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Abmahnungen gegen Blogs: Notwehr als Geschäftsmodell

Righthaven LLC ist eine Firma mit einem klaren Businessplan: Das Unternehmen wurde gegründet, um Blogs gezielt wegen der Verletzung von Coyprights zu verklagen. Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern auch darum, die kleinen Konkurrenten der Presse ins digitale Nirwana zu befördern.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...714806,00.html
  1. #1

    Waffe

    Ist doch in Deutschland mit dem Abmahnwesen nicht anders. Das wird doch auch oftmals nicht mehr im originalen und maßvollen Sinne benutzt, sondern als Waffe gegen Leute mit kleinerem Geldbeutel als die Firmen.
  2. #2

    ...

    Zitat von DJ Doena Beitrag anzeigen
    Ist doch in Deutschland mit dem Abmahnwesen nicht anders. Das wird doch auch oftmals nicht mehr im originalen und maßvollen Sinne benutzt, sondern als Waffe gegen Leute mit kleinerem Geldbeutel als die Firmen.
    Nun ja... wen sich die Leute alles gefallen lassen, dann fenlt mir schon ein ganz klein wenig das Mitleid.
    Ich kann mich noch erinnern als ich diese Google Autos mit den Street VIew Cameras in den Nachrichten zum ersten Mal gesehen habe... ich hab mich andauernd gefragt, warum die Leute sich das gefallen lassen und diese Autos nicht mit Hammer oder Spitzhacke demolieren, dann hätte der Spass ganz schnell ein Ende gehabt.
  3. #3

    Tja ...

    Wie's im Artikel sinngemäß steht: Formal richtig, aber mit einem üblen Beigeschmack.
    Nur eben: formal richtig.
    Ich bin absolut kein Fan des Abwahnwahns, und erst recht nicht von Firmen, die sich damit finanziell gesundstoßen.
    Trotzdem werden Blogger einfach irgendwann eine - vielleicht viel zu - simple Grundregeln lernen müssen.

    Wenn ich etwas will, dann frage ich danach. Sollte einem Muttern oder Omchen beigebracht haben.
    Gerade bei regionalen und lokalen Nachrichten sehe ich das Problem nicht, entweder direkt bei der Zeitung anzurufen oder eine kurze Mail zuschicken und zu fragen, ob es in Ordnung geht, wenn man die News für das eigene Blog heranzieht und wenn ja, in welcher Form.

    Diese gedankenlose Selbstverständlichkeit ist es, die mir inzwischen so auf den Keks geht. Sowohl bei den Abmahnern wie bei Usern, die ungefragt das Material anderer Leute nutzen.
  4. #4

    Andersrum wird auch ein Schuh draus.

    Ich lese täglich US-Blogs und Medien, und kann oft beobachten, daß die kommerziellen Medien aus Blogs zitieren, ohne den Blogger namentlich zu nennen oder gar zu verlinken. Da ja immer mehr an Reportern gespart wird und somit die sogenannten citizen-journalists in den Blogs diese Aufgabe besonders auf der lokalen Ebene übernehmen ist dies eine beinahe zwangsläufige Entwicklung. Und wenn es um das copyright der Amateure geht, legen die "Profis" oft verblüffend andere Maßstäbe an als an die eigene "intellectual property" (die sowieso meistens nicht intellektuell ist, und nur von zweifelhaftem Eigentum). Vielleicht sollten die Blogger mal mit einer eigenen Organisation zur Abmhanung zurückschlagen?

    Abgesehen davon, die Tatsachen an sich sind grundsätzlich nicht copyright fähig, höchstens die Art der Schilderung derselben! Und da es ganz offensichtlich nur eine begrenzte Zahl von Formulierungen gibt, mit denen man z.B. einen Autounfall beschreiben kann, erreichen viele Nachrichtenmeldungen überhaupt nicht das Maß der geistigen Schaffenshöhe, die für Erlangung eines copyrights erforderlich ist. Wäre gut, wenn z.B. die ACLU sich einmischen würde, und für eine paar Präzedenzfälle sorgen würde, die dem Abmahnunwesen klare Grenzen setzen!
  5. #5

    Alles Verbrecher

    Nein nicht die Blogs, falls jmd das angenommen hat..

    Früher hatte ich Mitleid mit den Urhebern. Wer sich aber mit Rechteverwertern zusammen tut, hat es nicht besser verdient. Heute kopiere ich nur noch, egal was. Einzige Sachen die ich noch kaufe sind CDs von unbekannten kleinen Leuten und Adventuregames. Der Rest wird rigoros kopiert, ohne nur die Spur eines schlechten Gewissens zu haben. Werden die Mafia-Strukturen namens Rechteverwerter gesetzlich verboten, fange ich wieder an mehr Sachen zu kaufen.
  6. #6

    Righthaven oder Textguard?

