AFPSeit Freitagmorgen wird vor der syrischen Küste ein türkischer Militärjet vermisst. Und noch immer ist unklar, was mit der Maschine geschehen ist. Wurde das Flugzeug abgeschossen? Haben die Piloten überlebt? Auch der türkische Premier Erdogan gibt keinen Aufschluss
http://www.spiegel.de/politik/auslan...840504,00.html
Die Piloten haben überlebt und politisches Asyl in Syrien beantragt. Ob der Tausch MiG-21 gegen F-4 so gut ist, mögen die älteren Flugzeugexperten bewerten.
Aber Spaß beiseite: Dass die türkische Marine gemeinsam mit der syrischen Marine nach den Piloten sucht, ist doch ein Zeichen dafür, dass in der Region noch nicht Hopfen und Malz verloren ist.
Darauf haben wir seit vielen Monaten gewartet. Der Abschuss des türkischen Kampfjets ist ein klarer Bündnisfall - Angriff auf einen NATO-Partner. Nun hat die NATO die juristische Legitimation in Syrien einzugreifen, um den Völkermord zu beenden. Assad ist nicht nur ein skupelloser Mörger, sondern auch noch politisch naiv. Er glaubt, es mit der ganzen Welt aufnehmen zu können. Da hat er sich getäucht. Wenn nicht heute der Bündnisfall definiert wird, dann wird es in naher Zukunft eine andere Gelegenheit geben in Syrien zu intervenieren und den wehrlosen Menschen Hilfe zu leisten. Assad wird schon dafür sorgen!!
... wenn man heutzutage noch mit einer F-4 unterwegs ist, muss man davon ausgehen, dass man mit jeder Steinschleuder abgeschossen werden kann.
Hmm, abwarten heißt es hier wohl. Die Türkei ist nicht besonders gut darin, eigene Fehler einzugestehen, insbesondere, wenn dabei Türken getötet werden. Es ist nicht einmal ausgeschlossen, dass ein Vorfall provoziert werden sollte, aber die Eskalation macht es besonders schwierig, nicht zu reagieren.
Mit einem versöhnlichen Kurs dürfte es Erdogan gerade jetzt besonders schwer haben: Nicht nur, dass antisyrische Emotionen gerade hoch im Kurs stehen und die Stimmung z.B. für eine Flugverbotszone an der Grenze günstig wäre. Die Regierung in Ankara steht auch wegen anhaltender Erfolglosigkeit im Kampf gegen die PKK in der Kritik, deren Operationen kürzlich ca. 20 türkische Soldaten das Leben kosteten. Einmal ganz davon abgesehen, dass der Rückhalt in der Armee traditionell eher ... gering ... ist.
Hinzu kommt, dass Ankara lange einen Kuschelkurs mit dem Assadregime gefahren hat. Die FSA wird sicherlich versuchen, aus der Situation einen Vorteil zu schlagen.
Erdogan steht vor zwei schlechten Optionen: Reagiert er "türkisch angemessen", dann wird man ihm vorwerfen, dass die Türkei gezielt einen Zwischenfall herbeigeführt habe, um militärisch in irgendeiner Weise intervenieren zu können.
Handelt er den - scheinbaren - Umständen entsprechend, wird man ihn als einen Hund mit eingezogenem Schwanz karikieren und seine Fähigkeit in Frage stellen, die Verteidigungsinteressen der Türkei zu vertreten.
Natürlich kann er auch den Verteidigungsminister feuern. Aber warum sollte er das tun ?