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Abstimmung über Griechenlands Sparpaket: Die Alles-oder-nichts-Entscheidung

APMit aller Macht wollen Griechenlands Regierungsparteien das Sparpaket durchs Parlament peitschen. Abgeordnete, die mit "Nein" stimmen, würden bei der nächsten Wahl nicht wieder aufgestellt, drohte der Chef der Konservativen. In der Bevölkerung wächst die Wut auf die Troika.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...814681,00.html
  1. #20

    Für diese Maßnahmen ist es viel zu spät!

    Zitat von martin-gott@gmx.de Beitrag anzeigen
    Nur mit Sparen allein wird Griechenland nicht aus der Krise kommen. Die jetzige Sparpolitik hat viel Ähnlichkeit mit der Sparpolitik der Regierung Brünning Ende der zwanziger Jahre in Deutschland,
    und wird wahrscheinlich genauso scheitern wenn man nur auf sparen setzt. Man müsste zumindest flankierend ein Investitionsprogramm auflegen was Maßnahmen enthält zukünftiges Wachstum zu generieren. Man sollte den Bildungs und Forschungsbereich aus den Sparmaßnahmen herausnehmen. Zusätzlich braucht Griechenland wahrscheinlich noch eine Erweiterung des sozialen Netzes für die die aus der Arbeitslosigkeitsversicherung herausfallen, um den Nachfrageausfall zu begrenzen und damit das Land weiterhin regierbar ist. Aber die wichtigste Frage wird wahrscheinlich sein ob man die Produktivität erhöhen kann in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst weil nur wenn das gelingt kann Griechenland in der EUR Zone bleiben.
    Griechenland hat so gut wie keine leistungsfähige und innovative Volkswirtschaft, insbesondere im industriellen Bereich. Diesen auf ein normales, eurofähiges Niveau zu heben oder erst zu schaffen, dies ist bei einem weiteren Verbleib in der Eurozone nicht zu schaffen. Es hilft nur ein massivster Schuldenschnitt, ein Austritt aus der Eurozone, zurück in das WKM II System, dann muss es einen mindestens zwanzig Jahre langen strengen Umgestaltungsprozeß angehen (siehe Brasilien, Türkei).

    Eine flankierende monetäre Maßnahme à la Deutsche Einheit kann es so nicht geben, unsere eigenen Erfahrungen mit diesem Anpassungs- und Umgestaltungsprozess wurden mit zahlreichen ökonomischen Fehlentscheidungen um Jahre zurückgeworfen und erfordern noch heute gigantische Transferzahlungen, die man statistisch kaum erfassen kann.

    Der Lebensstandard wird für viele Griechen noch weiter stark absinken, egal, welche Optionen oder Lösungsansätze gewählt werden. Wie sich dies politisch und gesellschaftlich in Griechenland selbst auswirken wird, bleibt abzuwarten. Zahlreiche innergriechische Konflikte sind jedenfalls vorprogrammiert.
  2. #21

    Der Euro ist das Problem

    Nicht die Griechen, sondern der Euro ist das Problem. Er lädt geradezu zumm Mißbrauch ein. Das haben Wirtschaftsexperten wie Prof. Hankel schon vor 10 Jahren gesagt, aber niemand wolle es hören.

    Nun haben wir den Schlamassel und einen Ausweg gibt es nicht. Warum sollten sich die Griechen ändern? Und was ist mit den anderen Kandidaten in der Südschiene.

    Damit ist die Katastrophe programmiert, aber das war sie von Anfang an. Siehe auch:

    Geldsystem: die Lunte brennt
  3. #22
  4. #23

    Auf wessen "Kosten" leben Sie?

    [QUOTE=ottohuebner;9614340]was soll man dazu noch sagen. die leute leben auf kosten der nord-europaer und haben "rechte auf einen sozialstaat".

    Und auf wessen "Kosten" leben Sie? Alles was die tolle "Exportnation Deutschland" erwirtschaftet wird vor der Veredelung importiert, Rohstoffe gewonnen unter den ausbeuterischsten Bedingungen. Was glauben Sie wo BASF, VW, Mercedes usw. ihre Materialien herbekommen?
  5. #24

    Und so.....

    Zitat von 1-Euro-Astronaut Beitrag anzeigen
    Auch bei uns gilt glücklicherweise immer öfter: Erst das Leben, dann die Ratenzahlung.
    .... bastelte er sich für 1 Euro ein Raumschiff, startete und verlies die Galaxis Richtung MC 3351.
  6. #25

    Die Nichts Entscheidung

    "Alles oder Nichts"

    Selbstverständlich entscheiden sich die Parlamentarier NICHTS zurückzuzahlen, weder die ca. 200 Mrd. € griechischen Staatsanleihen der Banken und Versicherungen, noch die ca. 250 Mrd. €, die die EU in das grosse Fass ohne Boden geworfen hat, resp. werfen wird.

