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ADHS-Ferienlager: "Hier hat jeder einen Knall"

Urlaub für schwierige*Gäste: In Mecklenburg-Vorpommern findet jährlich*ein Sommercamp für Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom statt. Weil dort jeder ein bisschen anders ist, fällt keiner mehr*auf.*Das entspannt - und zur Not*gibt es*immer noch den Ruheraum.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...777329,00.html
  1. #1

    Normal oder anders ist hier die Frage?

    Über den Ausdruck "normal" ließe sich trefflich streiten. Diese Kinder mit Autismus oder dem Asperger-Syndrom sind eben nur anders. Leider sind die Lehrer in den Schulen mit diesen Kindern überfordert und empfehlen den Besuch einer Sonderschule. Nur hier fällt die Stigmatisierung dieser Kinder auf die Behindertenebene, die sie dann zeitlebens begleitet wird. Die Bundesländer sollen endlich die UN-Konvention zum integrierten Schulbesuch umsetzen.
  2. #2

    .....

    Toll das es sowas gibt,ich als Mutter 2er ADHS Kinder kenne die Schwierigkeiten die man vor allem mit dem Umfeld hat und da tut es gut so akzeptiert zuwerden wie man ist
  3. #3

    "Viele Lehrer denken ja, ADS sei keine Krankheit, sondern eine Modediagnose und die Kinder nur schlecht erzogen"

    Trifft bei ziemlich vielen ja auch zu, was es für Eltern mit ADHS Kindern eigentlich noch schwerer gemacht wird, weil diese dann nicht ernst genommen werden.
  4. #4

    Hyperaktivität

    "Hyperaktivität, die: früher: schlechtes Benehmen, nicht stattgefunden habende Erziehung und zu wenig an der frischen Luft gewesen sein. Heute (> ADS): schlimme Gehirndegeneration, in deren Folge Stillsitzen und Stillsein unmöglich ist. Kann mit sehr starken Drogen (>Ritalin)gut behandelt werden."
    Tom Blech, Lexikon Des Schulischen Elends

    Das hat doch was, oder?
    Wir (zwei Lehrkräfte, Hauptschule, 7.Klasse) waren mit 26 Schülern, davon 4 angebliche ADHS`ler (Attest) -öfters Ritalineinnahme vergessen-, 5 Tage im Schullandheim, ohne größere Probleme.
    Warum schreibt darüber niemand?
  5. #5

    Wer hat hier einen Knall ?

    Bei den Pfadfindern hieß das Gau- oder Landesmarklager. Viel Bewegung an frischer Luft. Ganz ohne Stigmatisierung. An der Schule war die Krankheit auch bekannt: „Habt ihr Eselsfleisch gegessen ?“ fragte der Lehrer und dann gab es zwanzig Kniebeugen für alle.

    Dem Autor wäre dringend die Lektüre der „Bitteren Pille“ zu empfehlen. Diese entzückende Krankheit hat nämlich jährlich Wachstumsraten von an die zehn Prozent, was jeden freut, der mit brutalen Psychopharmaka handelt. Kenner der Szene gehen davon aus, daß in absehbarer Zeit geschlossene Anstalten für die paar Kinder errichtet werden müssen, die diese verheerende Krankheit noch nicht haben.

    Die Alternative, nämlich die zutiefst besorgten Mütter und Pädagogen und die diensteifrigen Medizinmänner wegzusperren, dürfte trotz entsprechender Empfehlungen der UN politisch kaum durchsetzbar sein.

    Es ist eben jeder anders bekloppt.
  6. #6

    Wie werden diese Kinder betreut?

    Zitat von paretooptimal Beitrag anzeigen
    Über den Ausdruck "normal" ließe sich trefflich streiten. Diese Kinder mit Autismus oder dem Asperger-Syndrom sind eben nur anders. Leider sind die Lehrer in den Schulen mit diesen Kindern überfordert und empfehlen den Besuch einer Sonderschule. Nur hier fällt die Stigmatisierung dieser Kinder auf die Behindertenebene, die sie dann zeitlebens begleitet wird. Die Bundesländer sollen endlich die UN-Konvention zum integrierten Schulbesuch umsetzen.
    Schön und gut, sehr sozial, ihr Vorschlag.
    Aber nun die Realität in der Schule: 1 Lehrer für 30 - 34 Schüler, min. 1 bis 2 Kinder mit ADHS-Syndrom, hinzu kommen oft noch Kinder mit anderen Auffälligkeiten...

    In diesen Camps gibt es 1 Betreuer für 2 Kinder... merken Sie den Unterschied? Auch in der Therapie hat es der Therapeut oft nur mit einem Kind oder wenigen Kindern zu tun - und schafft es fast nie, diese in irgendeiner Form zu heilen/das Leiden zu schmälern.

