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30 Jahre Musik-CD: Vom Goldesel zum Auslaufmodell

Noch ist die CD allgegenwärtig, doch ihre Zeit läuft ab. Die 30 Jahre der Compact Disc sind die faszinierende Geschichte einer Technologie, die die Welt veränderte - und in sich den Schlüssel zum eigenen Niedergang trug.

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadge...757347,00.html
  1. #1

    CD als Auslaufmodell

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Noch ist die CD allgegenwärtig, doch ihre Zeit läuft ab. Die 30 Jahre der Compact Disc sind die faszinierende Geschichte einer Technologie, die die Welt veränderte - und in sich den Schlüssel zum eigenen Niedergang trug.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/gadge...757347,00.html
    Was will uns der durch die Musikwirtschaft "gesponsorte" Artikel sagen? Du kleiner lästiger Goldesel, äh Konsument; jetzt haben wir dich 30 Jahre gemolken, dir qualitativ minderwertige Ware zu einem horrenden Preis angedreht, dich gezwungen neue Geräte anzuschaffen und nun haben wir, die Musikindustrie entschieden, dass das alles ein Ende hat und wir dir ein neues Format aufdrängen wollen!
    Ohne mich, liebe Freunde. Ich habe meine Platten und den Plattenspieler mit dem unvergleichlichen natürlichen Klang hinübergerettet und werde bis in die Kiste dabei bleiben. Einen Download von noch schlechterer Qualität als die CD gegen Geld aktzeptiere ich nicht. Denn dabei würden die Musikmanager ja sattere Gewinne einfahren da die Marge hier noch höher ausfällt.
  2. #2

    Zwei Formen von Musikkonsum

    Die CD mag für den Otto-Normal-Chartkosumenten ein Auslauf-Modell sein, für den leidenschaftlichen Musikhörer, der sein Hobby in Form von Alben als Gesamtkunstwerk auslebt, sind die nach wie vor unabdingbar.
  3. #3

    Totgesagte leben länger

    Kann dem Vorredner nur zustimmen. Eine gut gepflegte Schallplatte, auf halbwegs anständigem Equipment abgespielt, klang und klingt viel besser als jede CD. Und während der CD-Absatz kontinuierlich zurückgeht, steigen die Verkaufszahlen des seit 30 Jahren totgesagten Vinyls steil an. Download hin oder her - an die analoge Musikwiedergabe kommt qualitativ so schnell kein digitales Format heran.
  4. #4

    Es wurde aber auch Zeit!

    In den Anfängen rechtfertigte die Industrie den Preisunterschied zwischen Platte (19,99 DM) zur CD (29,99 DM) mit den riesigen Investitionen für die neue Produnktionsinfrastruktur. Man versprach, dass die CD einmal viel billiger sein werde, denn der Produktionsaufwand und der Vertrieb (kleiner) sind deutlich geringer als bei der LP. Statt dessen zogen die Preise aber an! Der Musikkonsument wurde also über Jahre kräftigst gemolken und es sind Krokodilstränen, die die Abzocker vergießen, wenn über einbrechende Umsätze wegen der (Raub-)Kopiererei geklagt wird.
    Die Musikndustrie hat hier aber keinen Formatwechsel "entschieden" - sie läuft dem Zug hinterher, der schon vor über 10 Jahren abgefahren ist! Hätte sie früher damit begonnen, ihre Ware zeitgemäß feilzuhalten und sich nicht zwischenzeitlich selber solche Stolpersteine wie DRM in den Weg gelegt, wäre der "Schaden" deutlich kleiner.

    @ Niamey: Das Auflegen einer Schallplatte hat schon etwas Zeremonielles, aber der subjektiv empfundene Qualitätsvorteil gegenüber der CD ist der verfahrensbedingten, eingeschränkten Dynamik (ca.80dB von leisester zu lautester Stelle) der Platte geschuldet. Die CD ist mit ihren möglichen 120 dB da viel näher am Original dran. In der Digitaltechnik steht und fällt natürlich alles mit den D/A-Wandlern und ein billiger CD-Player darf dann natürlich nicht als Vergleichsreferenz dienen! Das Gleiche gilt für die Kopfhörerbuchsen der Ipods oder Laptops > das ist NICHT mp3!

    Aber nochmal Musikindustrie:
    Eigentlich muss man heutzutage gar nicht mehr über Qualität der versch. Tonträger diskutieren. Durch den Loudness war http://de.wikipedia.org/wiki/Loudness_war wurde über die letzten 15 Jahre die Dynamik schon bei der Musikproduktion extrem zusammengestaucht, um subjektiv lauter empfunden zu werden, als die Produktionen der Mitbewerber.
    Also unabhängig ob Platte, CD oder mp3 , die Qualität ist schon lange im Eimer!
  5. #5

    So viel zu dem Wissen der Insider...