    Sie nehmen ALLES und lenken es in ihre eigenen Taschen und in die Taschen ihrer Klientel um.
  7. #26

    Plutokratie

    Zitat von vogelsteller Beitrag anzeigen
    >>Abgeordnete, die mit Nein stimmen, würden bei der nächsten Wahl nicht wieder aufgestellt, drohte der Chef der Konservativen.<<

    das ist die demokratische politik, die auch hier zu lande
    mit allen mitteln betrieben wird.

    rat an unsere politiker:

    nennt euch nicht mehr demokraten, denn das seid ihr nicht.
    außerdem glaubt euch keiner mehr euere erbärmliche lügerei.
    Es ist doch so einfach wie schlimm: Die meisten Politiker handeln in ihrem eigenen Interesse und dem ihrer reichen Auftraggeber - nicht aber im Interesse der breiten Bevölkerung, kurz veranschaulicht in folgender Interessen-Pyramide, die unsere Plutokratie kennzeichnet:

    Wiirtschaft und Reiche
    |
    Politik und Systemmedien
    |
    Beamtenapparat
    |
    |
    |
    |
    einfache Bevölkerung
  8. #27

    Verrückte Welt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit aller Macht wollen Griechenlands Regierungsparteien das Sparpaket durchs Parlament peitschen. Abgeordnete, die mit "Nein" stimmen, würden bei der nächsten Wahl nicht wieder aufgestellt, drohte der Chef der Konservativen. In der Bevölkerung wächst die Wut auf die Troika.

    Abstimmung über Griechenlands Sparpaket: Die Alles-oder-nichts-Entscheidung - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Gestern sprach er noch davon, dass Abgeordnete, die mit "Nein" stimmen, ausgeschlossen werden. Soviel zur Wiege der Demokratie.

    Eine Regierung, die mit aller Macht das eigene Volk in die Armut treiben will, hat keine Legitimation mehr. Ich kann die beroffenen Menschen gut verstehen und würde auch gegen dieses neoliberale Sparpaket zur Rettung der Banken protestieren.
  9. #28

    Parteien-"Demokratie" endlich entlarvt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit aller Macht wollen Griechenlands Regierungsparteien das Sparpaket durchs Parlament peitschen. Abgeordnete, die mit "Nein" stimmen, würden bei der nächsten Wahl nicht wieder aufgestellt, drohte der Chef der Konservativen. In der Bevölkerung wächst die Wut auf die Troika.

    Abstimmung über Griechenlands Sparpaket: Die Alles-oder-nichts-Entscheidung - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Wer nicht abstimmt, wie es die Parteibosse wollen, wird von der Partei als Abgeordneter nicht wieder aufgestellt.
    Wer von der Partei als Abgeordneter nicht wieder aufgestellt wird, hat keine Chance, das Volk im Parlament zu vertreten.
    Was folgern wir daraus?
    Das "demokratische" Parteien-System hat sich überlebt.
    Wir brauchen eine "Partei", deren einziges Ziel es ist, dieses undemokratische Parteiensystem abzulösen und durch ein 100 %-Direktmandat-System zu ersetzen.
    Im Internetzeitalter sollte das problemlos umzusetzen sein.
  10. #29

    Thema Wettbewerbsfähigkeit

    Ich gehe mal davon aus, dass Griechenland nicht die nötigen Patente hat um ein Alleinstellungsmerkmal ihrer Produkte auf dem Weltmarkt zu begründen.

    Damit konkurriert Griechenland mit Asien bezüglich Lohnstückkosten. Ich denke das gibt einen Kampf, den man nicht gewinnen kann.

    Ob z.B. Unternehmen aus Deutschland bereit sind wegen den in Relation niedrigen Kosten in Griechenland zu produzieren, bleibt abzuwarten. Die jetzt beschlossene Absenkung der Mindestlöhne ist ein richtiger Schritt, der allerdings zusammen mit dem Einfrieren der Löhne und Gehälter nach Expertenmeinung 5-10 Jahre dauert um zu wirken.

    Griechenland hat wegen dem schönen Wetter eine gewisse Attraktivität. Man sollte aber nicht vergessen, dass es dort in den Sommermonaten so heiss wird, dass man es kaum noch am Strand im Schatten aushält. Des Weiteren liegt Griechenland quasi in einer europäischen Ecke. Mal völlig von den Kosten abgesehen, können Produkte (im Vergleich zu dem zentral gelegenen Deutschland) nicht so schnell geliefert werden, wie man das heutzutage gerne wünscht (Stichwort u.a. "Just in Time").

    Schliesslich ist die Bevölkerung von einer Bockigkeit, wie jetzt deutlich zum Ausdruck kommt, dass man in dieser Beziehung auch ein Fragezeichen bezüglich Investitionen setzen muss.

    Speziell für potentielle deutsche Investoren ist die Deutschfeindlichkeit eine weitere Abschreckung. Ich hebe das hervor, weil doch wohl kaum jemand glaubt, dass z.B. Italien oder Frankreich zuließen, Produktionsstandorte dort ab- und in Griechenland wieder aufzubauen.

    Unter Berücksichtigung dieser Faktoren halte ich eine Diskussion darüber möglich, ob Griechenland nicht dauerhaft als Transferleistungsempfänger gehalten werden sollte, anstatt erst teuer und wenig erfolgversprechend dort eine wie auch immer geartete Wettbewerbsfähigkeit aufzubauen.

    Falls jetzt jemandem der Hut hoch gehen sollte, dann verstehe ich das. Man sollte aber doch mal sehen, dass die wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft in Europa, Deutschland, immer noch inoffziell 5-6 Millionen Arbeitslose hat und wie dies denn beim besten Willen und Erfolg in Griechenland aussehen würde.


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