Forum: Blogs
1. FC Köln: Solbakken degradiert Podolski
Lukas Podolski verliert die Kapitänsbinde des 1. FC Köln.*Stattdessen*ernannte Trainer Stale Solbakken den brasilianischen Abwehrspieler Pedro Geromel zum neuen Spielführer.
http://www.spiegel.de/sport/fussball...776379,00.html
- #10 25.07.2011 15:28 von
Demokratischer Fussball?
Wieso ist das normal? Ein Kapitän ist der Verteter einer Mannschaft, ähnlich einem Klassensprecher. Der wird auch nicht vom Lehrer gewählt.....
Der Kapitän hat die Mannschaft u.a. gegenüber dem Trainer zu vertreten und da macht es wenig Sinn, wenn eben dieser sein Gegenüber auswählt. - #11 25.07.2011 15:29 von
nuja
Wer sowas schreibt geht eh nicht ins Stadion. Ich kann mich mit der Mannschaft seit langer Zeit endlich mal wieder identifizieren (dank der ganzen Nachwuchsspieler und Neukäufe wie Rensing, Riether und Eichner), dazu brauche ich keinen Poldi als Käptn. Der Käptn soll die Mannschaft gut führen und nicht ein Showkäptn sein der Fans und Medien zufriedenstellt.
Fans sind zufrieden wenn der FC gut spielt und möglichst gewinnt ... mehr braucht es nicht. - #12 25.07.2011 15:50 von Frankenfan
Kann man ihm nicht vorwerfen.
Dass der Prinz etwas einfacher "gestrickt" ist, dürfte inzwischen dem letzten klar sein, der das Vergnügen hatte irgend eins seiner Interviews zu hören. Dass er über die Medien seine Binde verteidigt mache ich ihm nicht einmal zum Vorwurf. Er hat ja bei einem Nationalmannschaftskollegen seiner Gunst sehe können, wie man so etwas erfolgreich durchzieht. Wenn er dann mit diesem Bewusstsein gleiches versucht ist das für mich nachvollziehbar. Aber es fehlt ihn dazu zu dem besagten Beispiel die Eloquenz und die im Vorfeld notwendige Lobbyarbeit bei wichtigen Stellen um so etwas richtig vorzubereiten. Beim Prinz wirkt es jetzt so wie bei einem Kind, dem man das Quietscheentchen weggenommen hat.
- #13 25.07.2011 15:55 von
Schluss mit der Poldi-Kuschelei
Podolski hat sich zum kölschen Gegenstück zur Mimose Ballack entwickelt. Wer über die Medien gegen den Trainer agiert, gehört eigentlich verkauft, aber das will man sich in Köln nun auch nicht leisten.
Im Profifußball gilt das gleiche wie in jedem Unternehmen:
der Vorgesetzte ist derjenige, der von der Unternehmensleitung auf diese Position gesetzt wurde, weil diese sich davon Vorteile fürs Unternehmen verspricht. Wer sich beim Chef seines Chefs (hier: bei Overath) über seinen Chef beschwert, spielt mit seinem Arbeitsplatz, denn er zweifelt die Kompetenz der Unternehmensleitung an, und das hat niemand gern, erst recht nicht, wenn dies öffentlich geschieht.
Der Kapitän hat die Aufgabe, Vertrauensmann und verlängerter Arm des Trainers auf dem Platz zu sein, das Spielsystem zu verinnerlichen und Respekt bei den anderen Spielern zu genießen. Poldi war schon immer eine launische Diva, wenn es gut lief, himmelhoch jauchzend, wenn es nicht lief, muffig und wenig kommunikativ und deshalb wohl auch von manchen in der Mannschaft als Führer kritisch gesehen. So einer taugt in einer Mannschaft mit professionellen Ansprüchen nun mal nicht zum Kapitän. Soll er doch froh sein, diese Verantwortung los zu sein und sich auf das konzentrieren zu können, was er am besten kann: spielen und Tore schießen.
