Oxford genüge ihren Ansprüchen nicht,*fand eine 19-jährige Britin - und schickte eine*sarkastische Absage an die altehrwürdige Hochschule, bevor die sich für oder gegen sie entscheiden konnte.*Die Uni gehe unfair mit Bewerbern um, schreibt sie. Für ihren Mut wird sie nun gefeiert und verhöhnt.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...810405,00.html
Was für einen Ton hier manche direkt anschlagen ("Goere" etc.) ist ja schon bezeichnend, verfehlt aber das eigentliche Thema. Die Geschichte der Absage hat eine eigene Dynamik entwickelt, wie das eben im heutigen Zeitalter so ist: soziale Netzwerke, Twitter, Blogs und die großen Onlineredaktionen - jede Nachricht kann sich heute jederzeit binnen Stunden um den ganzen Globus verteilen. Entscheidend ist vor allem, was die Medien aus dieser Geschichte machen, und was davon hinein interpretiert wird.
Die Argumentation der jungen Dame klingt schlüssig: In einem Zeitalter des Perfektions-Zwangs und festgefahrener, vorgefertigter Lebensläufe ist es erfrischend zu sehen, dass sich auch mal jemand diesem Zwang widersetzt und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit darauf lenkt, wie grotesk das alles eigentlich ist. Diese sogenannten Elite-Unis sind eben nicht das einzige wahre und erstrebenswerte, und dort abgelehnt zu werden ist kein Genickbruch, ist nicht das Ende. Man kann sich letztlich überall verwirklichen, nur geht es heute mehr denn je um sozialen Status, und der Druck von allen Seiten (Familie, Bekannte, Medien etc.) ist so immens, dass sich sehr viele junge Menschen nur noch stumpf diesem System unterwerfen: bestmögliches Abitur, schnellsmöglicher Universitätsabschluss, unzählige unbezahlte Praktikas, am besten noch ehrenamtliche Engagements, usw, und dann hinein in die Berufswelt und schaffen, schaffen, schaffen.
Genau auf dieses System lenkt die junge Frau die Aufmerksamkeit. Es geht ihr wohl kaum darum, Studenten an Elite-Unis zu diskreditieren, oder einen Klassenkampf auszurufen. Nur warum bellen dann so viele wie betroffene Hunde und fühlen sich persönlich angegriffen, obwohl die Email der Frau doch gar nichts derartiges impliziert?
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Ok,nach mehrmaligem Lesen Ihres Textes tippe ich auf
Muttersprache=nicht deutsch.
Ein paar Miniindizien scheint es zu geben.
Bin mir aber nicht wirklich sicher.
Ansonsten : Hut ab !
Ihre Rechtschreibung und Grammatik wünsche ich mir schon seit Langem fast in jedem Beitrag bei SpOn.
Herzlichst aus Berlin
Möppe
Nun kommen Sie mal wieder runter.
Es gibt nunmal auch Menschen, die Oxford nicht vergöttern und auch ihre Gründe haben.
Habe ich richtig gelesen, dass es einen Schwarzen in Ihrem Jahrgang gab. Wow!!
Dagegen sind unsere Unis die reinsten Multikulti-Sammelplätze.
Das Studium findet in der Tat in grösserem Masse ausserhalb der Fakultäten statt.
Ich besuche derzeit selber eine Universität, und die durchschnittlich 4,5 std/Tag sind kein Vergleich zu der zu erbringenden Anstrengung ausserhalb der Vorlesungszeiten.
Die von Ihnen genannten Klubs würden mich kaum in meinem Stoff weiterbringen.
Es gibt viele Angebote, die gibt's überall. Die kann man nebenher in Anspruch nehmen, haben mit dem Studium an sich aber nicht viel zu tun.
Ihr Vorredner bezog ich auf das Studium(!!), der eigentliche Grund, solche Institute zu besuchen.
Naja, mag sein... aber vielleicht muß man studiert haben um zu begreifen, das die Ausdrucksweise "n zu m" (in diesem Fall: "eins zu zwei") kein Verhätlnis/Bruch ist (á la 1/2 bzw. ein-halb), sondern zwei Anteile gegenüberstellt. In diesem Fall also ein Teil zu zwei Teilen. Was für die "ein Teil Seite 1 / 1+2 ergibt (für die andere Seite 2 / 1+2) und somit ein drittel (zwei drittel), was für 3200 / 10000 schon eine recht gute Näherung ist. Oder wundern sie sich auch jedesmal, wenn jemand "fifty-fifty" sagt, dass dass ja eine Wahrscheinlichkeit von eins wäre?
