Achilles' Ferse: "Veganer sind keine sabbernden Lappen"

Katharina HofmannExtreme Ernährung, extremer Sport: Mark Hofmann ist Veganer und läuft Ultramarathon. Aber ist der Verzicht auf tierische Produkte nicht schädlich für seinen Körper? Im Interview mit achim-achilles.de erklärt der 35-Jährige, woher er die Energie für seine ungewöhnlichen Ausdauerleistungen bezieht.

Achilles' Ferse: Marathonläufer Mark Hofmann ernährt sich vegan - SPIEGEL ONLINE
  1. #210

    Zitat von Ursprung Beitrag anzeigen
    Es "missionieren" viel mehr Aasfresser als Botanikfresser.
    Fast jeder Aasfresser bekommt geradezu zwangsweise Missionsgelueste, sobald er mit einem Botanikfresser konfrontiert wird.
    Das ist schlichtweg gelogen. Insbesondere die vegetarische Lebensweise wird heutzutage fraglos akzeptiert. Es sind die "Botanikfresser", die immer und überall rumstänkern müssen. Selbst wenn sie eingeladen sind und der Gastgeber sich größte Mühe gegeben hat, finden Sie irgendwo noch was zu meckern. Sie selbst lassen es sich nicht nehmen, mit polemischen Begriffen wie "Aasfresser" zu hantieren. Aber wahrscheinlich bemerken Sie das in Ihrem Wahn nicht einmal mehr.
  2. #211

    B12 und Alter

    Zitat von Ontologix II Beitrag anzeigen
    Irgendwie fasziniert es mich, wie emotional diese Debatte geführt wird.
    Ich selbst (fast 72) lebe seit über 40 Jahren weitgehend Bio, Vollkorn, ohne Zucker, viel Rohkost etc. Mein Speisezettel wurde durch die weitgehend vegetarische Ernährung weit vielfältiger. Ab und zu esse ich gerne und genussvoll einen Schweinsbraten oder eine Currywurst, vielleicht ein oder zwei Mal im Monat. Fisch mag ich nicht. Mit dieser Art Ernährung fing ich an, nachdem ich zeitlebens unter chronischen Entzündungen und mit 27 sogar einer Präkanzerose gelitten hatte. Seit meiner Ernährungsumstellung bin ich ziemlich gesund, und auch heute noch habe ich Spaß am Sex, wenn auch nicht mehr täglich. Ich habe Blutgefäße fast ohne Ablagerungen und einen niedrigen Blutdruck, BMI 26, naja. Mein Arzt sagte vor zwei Jahren bei einem Routinecheck zu mir, er wünsche sich, mit 70 auch so gesund zu sein wie ich.
    Ich spiele gerne und heftig Tischtennis und betreibe einige andere Sportarten. Mein Tischtennispartner ist 48 und wird ungefähr gleichzeitig mit mir müde.
    Vegane Ernährung habe ich nur kurzzeitig versucht. Ich nahm spontan 15 Kilo ab. Irgendwie fehlte mir was.
    Mein persönliches Resumé aus dieser Debatte und aus meiner persönlichen Erfahrung: Fleisch in GERINGEN Dosen ist für den Körper wohl nicht so schädlich. Unsere Vorfahren aßen mit Sicherheit viel weniger Fleisch als wir heute, weil sie es sich ganz einfach nicht leisten konnten oder weil es nicht vorhanden war. Das Wort Sonntagsbraten deutet darauf hin.
    Meine Empfehlung: erfreut euch am GELEGENTLICHEN Fleischgenuss und esst unter der Woche vegetarisch. Damit tut ihr euch und der Umwelt einen Riesengefallen.
    Hoert sich alles vernuenftig und glaubhaft an.
    Auch das mit der "Praekenzerose" und ich kann das aus eigenem Leben bestaetigen. Meine erste Frau, die nicht umstellen wollte, starb so.
    Wenn Sie strikt pflanzlich essen wuerden, kaemen Sie mit B12 zu kurz, es sei denn, sie aessen nur ungewaschene Wildpflanzen. Denen haftet ausreichend B12 an.
    Doch schon Pflanznahrung aus der Biotheke hat B12 nicht mehr, allein schon vom Waschen vorher nicht.
    So fanden Sie mit ihrem gelegentlichen Fleischgenuss unbewusst Ihren zutraeglichen Kompromiss.
    Aber Achtung: auch dem Fleisch geht mehr und mehr B12 ab. Weil die Tiere immer weniger auf der Weide gehalten wird, B12 aber vorrangig aus dem Humus kommt. Und auch der wird immer kranker, sodass er immer besser weggewaschen werden muss, weil er immer mehr und dazu noch resistentere Schadkeime enthaelt.
    Ich empfehle Ihnen daher, B12 in der Form Methylcobalamin oral dazuzufuttern.
    Sie koennten auch aus Ihrem Serum einen B12-Status machen lassen, dazu gehoert unbedingt auch der von der KKasse meist nicht mitgedeckte Homocystin-Status und die Methyl-Malonsaeure Konzentration.
    Fachartikel ueber den Komplex siehe John Switzer in ein-langes-leben.de.
    Aber auch der scheint nicht ganz ohne Tendenz zu sein. Cyanocobalamin sich spritzen zu lassen, was die Aerzte meist wollen, ist eine ueble Loesung mit fraglichem Effekt aber dicken Nebenwirkungen (Lympfenansammlungen, aufgeschwemmte Beine).
    Der B12 Status wird mit zunehmendem Alter immer wichtiger. Er scheint Demenzzunahme vorzubeugen.
    40 % aller Demenzkranken haben einen miesen B12-Status, bei gleichaltrigen, noch nicht demenzdiagnostizierten sinds nur 15 %. Diese Korelation macht nachdenklich. Man forscht noch darueber.
  3. #212

