YoutubeIhr seid verhätschelt und verwöhnt, bildet euch nicht ein, etwas Besonderes zu sein: Bei der Abschlussfeier einer elitären US-Highschool hat ein Englischlehrer seinen Schülern diese harten Worte mit auf den Lebensweg gegeben. Jetzt wird er im ganzen Land dafür gefeiert.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...838176,00.html
Wenn das eine Replik auf den Lehrer sein soll, hat einer von uns beiden etwas gründlich missverstanden. Nach meinem Verständnis hat der Lehrer den Absolventen nicht einer Grundschule, sondern einer Eliteoberschule in einer Elitegegend gesagt: bleibt bescheiden und besinnt euch auf das, was wirklich wichtig ist im Leben, das Werkzeug habt ihr dazu. Das halte ich für verdienstvoll und nötig. Das meine ich als "Vater in diesem Alter", dessen Sportsgeist von gern kultivierten Versorgungsansprüchen einerseits und kompromissloser Weltverbesserungsmission andererseits gefordert wird. Die Erziehung ist abgehakt, im Disput zeigt sich jetzt, was sie gebracht hat. Und dieser Lehrer hat den Startschuss dafür gegeben. Das ist kein Niedermachen.
Hallo, sind Sie so herzerfrischend, wie Sie da schreiben?
Irgendwie sind mir quasi versehentlich drei Kinder zugewachsen, die mirimmer intellektuell 'über' waren. Mein Glück: Ich habe ihnen anscheinend immer die richtigen Bücher gekauft.
So habe ich es auf insgesamt fünf 'Abiturfeiern' gebracht.
Und so im Rückblick weiß ich auch, wie das gemeint war.
...hier nur ein Executive Summary:
Es geht nicht um das Heruntermachen seiner Kinder (oder seiner Mitarbeiter...) und auch nicht um das "in höchsten Tönen" loben. Es geht um den Mittelweg, mit Anerkennung und Halt zu motivieren, zu bestärken, zum selbstbewussten eigenständigen Menschen zu erziehen. Waren Sie schon einmal auf einem Elternabend im Kindergarten oder in der Schule? Das ist regelmäßig sehr aufschlussreich: Alles Wunderkinder und künftige Nobelpreisträger. Kurzum: Der Lehrer möchte - und das ist meines Erachtens ein sehr gutes Zeichen dafür, dass ihm seine Schüler nicht egal sind - dass die Bodenhaftung nicht verloren wird!
Auch mit anderen Aspekten will er wirklich auf das kommende Leben vorbereiten: Lebenslanges Lernen und die Erfüllung seiner Bedürfnisse (z.B. nach Abraham Maslow) dürften die wichtigsten Punkte sein.
Mr. McCullough spricht im Übrigen von Selflessness als das Beste was man für sich tun kann. Dem muss ich eindeutig widersprechen, denn dies erfüllt ausschließlich die Bedürfnisse anderer Personen. Self-fullness bezeichnet die goldene Mitte zwischen Altruismus und Egoismus.
Es mag sein, dass 12 Minuten kaum ausreichen, die wirkliche Botschaft zu überbringen. Es mag sein, dass man sich ein wenig mit dem Thema beschäftigen muss, um den Inhalt in jedem Detail zu erfassen (und nicht nur als warme Worte zu verstehen). Hart im Sinne von demotivierend sind die Worte mitnichten.
Ein Lehrer sieht seine Schüler nur wenige Stunden die Woche, und auch nur in einer speziellen Situation. Er kennt sicherlich nicht die Kompetenzen der einzelnen Schüler und hat überhaupt nicht die Basis sich ein Gesamturteil zu bilden, sondern nur im entsprechenden Fach bezogen auf die gegebene Situation. Alles andere wäre anmaßend.
Das ist sehr unterschiedlich - ist meine Erfahrung aus eigenem Erleben, Gesprächen mit den Lehrern meiner Kinder und dem Austausch mit Freunden, die Lehrer sind. Auch ein Kunstlehrer mit 2 Std./Woche kann zu wesentlichen Erkenntnissen kommen. Wichtig ist, dass die Lehrer selbstkritisch in ihrem Urteil bleiben.
Der übliche SPONsinn:
" McCullough wollte dem
Absolventenjahrgang der staatlichen
Schule in einem gut betuchten Vorort
von Boston die Augen öffnen, bevor
er sie in die weite Welt entließ."
Die entscheidenden Worte sind nicht "gut betucht", sondern "staatliche Schule". Die echten Eliten und viele die es gern wären, schicken ihre Kinder auf Privatschulen. Also gehörten die Schüler vmtl. der (gehobenen?) Mittelschicht an. Kein Grund für Sozialhäme.