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781 Tage Haft: US-Wanderer schildern Horror in Irans Gefängnissen

Sie wurden in Isolationshaft gehalten, mussten die Schreie der Mitgefangenen anhören und durften ihre Angehörigen kaum*kontaktieren: Nach 781 Tagen hat Iran zwei US-Wanderer freigelassen, inzwischen sind sie in den USA angekommen - und berichten von der "schlimmsten Erfahrung ihres Lebens".

http://www.spiegel.de/politik/auslan...788311,00.html
  1. #80

    Das Wandern an sich

    scheint ja zum globalen Volkssport zu gehören, das neuartige "Risiko-Wandern". Die Deutschen tun es in Afghanistan und die Amis seit Jahren schon im Grenzgebiet von Irak/Iran. Nur die Berichte dieser (Unter)wanderer sind irgendwie nicht ganz stimmig: Isolationshaft und Diskussionen, wie paßt das zusammen? Warum stellen sich nur immer wieder so peinliche Fragen...
  2. #81

    v

    Zitat von loeweneule Beitrag anzeigen
    Der x-te Beitrag à la "Die anderen sind auch ganz böse." Scheint bei vielen Leuten eine Art bedingter Reflex zu sein, sowas abzusondern.
    Natürlich kann man sich, zurecht sogar, über den dämlichen Leichtsinn dieser Wanderer aufregen, das ist als erste Reaktion eines Außenstehen auf einen solchen Vorfall, eine vollkommen normale Reaktion. Nachdem man aber die Dinge in Ruhe betrachtet hat, sollte sich die Aufregung über die Dämlichkeit solcher Irrläufer schnell legen und der Abscheu auf die iranische Vorgehensweise Platz machen. Denn es steckt System dahinter, völlig unbescholtene ausländische Wanderer, Segler, Journalisten und Andere, bewusst zu kriminalisieren indem man sie, meistens, zu Spionen erklärt und unter fadenscheinigsten Umstände, selbstverständlich ohne Beweise, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, sie schikaniert und dann gegen Kaution (Lösegeld)freilaesst. Ein Skandal!

    Aber auch bei uns, beispielsweise hier im Forum, hinterlässt das Ganze seine unappetitlichen Spuren, wenn wie Sie auch schreiben, bei einigen Leuten die "Reflexe" sich verselbständigen, und unzulässige Vergleiche mit Guatanamo angestellt werden.
    Im Iran ist die in verbrecherischer Weise angewandte Rechtsbeugung seit über 30 Jahren Systemimmanent, und hat bisher vermutliche Hunderttausende wenn nicht Millionen getroffen. Wobei die selben Forenschreiber die sich vor Empörung über Guantanamo, nicht mehr einkriegen können, gleichzeitig aber beredt über die iranischen Verhältnisse schweigen. Oder, was noch um einiges schlimmer ist, mit dümmlichen Guantanamo-Vergleichen zu relativieren versuchen.

    Guantanamo ist ein bedauernswerter Ausrutscher der amerikanischen Justiz, welcher erklärbar ist, wobei es nicht entschuldigt werden soll. Allerdings betraf es nur einige hundert Leute, die gelegentlich unschuldig, aber immer zumindest im Glauben dass man es mit einem Terroristen zu tun hat, in die Mühlen der Strafverfolgung gerieten, ganz im Gegensatz zu dem was der Iran macht, Leute wider besseren Wissens einzuknasten um irgendwelche politischen Ziele zu verfolgen, oder einfach nur die eigene Bösartigkeit auszuleben.
  3. #82

    Grenzenlose Naivität

    Zitat von klawe Beitrag anzeigen
    ...wir wandern, wir wandern von einem Ort zum andern.... Nein, ernsthaft, wer in einer der schlimmsten Krisenregionen - und dann auch noch in der Bergregion zwischen Iran und Irak - seinen "Wandertrieb" freien Lauf laesst, ist selber Schuld wenn er in die Faenge der Mullahs geraet.
    Ich kann mich dem nur anschließen. Viele Amerikaner sind der Meinung, dass ihr Pass ein "Freibrief" für jegliches Fehlverhalten ist. Wenn ich in einer Grenzregion wandern gehe, sollte ich mich schon mehr oder weniger genau über die Geographie und die örtlichen Gegebenheiten informieren und dass Leute mit einem amerikanischen Pass im Gepäck als Spione verdächtigt werden, ist aus iranischer Sicht völlig nachvollziehbar.

    Ganz spontan fällt mir dazu die Story von einem amerikanischen Bekannten von mir ein. Er war vor zwei Jahren im türkisch-armenischen Grenzgebiet unterwegs und wurde am Grenzzaun von türkischen Soldaten beschossen. Dummheit kann ich nur sagen!

