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Acta-Ablehnung: Der falsche Sieg zur rechten Zeit

Ein großer Sieg für die Netzgemeinde, ein kleiner Rückschritt für die Film- und Musikindustrie: Das Aus für das Acta-Abkommen müssen beide Seiten zum Anlass nehmen, pragmatischen Lösungen eine Chance zu geben.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...842501,00.html
  1. #1

    Geheim verhandelter Vertrag

    Das größte Problem bei der Sache ist die Art und Weise, wie das gemacht wurde. Wenn man geheim verhandelt und alles unter dem Tisch halten will, ja sogar den Abgeordneten die Einsicht verweigern will, dann darf man sich nicht wundern, dass man das zurück kriegt.

    Selber schuld und vielleicht sind die Verhandler beim nächsten Versuch etwas offener und zugänglicher, was angesichts der Musik- und Filmindustrie allerdings ein frommer Wunsch sein dürfte
  2. #2

    Ja, es wird Zeit für Lösungen...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein großer Sieg für die Netzgemeinde, ein kleiner Rückschritt für die Film- und Musikindustrie: Das Aus für das Acta-Abkommen müssen beide Seiten zum Anlass nehmen, pragmatischen Lösungen eine Chance zu geben.

    Kommentar: Acta-Ablehnung zwingt zum Umdenken - SPIEGEL ONLINE
    ...dabei müssen allerdings zwei Dinge klar sein:

    1. Es kann mit dem "alles kostenlos für alle" nicht mehr weitergehen.

    2. Es dürfen nicht einseitig die Nutzer kriminalisiert werden, sondern jene, die illegale Downloads zur Verfügung stellen und damit Geld machen.

    Beides wird schwierig, denn auf beiden Seiten gibt es kaum Verständnis für die Nöte der anderen. Für die User gibt es nur die bösen Rechteverwerter, für diese gibt es die Nutzer, die alles runterladen.

    Letztendlich wird man auf so eine Vereinbarung wie Acta zurückkommen, da es keine Möglichkeit gibt, jeden Server überall auf der Welt zu überwachen. Allerdings ist das auch die Schuld jener, die seit Jahren meinen, alles umsonst zu bekommen.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Absage an Acta, das umstrittene internationale Abkommen gegen Produktfälschungen und illegale Downloads im Internet,....
    An dieser Stelle hab ich aufgehört zu lesen.
    Vielleicht sollte man sich hier mal informieren WIESO die Leute auf der Strasse waren. Sicher nicht für Produktfälschungen und illegalen Downloads.
  4. #4

    Wie wäre

    Zitat von wolfi55 Beitrag anzeigen
    Das größte Problem bei der Sache ist die Art und Weise, wie das gemacht wurde. Wenn man geheim verhandelt und alles unter dem Tisch halten will, ja sogar den Abgeordneten die Einsicht verweigern will, dann darf man sich nicht wundern, dass man das zurück kriegt.

    Selber schuld und vielleicht sind die Verhandler beim nächsten Versuch etwas offener und zugänglicher, was angesichts der Musik- und Filmindustrie allerdings ein frommer Wunsch sein dürfte
    es die Auto- und Mineralölindustrie zu Überwachern der deutschen
    Verkehrsregeln, Geschwindigkeitsübertretungen und Verantwortlichen für Verkehrsunfälle zu machen?
    Das ist absurd in der Tat.
    Aber hier sollen Bereitsteller von Technologie für die Überwachung der Nutzer herhalten und alle finden das vollkommen in Ordnung.

    Es gibt eine Gewaltenteilung die sich im offline Leben bewährt hat.
    Man kann sie ohne Änderung ins online Leben übernehmen.
    Da muss nichts hinzu erfunden werden.
    Was offline illegal ist ist es online auch.
    Wir brauchen keine Privatsherrifs weder hier noch dort.
  5. #5

    Zitat von sappelkopp Beitrag anzeigen
    ...dabei müssen allerdings zwei Dinge klar sein:

    1. Es kann mit dem "alles kostenlos für alle" nicht mehr weitergehen.

    2. Es dürfen nicht einseitig die Nutzer kriminalisiert werden, sondern jene, die illegale Downloads zur Verfügung stellen und damit Geld machen.

    Beides wird schwierig, denn auf beiden Seiten gibt es kaum Verständnis für die Nöte der anderen. Für die User gibt es nur die bösen Rechteverwerter, für diese gibt es die Nutzer, die alles runterladen.

    Letztendlich wird man auf so eine Vereinbarung wie Acta zurückkommen, da es keine Möglichkeit gibt, jeden Server überall auf der Welt zu überwachen. Allerdings ist das auch die Schuld jener, die seit Jahren meinen, alles umsonst zu bekommen.

    Gerade die Filmindustrie versucht ein veraltetes Vermarktungssystem aufrecht zu erhalten und will, dass sich die moderne Kommunikationswelt beugt.


