Forum


 

Absage aus Teheran: Europaabgeordnete reisen nicht nach Iran

AFPSie wollten nach Iran reisen und dort auch die beiden frisch gekürten Sacharow-Preisträger Jafar Panahi und Nasrin Sotude im Gefängnis besuchen. Aber weil das Regime in Teheran dieses Ansinnen ablehnt, muss die umstrittene Iranreise von fünf Europaabgeordneten in letzter Minute abgesagt werden.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-863766.html
  1. #1

    in welcher Märchenwelt leben diese Politiker ?
    Sie sollen sich lieber auf EU konzentrieren und aufhören andere zu belehren! Da gibt es genug zu tun. Zitat vom Aussenministerium Russlands z.B., es "ruft das Europarlament auf, statt der Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten mehr Aufmerksamkeit den Problemen der Menschenrechte in EU-Ländern zu schenken, einschließlich, zum Beispiel, die Verletzung der Rechte der Russisch sprechenden Minderheit im Baltikum sowie die Heroisierung der Nazi-Helfer in diesen Ländern". Sinti und Roma haben auch nicht viel zu lachen!
  2. #2

    Proteste gab, wurde eine "knallharte" Vorbedingung gestellt und prompt diese Absage. Die Qualität solcher Politiker kennend, arbeitet man schon daran, die Vorbedingung zu relativieren.
  3. #3

    Doppelmoral

    Die in Iran vorherrschende Vorstellung ist, dass die Menschenrechtsforderungen gegenüber dem Land Teil einer von langer Hand geplanten, fein durchdachten und kalkulierten Strategie ist. Der Westen ist Iran schon seit der Gründung des Islamischen Systems feindlich gesinnt. Diesem Standpunkt zufolge hat der Westen kurzerhand die Argumente ignoriert, die die iranische Seite während der letzten 30 Jahre dargeboten hat. Indessen haben westliche Länder – unabhängig von der praktizierten Doppelmoral bei diesem Thema – die Menschenrechte als ein Mittel genutzt, um Druck auf Iran auszuüben. Diese Meinung hat viele Anhänger in Iran und sie weisen auf die Behandlung anderer Länder durch den Westen hin, in denen die Menschenrechtslage weitaus schlechter ist als in Iran. Trotz der düsteren Lage der Menschenrechte in diesen Ländern braucht der Westen sie aus wirtschaftlichen Gründen und ignoriert dementsprechend die Menschenrechtsverstöße.

    Interessanter Artikel zum Thema: http://irananders.de/home/news/article/iran-der-westen-und-die-menschenrechte-ist-ein-kompromiss-unmoeglich.html
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie wollten nach Iran reisen und dort auch die beiden frisch gekürten Sacharow-Preisträger Jafar Panahi und Nasrin Sotude im Gefängnis besuchen. Aber weil das Regime in Teheran dieses Ansinnen ablehnt, muss die umstrittene Iranreise von fünf Europaabgeordneten in letzter Minute abgesagt werden.

    Reise von fünf Europaabgeordneten nach Iran ist abgesagt worden - SPIEGEL ONLINE
    Eine Reaktion, die leider zu erwarten war. War sie evtl. auch gewünscht?
    Geändert von ( um Uhr)
    Lea S.
  5. #5

    [QUOTE=Manfred-M;11226506]Der Westen ist Iran schon seit der Gründung des Islamischen Systems feindlich gesinnt.

    Jede Aktion, wie z.B. islamischer Extremismus und Terrorismus und Unterdrückung zeiht nun mal eine Reaktion nach sich und die ist noch milde ausgefallen.
    Diese Meinung hat viele Anhänger in Iran und sie weisen auf die Behandlung anderer Länder durch den Westen hin, in denen die Menschenrechtslage weitaus schlechter ist als in Iran. Trotz der düsteren Lage der Menschenrechte in diesen Ländern braucht der Westen sie aus wirtschaftlichen Gründen und ignoriert dementsprechend die Menschenrechtsverstöße.
    Zum Beispiel? Wo werden denn noch schwule Minderjährige an Baukrähnen aufgehängt und Frauen gesteinigt. Mir fällt da nur Mali ein.
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie wollten nach Iran reisen und dort auch die beiden frisch gekürten Sacharow-Preisträger Jafar Panahi und Nasrin Sotude im Gefängnis besuchen. Aber weil das Regime in Teheran dieses Ansinnen ablehnt, muss die umstrittene Iranreise von fünf Europaabgeordneten in letzter Minute abgesagt werden.