    Wer als Iraner einen illegalen Grenzübertritt von Mexiko in die USA wagt, wird wohl auch nicht von allen willkommen geheiß!
  4. #83

    Könnte mir nichts Schöneres vorstellen...

    ...als im Iran wandern zu gehen. Echt schade, daß man heutzutage nirgens in Frieden die Natur geniessen kann...
    Naja, für die Zukunft gibt es ja noch andere, nette Gegenden zum Wandern: Jemen, Somalia oder die afghanischen Bergregionen - da ist es betimmt auch schön :)
  5. #84

    viel schlimmer

    als die bis heute ausgeübte Menschenschinderei in Guantanamo und Bagram kann die geschilderte Haft wohl kaum gewesen sein.
    Trotzdem tun mir die Inhaftierten natürlich leid.
    Zweifellos war das für die im US-Jargon "detainees" ein Horror. Aber wie muss man dann erst die Vorgänge in den beiden US-Folterknästen bezeichnen?
    Der Unterschied besteht aber darin, dass diese beiden "schwarzen Löcher" Verwahrorte einer "Demokratie" sind.
  6. #85

    Naja

    Zitat von pamiri Beitrag anzeigen
    sie haben zusammen diskutiert und sich gegenseitig quiz fragen gestellt. das heißt doch aber, dass sie nicht in isolationshaft sondern zu zweit zusammen in der zelle waren.
    die zwei jungs beklagen sich also, dass sie nicht in .......
    Sitzen Sie mal über 2 Jahre lang, ohne erkennbaren Grund, mit einem Menschen Ihrer Wahl auf wenigen Quadratmetern zusammen. Selbst mit dem besten Freund hat man irgendwann alles bequatscht und seine Sorgen beredet. Ein Wunder, daß die nicht durchgedreht sind...
  7. #86

    kennt man

    Zitat von PdBOF Beitrag anzeigen
    Würde man den Iranern nicht einen Gefallen tun, ihr Regime zu ....
    Wenn wir oft genug darauf hingewiesen werden, wer auf diesem Planeten the evil nation ist, dann wird unser Gewissen sich nicht mehr schlecht fühlen, wenn es heißt, dass sich D am Sturz dieses menschenverachtenden Regimes durch die Amerikaner beteiligen wird.
  8. #87

    Können Sie mir ...

    Zitat von seine_unermesslichkeit Beitrag anzeigen
    Wenn man sich hier so die Forenbeiträge durchliest, die Verständnis für Irans widerechtliche Gefangennahme zeigen und dümmlich mit Guantanamo relativieren, dann packt einen schon ganz schön der Ekel!
    ... den Unterschied erklären?

    Was sit der Unterschied zwischen Abu Grahib, Guantanamo und den Foltergefängnissen der US Regierung in dieser Region und einem iranischem Gefängnis?
  9. #88

    US-Militaer Propaganda, an die Medien gereicht!

    Zitat von panzerknacker51 Beitrag anzeigen
    scheint ja zum globalen Volkssport zu gehören, das neuartige "Risiko-Wandern". Die Deutschen tun es in Afghanistan und die Amis seit Jahren schon im Grenzgebiet von Irak/Iran. Nur die Berichte dieser (Unter)wanderer sind irgendwie nicht ganz stimmig: Isolationshaft und Diskussionen, wie paßt das zusammen? Warum stellen sich nur immer wieder so peinliche Fragen...
    Dumm nur, das sich das 'im Gefaengnis' gar nicht so schlimm anhoert.
    zu "wie passt das zusammen":
    Das ist dem 'Verstaendnis' des Uebersetzers geschuldet. Der hat auch 'Einzelhaft' mit 'Diskussionen' nicht verstanden!
    Doch Isolationshaft war das schon, eine 9qm grosse Zelle, nur 2 Gefangene, da mussten vermutlich 3-5 andere auf schon ueberfuellte Zellen verteilt werden!
  10. #89

    Folgerichtig

    Zitat von Reiner_Habitus Beitrag anzeigen
    Frei nach dem Motto: Was beschwert ihr euch. Ist in Guantanamo auch nicht anders.....
    Auf eine makabere Art und Weise ist das sogar folgerichtig: die US-Regierung sagt ja schon seit Jahren, dass die USA nicht foltern und keine Menschenrechte brechen und dass es den Gefangenen in ihren Konzentrationslagern gut gehe und sie gut behandelt werden.
    Damit hat die US-Regierung selbst die Messlatte definiert, an der aus ihrer Sicht "gute Behandlung Gefangener" zu messen ist.
    Nun - Iran hat genau das getan: US-Amerikaner genau so "gut" behandelt wie es die US-Regierung vorgegeben hat.








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