CorbisEine Schule ohne Lehrer und Schüler? Kein Traum, sondern der tatsächliche Plan schwedischer Kommunalpolitiker. Der sorgt für so viel Wirbel, dass sich sogar der Bildungsminister damit befassen muss. Sein Urteil: eines der sinnlosesten Dokumente, das er je gelesen hat.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...854543,00.html
Und wenn man eine solche... Einrichtung... dann verlassen hat, entströmen einem diese Sätze. Das macht satt und froh, da bin ich mir sicher..."Eine Schule, die die Zukunft ist, hat keine Klassen, keinen Unterricht, keine Stufen, keine Schüler oder Lehrer. Stattdessen ist es ein unerhört komplexes Umfeld, in der Menschen sich mit sich selbst beschäftigen, ihren Ansichten und ihren Ressourcen, um den Tag reicher zu beenden als man ihn begonnen hat."
ist dafür überhaupt eine Kommentarfunktion aufgemacht worden. Es steht ja nix drin, was eines Kommentars wert ist.
Der Artikel wirkt ziemlich konstruiert. Außerdem: Schule als Lebens- anstatt Lernort - was soll daran so abwägig sein? Ebenso kann man sich über intelligente Gebäudenutzung, dem Status "Schüler" / "Lehrer" und Bildungsziele in einer Welt im Umbruch durchaus mal so seine Gedanken machen.
Also, von wegen Joint eines 68ers. Das Gras dazu hat doch die bürgerlich Regierung selbst geliefert. Sie hat nämlich die Verantwortung für die Schulen vom Schulministerium auf die Kommunen verlegt. Und so kommen eben nicht mehr alle Schwedischen Schüler in den Genuss der gleichen Bildung. Ist die Kommune arm, gibt es eben Schule für Arme. Gebäudeunterhalt, Lehrergehälter (frei verhandelbar), Lehrmaterial, alles in der Verantwortung der Kommune.
Was Wunder das dann ausgerechnet Konservative Marktradikale (eben keine 68er) sparen wollen.
Im übrigen ist Moderatana Teil der Schwedischen Regierungskoalition. Der Herr Minister sieht hier die Konsequenzen seiner eigenen Politik. Die sollte er dann nicht der anderen Seite (68er) in die Schuhe schieben, sondern vor der eigenen Haustür kehren.
Es geht in dem Text doch um Zukunft. Und den Prozess des Lernens. Unser heutiges Schulsystem ist vor zweihundert Jahren geschaffen worden und hat sich seitdem prinzipiell nicht verändert. "Lernen als Prozess", "eigene Dinge lernen" - es braucht wahrscheinlich Menschen, die verstehen, was damit gemeint ist, um den Wert darin zu sehen.
MEHR KUNST IN DER POLITIK
Ich sitze gerade mit meinem Notebook im Wald und geniese die Sonne am Rücken, während mein Notebook in meinem Schatten ist. Versorgt wird alles durch eine Photovoltaik. Mein Android Handy spielt WLAN Router.
Das ist bei Schönwetter mein bevorzugter Arbeitsplatz.
Noch vor 10 Jahren wäre dafür das mobile Internet unbezahlbar gewesen
Noch vor 20 Jahren hätte es nicht einmal ein Internet gegeben
Noch vor 30 Jahren hätte es keine brauchbaren Notebooks gegeben
Noch vor 40 Jahren wäre die solare Stromversorgung unleistbar teuer gewesen, etwas was fast nur bei Satelliten eingesetzt wird.
Wie wäre es, wenn jeder Schüler für sich lernt, und der Lehrer nur den Fortschritt überwacht? Bei Schwierigkeiten hilft? Die Computer als lauter kleine "Hilfslehrer" die vom richtigen Lehrer überwacht werden, wie gut sie den Schülern was bei bringen.
Die Schulprüfungen, eine sinnlose Übung für Gedächtnis Akrobatentum.
Warum werden bei einer Prüfung Dinge gefragt, die man innerhalb weniger Sekunden im Internet recherschieren kann?
Vor Jahren diskutierte ich auf einer Baumesse auf einen Stand für Lüftungstechnik
"Ich wundere mich, daß die Schüler bei den enorm hohen CO2 Konzentrationen in einer Klasse überhaupt etwas lernen können" meinte der Lüftungstechniker.
Also es gibt eine Menge über die man Nachdenken und Diskutieren sollte.
DAS ist doch der Kernpunkt der Sache.Die Kommune stünde vor großen finanziellen Herausforderungen, schreibt er in einer Pressemitteilung. Die Gebäude seien alt, hätten ausgedient. Die neuen Schulgebäude müssten mindestens 50 Jahre halten, vielleicht 100.
Übrigens ist das so seit mindestens 20 Jahren, seit denen ich die Bildungsreformen beobachtet habe: Das Hauptziel jeder Reform ist Geld sparen. Egal ob Abitur nach 12 Jahren, Bachelor/Master-System, Gesamtschule usw. - das Ziel war stets, Geld vom Bildungssystem abzuziehen (und teilweise ins Verwaltungssystem zu transferieren).
Ich vermute, dass es in Schweden nicht soviel anders ist.