Acht Billiarden Berechnungen pro Sekunde: Japan hat den superschnellen "K-Computer"

Daran wird die Konkurrenz zu knabbern haben: Der schnellste Supercomputer der Welt steht jetzt in Japan. Seine Top-Position wird er lange behalten können - er ist dreimal schneller als der bisherige Spitzenreiter. Deutschland dagegen rechnet nicht mehr in der Top-Liga.

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadge...769348,00.html
  1. #10

    Datenparallelität

    Zitat von firem Beitrag anzeigen
    Es ist zu befürchten bei diesen Riesendingern, dass für jeden Rechenschritt (Flop) an die 3 Milliarden Verwaltungsflopps gebraucht werden.
    Nein. Denn ein Flop ist eine "floating point operation". Verwaltung wird aber üblicherweise mit Ganzzahloperatoren gemacht...

    Natürlich gibt es einen großen Overhead, insofern stimmt ihre Aussage zum Teil. Deshalb sind solche Maschinen natürlich prädestiniert für Rechenaufgaben, die datenparallelisierbar sind, z.B. Strömungsmechanik. Da kriegt jeder Knoten seinen Würfel, und nur wenn Objekte über Würfelgrenzen bewegt werden ist Kommunikation notwendig.
  2. #11

    Zukunft

    Zitat von ciendras Beitrag anzeigen
    Alles was in der Informatik wirklich nach vorne denkt arbeitet an Quantenrechnern.
    Das ist aber extrem ferne Zukunft. Von technischen Problemen abgesehen weiß noch niemand wie die Mathematik für einen Quantencomputer aussehen _könnte_.

    Diese alberne 'wer hat den schnellsten Silikonrechner' ist so als wenn 500 Pferdekutschen sich ein Rennen geben während Daimler den Ottomotor montiert.
    Kann es sein, dass Sie Silizium und Silikon verwechseln?

    Aber mit wenigen Q-bits lässt sich diese schon riesige Anlage in Japan problemlos schlagen.
    Ganz sicher nicht.
  3. #12

    Quantenrechner?

    Ja, aber ich behaupte einfach mal, ohne die "Silikondinosaurier" würde es NIEMALS auch nur einen Quantenrechner geben. Denn woher soll bitte die Rechenleistung in der entsprechenden Forschung kommen?
  4. #13

    Sequoia kommt bestimmt!

    Er wird sich nicht lange an der spitze halten können nächstes ja komm IBM's Sequoia und der ist fast drei mal so schnell.
  5. #14

    titel

    Zitat von csar Beitrag anzeigen
    Die Zeiten wo man komplexe Berechnungen per Hand optimieren konnte sind schon eine Weile vorbei ... 80.000x8 Kerne mit jeweils x threads und dazu NUMA sprengt leider was unser kleines Hirn jonglieren kann.
    Ja und Nein. Eine Klimasimulation lässt sich tatsächlich schon lange nicht mehr per Hand in Assembler programmieren (und wenn doch, dann ist das Resultat mit Sicherheit einem vom Compiler optimierten C-/Fortranprogramm um Längen unterlegen). Allerdings benutzen alle Programme für die rechenintensiven Schritte spezialisierte Numerikbibliotheken (wie BLAS, LINPACK, LAPACK), und die sind tatsächlich noch in Assembler geschrieben.

    Das Argument, dass die grossen Maschinen einen unglaublichen Verwaltungsoverhead haben stimmt so auch nicht. Die 8 Petaflops beziehen sich auf den LINPACK Benchmark, das heisst, dies sind tatsächlich Flops die zur Lösung eines (wenn auch akademischen) Problemes verwendet werden. Der Verwaltungsaufwand ist schon rausgerechnet (und beträgt laut top500 Liste) auch weniger als 10%.

    Quantencomputer sind in der Klasse von Fusionsreaktoren - wie wir wissen in etwa 10 Jahren einsatzfähig (und das schon seit 60 Jahren...).
  6. #15

    ...

    Man muss prinzipiell sagen, dass die Forschung in diesen Gebieten schon funktionierende Muster hat. Doch ist die Effizienz und Nutzbarkeit einfach noch nicht serienreif. In Frankreich steht ein Fusionstestreaktor. Die Kanadier meinen sie haben Q-Rechner, in Deutschland und den USA forscht man immer erfolgreicher an Meter langen, stabilen Nanotubes. Alles eine Frage der Zeit und des Geldes. Ich denke aber schon, dass die meisten von uns diese Fortschritte noch miterleben könnten. Bei vielen fehlen nur noch Kleinigkeiten. Gibt es erst die ersten Geräte/Tools etc. explodiert die Entwicklung.
  7. #16

    nihongo wo wakaru you ni

    "Vielmehr bezieht sich das "K" auf das japanische Wort "Kei", das ursprünglich ein großes Tor bezeichnet. Für Fujitsu steht "Kei" repräsentativ für die Zahl 10 hoch 16 und soll das Ziel der Ingenieure symbolisieren, mit ihrem Riesenrechner eine Leistung von zehn Petaflops zu erreichen, was sie nicht ganz geschafft haben."

