Abtreibungen: Ärzte sollen Geschlecht von Föten geheim halten

Ein Mädchen? Auf gar keinen Fall! In Ländern Osteuropas und vereinzelt sogar im Westen werden weibliche Föten gezielt abgetrieben, weil die Eltern sich einen männlichen Stammhalter wünschen. Der Europarat will der tödlichen Praxis jetzt einen Riegel vorschieben.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...785746,00.html
  1. #60

    .

    Zitat von christinahh Beitrag anzeigen
    Die Vorstellung, dass ein männlicher Nachkomme "Stammhalter" ist, ist ein sagenhaftes Wunschdenken.
    Sicher ist doch immer nur wer die Mutter des Kindes ist.

    Wer also denkt, dass er männlicherseits von wem-auch-immer abstammt, ignoriert das Risiko, dass die Erblinie nicht ganz dem Wunsch bzw. der Wahrheit entspricht. Wer auf seine (unpopuläre) Abstammung mütterlicherseits blickt, kann sich da wesentlich sicherer sein.

    Dass in aller Welt nichts desto trotz an der Abstammung männlicherseits festgehalten wird ist wohl am ehesten mit einem "Gebärneid" zu erklären.
    Ein Mann kann so viele Nachkommen zeugen wie er will, bei einer Frau ist die Anzahl biologisch begrenzt - lesen sie mal nach wieviele Nachkommen ein Mormone damals hatte wenn er wohlhabend war und wieviele Frauen dabei involviert waren.

    Das ist der Grund warum der Mann als Stammhalter betrachtet wird und nicht die Frau.

    Zitat von christinahh Beitrag anzeigen
    Männer sind schon bedauernswerte Wesen ... ;o)
    Nein sind sie nicht! Nur weil es den Frauen aus politischen Gründen hier im Westen etwas leichter gemacht wurde irgendwas im Leben zu erreichen, bedeutet das noch gar nichts. Männer sind hart, Männer brauchen die Herausforderung ... wenn etwas zu einfach ist, lernt man es nicht zu schätzen und man wird zu schnell überheblich. Außerdem wächst man nicht an den leichten Dingen im Leben sondern an den Schwierigen.
  2. #61

    Stammhalter oder Tochter

    .....auch war es in deutschland vor gar nicht so langer zeit fuer viele der eltern eine riesen entaueschung, wenn der 'stammhalter'ausblieb. schon allein der begriff 'stammhalter' sagt doch alles ueber die geisteshaltung aus.

    Ich bin ein Nachkriegskind, geboren von einer Mutter, die total auf Männer fixiert war. In jungen Jahren musste ich immer mit anhören, dass sie nie eine Tochter gewollt habe. Als meine Mutter an Alzheimer erkrankte, war weder der geliebte Stammhalter noch der Ehemann bereit, die Pflege zu übernehmen. Nun ja, Sie erraten es schon: es war die ungewollte Tochter, die sich bis zum Tod um die Mutter kümmerte.
  3. #62

    Starker Tobak ...

    Zitat von Steinwald Beitrag anzeigen
    ich finde, 2 kinder sind das maximum, alles darüber ist -sorry - unverantwortlich und egoistisch und geht auf kosten der anderen. niemand braucht derart viele kinder, wir haben schon 7 m illiarden leute auf der welt, da ist es einfach unfassbar, wenn jeder dahergelaufene meint, die welt noch voller stellen uzu müssen. ansonstn finde ich es bescheuert zu sagen, ich will kein mädchen oder keinen jungen, das ist traurig, lässt sich aber gesetzlich wohl nicht wirklich regelen. im übrigen sollten vorsorgende untersuchungen möglich sein. ein zuteifst krankes kind würde ich sofort abtreiben lassen. uind letzlich: das forto zum artikel ist sehr widerlich, bitte keine schwangerenbäuche zeigen, noch dazu ohne klamptten, das löst bei mir wirklich keine guten gefühle aus. danke und liebe grüsse :)
    ... den Sie da raushauen: Unverantwortlich, wer mehr als 2 Kinder hat. Das Foto sei widerlich, da es einen Schwangerenbauch zeigt.

    Das ist schon extrem menschenverachtend.

    Das es krank ist, kein Mädchen oder keinen Jungen habe zu wollen - menno, da sind wir ja mal einer Meinung.

    Ein zutiefst krankes Kind abzutreiben - ist auch nach meiner Meinung die sicher nicht inhumanste Lösung - einen Menschenwesen auf die Welt zu holen, welches sein gesamtes Leben leiden muss, dass kann eigentlich nicht richtig sein.

