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Ägyptens Präsidentschaftskandidat Sabahi: "Die Wahlen waren nicht sauber"

DPAEr hätte es bei der Abstimmung über den neuen ägyptischen Präsidenten beinahe in die Stichwahl geschafft. Doch der linke Kandidat Hamdin Sabahi gibt nicht auf. Er rechnet mit Neuwahlen. "Die Ägypter wollen eine demokratische Alternative", sagt er im Interview.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...837709,00.html
  1. #1

    optional

    "Der linke Journalist landete hinter dem Mubarak-Vertrauten Mohammed Mursi und dem Muslimbruder Ahmed Schafik auf dem dritten Platz."

    Genau andersherum: Mursi ist der Muslimbruder und Shafiq der Mubarak-Mann.
  2. #2

    Vorbild Nasser???

    Es war General Nasser, der mit seinem Nationalisierungsprogramm, der Ausweisung der meisten Ausländer und der Einführung planwirtschaftlicher Methoden den Grundstein für Korruption und Nepotismus gelegt hat. Ägypten hat heute acht Millionen Beamte, von denen viele nichts tun, als bei günstiger Gelegenheit die Hand aufzuhalten. Erst Sadads vorsichtige Liberalisierung und Reformen unter Wirtschaftsminister Rachid im Jahr 2004 brachten eine leichte Besserung. Von einer funktionierenden Marktwirtschaft ist Ägypten leider weit entfernt.
  3. #3

    Ihren Gedanken weiterführend,

    Zitat von Vox libertatis Beitrag anzeigen
    Es war General Nasser, der mit seinem Nationalisierungsprogramm, der Ausweisung der meisten Ausländer und der Einführung planwirtschaftlicher Methoden den Grundstein für Korruption und Nepotismus gelegt hat. Ägypten hat heute acht Millionen Beamte, von denen viele nichts tun, als bei günstiger Gelegenheit die Hand aufzuhalten. Erst Sadads vorsichtige Liberalisierung und Reformen unter Wirtschaftsminister Rachid im Jahr 2004 brachten eine leichte Besserung. Von einer funktionierenden Marktwirtschaft ist Ägypten leider weit entfernt.
    könnte man sagen: Egal, wie die handelnden Persönlichkeiten in Vergangenheit oder Gegenwart heißen oder welches Programm sie vertreten - es wird nie das sein, was man hier zu Lande sich unter Begriffen wie Plan- oder Marktwirtschaft, Demokratie, Nationalisierung, Politikverhalten ggüber dem Ausland... vorstellt.
    In den von der dortigen Mentaliät vorgegebenen Bahnen wird das alles andere Formen annehmen als das, was wir in etwa darunter verstehen.
    Und zudem: Korruption und "Faulheit" unter der Beamtenschaft abzustellen, an dem Problem scheitern auch massenhaft andere Staaten. Und insofern, auch wenn dieser sympathische Hr.Sabahi zur Erfüllung seiner Träume kommen wird: Auch er wird sich an diesen eingefahrenen und lähmenden Strukturen schier die Zähne ausbeißen - so er denn tatsächlich seinen Idealismus ausleben wollte...
    Aber es ist ja schon mancher nette Politikanwärter schon kurz nach seiner Einführung in die Realität des Regierens vom Paulus zum Saulus geworden - im Rahmen der "Anpassung an die Verhältnisse".
  4. #4

    schlechter Verlierer!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er hätte es bei der Abstimmung über den neuen ägyptischen Präsidenten beinahe in die Stichwahl geschafft. Doch der linke Kandidat Hamdin Sabahi gibt nicht auf. Er rechnet mit Neuwahlen. "Die Ägypter wollen eine demokratische Alternative", sagt er im Interview.

    Wahl in Ägypten: Interview mit dem Kandidaten Hamdin Sabahi - SPIEGEL ONLINE
    Erstaunlich, dass die Wahlen sonst als weitgehend regulär betrachtet wurden.

    Er will wohl nicht einsehen, dass der größere Teil der Bevölkerung Halt bei einem Vertreter der Religion oder Stabilität in Form eines erfahrenen Mitglieds der alten Regierung sucht. Das Wahlergebnis was so, wie es vorhergesagt wurde.

    Die Demonstranten haben den Umsturz herbeigeführt, wofür ihnen sicher das Volk dankbar ist, aber die gleichen politischen Ansichten teilt das Volk nicht mit ihnen.
  5. #5

    Er irrt sich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Die Ägypter wollen eine demokratische Alternative", sagt er im Interview.
    Bei der letzten Wahl haben ca. 70% der Wäher ganz klar zum ausdruck gebracht, dass sie mit Demokratie nix am Hut haben.
  6. #6

    Demokratie

    Herr Heinz-und-Kunz, Hunderte junge Ägypter haben ihr Leben für die Demokratie gegeben, vergessen Sie das nicht. Es ist wahr, dass freie Wahlen allein keine Demokratie machen, aber sie sind immerhin der Anfang.
    Ich kenne Ägypter und die Ägyptern ganz gut; die Wähler der Muslimbruder, neben konservative moralische Werte, haben vor allem die Hoffnung, dass "gottesfürchtige" Politiker weniger korrupziert sind...was natürlich Quatsch ist, versteht sich. Wenn die Mehrheit der Bevölkerung hinter den Muslimbrudern ist (auch ihre jahrelange Verfolgung hat ihnen viele Sympathien gebracht), dann haben sie auch das Recht, sie an der Regierung zu haben. Wenn sie nichts gutes bringen, und sie werden es leider nicht tun, weil die Wirtschaft sowieso am Boden ist, dann werden sie abgewählt. Und wenn sie die Macht nicht aufgeben wollen, dann wird es irgenwann eine neue Revolution geben.








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