Herr Achilles. Jeder andere, der noch keinen Kopfsprung kann, übt erst mal vom Startblock oder dem Ein-Meter-Brett aus.
DPAWie haben Deutschlands Olympioniken trainiert? Ist Hammerwerfen, Kajak und Wasserspringen wirklich so einfach, wie es aussieht? Freizeitsportler Achim Achilles hat mit fünf Athleten trainiert, gelitten, gelacht. Folge 1: Wasserspringer Patrick Hausding bringt Achilles den perfekten Kopfsprung bei.
http://www.spiegel.de/gesundheit/ern...848105,00.html
Herr Achilles. Jeder andere, der noch keinen Kopfsprung kann, übt erst mal vom Startblock oder dem Ein-Meter-Brett aus.
mein Respekt, dass Sie sich das angetan haben.
Aber im Ernst, genau deswegen machen wir alten Herren doch Ausdauersport: Eben weil sich fast alles andere (wie z. B. Koordination, Beweglichkeit, Schnellkraft, Maximalkraft) bei uns nicht mehr so wirklich gut trainieren lässt.
Wieso trainieren eigentlich nur Olympioniken? Die Sportler, die keine Goldmedallie gewonnen haben, haben doch auch trainiert, oder?
Oder benutzt Herr Achim Achilles (wie seine Kollegen auch so gerne) Fremdwörter, die er nicht verstanden hat.
Vielleicht wäre ein gelegentlicher Blick ins Lexikon vor dem Schreiben hilfreich.
schadenfreude ist doch die schönste freude.
hatte heute zwischen toilettengang und ankleiden während der moma-sendung, entgegen der montäglichen routine - scheiße, schon wieder aufstehen -, mal so richtig spass gehabt und schön dreckig gekichert - verunglückte heldentaten auf dem dreier, fünfer und einmal sogar zehner(!) im freibad vor versammelter und amüsierter grazienschaft kenne ich nämlich noch aus eigener jugend.
Sie haben Recht, ursprünglich bezeichnete das Wort nur den Gewinner des olympischen Wettbewerbes. Aber Sprache lebt, und heutztuage wird Olympionike eben auch für "Teilnehmer an den Olympischen Spielen" verwendet. Akzeptieren Sie das doch einfach und tragen Sie ruhig lieber mehr inhaltlich zur Diskussion bei.
Wenn man sein ganze voriges Sportlerleben damit verbracht hat, nur einen Fuß vor den anderen zu setzen und auf den Endorphinkick zu warten - dann stimmt das.
Aber wenn sie auch in ihrer "Jugend" etwas, dass auch nur ein bisschen Körperbeherrschung erfordert, gemacht haben, dann geht das auch noch im Alter.
Vom 1 m Block oder bis zum 3 m-Brett braucht man sich ja nur vornueberfallen lassen. Mit ein bisschen zuviel wippen bekommt man auch einen Rueckenklatscher hin.
Aber nun war ich tollkuehn vor versammelter Grazienschaft als junger Bursche auf den 10 m Turm geklettert. Es war in einem Freibad am Ratzeburger See, Schulaussflug.
Wer da oben steht, bekommt erstmal Angst, den Ratzeburger See noch zu treffen.
Aber wieder runterklettern, heisst, auch jede Achtung vor dem eigenen Selbst zu verlieren- fuer den Rest des Lebens. Von der Grazienschaft mal ganz schweigen.
Auch zu lange zu zoegern, zieht nicht.
Ein bisschen Konzentration zu schauspieler kann nicht schaden, in Wirklichkeit vergroessern diese Sekunden nur die Angst.
Die Oberflaeche dort unten verschwand im Abendnebel oder in ueberflutender Angst, die sich im Zentralnevensystem ausbreitet.
Sprung.
Ich kam tatsachlich irgendwie mit den Haenden zuerst an aber die Flossen muessen die die falsche Stellung gehabt haben: der Aufprall brach mir fast das Kreuz. Nach hinten weg und unter Wasser.
Ich konnte mich nicht mehr bewegen. Auch nicht atmen, ach ja, war ja ohnehin unter Wasser.
Schwimmbewegungen nicht mehr mehr moeglich, wie gelaehmt. Als Einziges scheinen noch vorsichtige Beinbewegungen moeglich.
Also, wo ist es heller und dahin fusstretend streben, die Arme waren nicht mehr zu gebrauchen.
Als der Kopf wieder durch die Oberflaeche kam, setzte auch schmerzhaft aber immerhin wieder die Atmung ein.
Es brauchte weitere 10 Minuten, bis ich mich so weit wieder fit fuehlte, wieder an Land zu klettern zu versuchen.
Ich war nun aber invalide.
Mein Problem hat ausser mir selber hoffentlich niemand bemerkt.
Aber ich hatte seitdem eine Bandscheibenschwaeche, die mich Jahrzehntelang begleitete.
Bin nie wieder nicht mal von 3 m gesprungen und meine Bewunderung gilt jedem Turm- und noch mehr jedem Klippen oder Brueckenspringer: in diesem Leben fuer mich unerreichbare Koerperbeherrschung und persoenlicher Mut, den ich nicht bringen kann.
Achim Achilles gibt meinem Unvermoegen professionellen Ausdruck. Er hilft mir. Ich bin ihm dankbar dafuer.