60. Thronjubiläum der Queen: Die rätselhafte Monarchin

Je länger Elizabeth II. regiert, desto legendärer wird sie. Zum 60. Thronjubiläum ist die Queen in Großbritannien*beliebter denn je - wohl auch, weil sie ihren Landsleuten immer noch ein Rätsel ist.

http://www.spiegel.de/panorama/leute...813210,00.html
  1. #20

    leider

    Zitat von The Captain Beitrag anzeigen
    Herzliche Glückwünsche aus Deutschland an die Königin des britischen Commonwealth für 60 erfolgreiche Jahre repräsentativer Regentschaft.
    [...]
    Was der Autor (oder die Kritiker der Queen) ankreiden, diese "Profillosigkeit", ist eigentlich das, was ein repräsentatives Staatsoberhaupt ausmachen sollte. Die Queen steht doch nicht für "Nichts", sondern für die Summe aller Bürger, die sie repräsentieren soll, für den armen Obdachlosen auf der Straße über den frommen Kirchgänger und seinen Gegenpart, dem "Ungläubigen" bis hin eben zum Einkommensmillionär.
    Und: die Queen ist parteilos, sie ist von keiner Partei abhängig, wird nicht gewählt - und kann es sich damit leisten, Vertreterin für ALLE Bürger zu sein. [...]
    Ich muss Ihren Enthusiasmus leider etwas bremsen: Die Queen steht nicht / repräsentiert nicht die Summe aller Bürger. Sie ist "von Gottes Gnaden" der Souverän, und zwar nicht über mündige Bürger sondern über Untertanen. Sie allein ist der Quell der Gerechtigkeit, der Ehre und der Barmherzigkeit, in ihrem Namen wird geurteilt, regiert, Krieg geführt. Kein Gesetz tritt in Kraft ohne Ihre Zustimmung, Minister und Prmierminister, Gouverneure und Vizekönige werden nicht gewählt sondern von ihr ernannt, und sie hat das Recht, ungefragt zu allem ihren Senf dazuzugeben.

    Die heutigen Spielregeln der britischen Monarchie bestehen größtenteils aus einem common sense bzgl. eines gentlemen's agreement ... die wenigen kodifizierten Beschränkungen der souveränen Hoheitsrechte des britischen Monarchen mussten vor 4 Jahrhunderten in einem blutigen Bürgerkrieg, dem eine grausame protestantische Diktatur folgte, der Krone abgerungen werden.

    Und zuletzt ist sie nicht die Königin des Commonwealth, sondern sie ist souveräne Monarchin von 16 Ländern, die, zusammen mit Ländern demokratisch-republikanischer Staatsform manchmal in einem sehr lockeren, fast informellen "Gesprächs-Verein" zusammentreffen.

    Den einzigen "Erfolg", den ich in ihrer Herrschaft sehen kann, ist, dass E.II klug genug ist, sich und ihre Familie aus der Alltagspolitik konsequent herauszuhalten - wohl auch, weil ihr bewusst ist, dass niemand in der Familie das Stehvermögen hätte, eine Politische Schlacht durchzustehen - und damit das schöne Leben mit Prunk und Pomp und allen Bequemlichkeiten und der wunderbaren Immunität für sie und die ihren ganz fix vorbei wäre.
  2. #21

    Na...

    Zitat von hook123 Beitrag anzeigen
    Man kann dieser Tage sicherlich berechtigter Maßen darüber diskutieren, ob ein peinlicher Schnäppchenjäger im Präsidentengewand oder eine degenerierte Adelssippschaft, die ihre erplünderten Reichtümer über die Jahrhunderte gerettet hat das kleinere Übel sind aber es dürfte feststehen, dass Großbritannien 60 Jahre des Niedergangs feiert. 60 Jahre, in den der Anspruch eine Weltmacht zu sein, einschließlich des albernen Selbstbildes und Wirklichkeit in Form von gesellschaftlichem Niedergang immer weiter auseinanderklaffen.
    aber Moment mal. Die Queen hat doch gerade wieder einmal gezeigt, dass sie sehr wohl in der Lage ist, auf den Tisch zu hauen. Da werden doch seit einiger Zeit ihre Gedanken in Bezug auf Amerika kolportiert
    Das Anliegen der Queen - YouTube.
    60 Jahre Niedergang, wo haben Sie das denn her. Hier hat man von allem das Beste und in Allem ist man rekordverdaechtig. Wo gibts das denn schon in den uebrigen Eropaeischen Staaten, dass 12 jaaehrige schwanger werden, 10 jaehrige fast 30 Sorten Bier und 15 Sorten Whiskey auswendig aufsagen koennen. Also bitte, die Queen und ihr Volk sind eben nur sehr bescheiden, sie posaunen all die grossen Errungenschaften nicht so raus. Nehmen wir mal das Beispiel Automobil, da ist GB doch Weltspitze im Zerschlagen dieser umweltunfreundlichen Technologie. Also nochmal, nicht die Queen oder andere Englaender bezichtigen, sie liessen ihr Land niedergehen.
    Gruesse aus Somerset
  3. #22

    Sie ist halt etwas mehr als nur die Frau auf den Geldscheinen

    Selbst Gegener der Monarchie anerkennen, daß die Queen eine Top-Diplomatin ist - sie hat etwa Nelson Mandela empfangen als die deutsche Bundesregierung noch illegale U-Boot-Geschäfte mit dem weltweit geächteten Apartheid-Regime in Südafrika getätigt hat. Merkel reist hingegen einfach aus China ab, wenn ihre Termine mit Bürgerrechtlern sabotiert werden, und in Wulff, Westerwelle oder den Internet-Dissidenten-Beauftragten der EU zu Guttenberg sollte schon gar niemand irgendwelche Erwartungen setzen. Allerdings hat die Queen es als Frau auch etwas einfacher so eine allein repräsentative Rolle auszufüllen als ein Mann das hätte.
  4. #23

    Dieses Recht nehmen auch Sie sich, und im Gegensatz ...