    Ein Erfolgsmodell mit super Konditionen für Rechteinhaber, Loggerbuden und Kanzleien.
    Für lau, ohne einen Pfennig zu investieren, können die Rechteinhaber das www mit der Software der Karlsruher Firma durchforsten lassen. Wird die Software fündig, gibts das Supersahneangebot für die Rechteinhaber: die Verfolgung des Verstoßes durch kooperierende Kanzleien (die passenderweise im gleichen Haus sitzen) Das Ganze natürlich auch völlig kostenlos für den Rechteinhaber. Daran verdienen lässt sich dennoch für alle Parteien. Die per Abmahnung eingeforderten Summen werden einfach später aufgeteilt. 30 bis 40 Prozent gehen an die Loggerbude, der Rechteinhaber fordert angeblich entstandene Anwaltsgebühren zurück und natürlich eine saftige Lizenzgebühr. Den schönen Rest darf die Kanzlei behalten. Apropos Lizenzgebühr: gerne werden für Texte Lizenzgebühren im 4 stelligen Bereich gefordert. Unabhängig davon, dass der Rechteinhaber gleiche Texte ansonsten für 2-stellige Lizenzbeträge abtritt. Da macht auch die Schöpfungshöhe keinen Unterschied. Ob es nun um einen Programmhinweis auf einen Fernsehbeitrag oder ein mehrzeiliges Zitat aus einer übernommenen und dann übersetzten Pressemitteilung geht, ist völlig wurscht.
    Eben ein super Angebgot. Der Webauftritt der Karsruher Kanzlei bringt es auf den Punkt: "In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten."
  7. #7

    Parasiten

    Diese ganze Abmahnerei ist nichts anderes als die Wegelagerei des 21. Jahrhunderts und die Anwälte stehen für mich auf einer Stufe mit Erpressern und Zuhältern. Da gibt es auch gar nichts zu deuteln: Hier geht es nicht um die Wahrung der legitimen Interessen von Urhebern, sondern darum, juristisches Wissen dergestalt einzusetzen, dass man ohne zu arbeiten und auf Kosten meist Unschuldiger maximalen Profit macht. Vor solch einem arbeitsscheuen und gesellschaftsschädlichem Gesindel in Nadelstreifen packt mich einfach nur der Ekel.
  8. #8

    Es geht um das Ausschalten alternativer Medien

    Es geht um das Ausschalten alternativer Medien - in den USA und auch hierzulande verstehen immer mehr Menschen/Leser/TV-Zuschauer, dass die Medien nicht mehr zwangläufig den Bürger informieren und eine Säule der Demokratie durch kritische Berichterstattung oder Investigativen Journalismus darstellen, sondern Instrument wurden der Meinungsverbreitung der Besitzer der Gesellschaft.
    Prominente Politiker sind abgerutscht aufs Niveau von DrehtürNutzern in gute Positionen der Wirtschaft und wechseln nach passenden Beschlüssen direkt in die profitierenden Wirtschaftsteile.

    Alternative Medien berichten hier unablässiger, breiter und zahlreicher und ziehen im Glauben so auch hartgesottene Obrigkeitsgläubige besser erreichen zu können Artikel von den "vertrauenswürdigeren" Namen des Netzes heran. Hier werden diese Angreifbar.

    In den USA ist es soweit, dass die Regierung die Medien finanziell unterstützen will, was für den Hort des "Kapitalismus" (eigentlich ist es wie hier wie dort eine von den aggressivsten Teilen mittels Lobby gesteuerte Planwirtschaft - siehe Bankenrettung oder Gejammer um Subventionen etc) http://online.wsj.com/article/SB1000...605510168.html

    Der Rest der Alternativen Medien wird mit anderen Angriffen z.B. Verleumdungsklagen überzogen werden, so daß sie dann bald nur wieder hoeren, was Vater STAAT bzw. dessen Eigentümer(welche aber nicht die Bürger sind) möchten das Sie wissen und hören!
  9. #9

    Im Tollhaus des Digitalismus

    Diese Firma schreibt also Leute an und fordert zu Zahlungen auf und verlangt zusätzlich die Übertragung der Internetadresse?

    Tatsachen kann jeder aufschreiben. Wer aber einen Artikel aus einem Onlineangebot einfach kopiert, der muss sich auch nicht wundern, wenn es Streit gibt. Aber selbst das gilt auch nur eingeschränkt, denn es gibt genügend Fälle, wo man ausführlich zitieren muß, damit man hinterhet nicht wegen irreführenden Zitierens, weil man nämlich zu viel weggelassen hat, verklagt wird.

    Das ist aber nicht neu sondern war schon immer so. Wenn ich den Artikel richtig verstehe, dann hat man sich bisher nur nicht darum gekümmert. Insofern verstehe ich die Aufregung nicht. Artikelklau ist illegal.

    Aber um die Illegalität zu umgehen sind die intelligenten Blogger doch schon viel weiter. Die schreiben den Artikel um und ergänzen ihn um eigene Gedanken oder Meinungen. Damit hat sich das Thema dann juristisch erledigt.

    Neu ist mir aber, dass die Herausgabe von Webadressen verlangt wird. Das verstehe ich nicht, weil ein solcher Anspruch doch nur bestehen könnte bei der Verletzung von Markenrechten und dann auch nur, wenn das Urheberrecht an der Webadresse nicht vorher schon da war. Sonst könnte ja umgekehrt jeder, der in einer Zeitung seinen Artikel wiederfindet, weil die Zeitung bei dem Blogger abgeschrieben hat, auch verlangen, dass die Zeitung ihm 75.000 Dollar zahlt und ihren Zeitungsnamen dem Blogger überläßt ???!!!








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