    Essensgewohnheitstiere

    Zitat von waddehaddeduddeda Beitrag anzeigen
    Ich habe den Eindruck das viele ihrer Aussagen auf Glauben basieren.
    Alleine der Gedanke das der menschliche Körper nicht gerne Fleisch essen würde...
    Wenn ich Sachen nicht essen soll sagt mir der Körper das, soviel Vertrauen hab ich in die Natur.

    Ob die Erde soviele Menschen und Fleischkonsum verträgt ist eine ganz andere Geschichte und hat nix damit zu tun ob der Mensch Fleisch verträgt (ja), braucht (zur Not nicht) und essen sollte (ja, wenn er will)
    Was meine Aussagen betreffen: ich neige dazu, wissenschaftlichen Untersuchungen und Ergebnissen eine gewisse Glaubhaftigkeit zu unterstellen, wenn sie nicht von industriefinanzierten Instituten kommen.
    Und ueberdies diverse unterschiedliche Studien in Richtung aehnlicher Beobachtungen weisen.
    Und dann neige ich dazu, nach Infoaufnahme solcher wissenschaftlichen Arbeiten mein eigenes Verhalten und dessen mutmasslichen Gruende zu hinterfragen und es ggfs. neu auszurichten.

    Und nochwas: ich versuche auch, mein eigenes Verhalten und dessen Auswirkungen zu hinterpruefen, ob und wieweit ich anderen damit schaden kann.
    Anderen Menschen oder einem Baum oder der Biospaere.
    Ich sehe nicht mein Tun als etwas ganz anderes an als jenes, was derErde oder Biospaere gut tun kann.
    Ich glaube, das heisst bewusst und verantwortungsvoll leben bzw. sichzu bemuehen in diese Richtung.
    Was meinen Sie dazu?