Ach, ein wenig tragisch ist es schon, wie humorlos unsere lieben Absolventen auf diese harmlose Angelegenheit reagieren. Müssen da wirklich Begriffe wie „Göre“, „unreifes Maedchen“ und „schändlich geschmacklos und respektlos“ verwendet werden? Scheint ja fast so, als ob es sich hier für das zeitgenössische Pendant der Majestätsbeleidigung handeln würde. Ich selbst habe einen einjährigen Master in Oxford gemacht und kann dazu folgendes sagen:
1) Ja, Betreuung und Ausstattung waren ein wenig besser als an meiner Undergrad.-Uni (WU-Wien, staatlich, keine Aufnahmebeschränkungen oder Studiengebühren), jedoch BEI WEITEM nicht dem Hype entsprechen, den gewisse „Elite-unis“ um sich aufbauen konnten
2) Die Kommilitonen waren natürlich nicht alle Kinder der „1%“, jedoch waren diese freilich überproportional vertreten. Dieses Diskrepanz kann man jedoch nicht den Unis anlasten, sondern vielmehr dem staatlichen Grundschulsystem, wenn es nicht in der Lage ist, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern eine solide Bildung zu gewährleisten. Dieses Problem der fehlenden sozialen Durchlässigkeit gibt es aber in Deutschland/Österreich ebenfalls!
3) Der Mehrwert eines Studiums in Oxford bestand mMn tatsächlich hauptsächlich aus den dort etablierten sozialen Netzwerken und nicht in einer über die Maße besseren akademischen Ausbildung.
4) Was mich schon ein wenig gestört hat war die Tatsache, dass viele diese Universitäten nicht mehr als Menschen verlassen, sondern als „Oxbridgler“. Dies ist eine sehr verschworene Spezies, welche durch ihr Diplom berechtigt zu sein scheint, auf alle, die nicht zu den ihren gehören herab zu blicken. Auch wenn ich während der Studienzeit wenig von Elitärismus gespürt habe, in der Arbeitswelt danach merkt man es umso mehr. Was für seltsame Verbrüderungsversuche ich von Mitarbeitern/Geschäftspartnern ich erleben durfte (obwohl ich mich mit einigen im Prinzip gar nicht so prima verstanden habe), wenn diese erkannten, dass ich eigentlich auch fast (schließlich war ich ja nur ein Jahr dort) „einer von ihnen“ bin.
Als Doktorandin habe ich in Oxford einige Jahre bei den Auswahlgesprächen assistiert (nicht in Jura, sondern in einem kleineren Fach), und kann daher den Medienhype, der regelmäßig über "Oxbridge" hereinbricht, nicht wirklich nachvollziehen.
Ja, für Schülerinnen und Schüler von "Comprehensives" ist es schwieriger, einen Platz an einer der Elite-Universitäten zu bekommen, denn an vielen Schulen sind ist das Noten-Niveau so niedrig, daß sich auch hochintelligente und fleißige Schüler nicht die "glatte 1" erarbeiten können, die einige Universitäten nun mal voraussetzen. Das Problem gibt es aber an UCL, KCL, Manchester, Nottingham usw. genauso, und müßte bei der Schulbildung angegangen werden. Die Abschaffung der Grammar schools sowie der (Schul-)Stipendien für begabte Kinder aus ärmeren Familien hat hier viel Unheil angerichtet.
Nein, wir haben die Interviews nicht so gestaltet, daß sich alle, die nicht mit dem goldenen Löffel im Mund auf die Welt gekommen sind, unwohl fühlen mußten! An meinem College haben wir uns pro Kandidat/in eine halbe Stunde Zeit zum persönlichen Gespräch genommen, und das war wirklich hilfreich, um die Schüchternen aufzutauen und die Blender, die von ihrer teuren Privatschule bloß auf die "richtigen" Antworten gedrillt waren, zu entlarven. Da man nämlich an Oxford oder Cambridge die nächsten drei Jahre mit den Studierenden sehr eng zusammenarbeiten wird, würde man sich ins eigene Fleisch schneiden, wenn man gute Dressur über echtes Potential stellen würde! Die meisten anderen Elite-Universitäten interviewen dagegen gar nicht, sondern vergeben Studienplätze auf der Basis der A-Level-Noten und der Empfehlungsschreiben der Lehrer - ob das immer der sozialen Gerechtigkeit dient?