Achilles' Verse: Stressen auf Rädern

CorbisStrandkorb, Tanga, Schirmchengetränk - Ferien könnten so schön sein. Doch es musste ja unbedingt entschleunigter Familienurlaub werden. Wunderläufer Achim Achilles über das rollende Inferno auf dem Radfernwanderweg Berlin-Kopenhagen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/ern...843532,00.html
  1. #1

    Klar überfordert

    Mit einem Siebenjährigen hätte ich eine solche Tour gar nicht erst angefangen, der Bengel war doch eindeutig übererfordert. Aber auch bei älteren Kindern muss man wissen, worauf man sich da einlässt. Wir haben es einmal mit unserem damals 15jährigen Sohn versucht, voll in der Pubertät, null Bock auf gar nichts. Wir haben uns nur gestritten und waren ohne Ende frustriert, sind uns aber auch so nahe gekommen wie nie zuvor Heute findet unser Sohn die nervige Radtour in der Erinnerung "voll geil". Also, wer die Nerven dafür hat, sollte es ruhig wagen, am Ende haben wohl alle einen Gewinn.
  2. #2

    Auch wenn ich durchaus Respekt (im positiven Sinne) vor Leuten habe, die solche Touren machen, muss ich auch sagen, dass ich im Urlaub nicht viel deutlicher gehasst habe, als Radtouren. Als Kind war das ätzend langwelig, anstrengend, die Ziele waren für uns in der Regel recht uninteressant und die Erwachsenen waren sowieso immer schneller als wir Kinder.

    Dazu kommt eine ungute Erinnerung an einen Ausflug zum Leuchtturm Westerhever. Da war meine Schwester vier oder fünf und fuhr noch auch ihrem 12-Rädchen, meins war unwesentlich größer und an dem Leuchtturm war gar nichts.
    Das war so ein bisschen traumatisierend.

    Als Erwachsener hingegen kann ich mir sowas schön vorstellen, auch mit dem Zelt (wohl habe ich den Nachteil, dass mein Zelt 25kg wiegt, weil aus Baumwolle). Nur würde ich dann kein Kind mitnehmen.
  3. #3

    genialer Beitrag

    Ich habe selten so gelacht:
    "Für amtliches Hightech-Leichtgepäck lasse ich bei den Straßenräubern vom Outdoor-Fachgeschäft exakt jene Summe, die eine Fahrt in der Stretchlimousine nach Kopenhagen inklusive zwei Wochen Suite und Perlwein satt gekostet hätte." Aber es trifft den Nagel auf den Kopf: bestimmte Globetrottel-Geschäfte haben Apothekerpreise.
  4. #4

    Ich wohne direkt am Radweg Berlin-Kopenhagen und habe folgende Beobachtung gemacht: Der durchschnittliche Berlin-Kopenhagen Radler ist um die 60 Jahre alt, eher weiblich als männlich, legt pro Tag entspannt zwischen 70 und 90 Kilometer zurück und fährt meist in 2er bis 4er Gruppen. Die Mitnahme von Zelten ist wohl eher die Ausnahme. In aller Regel wird im Hotel übernachtet.

    Wer, wie der Autor, nach einer Tagesstrecke von 22 km bereits in den Seilen (Zelt) hängt, der hat dort nichts verloren und sollte auch keinen Artikel darüber schreiben. Was witzig gemeint ist, kommt eher peinlich rüber.
  5. #5

    Hätte er besser jemand gefragt...

    der sich mit Radreisen auskennt. Und zwar VOR Reiseanritt. Ist eben kein Statussymbol, mit dem man in schickem Berliner Kiez rumschnöseln kann, sondern Teil einer Lebenseinstellung. Traurig, dass dank solch hochqualitativer, niveauvoller und inhaltsreicher Darstellung neues Wasser auf das Wasser der Automobil/Fluglobby gegosse wird, aber das ist eben ihre Zielgruppe, da kann der Autor ja auch nix für. Ich kann mich meinem Vorredner nur anschliessen, was die Peinlichkeit angeht. Hätte der SPIEGEL tatsächlcih Interesse daran, eine Radreise mit Kindern zu zeigen, könnte er uns fragen...wir haben Spaß dran und unsere Kinder auch!

    Wen´s interessiert: www.hartje.name
    Momentan ist unsere Radreise "Norwegen mit Kindern 2010" zum Reisebericht des Monats gekürt worden...
  6. #6

    So ein Blödsinn!

    Also, ich fasse zusammen: auf die Belange und das Alter des Kindes wird keine Rücksicht genommen, jeder Gedanke dreht sich um die Bedürfnisse des Vaters und der Urlaub wird begonnen mit dem Gedanken, ihn möglichst schnell zu Ende zu bringen. Klingt so, als ob Papa nicht wirklich Lust gehabt hatte, mit seinem Sohn allein Urlaub zu machen. Ist das wirklich lustig? Ich mache auch Fahrradtouren. 50-60km am Tag, denn ich will ja nachmittags noch was besichtigen. Nie mit dem Zelt, Jugendherbergen sind super ausgestattet, und geladen habe ich das Leichtgepäck vom Trekking. Also 7 kg Essen und Trinken, maximal 11 kg. Und statt 4 Harry Potter, habe ich ein e-Book dabei. Das leichteste, wo gibt. Dann bringt's auch Spaß. Kann ich nur hoffen, dass der Artikel der Phantasie entsprungen ist und nicht einem echten Erleben.