    Aber ein Lehrer, ja, der MUSS dann mit über 30 Kindern auskommen und ihnen dann noch etwas beibringen. Schule muss/soll das richten, was Eltern, Therapeuten und andere Experten nicht schaffen. Oft genug grenzt das an Körperverletzung!
  7. #7

    Anspruch und Wirklichkeit!

    Zitat von paretooptimal Beitrag anzeigen
    Über den Ausdruck "normal" ließe sich trefflich streiten. Diese Kinder mit Autismus oder dem Asperger-Syndrom sind eben nur anders. Leider sind die Lehrer in den Schulen mit diesen Kindern überfordert und empfehlen den Besuch einer Sonderschule. Nur hier fällt die Stigmatisierung dieser Kinder auf die Behindertenebene, die sie dann zeitlebens begleitet wird. Die Bundesländer sollen endlich die UN-Konvention zum integrierten Schulbesuch umsetzen.
    Und wie, Sie Schlauberger? Sie trennen ja selbst Autismus und Asperger-Syndrom, obwohl das nur eine Form davon ist. Und gibt es bessere Profis als Sonderschullehrer? Einfach mal ins Blaue tröten und den unqualifizierten Senf dazugeben.
  8. #8

    sehen sie es doch mal aus der Sicht des Lehrers

    Zitat von paretooptimal Beitrag anzeigen
    Über den Ausdruck "normal" ließe sich trefflich streiten. Diese Kinder mit Autismus oder dem Asperger-Syndrom sind eben nur anders. Leider sind die Lehrer in den Schulen mit diesen Kindern überfordert und empfehlen den Besuch einer Sonderschule. Nur hier fällt die Stigmatisierung dieser Kinder auf die Behindertenebene, die sie dann zeitlebens begleitet wird. Die Bundesländer sollen endlich die UN-Konvention zum integrierten Schulbesuch umsetzen.
    Stellen sie sich vor, sie haben einen Autoführerschein. Damit verdienen sie ihr Geld. So - nun kommt jemand daher, und sagt ihnen: "Hier ist ihr neues Flugzeug. Fliegen sie ab heute die Strecke, die sie sonst fahren durften. Viel Spaß - sie schaffen das schon!" ... da möchte ich Sie mal sehen, was sie machen.
    Lehrer sind dafür ausgebildet, einer überwiegend normalen Schülergruppe zu unterrichten. Jegliche Hilfe seitens der Schulbehörden etc. gibt es nicht.
    Schon mal Kindergeburtstag gefeiert - nach 4 Stunden sind sie fertig - mit 12 Kindern. Die auch noch Spaß haben. Stellen sie sich jetzt mal 30 Kinder vor - die keinen Spaß am Unterricht haben, weil sie etwas lernen müssen worauf nur die wenigsten Lust haben.
    Und dann kommen da noch zwei "Anders-Normale" dazu ... viel Spaß!
    Empathie ist das Zauberwort ... erst denken, dann meckern - aber die Lehrer waren ja schon immer gute Opfer um auf ihnen rumzuhacken!
  9. #9

    Immer wieder aufstehen, bis Lämmer zu Löwen werden!

    Meine ältere Tochter hat auch ADS und als Soziologe habe ich nichts anderes erwartet, als dass der Kindergarten den Vorschlag macht sie in einer Sonderschule anzumelden. Gerade in Bayern sind meiner Erfahrung und Reflexion nach Sonderschulen tatsächlich Schulen die "Aussonderung" zur Folge haben sollen. Sie soll mit ihren frischen und ungewöhnlichen Gedanken ja nicht die Elite verderben. Sie hat so eine wunderbare Art die Welt zu verstehen und zu erklären, nur passt die so gar nicht zu unsere krankhaft leistungsorientierte Sichtweise gesellschaflicher und wirtschaftlicher Scheinnotwenigkeiten. Einfach durchatmen und frische Luft einholen, meine Kinder sollen die gleichen Chancen in dieser Welt haben haben wie alle anderen auch - vor allem sollen sie die Entscheidung treffen können was sie möchten und nicht irgend ein fehlgeleitetes System - und dafür werde ich kämpfen - als Mensch, als Vater und als Bürger dieses Landes, denn die einzige Autorität, die ich anerkenne, der ist selbst unsere Kanzlerin verpflichtet und deswegen ist nichts wie es ist und nichts wie es scheint sondern alles wie es sein soll. Und unsere Kinder abzustempeln nur weil sie sich, ihre Kreativität, ihre Seele nicht so schnell aufgeben möchten, wie andere es vielleicht tun, ist wieder nur ein Zeichen für den erschreckend niedrigen Entwicklungsstand unserer Gesellschaft und die Lüge Demokratie.


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