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35 Jahre unschuldig im Gefängnis: "Ich dachte, ich müsste sterben. Oder jemanden töte

Er hatte angeblich einen Jungen vergewaltigt, wurde trotz Alibi verurteilt - und saß 35 Jahre lang unschuldig in einem US-Knast. Jetzt ist James Bain frei. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview spricht der 54-Jährige über seine Zeit hinter Gittern und seine Probleme, sich in der Freiheit zurechtzufinden.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...685830,00.html
  1. #70

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    Zitat von DaLanXiong Beitrag anzeigen
    Also Leute, die Augen auf beim Lesen.
    Der bedauernswerte Mann bekam 50.000$ Entschädigung pro Jahr. Wie er selber sagt bekommt er 1,75 Mill Dollar.
    Auch wenn das Leben im Knast .....
    Das würde ich nicht sagen.
    Denn wenn Sie den in meinen Augen absurden Vergleich mit einem regulären Arbeitseinkommen ziehen wollen, hätte er (wenn schon denn schon) eine Mittagspause vom Knast haben müssen und hätte Abends heim zu seiner Familie gekonnt. Er hätte Urlaub nehmen können und hätte zum Arzt seiner Wahl gehen können.

    An alle, die auf die Dollars schielen: Wandert in die USA ein und sorgt dafür, dass Ihr fälschlicherweise als Kinderschänder verurteilt werdet. Schon nach 35 Jahren in einem US-Gefängnis seid Ihr reich. Sofern das mit Eurem Unschuldsnachweis klappt.

    So etwas kann man mit Geld nicht gut machen. Auch nicht mit 5 Millionen. Dass sich der man frei gemacht hat von Hass und Schuldzuweisungen ist reiner Selbstschutz. Anders könnte er das vermutlich nicht ertragen.
  2. #71

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    Zitat von frubi Beitrag anzeigen
    Ich glaube, dass ich in der ersten Woche an Reizüberflutung sterben würde. Je nachdem wie und wo der eingesperrt war hatte der noch nicht einmal Zugang zu einem PC, geschweige denn zum Internet. Wenn der erst einmal Youporn entdeckt hat dann ist der für eine Woche nicht ansprechbar.
    Ich glaube, da wäre er nicht der erste, der von der neuen Realität überfahren wird. Was der jetzt erlebt ist ein Kulturschock hoch Zehn.

    Zitat von frubi Beitrag anzeigen
    Das der Typ keine Wut verspürt ist nachvollziehbar. Nach 35 Jahren ist die Wut abgebaut. Schade eigentlich. Ich könnte es durchaus verstehen, wenn er sich entweder bei dem damaligen Opfer oder dem Richter "bedanken" würde.
    Ich glaube, er hat gar keine andere Chance. Wenn er Wut zulassen würde und über die Jahre zugelassen hätte, wäre er vermutlich ein Fall für die Geschlossene.
  3. #72

    "Zyniker"?

    Zitat von abryx Beitrag anzeigen
    Ich möchte die Zyniker sehen, die "hier" rufen, um für 50.000 USD im Jahr in den US-Knast gehen und dann feststellen, daß sie die nächsten 10-30 Jahre täglich 23 Stunden vollkommen isoliert sind, mit niemanden sprechen dürfen und ohne jegliche Ablenkung wie Bücher, Zeitungen und anderen Betätigungen ihre 3 qm Edelstahlzelle ohne Einrichtung (ausser Bett)und Fenster nur bei künstlichem Dauerlicht verbringen werden, wobei dann über Wochen hinweg die nahrhaftesten Speisen aus 2x täglich Tunfischsandwich bestehen können.

    Das übersteht niemand ohne ernsthaften Schäden!
    Es gibt hier Foristen, die solche Zustände allen Ernstes noch für eine Verhöhnung der Opfer halten.
  4. #73

    Immerhin richtig verstanden.

    Zitat von scoopx Beitrag anzeigen
    Wenigstens "kurtwied" faßt sich ein Herz, wo doch die berüchtigten eifernden Rechtspopulisten wie "montanabear" oder "Hank Calloway" bei diesem Thema kneifen.

    Halten wir einmal fest: Der Mann wurde verurteilt aufgrund der Aussage des Opfers. Aussagen von Opfern, insbesondere solchen von Sexualverbrechen, sind sakrosankt. Das gilt umso mehr, je jünger die Opfer sind, und auch dann, wenn die Aussagen mit Wildwasser-Methoden zustande gekommen sind.


    Das Racheprinzip ist abscheulich und hat im Strafrecht eines zivilisierten Landes nichts verloren. Und, ja das ist so: es ist dennoch durch und durch US-amerikanisch. Europäische Konservative sprachen höchstens von "Sühne", und das ist etwas anderes, denn wer gesühnt hat, dem wird vergeben. Bei den Amerikanern dagegen ist bekannt, daß sie sich als Zuschauer bei Hinrichtungen an den Händen fassen uns skandieren: "burn, burn in hell!"
    Sehen Sie - weil Ihnen die Erfahrung mit Hinterbliebenen z.B. von SPON vorenthalten werden, sind für Sie eben die Amis (außer Obama) rachsüchtige Neanderthaler. Sie können es nicht besser wissen - und es fühlt sich ja auch gut an.

    Auch im Deutschen Strafrecht ist die Sühne das Hauptmotiv der Strafverfolgung.

    Aber immerhin haben Sie meinen Kommentar richtig gelesen - im Gegensatz zu den anderen:
    "Ja, schlimmes Einzelschicksal - aber wäre es nicht mal wichtig einen Bericht über das Leben von Opfern von Straftaten bzw. ihren Hinterbliebenen zu machen ..."
    Mir ist klar, dass dem Unrecht geschehen ist - die Frage ist nur, was ein Bericht darüber sagen will ...? Was ist das Berichtenswerte? Was will man sagen? Zeugen darf nicht mehr geglaubt werden? Straftäter sind keine - sondern im Gefängnis sitzen eigentlich nur unschuldige Opfer von einem rachlüsternen Staat/System? Oder eben Opfer von Sexualstraftaten wollten es im Grunde doch und lügen meist?
    Komisch, dass es keinem sonst auffällt, dass sich die Priorität der Berichterstattung in Richtung eitler Befriedigung der selbstgerechten "Systemkritiker" verschoben hat.








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