Ein Trainer, der seinen Kapitän durch Abstimmung der Zuschauer oder durch die Lokalpresse bestimmen lässt, kann gleich einpacken. - #14 25.07.2011 20:50 von
Kapitäne, Offiziere und Klassensprecher
Es gibt in der Bundesliga jedes Jahr ein bis drei Vereine, in denen der Kapitän tatsächlich von den Spielern gewählt wird, so wie ein von Ihnen zum Vergleich herangezogener Klassensprecher. Man _kann_ das Kapitänsamt also durchaus so sehen, allerdings ist das im Profi-Fußball die Ausnahme.
In der Regel sieht der Trainer den Kapitän als verlängerten Arm des trainers, also als jemanden, der auf dem Platz (auf den der Trainer selbst ja nicht rauf darf) dessen Vorstellungen umsetzt, der die Truppe führt und der dort akute Probleme im Sinne des Trainers löst. Der Vergleich mit einem Offizier beim Militär wäre da wahrscheinlich passender als der mit einem Klassensprecher. Bezüglich dieses Aufgabenbereichs wäre es völlig widersinnig, wenn die Spieler einen Kapitän wählen, mit dem der Trainer dann vielleicht gar nicht gut kann.
Meistens muss ein Kapitän aber ohnehin beide Aufgaben erfüllen, er ist halt das bindeglied zwischen Trainer und Mannschaft, in beiden Richtungen. Deswegen wird - egal wie der Kapitän bestimmt wird - in der Regel jemand gewählt, der das Vertrauen von mannschaft und Trainer besitzt. Oft wird das so gehandhabt, dass die Spieler den Mannschaftsrat wählen, und der Trainer bestimmt dann aus dem Mannschaftsrat jemanden zum Kapitän. Das halte ich auch für eine gute Lösung.
Podolski ist übrigens auch nicht zum Kapitän gewählt worden (ich bin auch nicht sicher, ob die Mannschaft ihn gewählt hätte, denn bei aller fußballerischer Qualität, die er unbestritten hat - Führungsqualitäten hat er eher nicht). Schaefer hat ihn zum Kapitän bestimmt, was für die damalige Situation offenbar auch die richtige Entscheidung war, zumindest stimmten Leistung und Ergebnisse. Inzwischen hat sich die Situation wieder geändert, und der neue Trainer setzt andere Prioritäten bezüglich der Qualitäten, die ein Kapitän haben sollte. Und in diesen Punkten schneidet Gerpmel offenbar besser ab als Podolski. Das ist nachvollziehbar und völlig und Ordnung. Dass Podolski davon nicht begeistert ist, ist ebenso klar, aber als Profi muss er durch sowas durch, Teamsport ist kein Wunschkonzert. Und das macht er ja offenbar auch, wie man an seiner guten und engagierten Leistung im letzten Spiel sehen kann. - #15 25.07.2011 20:58 von
Podolski und Medien
Ja, hab ich inzwischen auch gelesen, freut mich für ihn und die Mannschaft. :)
Ich bin nicht ganz sicher, ob es wirklich nur die böse Presse ist, die den Kapitänswechsel zum Thema macht. Ich hatte in den letzten Monaten den Eindruck, dass Podolski inzwischen doch sehr bereitwillig in hingehaltene Mikrophone spricht, wenn ihm was nicht passt. Nachdem man das zunächst sehr lange toleriert bzw. öffentlich sogar begrüßt hat ("Podolskis Kritik ist berechtigt", "Es geht ihm ja um die Mannschaft" etc.) ist inzwischen vielleicht der Moment erreicht, wo ihm mal jemand verdeutlichen sollte, dass man - bei aller Liebe - manche Dinge besser intern hält, egal wie freundlich oder verständnisvoll die Pressefritzen zu sein scheinen. - #16 25.07.2011 21:03 von
Podolski und Lahm
Guter Punkt. Ich hatte die Ähnlichkeit der beiden Vorgänge gar nicht gesehen und hatte Lahms Vorstoß damals auch positiver bewertet - was wahrscheinlich daran liegt, dass ich zum einen Lahm für einen besseren Kapitän halte als Podolski und dass zum anderen - wie Sie sagen - Lahm sich einfach geschickter bei sowas anstellt. Ich fand damals bei Lahm nur den Zeitpunkt völlig unpassend.
