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25 Jahre "Graceland" von Paul Simon: "Ich habe in einer Seifenblase gelebt"

DPASie küssten und schlugen ihn - und machten ihn reich: Mit "Graceland" legte Paul Simon eines der erfolgreichsten Pop-Alben hin - und entfachte eine Kontroverse über den Umgang mit der Apartheid in Südafrika. Im Interview spricht der Musiker über Fehler, Anfeindungen und Bombendrohungen.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...834898,00.html
  1. #20

    Zitat von max.flügelschmied Beitrag anzeigen
    Eddy Grant war immer aus der Abteilung Spass. Wenn man seine Best Of CD hört ist es eine schöne CD. Macht Spass.
    Wenn man sich den Text von "Gimme Hope Jo'ana" anhört, gehts da aber eher nicht um Spaß... soll man sich nicht täusen lassen, nur weil die Musik direkt in die Beine geht.
  2. #21

    Musik aus/über Südafrika

    gab es in den 80ern nicht nur von Paul Simon und dem Album "Graceland". Mit Johnny Clegg und Miriam Makeba waren da schon weitere erfolgreiche Vertreter vorhanden. Auch nicht zu vergessen, der Verbreiter von "world music", Peter Gabriel und sein Song "Biko" von 1980, den er später sogar auf deutsch sang.

    Während aber so manche Musiker Südafrika boykottierten, kritisierten und sich weigerten dort aufzutreten (Beispiel "Sun City" von Artists United against Apartheit 1985), hatte Paul Simon den Mut genau dort aufzutreten und zwar zusammen mit schwarzen Musikern...
  3. #22

    Politisch unbedarft

    Laut Wikipedia hat Simon (Nachfahre ungarischer Juden) 1971 als Jurymitglied eines Gesangwettbewerbs Marianne Rosenberg (Tochter eines Auschwitz-Überlebenden) keine Punkte gegeben, weil sie aus Deutschland kam.

    Man muss dem Mann wohl tatsächlich eine gewisse Tolpatschigkeit in politischen Dingen abnehmen. Die Musik ist aber gut.
  4. #23

    Gutes Beispiel...

    Zitat von theater-mensch Beitrag anzeigen
    1965 hat Harry Belafonte ein wunderschönes Duett-Album mit Miriam Makeba veröffentlicht, nachdem er zuvor 5 Alben der exilierten Afrikanerin produziert und/oder initiiert hatte. Und 1972 krönte er sein Südafrika-Engagement mit seiner besten Platte überhaupt: "Belafonte live!", ein fantastisches Doppelalbum, auf dem Ol' Harry der unglaublichen Letta Mbulu - ebenfalls aus Südafrika vertrieben - vier Solo-Songs gab. Es ist nicht nur einer der besten Konzertmitschnitte aller Zeiten (erstaunlicherweise noch nie auf CD erschienen - da muss wohl rechtlich irgend etwas quer liegen), sondern der seinerzeit faszinierendste Einblick in die vibrierende Kraft afrikanischer Musik. Das alles fand zwar in den USA bzw. in Kanada statt (das Live-Album wurde in Toronto mitgeschnitten), aber die Wirkung war immens: Diese südafrikanischen Künstlerinnen machten strahlend klar, wie dumm und dumpf der staatlich verordnete Rassismus des südafrikanischen Regimes war und wie unsinnig die Unterstellung, AfrikanerInnen seien zu Hochkultur nicht fähig. Nicht vergessen werden darf, welche miese Rolle damals CSU-Boss Franz Josef Strauß spielte, unterstützt von etlichen prominenten CDU-Granden.
    "Graceland" baute also auf auf einer feinen und starken Traditionslinie - auch darum wurde es so unglaublich gut. Schön, dass Paul Simon im Interview an Belafonte erinnert. An Strauß's unrühmliches öffentliches Getrommel für die weißen Apartheit-Faschisten muss hierzulande erinnert werden, weil sich in den letzten Jahren so eine Art Heiligsprechungsnebel um den Bajuwaren auszubreiten beginnt!
    Mit gutes Beispiel" meine ich sie!