    Wie geschrieben: Das mit dem Foto und den größeren Familien - da sollten Sie mal ernsthaft in sich gehen. in einem Staat, dessen Bevölkerung schrumpft, sind mehr als zwei Kinder jedenfalls alles außer unverantwortlich - ich hätte gern sechs Kinder gehabt, aber es hat leider nicht geklappt.

    Und den Bauch einer schwangeren Frau abstoßend zu finden - klingt ein wenig "entartet" von der eigenen Art. Schwangere Frauen sind fast immer sehr schön. Häßlich sind sie nur dann, wenn sie rauchen oder betrunken sind.
  4. #63

    Kann ich mir beim allerbesten Willen nicht ...

    Zitat von Student5 Beitrag anzeigen
    Also, damit das klar ist: Es geht nicht um die ungeborenen Menschen, die abgetrieben werden. Vielleicht auch, aber dann in zweiter Linie. Es geht um die Mütter!

    Aber ist eigentlich bewiesen, daß auf die Mütter irgendein Druck ausgeübt wird? In den betreffenden Ländern denken Frauen meist genauso wie Männer.

    Wäre die selektive Abtreibung von Jungen, sofern es sie gäbe, genauso "besorgniserregend"? Ich erinnere daran, daß einige Feministen (darunter nicht nur Frauen!) die Menschheit durch Männer bzw. durch einen Männerüberschuß bzw. durch männliche Gewalt bedroht sehen.
    ... vorstellen: Frauen denken irgendwo auf der Welt wie Männer? Das ist - mit Verlaub geschrieben - riesengrößer Blödsinn.

    Mag sein, dass einzelne Frauen wie Männer denken, aber insgesamt gibt es (wie ich finde: zum Glück) deutliche Unterschiede in der Denkweise von Frau und Mann. Auch wenn das nun wieder einigen nicht passen sollte: Es ist so.

    Und das eine Frau ohne Druck ihr Kind abtreiben lässt, nur weil es ein Mädchen ist (oder: weil es nur ein Mädchen ist - aus Sicht der Männer) - halte ich für absolut unglaubwürdig. Ich kann mich allerdings irren, wobei ich aber überzeugt bin, dass schon der Mutterinstinkt ein solch barbarisches Vorgehen verhindern müsste.

    Nein, Sie sind völlig im Unrecht: Es geht um die Kinder in erster Linie. Und dann geht es darum, dass Männer verstehen müssen, das Frauen absolut gleichwertige Wesen sind. DA liegt irgendwo der Fehler, denke ich.
  5. #64

    Titel

    Zitat von christinahh Beitrag anzeigen
    Die Vorstellung, dass ein männlicher Nachkomme "Stammhalter" ist, ist ein sagenhaftes Wunschdenken.
    Sicher ist doch immer nur wer die Mutter des Kindes ist.

    Wer also denkt, dass er männlicherseits von wem-auch-immer abstammt, ignoriert das Risiko, dass die Erblinie nicht ganz dem Wunsch bzw. der Wahrheit entspricht. Wer auf seine (unpopuläre) Abstammung mütterlicherseits blickt, kann sich da wesentlich sicherer sein.

    Dass in aller Welt nichts desto trotz an der Abstammung männlicherseits festgehalten wird ist wohl am ehesten mit einem "Gebärneid" zu erklären.

    Männer sind schon bedauernswerte Wesen ... ;o)
    Jaja, da zwinkert die Frau und ignoriert, daß sie andeutet Frauen seien nicht treu.

    Denn das hier: "Sicher ist doch immer nur wer die Mutter des Kindes ist." ist nur dann SICHER, wenn die Frau zur Untreue neigt und im Durchschnitt häufiger Sex mit anderen Männern hat, oder etwa nicht??
    Wenn ich davon ausgehen kann, daß die Frau treu ist, dann ist auch klar wer der Vater ist. Zwinkern Sie immer noch??

    Und dann gibt es noch die Tatsache, daß gerade diese Unsicherheit, wer der Vater ist, gerade zu so schlimmen Sachen wie Kinderbräuten geführt hat. Denn die Wahrscheinlichkeit, daß der Vater des ersten Kindes der Ehemann ist, steigt, wenn die Frau noch Jungfrau war. Und dann mit 11 neun Monate nach dem ersten Beischlaf ein Kind zur Welt bringt. Diese Fixierung auf die Jungfräulichkeit der Frau stammt genau aus diesem "Gebärneid".

    Zwinkern Sie noch? Oder denken Sie mittlerweile, es wäre besser gewesen, wenn es genau anders herum wäre? Wenn der Mann sicher wäre, er ist der Vater!
  6. #65

    .