    Wer geht denn bitte noch abends mal eben ins Kino???? Kino ist ein Freizeit Event (mit Freunden, Popcorn usw.). Das macht man doch nicht mal eben so spontan abends, wenn man um 20 Uhr feststellt, dass das Fernsehprogramm einen in Selbstmordgefahr bringt und man auf die Idee kommt sich mal den neuen XY Film anzusehen. Wo bleiben da die legalen Angebote. Die Musikindustrie wacht langsam auf. Wenn ich mir ein Lied kaufen will ziehe ich mir eine MP3 auf meinem Smartphone im Shop, dafür renne ich doch nicht in einen Geiz ist Geil Laden und kaufe mir eine silberne Scheibe.
  6. #6

    Verdammt noch mal, ich glaubs einfach nicht.
    Hochwertiger Journalismus? Texte die auch tatsächlich sogenanntes "Spiegel" Niveau erreichen?
    Es gibt keine -> Raubmordvergewaltigungskopierer.
    Und auch wenn man den falschen Begriff noch 500 x verwendet, wird er nicht richtiger.
    Alternative: Schwarzkopierer. Schwer, oder?

    Der Kampf für Meinungsfreiheit und gegen generelle Überwachung ist also verwerflich.
    Nunja, es war ja auch für den Spiegel nicht weiter tragisch, dass über 600.000 Personen in Berlin das Handy überwacht bekommen.

    Ich bin dann in Zukunft dafür, dass Drucker ihre Erzeugnisse auf verleumderische, beleidigende oder irreführende Inhalte überprüfen müssen.
  7. #7

    Zitat von felisconcolor Beitrag anzeigen
    Aber hier sollen Bereitsteller von Technologie für die Überwachung der Nutzer herhalten und alle finden das vollkommen in Ordnung.
    Wer findet das in Ordnung?
  8. #8

    In der gesamten Diskussion erscheinen mir die Argumente von beiden Seiten oft sehr klein gedacht.
    Mit etwas Abstand betrachtet: Da hat sich eine Wirtschaftsweise entwickelt, deren maßgebliches Kapital (Informationen, Daten) und auch wichtige Produktionsmittel (Software) praktisch kostenfrei duplizierbar sind. Da zur Erstellung dieses Wissens viel Aufwand betrieben wurde, wollen die Erzeuger sehr gerne dieses Vervielfältigen einschränken und den Vertrieb kontrollieren. Schutzrechte sind das Mittel dazu.
    Hinter dem Schutz intellektuellen Eigentums steht aber auch eine Philosophie und ein Menschenbild. Und man kann durchaus infragestellen, ob es soetwas wie geistiges Eigentum überhaupt gibt. Letztlich ist jeder ein Zwerg auf den Schultern der Giganten, jede Leistung baut auf unendlicher Vorarbeit anderer auf. Fortschritt ist nur möglich, wenn diese Vorarbeiten auch zur Verfügung stehen. Selbst der individuelle Beitrag eines Menschen ist sehr viel weniger individuell, wenn man sich klarmacht vieviel Anteil daran andere Menschen wie Eltern, Lehrer, Professoren, Autoren, Freunde, Kollegen etc. haben. Statt 'ich denke' sollte man sagen 'es denkt' wie man sagt 'es blitzt' (Lichtenberg).
    Würden Menschen individuell und institutionel nicht so sehr dazu erzogen gierig sein und sich ständig im Wettbewerb mit anderen sehen, die es zu übervorteilen gilt, so wäre eine Gemeinwohlökonomie denkbar in der komplexe kulturelle Leistungen kollektiv und zum Wohle aller erbracht würden. Die beliebige Kopierbarkeit würde plötzich eine gewaltige Energie freisetzen, da nicht alles zigmal neuerfunden werden muß. Eine künstliche Verknappung eines Gutes, das leicht zu duplzieren wäre, fände nicht mehr statt.
    Der open source Gedanke im Softwarebereich zeigt, dass auch extrem komplexe Produkte mit vielen Beteiligten koordinierbar sind, ohne dass es um den dicken Reibach geht.
    Letztlich sollte es darum gehen eine Wirtschaftsweise zu entwickeln, in der das aufwandsfreie Kopieren der Produktionsmittel zum Wohle der Gemeinschaft dient und nicht zur Konzentration von Kapital, wie es heute der Fall ist.
  9. #9

    Zitat von sappelkopp Beitrag anzeigen

    1. Es kann mit dem "alles kostenlos für alle" nicht mehr weitergehen.
    Warum eigentlich nicht?

    Nur mal so als Denkanstoß: Das Konzept einer Gesellschaft, in der alles etwas kosten muß, alles in Geld gerechnet und ausgedrückt werden muß, ist doch gerade sowas von am Ende! Siehe Finanzkrise! Wir haben keine wirtschafltichen Probleme, wir haben (eigentlich!!) keine Versorgungsprobleme, selber das massenhafte Hungern auf der Welt müßte nicht sein, da mehr als genug Nahrung existiert.

    Es krankt an dem gewählten System der Organisation des Wirtschaftens und Zusammenlebens, ja auch der Kultur (!!) über das Geldsystem! Und das Geldsystem an sich bricht auch nicht daran zusammen, daß zuwenig Geld da wäre, sondern im Gegenteil erheblich zuviel davon! Was eigentlich völlig idiotisch klingt, aber Tatsache ist.

    Warum soll man also keine Alternativen zu diesem gescheiterten System in Betracht ziehen? Alternativen, in denen auch das Internet frei bleiben darf, statt es den Regeln eines gescheiterten Systemes zu unterwerfen, und damit zu strangulieren? Im Grunde zeigt uns doch das in großen Teilen wirklich freie Medium Internet, wie unfrei wir im "realen" Leben sind!








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