.
  5. #5

    Gegenfrage

    Zitat von w.blankschein Beitrag anzeigen
    Wie lange soll das gut gehen? Wird Allah auf Dauer eine ständig kontrollierende Drohnenpräsenz am arabischen Himmel akzeptieren?
    Wie lange wird der Westen den Zusammenschluss bzw. die Bildung eines arabischen bzw. islamischen Imperiums und die dann folgende Anstrebung der Weltherrschaft noch ignorieren können?

    Ich bete jedenfalls jeden Tage darum, dass bald irgendeine geniale Erfindung einer sogenannten "freien Energie" vom Himmel fällt, damit wir nicht weiter vom Erdöl abhängig sind.
  6. #6

    Zitat von dasistdiezukunft Beitrag anzeigen
    Wie lange wird der Westen den Zusammenschluss bzw. die Bildung eines arabischen bzw. islamischen Imperiums und die dann folgende Anstrebung der Weltherrschaft noch ignorieren können?

    Ich bete jedenfalls jeden Tage darum, dass bald irgendeine geniale Erfindung einer sogenannten "freien Energie" vom Himmel fällt, damit wir nicht weiter vom Erdöl abhängig sind.
    Die Bestrebungen nach "freier" Energie sind ja bereits in vollem Gange und nennen sich "Energiewende".
    Sie wird aber leider immer noch von Monopolisten, Ölimperialisten, Atomkraftfetischisten und mentalen Dinosauriern behindert.

    Ansonsten haben Sie Recht: der Islam und seine Bestrebungen, die Weltherrschaft an sich zu reissen, werden unterschätzt. Dabei haben die ihre stillen Spione und Schläfer schon längst bei uns einquartiert.
  7. #7

    *gähn*

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Seine Anhänger erwarten Wunder von ihm, das Ausland ist skeptisch: Der Islamist Mohammed Mursi, neuer Präsident von Ägypten, droht in seinem Amt rasch zu scheitern. Das mächtige Militär wird nur wenig von seiner Macht abgeben - und ihn behindern, wo es nur geht.

    Ägyptens neuer Präsident Mursi ist ein Staatschef ohne Macht - SPIEGEL ONLINE
    Die entspr. rechtlichen Massnahmen hat das Militär schon vor mehr als einer Woche getroffen uns ich bin mir recht sicher, dass damals schon darüber berichtet wurde.
  8. #8

    Panik im Wasserglas.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Seine Anhänger erwarten Wunder von ihm, das Ausland ist skeptisch: Der Islamist Mohammed Mursi, neuer Präsident von Ägypten, droht in seinem Amt rasch zu scheitern. Das mächtige Militär wird nur wenig von seiner Macht abgeben - und ihn behindern, wo es nur geht.

    Ägyptens neuer Präsident Mursi ist ein Staatschef ohne Macht - SPIEGEL ONLINE
    Da die Wahlbeteiligung bei ca. 50 % lag wurde Mursi von 25 % der Wahlbeteiligten gewählt. Bei Merkel waren es hingegen nur ca. 12 %. Die jungen Revolutionäre und linke Gruppen haben ebenso Mursi unterstützt, da Shafik das alte Folterregime vertritt. Auch ist die ägyptische Gesellschaft bereits islamisiert, so dass ein islamistischer Präsident nicht weiter auffallen wird.

    Der ehemalige NASA-Ingenieur, der auch am Spaceshuttle gearbeitet hat, wird sicherlich ausreichend Intelligenz besitzen, um auf die Erschaffung eines Gottesstaat zu verzichten. Es wird eher ein "Gottesstaat" nach bayrischen Vorbild (Edmund Stoiber) sein...

    Die Israelis und die USA werden zukünftig auf Augenhöhe verhandeln müssen. Daran muss sich der Westen natürlich erst noch gewöhnen...
  9. #9

    Ist alles Blödsinn...
    Der Westen kann ohnehin nix tun und soll er auch nichts tun.
    Man will ja die Demokratie und freie Wählen für die islamischen Ländern und wenn beides mal kommt, dann ist man im Westen unzufrieden..Ach nee Scheiße, das Ergebnis haben wir uns aber so nicht vorgestellt.

    Da muß man jetzt einfach durch. Die ganzen arabischen Länder stehen erst am Anfang eines Prozesses der wohl noch Jahrzehnte dauern wird. Jeder Versuch es aufzuhalten und in die eigene Richtung versuchen zu lenken, würde den Westen, früher oder später, als Boomerang zurückschlagen.

    Wenn die dort selber es einsehen, dass die Religion an sich kein Brot gibt, dann ist es besser, als wenn der Westen ständig versucht ihnen dass zu erklären und weiszumachen.

    Wo gibt es heute in den islamischen Ländern das grösste demokratische Potential? Im Iran. Da haben viele längst eingesehen dass die Religion nicht die Entwicklung bringt.


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