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1000 Fragen: Wie sterben Sprachen?

Sprache kann verbinden, trennen - und der Tod einer Sprache kann sogar traumatisieren. Derzeit gibt es etwa 6000 verschiedene Sprachen, ein Drittel davon ist bedroht. Aber warum sterben Sprachen aus?

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...777771,00.html
  1. #150

    Was ist Serbokroatisch?

    Zitat von daniel.pfeiffer Beitrag anzeigen
    Lieber Josip,

    mit Deinem Ansatz damals noch Serbokroatisch als inoffizielle Vorrangsprache einzuführen, hast Du eine der Wurzeln eines blutigen Krieges gelegt.
    Mit Sicherheit nicht. Sowohl Jugoslawien als auch Serbokroatisch gab es vor Titos Jugoslawien. Noch heute ist das Kroatische eine slawische Sprache. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass daraan sich irgendetwas ändern wird. Wer Russisch kann und ein ganz klein wenig Übung mit fremden Sprachen hat, kann sich dort prima verständigen. Nur die latainischen Buchstaben im Kroatischen, das schon seit dem 19. Jh. als Serbokroatisch oder Kroatoserbisch (wikipedia) bezeichnet wurde, sind für Russischkenner gewöhnungsbedürftig.
  2. #151

    Zitat von profdocnix Beitrag anzeigen
    Deutsch wäre 1940 ganz ohne Krieg und Zwang zur führenden europäischen Sprache aufgestiegen, wenn die missgünstigen Franzosen, die gierigen Russen und die zynischen Engländer
    Meine Güte, was hier so durchgeht...

    Ansonsten: Die Deutschen haben sich zweimal selbst ins Knie geschossen und humpeln seitdem deswegen hinterher. Und aus welchem Denken dieses selbstschädigende Verhalten jeweils geboren wurde, ist bekannt.

    Kein Grund, sich schon wieder eine Zielscheibe aufs Knie malen zu wollen.
  3. #152

    Zitat von profdocnix Beitrag anzeigen
    Hätte hätte.

    Nur: zufällig haben Deutschland und Österreich all die tollen Philosophen, Dichter und Autoren hervorgebracht und bei England fällt ihnen nur SHAKESPEARE ein, also ein einzelner Ausreißer in all den Jahrhunderten.

    Wie kommt das bloß?

    Könnte es sein, dass eine Sprache auch das Denken strukturiert und bestimmte wertvolle Gedanken eben in bestimmten Sprachen besonders leicht entstehen und in anderen nicht so leicht. Man sich also dort mehr anstrengen muss?

    Unterhaltungsliteratur scheint den Angelsachsen ja gut von der Hand zu gehen. Das wars aber auch.
    a) übertrifft Shakespeare Goethe, Schiller und Konsorten um Längen

    b) Locke, Hobbes, Hume, Berkeley (auch wenn Hume Schotte und Berkeley Ire ist). Man könnte jetzt noch mit Newton, Darwin, Jefferson, Franklin fortfahren.
  4. #153

    Zitat von husker Beitrag anzeigen
    Das ändert doch nichts an dem Fakt, dass es ein ausgesprochener Vorteil wäre, wenn Sprachen konvergieren würden zu einer Gemeinsamen.
    Alle folgenden Generationen hätten durch eine gemeinsame Sprache weit weit weniger Probleme als wir sie zurzeit haben.

    Und natürlich gäbe es auch mit nur einer Sprache immer noch verschiedene Formen von Literatur, Humor und Kunst. Es kommt mir so vor, als fehlte denen, die das verneinen, einfach die Kapazität so weit vorauszudenken.
    Natürlich kann eine gemeinsame Sprache so etwas auch haben. Das ändert allerdings nichts daran, dass uns zahlreiche Varianten verlohrengehen, wenn wir uns nur auf eine Sprache beschränken. Ich habe in meinem Leben 7 verschiedene Fremdsprachen gelernt, teils aus Interesse, teils durch äussere Umstände. Von diesen Fremdsprachen beherrsche ich 3 so, dass ich die unterschiedlichen Denkweisen dieser Sprachen unterscheiden kann und es haben eben nicht alle denselben Humor, dasselbe Verständnis von Kunst, dieselbe Philosophie.
  5. #154

    Begrenztes Weltbild:

    Zitat von profdocnix Beitrag anzeigen
    Hätte hätte.