    Wenn wir schon mal dabei sind, empfinde ich auch den Paragraphen 15 als völlig unangemessen. Welche Anmaßung und Entmündigung der Patientin und werdenden Mutter ist es eigentlich, dass ein Arzt gezwungen wird, einen Teil der Diagnose für sich zu behalten? Die angesprochene Problematik darf dazu nicht herhalten, in die Persönlichkeitsrechte einzugreifen. Und dazu gehört die Geschlechtsdiagnose des Embryos genauso wie ein Tumorbefund oder ähnliches, wenn der Arzt dieses erkennt.
  7. #66

    wishful thinking

    was fuer ein Quatsch. In diesen Laendern ist es doch kein Problem fuer ein Bakschisch alles zu ermoeglichen, dann gibt man dem Arzt eine Extrazahlung und man erfaehrt dann das Geschlecht auch, oder es wird Anbieter geben, die sich ein Ultraschallgeraet gebraucht kaufen und das Geschlecht ermitteln. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Als wenn sich Leute in der 3.Welt oder Schwellenlaendern von weltfremden Behoerden Vorschriften geben lassen, bzw. sie einhalten.
  8. #67

    Rechtliche Ungleichheit

    Zitat von Harald Lennartson Beitrag anzeigen
    ... vorstellen: Frauen denken irgendwo auf der Welt wie Männer? Das ist - mit Verlaub geschrieben - riesengrößer Blödsinn.
    Nein, das ist wahr. Der Feminismus ist nicht so verbreitet, wie Sie glauben. In den Länder, um die es hier geht, gibt es einen starken (Groß-)Familienkollektivismus. Sippenkämpfe bisweilen ja, Geschlechterkampf nein. Fahren Sie mal dort hin!


    Zitat von Harald Lennartson Beitrag anzeigen
    Und das eine Frau ohne Druck ihr Kind abtreiben lässt, nur weil es ein Mädchen ist [...] schon der Mutterinstinkt ein solch barbarisches Vorgehen verhindern müsste.
    Sie vergesssen, daß "Abtreibung" ein reines Mütterrecht ist. Kein Vater kann die Tötung seines ungeborenen Kindes beantragen oder die durch die Mutter beschlossene Tötung durch Rechtsmittel verhindern. Mit dem Mutterinstinkt ist also wohl nicht so weit her.

    Zitat von Harald Lennartson Beitrag anzeigen
    Und dann geht es darum, dass Männer verstehen müssen, das Frauen absolut gleichwertige Wesen sind. DA liegt irgendwo der Fehler, denke ich.
    Richtig, denn rechtlich sind Männer und Frauen nicht gleichwertig. Frauen dürfen ungeborene Menschen töten, Väter nicht.
  9. #68

    re

    Das Geschlecht geheim zu halten ist, denke ich, der falsche Weg. Denn dann wird unter Umständen das ungewünschte Mädchen eben nach der Geburt "beseitigt".
    Ausserdem kann man es vielleicht von der Seite sehen, weniger Frauen --> weniger Gebärende --> weniger Menschen in einer eh schon überbevölkerten Welt.

    Zitat von Harald Lennartson Beitrag anzeigen
    Und den Bauch einer schwangeren Frau abstoßend zu finden - klingt ein wenig "entartet" von der eigenen Art. Schwangere Frauen sind fast immer sehr schön. Häßlich sind sie nur dann, wenn sie rauchen oder betrunken sind.
    Das liegt im Auge des Betrachters. Auch ich finde, dass schwangere Bäuche ein sehr unangenehmer Anblick sind und bevorzuge es, diesem nicht ausgesetzt zu werden. User Steinwald steht damit also nicht alleine da.

    Zitat von Harald Lennartson Beitrag anzeigen
    Und das eine Frau ohne Druck ihr Kind abtreiben lässt, nur weil es ein Mädchen ist (oder: weil es nur ein Mädchen ist - aus Sicht der Männer) - halte ich für absolut unglaubwürdig. Ich kann mich allerdings irren, wobei ich aber überzeugt bin, dass schon der Mutterinstinkt ein solch barbarisches Vorgehen verhindern müsste.
    Sie verallgemeinern. Nicht jede Frau hat einen Mutterinstinkt.
  10. #69

    ...

    Zitat von FMK Beitrag anzeigen
    Wie wäre es Abtreibungen generell einen Riegel vorzuschieben? Man sieht ja was dabei herauskommt.
    Man sieht aber nicht, was nicht dabei rauskommt. Was der Menschheit erspart wurde. Was einzelnen Kindern erspart wurde.

    Die Geheimhaltung des Geschlechts ist vielleicht nicht der beste Weg... aber was gibt es für Alternativen? Selektion nach Geschlecht? Wer einen Schwanz hat, darf leben? Wundert mich, dass da noch keiner Mengele-Parallelen gezogen hat. Diese idiotische mädchenfeindliche Familienplanung rächt sich heute schon in China. Wollen wir das echt auch hierzulande?