    Sie entsprechen genau jenem simplifizierenden, politisch korrekten Gut-Menschentum um das es hier geht! Da wird die Banalität, dass Rassismus völlig inakzeptabel ist aufgeblasen, bis zum geht nicht mehr. Ohne jegliche Folgen! Wer damals dabei war, der weiss wieviele deutsche Firmen dort unten trotzdem Geschäfte gemacht haben, während man die nützluichen Idioten demonstrieren liess, die natürlicn nicht das geringste erreicht haben, aber sich wenjkgstemns ganz toll finden konnten.

    Zu denken solte ihnen vielleicht auch der Satz von Paul Simon geben, der nun mal leider auch heute noch wahr ist:

    "..dass sie (der ANC) auch nicht besser seien als all die etablierten Politiker, zu denen sie eigentlich eine Alternative bieten wollten."
  5. #24

    ...

    Zitat von allessollanderswerden Beitrag anzeigen
    Leider wird "das Besondere" am Werk Paul Simons hier in Deutschland viel zu wenig gesehen und beachtet. Er wird immer noch auf Simn & Garfunkel reduziert, obwohl alles, was danach kam, ganz ganz große Musik war und ist. ...
    Das bestreitet doch niemand!
    Dennoch: Ohne Art Garfunkel, und somit Simon & Garfunkel, wäre Paul Simon nicht das, was er heute ist!
    Und Simon & Garfunkel gehört mit zum Besten, was die Musik jemals hervorgebracht hat.
    Paul Simon hat alleine nie wieder den Erfolg erreicht, den er mit Art Garfunkel zusammen hatte. Das macht seine Musik nicht schlechter, aber es erklärt auch, warum man Paul Simon IMMER mehr mit Simon & Garfunkel in Verbindung bringen wird.
  6. #25

    Zitat von theater-mensch Beitrag anzeigen
    Nicht vergessen werden darf, welche miese Rolle damals CSU-Boss Franz Josef Strauß spielte, unterstützt von etlichen prominenten CDU-Granden.
    "Graceland" baute also auf auf einer feinen und starken Traditionslinie - auch darum wurde es so unglaublich gut. Schön, dass Paul Simon im Interview an Belafonte erinnert. An Strauß's unrühmliches öffentliches Getrommel für die weißen Apartheit-Faschisten muss hierzulande erinnert werden, weil sich in den letzten Jahren so eine Art Heiligsprechungsnebel um den Bajuwaren auszubreiten beginnt!
    Sie übersehen, dass die Apartheid in der breiten Bevölkerung in Deutschland nicht strikt abgelehnt wurde. Es gab hierzulande nur relativ wenig Unrechtsbewusstsein über das politische System in Südafrika. Man hat das Embargo formell mitgemacht; Exporthäuser haben es jedoch umgangen, indem sie die Ware einfach über Umwege verschifft oder falsch deklariert haben. Auch hierbei gab es kein Unrechtsbewusstsein, das war gängige Praxis.
    Ganz normale Durchschnittsbürger schwärmten über Südafrika, fanden das System gut. Das waren keine Neo-Nazis bzw. Rechtsextreme. Beispiel: eine Frau, die ich in 1985 in Norddeutschland kennenlernte. Sie war 28 und hatte vor kurzem Südafrika besucht. Sie beschrieb das Land voller Begeisterung und meinte, dass die Schwarzen eben anders nicht leben könnten. Sie war eine typische moderate CDU-Wählerin aus der oberen Mittelschicht, Mutter von zwei Kindern. Ähnlich äußerten sich damals auch ältere Geschäftsleute - nicht hinter vorgehaltener Hand sondern ganz offen. In den konservativeren Kreisen herrschte in Deutschland ein gesellschaftlicher Konsens darüber, dass das südafrikanische System völlig in Ordnung sei, ja sogar passend, um die schwarze Bevölkerung unter Kontrolle zu halten. Dass Sie nun FJS zum alleinigen bösen Buhmann hier machen, ist also nicht ganz richtig. So reaktionär war er nun auch wieder nicht.;-)

    Btw: Seit der Veröffentlichung von „Graceland“ dauerte es noch acht Jahre, bis die Apartheid abgeschafft wurde, also sollte man die „Wirkung“ im Nachhinein nicht zu sehr verklären.


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