    Das Schriftzeichen "Kei" (京) ist nicht nur "fuer Fujitsu", sondern allgemein in der japanischen Schrift das Zeichen fuer 10 Billiarden.

    Dasselbe Zeichen wird auch "kyo(u)" gelesen und ist als solcher Bestandteil von "Kyo"to und To"kyo" sowie als "jing" im Chinesischen Bestandteil von "Beijing". Entsprechend duerfte die Bedeutung des Zeichens eher mit "Hauptstadt" als mit "Tor" wiederzugeben sein.
  8. #17

    staatliches projekt?

    japanischen medien(sankei-online z.b. ) berichten stolz über den "erfolg", ich deprimiere nur, dass das steuergeld von der bevölkerung für ,nach meinem eindruck, falschen stolz auch dies mal investiert wuerde, so ähnlich bei 5. generation pc-projekt. meine frage : warum finanziert die regierung für den sehr sehr teueren spielzeug, und nicht krankenpfleger oder altersheim, wo offensichtlich eigentlich noch gefördert werden muss? projektbefürworter behauptet dass solches project für japan nötig ist, aber erklärt nie "warum". ich schau mal, wie nützlich der super k-pc für uns sein könnte...
  9. #18

    Über den Nutzen läßt es sich vortrefflich streiten.

    Die Rechenknechte sind durchaus brauchbare Werkzeuge,aber
    die einseitige Ausrichtung der Gesellschaften auf diese
    Technologie birgt eine sehr große Gefahr.Der Totalausfall
    dieser überbordenen Vernetzung besteht durchaus,ein Sonnen-
    sturm in der richtigen Richtung legt diese Technik lahm,die
    Folgen werden katastrophal sein.Verlust sämtlicher auf dem
    Internet basierender Kommunikation,selbst kabelgebundene
    Telefone werden davon betroffen sein.Die Folgen kann jeder
    an seinen Patschehändchen ausrechnen,vielleicht gibt es eine
    Renaissance der Brieftaubenpost in diesem Zusammenhang.
    Und superschnelle Rechner führen zu verquerten Weltsicht,
    die Deutungshoheit über die Ergebnisse der Prozesse liegen
    bei den üblichen Verdächtigen und die produzieren Ergebnisse
    die auf Grund ihrer Komplexität nicht nachvollziehbar sind,
    (siehe Klimamodelle)werden von Interessenten zum Nachteil der Gesellschaften mißbraucht.
  10. #19

    Quantencomputer können nur bestimmte Probleme schneller lösen

    Zitat von ciendras Beitrag anzeigen
    Alles was in der Informatik wirklich nach vorne denkt arbeitet an Quantenrechnern. Diese alberne 'wer hat den schnellsten Silikonrechner' ist so als wenn 500 Pferdekutschen sich ein Rennen geben während Daimler den Ottomotor montiert. Die Kanadier haben (angeblich) schon den ersten verkauft, und über die nächsten 20 Jahre wird diese Rechnertechnologie das Millionenfache der obig beschriebenen Leistungen erreichen. Sicher, es gibt enorme Probleme da die gesamte Software auf von Neumann konzepten basiert - da ist noch viel zu tun. Aber mit wenigen Q-bits lässt sich diese schon riesige Anlage in Japan problemlos schlagen.
    Ich selbst bin Informatiker und verfolge die Entwicklung der Quantencomputer mit großem Interesse. Es stimmt in der Tat dass Quantencomputer bestimmte Berechnungen schneller durchführen können als klassische Computer allerdings nur bei einer ganz bestimmten Klasse von Problemen.
    Quantenrechner können zum Beispiel große Zahlen viel schneller faktorisieren oder unsortierte Listen viel schneller nach Einträgen durchsuchen und natürlich können sie Simulationen von Quantensystemen durchführen, zum Beispiel Vorgänge in Atomen oder Molekülen.
    Sie sind aber nicht schneller bei der Wettervorhersage oder der Simulation physikalischer Vorgänge. Da Quantenrechner also bei den meisten Problemen gar nicht schneller sind als klassiche Rechner ist es falsch zu behaupten das klassische Rechner in Zukunft komplett von Quantenrechnern abgelöst werden.