Der Fall des Freihern mag krass sein, was die Quantität der wörtlich kopierten Textbausteine angeht.
Ich habe schon früher in SPON Beiträgen die Hypothese vertreten, dass dieses Nacherzählen von
Texten unbewusste Konflikte beim Freiherrn verursachthat, weil dieses Paraphrasieren mit seinem adeligen Ethosund Anstand einfach nicht vereinbar sein könnte.Deshalb glaubte ich ihm stets , dass er mitnichten bewusst vorsätzlich gehandelt hat.
Bei einer guten Doktorarbeit im Fach Verfassungsrechtkönnen 85% des Textes zitiert aus fremder Quelle stammen,
um den aktuellen wissenschaftlichen Stand zu beschreiben.(nach Prof. Löwer, Uni Bonn, siehe SPON)
Das weite Feld der Inhaltsplagiate bleibt aber ein grundsätzlichesProblem. Viele Texter und Autoren werden Opfer von Plagiaten:
Es wird (inhaltlich) kopiert, plagiiert und geklaut,was das Zeug hält ... Deshalb fand ich das Fremdschämen
der Frau Schavan im Freiherrn Fall als übertrieben.
Im Fall Schavan sind Fachwissenschaftler aufgerufen,die Doktorarbeit der Frau Schavan sich durchzulesen
und solche inhaltlich kopierten Textstellen dem Teamvon Schavanplag mitzuteilen. Das sind sie der Reinheitder Wissenschaft einfach schuldig.
Dieses zitierte "Paraphrasieren" von wissenschaftlichen Arbeitenwird in Doktorarbeiten von vielen Professoren erwartet, da
umfangreiches selbstständiges Denken des Doktorandenoft gar nicht erwünscht ist.
Warum Frau Schavan die Anonymität aufheben will istmir schleierhaft. Wenn es sich um einen Angehörigen desWissenschaftsbetriebs handelt, dann hat dieser berufliche Repressionen zu befürchten. Theologen sindgefragt, die ihrem Gewissen folgen wollen.
Das wird jetzt echt spannend.Die Umsetzung der Bologna Reformen hat die deutscheUniversität um Jahrhunderte geistig und moralisch zurückgeworfen.
Deutschland als rohstoffarmes Land mit schlechten
landwirtschaftlichen Böden und einem ungünstigem Klima kann
sich diese wissenschaftliche Dünnbrettbohrerei nicht leisten.
Wir sind nicht in Amerika!

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