Ich sollte da nochmal drüber nachdenken, danke für die Anregung. :) - #17 25.07.2011 23:10 von everhard
Titel? Nein Danke!
Der Kapitän ist der verlängerte Arm des Trainers auf dem Platz.
Deshalb bestimmen in den meisten Profivereinen die Trainer den Kapitän.
Daneben gibt es meist noch den Spielerrat, der die Interessen der Spieler gegenüber dem Verein vertritt.
Den wählen die Spieler selbst.
Ich weiß nicht genau, was ich von der Entscheidung halten soll. Ich halte Solbakken aber für klug genug, das Umfeld berücksichtiog zu haben. Das hat er ja auch schon gesagt. Wenn er es trotzdem getan hat, hat er sicher sehr sehr gute Gründe dafür gehabt. - #18 25.07.2011 23:22 von
Poldi kann nicht Kapitän
Ich bin nicht ganz sicher, ob es wirklich nur die böse Presse ist, die den Kapitänswechsel zum Thema macht. Ich hatte in den letzten Monaten den Eindruck, dass Podolski inzwischen doch sehr bereitwillig in hingehaltene Mikrophone spricht, wenn ihm was nicht passt. Nachdem man das zunächst sehr lange toleriert bzw. öffentlich sogar begrüßt hat ("Podolskis Kritik ist berechtigt", "Es geht ihm ja um die Mannschaft" etc.) ist inzwischen vielleicht der Moment erreicht, wo ihm mal jemand verdeutlichen sollte, dass man - bei aller Liebe - manche Dinge besser intern hält, egal wie freundlich oder verständnisvoll die Pressefritzen zu sein scheinen.[/QUOTE
Sagen wir es doch deutlicher: Podolski ist ein - oft brillanter - Bauchfußballer und überhaupt ein Bauchmensch. Auf ihn trifft zu, was ich vor Jahren mal über eine andere Person gelesen habe: "Die intellektuelle Art, sich Problemen zu nähern, ist nicht die seine." Intellektuell sehe ich ihn wie seinerzeit Horst Szymaniak, der anstelle einer Gehaltserhöhung um ein Drittel eine Erhöhung um ein Viertel forderte. Der gute Szymi hatte seinerzeit halt noch keinen Kon Schramm...
Ich vermute, dass Poldis Mannschaftskameraden seine Grenzen besser kennen als er selbst und deshalb nicht unglücklich über Solbakkens Entscheidung sind.
In seinen Meisterjahren hatte der FC Trainer mit Statur:
Geord Knöpfle im ersten Bundesligajahr und Weisweiler 1978.
In der ersten Ära Daum, als der noch ein solider Trainer und noch nicht der abgehobene eitle Schwätzer von heute war, wurde der FC immerhin Vizemeister. Danach ging es mit der Vereinsführung und den Trainern bergab.
Hoffentlich erweist sich Solbakken endlich mal wieder als Trainer von Statur, der dem FC die kölsche Kuschel- und Klüngelmentalität austreibt und Professionalität einführt. - #19 29.07.2011 12:20 von
Einen Kapitän
auf die Rolle eines Klassensprechers zu reduzieren trifft es nun aber nicht so ganz. Ale erstes soll er eine Führungsfigur auf dem Platz sein, seine Mitspieler lenken, motivieren, anstacheln und versuchen die taktischen Vorgaben des Trainers umzusetzten - die Klassensprcherrolle kommt erst lange danach.
Die aktuellen Top-Themen

Antworten / Zitieren

