Was bitteschön sind angebliche Narben? Wurden sie vielleicht nur hingeschminkt oder aufgeklebt? Jedenfalls ein Hoch auf den kritischen Journalismus!
APDie US-Regierung will die Drahtzieher des 11. Septembers vor einem reformierten Militärgericht so zügig wie möglich verurteilen. Doch der erste Prozesstag in Guantanamo Bay war chaotisch - bis zu einem Urteil könnten noch Jahre vergehen.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...831583,00.html
Was bitteschön sind angebliche Narben? Wurden sie vielleicht nur hingeschminkt oder aufgeklebt? Jedenfalls ein Hoch auf den kritischen Journalismus!
...gefällt mir im Rahmen dieser Sache überhaupt nicht.
Er suggeriert, hier würde ein irgendwie geartetes rechtsstaatliches Verfahren stattfinden. Dies ist nach den geschilderten Bedingungen aber nicht der Fall.
Nach mehreren Angriffskriegen und der direkten Liquidierung von OBL jetzt auf einmal diese Gerichtsposse? Peinlich.
Wofür braucht man das? Scheinlegitimation?
Dass man in Quantanamo mit den Gefangenen nicht gerade zimperlich umgegangen ist, hat mittlerweile die ganze Welt erfahren...... für mich ist es eine Farce, dass man die Gefangenen nun nach jahrelanger Haft mit Folter und unmenschlichen Haftbbedigungen juristisch einwandfrei verurteilen will um die Sache zu beenden. Dabei ist man sich sicher darüber im Klaren, dass man Geständnisse die mit Folter erzwungen wurden in einem juristisch einwandfreien Prozeß nicht verwenden kann.
Das ist im Grunde der wesentlichste Punkt. Denn dort wird es vermutlich gar kein Geständnis und kaum eine Info geben, die nicht mit Folter zusammenhängt.
Ich sah mal eine Dokumentation, bzw. eine Art Experiment, bei dem Guantanamo nachgestellt wurde... alle Probanden wussten selbstverständlich, dass es "gespielt" ist und sie wurden nicht gefoltert, sondern nur auf "Guantanamo-Art" behandelt (also psychische Zermürbung, harte Körperhaltungen, starke Temperaturwechsel usw)... alles, was in Guantanamo wohl zu den noch sehr milden "Behandlungen" gehört. Und die kamen, obwohl sie wussten, dass es nur für wenige Tage läuft, obwohl sie nie wirklich gefoltert wurden, obwohl es nur gespielt ist (wobei es verdammt real "gespielt" wurde) schon nach kurzer Zeit nicht mehr damit klar. Vor allem ein Muslim hatte große Probleme, wegen Rasur der Haare, nackt ausziehen usw.
Worauf ich hinauswill: Das gesamte Konzept ist schon Folter und kein bisschen Rechtsstaatlich. Das kann gar nicht sauber ablaufen, weil die Ankläger ja selbst schon lange zu Verbrechern geworden sind.
KSM und Ramzi Binalshibh haben schon lange VOR ihrer Verhaftung in einem Interview mit AlJazeera detailliert und stolz geschildert, wie der 9/11 geplant, vorbereitet und durchgeführt wurde. Binalshibh präsentierte dabei auch einen Koffer voll 'Hamburg-Souvenirs' (Flugkarten der US-Ostküste, Piloten-Lehrematerial etc). Dieses Interview war weltweit in allen Medien zu lesen, auch im SPIEGEL.
Aber hier wird ja der Massenmord an 3000 Menschen zur Bagatell-Nebensache verklärt, um sich nochmals ausgiebig an Missetaten der Bush-Regierung zu laben....wenn Bush hat foltern lassen, wen interessiert da noch ein tausendfacher Massenmord und Täter, die widerlich damit prahlen, nicht wahr ? Und hier rede ich auch von den SPON-Artikeln...
Sie haben ja recht.
Die 1 Million Euro Frage aber lautet:
Was tun, wenn man den Problemen mit Terrorismus nicht mit rechtstaatlichen Mitteln beikommen kann?
Was hätten Sie nach dem 11. September als US-Präsident getan?
Ein Rechtshilfeersuchen an die Taliban-Regierung in Kabul gefaxt mit der Bitte OBL und Gefolgsläute zwecks Vernehmung in die USA auszuliefern?
Und was hätten Sie rechtstaatlich getan nachdem die Taliban Sie herzhaft ausgelacht hätten?
Was tun, wenn Terroristen aus Failed-States operieren?
Abstrakter formuliert: Was tun Sie, wenn Ihre Pflicht die eigene Bevölkerung vor massiver Gewalt zu schützen scheinbar nur erreicht werden kann, wenn Sie es mit dem Rechtstaat nicht ganz so genau nehmen?
Ich will sicher nicht alles verteidigen was die USA getan haben, aber die einzige rechtstaatlich einwandfreie Alternative wäre schlicht NICHTSTUN.
...es geht um die Art der Show, die ist peinlich.
Mit adhoc-Hinrichtungen haben die Amis doch sonst auch keine Probleme.
Also nochmal:
Was soll das Kaperletheater in Guantanamo? Entweder man macht ein Gerichtsverfahren (dann aber richtig, so mit Beweisen, ohne Folter usw.) oder man pfeift drauf... diese Inszenierung erinnert aber eher an Schauprozesse a la DDR, China oder tausendjähriges Reich.
Glauben Sie mir, den Burschen selbst würde ich auch keine Träne nachweinen. Man macht sich aber angreifbar ohne Ende.
Und, weil Sie das Bush-Fass ja aufgemacht haben:
Natürlich gehört AUCH dieser Massenmörder vor Gericht.
Interessanter Artikel zum Thema:
| Telepolis
Was das Interview betrifft:
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"Ursprünglich hieß es, der Journalist habe KSM und dessen Komplizen Ramsi Binalshibh im Juni oder August 2002 an einem geheimen Ort in Karatschi interviewt. Details und einen Tonmitschnitt präsentierte Fouda aber erst Anfang September 2002, die versprochenen Videoaufzeichnungen blieb er bis heute schuldig. Die Interviews, das erste "umfassende Eingeständnis hochrangiger Mitarbeiter aus Bin Ladens Netzwerk, dass man 9/11 ausführte" (Londoner Times), waren den meisten Beobachtern von Anfang an suspekt, Experten bezweifelten die Echtheit der Bänder ebenso wie das zufällige Timing der Veröffentlichungen. James Drummond, "Doubts Over Latest Terrror Videos", in: Financial Times, 11.9.2002: "Analysts cited the crude editing of (Fouda's interview) tapes and the timing of the broadcasts as reasons to be suspicious about their authenticity. Dia Rashwan, an expert on Islamist movements at the Al-Ahram Centre for Strategic Studies in Cairo, said: "I have very serious doubts (about the authenticity of this tape). It could have been a script written by the FBI."
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