    Nur: zufällig haben Deutschland und Österreich all die tollen Philosophen, Dichter und Autoren hervorgebracht und bei England fällt ihnen nur SHAKESPEARE ein, also ein einzelner Ausreißer in all den Jahrhunderten.
    Hier ein Liste englischer Philosophen:

    Johannes Scotus Eriugena
    Johann von Salisbury
    John Locke
    Alexander von Hales
    G. E. Moore,
    S. Alexander,
    A.N. Whitehead,
    Russell
    Gilbert Ryle
    John L. Austin

    noch um etliche weitere und wichtige fortsetzbar
  6. #155

    Zitat von testthewest Beitrag anzeigen
    Ich weiss nicht, was daran aufmuntern sein soll. Fehlende Kommunikation kann zu Katastrophen führen.
    Anstatt Irish zu lernen, wärs besser man könnte arabisch oder Mandarin.
    Kleine Geheimsprachen für ein paar tausend Leute - damit die sich besonders fühlen können hilft doch niemand.

    Wer auf dieser Welt eines Tages weniger Krieg und Wahnsinn sehen will, der sollte lieber dafür eintreten, die Zahl der Sprachen zu verringern.

    dass in irlands schulen irish gelehrt wird, geht aus der langen besatzungsgeschichte hervor. ausserdem muss jeder irische beamte irish können.
  7. #156

    Bücherlesen bildet

    Zitat von saddamatus Beitrag anzeigen
    Meine Güte, was hier so durchgeht...
    Ansonsten: Die Deutschen haben sich zweimal selbst ins Knie geschossen und humpeln seitdem deswegen hinterher.
    Lesen Sie mehr ideologiefreie Bücher zum Thema Erster Weltkrieg.

    Es gab keinen Grund für Deutschland, einen Krieg zu führen 1914, außer einem unausweichlichen Angriff der überlegenen Gegner zuvorzukommen.

    Da Deutschland Frieden brauchte für seinen bis dato extrem erfolgreichen Handel, Wissenschaft und Kapital,

    da Deutschland Frankreich erst 40 Jahre zuvor besiegt hatte und sich alles hätte nehmen können, was es wollte,

    da die Feinde ein Vielfaches überlegen waren,

    da die Entente jederzeit ohne eigenen Schaden vom Krieg ablassen konnte, aber Österreich nur unter Gefährdung seiner Einheit von Serbien ablassen konnte,

    da Deutschland England häufig und ernsthaft die Freundschaft angeboten hatte,

    da die Entente massiv aufrüstete und ihre offiziellen Planungen die sichere Vernichtung Deutschlands bedeuteten,

    war es natürlich auch nicht Deutschland das den Krieg suchte, sondern ihm nur die Stirn bot, ihn lieber aktiv führte statt dem Angreifer die Initiative zu überlassen.

    Diese Details können Sie in vielen Büchern zum Thema nachlesen, aber natürlich nicht in ihrem Schulgeschichtsbuch.
  8. #157

    Unvermeidlicher Globalisierungseffekt

    Meine Großeltern haben Platt als allgemeine Alltagssprache gesprochen, meine Eltern konnten es noch fließend parallel zu Deutsch, ich kann es verstehen und ansatzweise sprechen, habe aber wenig Praxis, und meine Kinder können es nicht mehr. So sterben Sprachen! Das finde ich durchaus schade, aber meine Kinder wachsen nun einmal nicht in eine geschlossene bäuerliche Gesellschaft hinein, sondern in eine sich wandelnde mobile Welt.

    Aus heutiger Sicht brauchen meine Kinder: a) gutes Deutsch, b) gutes Englisch als erste Fremdsprache, c) eine weitere große Sprache (z. B. Spanisch) auf mittlerem Niveau und d) einen Wochenendkurs in Esperanto als Demo, dass es durchaus Alternativen zu Globish als Weltsprache gibt.

    Platt wäre Priorität e) im Sinne einer Pflege der eigenen kulturellen Herkunft, aber wie man leicht sieht, bleibt dafür im Grunde keine Zeit. C'est la vie.
  9. #158

    Seele

    Die Sprache ist die Seele dwer Kultur, habe ich neulich gelesen. Volle Übereinstimung:Wo geben wir unsere Sprache auf? In detr Musik? In der Literatur?
  10. #159

    Kulturen und Sprachen

    Kulturen und Sprachen sind schon immer untergegangen. An Stelle immer darauf zu schauen was verloren geht, sollte genauso auf das was entsteht geschaut werden. Wenn Menschen eine Kultur oder Sprache nicht mehr brauchen legen sie sie ab. Sprache ist zwar der Zugang zu einer Kultur und somit für die Forschung von Interesse. Die Menschen selber nutzen die Sprache aber primär zur Kommunikation um Gefühle und Gedanken auszutauschen. Wenn sich dazu eine Sprache nicht mehr eignet, wechseln sie zu anderen Ausdrucksmitteln.








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