    Die Aussage des anonymen sogenannten Insiders sollte man sehr kritisch sehen:

    "Hinterhertrauern muss man der CD nicht unbedingt: Schließlich ist es eine 30 Jahre alte Technologie, die bei weitem nicht die bestmögliche Qualität bietet. "Es ist schon wahnwitzig", sagt ein Brancheninsider. "Erst geben manche Künstler Millionen aus, um im Studio den bestmöglichen Sound zu bekommen - dann flachen wir ihn ab für die CD. Und dann drücken die Leute die Qualität nochmal für ihre MP3-Player." "

    Die CD bietet eine Auflösung von 16 Bit bei einer maximalen Frequenz von 22050 Hz. Das ist besser als das menschliche Gehör es verlangt, zumal das durchschnittliche oder gar das von selbsternannten Experten, die im fortgeschrittenen Alter - und damit mit einer Hörgrenze von ca. 8000 Hz meinen, die Feinheiten kämen nur bei der Schallplatte richtig heraus.
    Innerhalb der letzten 30 Jahre hat die menschliche Evolution es nicht geschafft, das Gehör signifikant zu verbessern, daher wird die Auslegung der CD wohl noch ein paar 10000 Jahre ausreichen...

    Richtig ist, dass im Studio mit höheren Bitraten und Auflösungen gearbeitet wird. Das ist aber nur notwendig, weil durch das Zusammenmischen der Spuren Information verloren geht. Die Muskindustrie hat vor ein paar Jahren schon mal den Versuch gestartet, auf die Audio-CD eins draufzusetzen, um den Goldrausch des Übergangs von der Schallplatte auf die CD zu wiederholen. Erinnert sich noch jemand an die Super-Audio-CD?
    Die Qualität wird nicht durch die Anpassung des Signals auf CD-Format gedrückt, sondern durch den gnadenlosen Einsatz des Kompressors, der jede Dynamik in subtil eingespielten Stücken zunichte macht.

    Ob die Qualität eines Stücks bei der Umwandlung ins MP3-Format leidet, hängt wiederum sehr von der Bitrate ab. Bei dem sehr aufschlussreichen Hörtest der Zeitschrift c't vor einigen Jahren konnte nur ein Teilnehmer mit Hörschaden die MP3s von den CD-Stücken zuverlässig unterscheiden. Viel größeren Einfluss auf die Klangqualität haben da billige Kopfhörer, winzige iPod-Lautsprecher oder schlechte Boxen.

    Die CD als physikalischer Datenträger mag in die Jahre gekommen sein, aber das Datenformat wird noch lange Gültigkeit haben.
  6. #6

    ---

    Zitat von Niamey Beitrag anzeigen
    Ohne mich, liebe Freunde. Ich habe meine Platten und den Plattenspieler mit dem unvergleichlichen natürlichen Klang hinübergerettet und werde bis in die Kiste dabei bleiben. Einen Download von noch schlechterer Qualität als die CD gegen Geld aktzeptiere ich nicht.
    Jetzt seien Sie doch nicht so widerborstig. Wir geben doch schon seit Jahren unser Bestes, die Produktionen sukzessive schlechter klingen zu lassen, und Sie verweigern sich mit Verweis auf besser klingende Medien. Glauben Sie uns: Wenn wir den Sound erst richtig ruiniert haben, dann ist es völlig egal ob Sie für einen Download zahlen oder ob wir Sie anders über den Tisch ziehen.

    Ällebätsch.
    Ihre Musikindustrie
  7. #7

    CD in die Jahre gekommen?

    Zitat von wenig_wisser Beitrag anzeigen
    Die CD als physikalischer Datenträger mag in die Jahre gekommen sein
    Das sehe ich noch nicht mal so, daß die CD in die Jahre gekommen ist. Das wird der CD doch jetzt schon 10 Jahre oder sogar mehr prophezeit.

    Die CD bietet immer noch einige (u.a. auch im wahrsten Sinne des Wortes) handfeste Vorteile gegenüber den im Moment angebotenen Downloads.