    Zitat von autocrator Beitrag anzeigen
    .... und sie hat das Recht, ungefragt zu allem ihren Senf dazuzugeben.....
    ... zu Ihnen macht sie keinerlei Gebrauch davon.

    Lissy hat das Beste aus der Last gemacht, die man ihr vor sechzig Jahren auf die jungen Schultern legte. Sie diente ihrem Land und Ihrer Familie nach bestem Wissen und Gewissen. Alle Premierminister, mit denen sie zusammenarbeitete, lobten ihrer Klugheit und Freundlichkeit. Die Kosten, die sie verursacht, werden reichlich durch die Mehreinnahmen im Tourismus aufgewogen, die sie und mit ihr Zusammenhängendes einbringen - eine "lebendige" Monarchie ist eben was anderes als das Vorzeigen von Schlössern, deren "rechtmäßige" Bewohner schon lange verbürgerlicht anderswo leben, enthoben aller Ämter und staatlicher Würden.
    Lang lebe die Königin!
  5. #24

    Zitat von Tuxeedo Beitrag anzeigen
    Corgis sind das, walisische Hütehunde.

    Tja, und da kann man schon neidisch werden - oder sich schämen wegen des parteipolitischen Geschachers, das uns ein Staatsoberhaupt beschert, das keiner wollte.
    Naja. eine Person fällt mir schon ein, die Wulff als BP wollte.
  6. #25

    ach jeh

    Zitat von Anthrophilus Beitrag anzeigen
    ... zu Ihnen macht sie keinerlei Gebrauch davon.

    Lissy hat das Beste aus der Last gemacht, die man ihr vor sechzig Jahren auf die jungen Schultern legte. Sie diente ihrem Land und Ihrer Familie nach bestem Wissen und Gewissen. Alle Premierminister, mit denen sie zusammenarbeitete, lobten ihrer Klugheit und Freundlichkeit. Die Kosten, die sie verursacht, werden reichlich durch die Mehreinnahmen im Tourismus aufgewogen, die sie und mit ihr Zusammenhängendes einbringen - eine "lebendige" Monarchie ist eben was anderes als das Vorzeigen von Schlössern, deren "rechtmäßige" Bewohner schon lange verbürgerlicht anderswo leben, enthoben aller Ämter und staatlicher Würden.
    Lang lebe die Königin!
    geht's noch etwas devoter? "auf ihre jungen Schultern legte" .... damals schulterten wohl 9 von 10 jungen Frauen mehr Last, das Nachkriegs-GB wiederaufzubauen, und das ganz ohne Hofstaat und Sekretär und Chauffeur und Finanzsorgenfreiheit ...
    Themse-Lilly hat gemacht, was man ihr sagte, gelächelt, gewunken, Hände-gschüttelt als man es ihr sagte, sich angezogen wie man ihr sagte, Bänder durchgeschnitten wann und wo man es ihr sagte und dabei von anderen Leuten geschriebene Reden vom Blatt abgelesen und ansonsten klugerweise den Mund gehalten.
    Platt gesagt: das kann jeder halbdebiler Vollpfosten, sofern er/sie dabei noch einigermaßen fotogen gut ausschaut.

    Dass die Queen ihre Meinung nicht äußert hat einen staatstheoretischen Grund. "The King can't do wrong" als eine Grundsäule der englischen Staats-Verfasstheit hat u.a. die furchtbare Konsequenz, dass der König / die Queen keine "Meinung" hat, sondern als Souverän urteilt.

    Wo da die "Leistung" liegen soll, ist mir schleierhaft.
  7. #26

    Unsere Lissy wird mit freundlichem Lächeln ihre huldreiche ...

    Zitat von autocrator Beitrag anzeigen
    geht's noch etwas devoter? "auf ihre jungen Schultern legte" .... damals schulterten wohl 9 von 10 jungen Frauen mehr Last, das Nachkriegs-GB wiederaufzubauen, und das ganz ohne Hofstaat und Sekretär und Chauffeur und Finanzsorgenfreiheit ...
    Themse-Lilly hat gemacht, was man ihr sagte, gelächelt, gewunken, Hände-gschüttelt als man es ihr sagte, sich angezogen wie man ihr sagte, Bänder durchgeschnitten wann und wo man es ihr sagte und dabei von anderen Leuten geschriebene Reden vom Blatt abgelesen und ansonsten klugerweise den Mund gehalten.
    Platt gesagt: das kann jeder halbdebiler Vollpfosten, sofern er/sie dabei noch einigermaßen fotogen gut ausschaut.

    Dass die Queen ihre Meinung nicht äußert hat einen staatstheoretischen Grund. "The King can't do wrong" als eine Grundsäule der englischen Staats-Verfasstheit hat u.a. die furchtbare Konsequenz, dass der König / die Queen keine "Meinung" hat, sondern als Souverän urteilt.

    Wo da die "Leistung" liegen soll, ist mir schleierhaft.
    ... winkende Hand segnend über das Land schwenken, wenn Sie schon lange Ihr zeterndes Wesen in einen Rollstuhl gebettet, Pflegekräfte bekrittelnd, das Wasser kaum haltend, ausgemosert haben.

    Lissy ist eine große Dulderin, ihre Leistung ist weniger ihr Tun als ihr Sein. Sie erträgt und erfüllt die Ihr auferlegte Position mit Würde und Anmut, wie es Ihnen sicherlich kaum gelänge.

    Es gibt Könige und Keifer, zuweilen in einer Person. Sie ist nur Königin, Sie erscheinen hier eher wie das zweite.