    Reise von fünf Europaabgeordneten nach Iran ist abgesagt worden - SPIEGEL ONLINE
    Es ist eine gute Nachricht, dass die Reise, welche das Regime in Tehern schon als reine Photoop in seinem Propagandakalender gebucht hatte, so nicht stattfindet.

    Die zunehmende Unterdrückung der Menschen in der IRI ist beunruhigend. Das Regime meldet im Grunde moralischen Konkurs an, indem es bestätigt, dass es mit westlichen Werten und Ideen bei deiner eigenen Bevölkerung im Dialog nicht konkurrieren kann.

    Die Lage wird sich wohl noch einmal verschärfen, wenn die geplanten Importverbote für westliche Waren eingeführt werden, durch welche die schwindenden Devisenreserven der Nation geschützt werden sollen. Schwarzmarkt- und Schmuggelwirtschaft werden das Ansehen der Mullahs nicht steigern.

    Der neue Terminus "economy of resistance", welchen die Hamas schon für ihr Einfuhrverbote von Obst und Gemüse benutzte, heißt nichts anderes, als Mangelwirtschaft. Die Menschen werden sich zunächst auf Zustände wie im Spätsozialismus einstellen müssen, das Regime scheint aber durchaus bereit zu sein, bis auf das wirtschaftliche Niveau von Nordkorea hinabzusteigen - inklusive der Mangelernährung.

    Ironischerweise kosten die Sanktionen die IRI schon heute pro Jahr mehr, als ein Krieg die Vereinigten Staaten von Amerika im ungünstigsten Falle pro Jahr kosten würde - und zwar nach Szenarien, welche ein think tank als Abschreckung entwickelt hat, um für die Position des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zu werben, keine "red lines" zu setzen.

    Nächstes Ziel der Sanktionen dürften die Kohleimporte der IRI sein, wodurch die Stahlindustrie getroffen werden könnte, welche nicht nur zentral für das Nuklearwaffenprogramm ist, sondern auch für die konventionellen Waffenschmieden der IRI.

    Auch dort hat man bei seinen neuen Zulieferer offenbar schon vorgetastet, ob man statt in harter Währung zu zahlen, auch Tauschgeschäfte mit Stahl machen könne.

    Das Regime weiß sehr wohl, welchen Kurs die Wirtschaft nimmt. Es träumt aber immer noch davon, durch Husarenstücke und Spionageoperationen einen neuen Vorteil zu erringen - etwas, das ihm wohl auch von einigen wundergläubigen Fanatikern großmäulig versprochen wird. Es ist "kein Dach über der IRI." Aber die Führung dort verschließt fest die Augen vor der Realität und ebenso fest die Türen hinter jenen, welche vor den Gefahren der aktuellen Politik warnen.
  7. #7

    Iran prellt Europapolitiker

    Was wollt ihr Pfeifen den im Iran? Der Iran hat doch gezeigt, dass er das westliche System - ausgenommen westliche Waffen und Kampfstoffe - ablehnt und lieber eine Gesellschaft besitzt, die vor dem Mittelalter angesiedelt ist. Man fragt sich natürlich, wie doof die EU-Politiker nur sein können. Wurde ein Boykott gegen den Iran ausgesprochen oder nicht? Entweder man bleibt konsequent oder man lässt es gleich ganz sein.
  8. #8

    [QUOTE=hxk;11226590]
    Zitat von Manfred-M Beitrag anzeigen
    Der Westen ist Iran schon seit der Gründung des Islamischen Systems feindlich gesinnt.

    Jede Aktion, wie z.B. islamischer Extremismus und Terrorismus und Unterdrückung zeiht nun mal eine Reaktion nach sich und die ist noch milde ausgefallen.


    Zum Beispiel? Wo werden denn noch schwule Minderjährige an Baukrähnen aufgehängt und Frauen gesteinigt. Mir fällt da nur Mali ein.
    Wie wäre es mit unseren guten Freunden Saudi Arabien, den Golfstaaten?
    Geändert von ( um Uhr)
    Lea S.
  9. #9

    [QUOTE=Lea S.;11226810]
    Zitat von hxk Beitrag anzeigen

    Wie wäre es mit unseren guten Freunden Saudi Arabien, den Golfstaaten?
    Sie meinen also, solange man nicht immer und überall alles und jeden wegen Verstössen gegen die Menschrechte anklagt, darf man keinen deswegen anklagen?

    Das ist eine sehr radial-abstrakte, sprich sehr 'deutsche' Sichtweise. Aber sein sie versichert, sobald das islamistische Regime des Iran Geschichte ist, werden es S-A und Co. schwerer haben. Bis dahin muß der Realpolitiker dem Iran Priorität geben. 'Und das ist auch gut so!'


TOP



TOP