119,9 Millionen Dollar für Munch-Bild: Zum Schreien teuer

AFPGebräunt, gebleicht, geliftet. Die ganze High Society von Manhattan schien auf den Beinen, als es bei Sotheby's zur Rekord-Auktion kam: Edvard Munchs "Der Schrei" wechselte für bislang nicht dagewesene 119 Millionen Dollar den Besitzer - die Botschaft des Vorbesitzers ging dabei fast unter.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...831065,00.html
  1. #60

    Zitat von Izmi Beitrag anzeigen
    Mir wird richtig, richtig, richtig übel, wenn im Zusammenhang mit einer über 100-Millionen-Dollar-Versteigerung das "Saus-und-Braus-Leben" der Menschen, die von HartzIV leben müssen, herausgestellt wird.
    Da bleiben einem die Worte weg bei soviel Ignoranz...
    Üben Sie doch Nachsicht. Es ist davon auszugehen, dass das Bild von einem Milliardär gekauft wurde. Diese werden heute verehrt und bewundert wie Teenie Idole wie Justin Bieber von kleinen Mädchen angehimmelt werden, dabei seien sie zum Großteil stinkend langweilig, so Stephen King, der faire Besteuerung der Reichen verlangt. Bei derlei Vergötterung der Superreichen verschieben sich leicht die Relationen der rauhen Wirklichkeit. So kann sich doch der Durchschnittsbürger dann stellvertretend einen Moment im Glanz des Ruhms sonnen und damit die Defizite des grauen Alltags kompensieren.
  2. #61

    Zitat von boeseHelene Beitrag anzeigen
    auch wenn ich nicht viel für moderne Kunst übrig, habe finde ich die Empörung über den Preis schon komisch, da sitzen Leute vor ihren Computer und Smartphones und regen sich darüber auf was andere mit ihrem Geld machen, selber haben sie aber einen Lebensstil der für andere Menschen durchaus auch als Luxus gilt ;)
    Ach so, man sollte also ein Millionär oder ein bitterarmer Bettler sein, um neuerdings seine Meinung über die absurde Preisentwicklung in der Kunst äußern zu dürfen. So, so.
    Ich kann mich noch daran erinnern, als die Sonnenblumen von van Gogh in 1987 bei Christies' in London für 24,75 Mio. Pfund versteigert wurde, iÜ von einem Japaner. Das war damals eine kleine Sensation.

    Nun, man darf sich ja wohl wundern dürfen, wenn es den Normalbürgern überall in den USA und in Europa so schlecht geht, wie es denn möglich ist, dass eine kleine Minderheit von Menschen es gleichzeitig schafft, die ohne die anderen all das auch nicht geschafft hätten, immer reicher wird.
    Oh, ich vergaß: Im Gegensatz zu der Krise der 20er Jahre des 20. Jhs., als die Banker und Industrie-Magnate reihenweise pleite gingen bzw. Selbstmord begangen, werden diese heute von den Bevölkerungen durch allerlei Rettungspakete gerettet, damit sie weiterhin solche Bilder kaufen können. Klar, dass das dumme Volk dabei lieber den Mund halten sollte ...
    :->
  3. #62

    Endlich ein wahres Wort!

    Zitat von Till.Wollheim Beitrag anzeigen
    Das Geld was den Staaten, Menschen und Mittelständlern fehlt taucht allmählich wieder auf. Klar - war das Gerede vom "Geldvernichten" ja auch ein Ablenkungsmanöver. Es gab nie große Scheiterhaufen wo Milliarden verbrannt wurden. Das Geld wurde nur weggesaugt durch die Kapitalmafia! Jedes Wasser, das versickert taucht allmählich wieder auf - zB in kranken Preisen für Bilder! Dieses Bild ist echt 20'000 € Wert. Alles darüber hat nichts mit der Kunst zu tun - sondern alleine mit einer Form von Geldwäsche und -Anlage.
    Ich kann es nicht mehr hören - dieses scheinheilige "anti-Neid" - Gerüge und die Rechtfertigungen des rechts auf die ach so tollen Kulturgüter.

    Wer 119 Mio für ein Bild ausgibt - hat das Geld nicht ehrlich verdient oder/und wäscht Geld - im besten Falle ist es das Geld in Sicherheit zu bringen, da man ein rares, einmaliges Kulturgut kauft und damit seine Millionen in Sicherheit bringt - während Milliarden Menschen täglich ums Überleben kämpfen.....