    Das wären z.B. die Möglichkeit des Wiederverkaufs, das haptische Erlebnis (CD, Booklet) immer noch eine bessere Qualität als bei durchschnittlichen Downloads sowie der Umstand, dass die CD quasi schon das Backup ist und man sich auch nicht noch darum kümmern muß. Mal ganz davon abgesehen daß sie oft auch nur - wenn überhaupt - minimal teurer als der Download ist und daß eine CD als Geschenk auch irgendwie besser wirkt als ein Downloadgutschein. ;-)

    Downloads haben gewiß auch nette Vorteile (z.B. die Möglichkeit bestimmte Einzeltitel aus einem Album auszuwählen), aber bislang überwiegen für mich persönlich die Nachteile, weshalb ich mir die möglicherweise sogar verlustrisikobehaftete Download-Fummelei antun sollte.

    Andere, die all das "nicht brauchen", mögen das natürlich anders sehen.
  8. #8

    Totgesagte leben länger

    Als ehemaliger Mitarbeiter bei einem Kopiersoftware-Unternehmen habe ich die Erfahrung gemacht, dass es einen recht großen Kundenkreis gibt, die einen "körperlosen" Download nicht akzeptieren.

    Diese Kunden möchten einen echten Datenträger in der Hand halten können. Ob es nun eine Schallplatte oder eine CD-A oder eine DVD-A ist, das sind Feinheiten.

    Menschen sind Hand-gesteuert. Was man nur am Bildschirm ansehen und nicht selbst in die eigenen Hände nehmen kann, ist nicht so wertvoll wie etwas, das man richtig anfassen kann. Viele Menschen brennen ihre MP3-Sammlung auf CD oder DVD, damit sie wieder etwas zum Anfassen haben.

    Daher wird die CD vielleicht einmal durch einen anderen physikalischen Datenträger abgelöst, der eine bessere Tonqualität und vielleicht mehr Features aufweist, aber das Konzept CD wird nicht verschwinden.
    Auf jeden Fall wird es immer viele Kunden geben, die Download-Musik quasi als wertlos ansehen.

    Auch wenn ich Musik meistens via Audio CD oder MP3 konsumiere, bin ich auch der Meinung, dass die klassische Schallplatte, wenn sie richtig gepresst wurde, viel besser klingt. Allerdings ist sie zu unhandlich und zu schnell zerkratzt.

    Bezüglich Apple iTunes... hier gibt man seine Musiksammlung einem Unternehmen in die Hände, das eines der härtesten Vertreter von DRM und Urheberschutz ist. Es würde mich nicht wundern, wenn jedes iTunes einen Trigger eingebaut hat, mit dem Apple via Serverbefehl jedes beliebige Musikstück - oder die gesammte Sammlung - auf der Festplatte sperren oder löschen kann.
  9. #9

    Logic Pro

    Zitat von einszweidrei Beitrag anzeigen
    Als ehemaliger Mitarbeiter bei einem Kopiersoftware-Unternehmen habe ich die Erfahrung gemacht, dass es einen recht großen Kundenkreis gibt, die einen "körperlosen" Download nicht akzeptieren.

    Diese Kunden möchten einen echten Datenträger in der Hand halten können. Ob es nun eine Schallplatte oder eine CD-A oder eine DVD-A ist, das sind Feinheiten.

    Menschen sind Hand-gesteuert. Was man nur am Bildschirm ansehen und nicht selbst in die eigenen Hände nehmen kann, ist nicht so wertvoll wie etwas, das man richtig anfassen kann. Viele Menschen brennen ihre MP3-Sammlung auf CD oder DVD, damit sie wieder etwas zum Anfassen haben.

    Daher wird die CD vielleicht einmal durch einen anderen physikalischen Datenträger abgelöst, der eine bessere Tonqualität und vielleicht mehr Features aufweist, aber das Konzept CD wird nicht verschwinden.
    Auf jeden Fall wird es immer viele Kunden geben, die Download-Musik quasi als wertlos ansehen.

    Auch wenn ich Musik meistens via Audio CD oder MP3 konsumiere, bin ich auch der Meinung, dass die klassische Schallplatte, wenn sie richtig gepresst wurde, viel besser klingt. Allerdings ist sie zu unhandlich und zu schnell zerkratzt.

    Bezüglich Apple iTunes... hier gibt man seine Musiksammlung einem Unternehmen in die Hände, das eines der härtesten Vertreter von DRM und Urheberschutz ist. Es würde mich nicht wundern, wenn jedes iTunes einen Trigger eingebaut hat, mit dem Apple via Serverbefehl jedes beliebige Musikstück - oder die gesammte Sammlung - auf der Festplatte sperren oder löschen kann.
    Inzwischen gibt es allerdings auch Download-Formate, die eine bessere Klangqualität als CDs bieten. Sie gelten als Zukunftsträger.

    Was sind das für Download-Formate, kann das jemand sagen?

    danke


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