    Nach dieser Einleitung hier noch ein paar Aussagen zu Ihrer gefaelligen Aufmerksamkeit:
    Essensvorlieben von Zivilisationsfrass sind antrainerbar und soziogesteuert.
    Ueber die Haelfte von uns Menschen finden Insekten z. B. lecker, wir in Europa derzeit Krabben auch, aber nicht Mehlwuermer.
    Obwohl Mehlwuermer erheblich gesuender sind, proteinreicher, schadstoffreier als Krabben, mit erheblich weniger Energieaufwand zuechtbar sind als Krabben zu fangen und kein Oekosystem gefaehrdet waere, wenn man Mehlwuermer aesse.
    Nun esse ich zwar auch aus Taboo-Gruenden keine Mehlwuermer, bekenne ich freimuetig.
    Aber Krabben auch nicht mehr, obwohl der Geschmack nicht schlecht war.
    Essensverhalten ist alles nicht natur- sondern Taboo-gesteuert, vor allem bei Menschen, die nicht mehr in der Natur leben.
    Und so trifft die Gewohnheitssteurung auch auf den derzeit in einigen Teilen der Menschheit ueberbordenden Fleisch-"Genuss" zu.
    Der Mensch will nicht "von Natur aus" Fleisch essen, sondern er muss es nur, wenns nichts anderes gibt.
    Die von Ihnen berichtete Geschmacksantrainierung ist Folge propagandistischer Werbemassnahmen und gut zu finden, was andere angeblich auch gut finden.
    Dasselbe gilt uebrigens hinsichtlich der Zuckerschwemme in unseren denaturierten Lebensmitteln und Getraenken.
    Ist alles profitorientiert, nichts anderes mehr.
  4. #213

    Zitat von Ursprung Beitrag anzeigen
    Und dann neige ich dazu, nach Infoaufnahme solcher wissenschaftlichen Arbeiten mein eigenes Verhalten und dessen mutmasslichen Gruende zu hinterfragen und es ggfs. neu auszurichten.
    Sehe ich genauso, ich kenne nur wenige Arbeiten zu dem Thema.
    Da der Mensch evolutionär ein Hetzjäger ist würde es wenig Sinn gemacht haben kein Fleisch zu vertragen.
    In der heutigen Zeit mit deutlich weniger körperlicher Aktivität kann das anders sein. Und auch im Alter kann das anders sein. Wenn etwas in der Jugend Vorteile verschafft und erst im Alter Nachteile bringt kann wird das durch die Evolution ja schlechter eliminiert.

    Und nochwas: ich versuche auch, mein eigenes Verhalten und dessen Auswirkungen zu hinterpruefen, ob und wieweit ich anderen damit schaden kann.
    Anderen Menschen oder einem Baum oder der Biospaere.
    Ich sehe nicht mein Tun als etwas ganz anderes an als jenes, was derErde oder Biospaere gut tun kann.
    Ich glaube, das heisst bewusst und verantwortungsvoll leben bzw. sichzu bemuehen in diese Richtung.
    Was meinen Sie dazu?
    Generell ein guter Ansatz, wobei das dann auch die Frage ist ob mein mit dem Fahrrad zum Bäcker fahren jetzt die Welt rettet. Mach ich aber trotzdem.
    Gefährlich finde ich dann eher die Vermenschlichung der Natur, wie bspw. in Grizzly Man.
    Die Natur ist grausam und wir gehören dazu, das soll man nie vergessen.
    Wir haben bei uns keine großen Raubtiere mehr, daher braucht man Jäger die den Tierbestand unter Kontrolle halten.
    Auch wenn es Spinner gibt die das nur aus Ballerfreude machen, ist mir das lieber als wieder Bären auszusetzen. Und das geschossene Fleisch sollte man dann auch essen.
    Und die Frage ist dann auch noch ob man mit Dogmatismus nicht das Gegenteil dessen erreicht was man möchte.
    Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.
    Wenn man artgerechte Tierhaltung möchte muss man die Bauern unterstützen die das machen, und die unterstützt man wenn man deren Fleisch kauft und dann auch isst.
    Es gibt Bauernhöfe mit alten Nutztierrassen (Arche Warda kenn ich da), wenn keiner deren Fleisch kauft machen die zu und die Tiere sterben aus, mal ab vom Verlust der züchterischen Kulturleistung aus mehreren Jahrhunderten.

    Über Massentierhaltung müssen wir nicht reden, ich komme vom Land und weiß das die Werbebilder mit der Realität wenig zu tun haben.