Forum: Schule
Wie gut oder schlecht sind Schulkantinen?
Tausende kranke Kinder in fünf Bundesländern. Im Verdacht steht das Essen in den betroffenen Kitas und Schulen. Der Fall befeuert die Debatte um billige Großküchen-Nahrung. Klar ist, dass die gesunde und ausreichende Ernährung der Kinder in den Schulen nach wie vor ein Problem darstellt. Wie gut oder wie schlecht sind unsere Schulkantinen wirklich?
- #1 09.10.2012 08:30 von
Meist, so würde ich meinen, sind auch die Kantinenmahlzeiten der Erwachsenen nicht besser. Der von Ihnen angesprochene Schokoriegel wäre allerdings sinnvoll, würden dessen tatsächliche Kakaoanteile wesentlich höher sein.
Was also bewirkt der Verzehr von Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Äpfeln, Orangen, der Genuß von Fisch, die Verwendung von Pfeffer, Kurkuma, der Verzehr von Salat, Grünkohl, etc.? Was der Genuß von Getränken, wie Grüner Tee oder durchaus auch ein klitzekleines Gläschen Rotwein?
Jedenfalls wird unsere DNA epigenetisch geprägt, was, wie Sie wohl ausdrücken wollten, Folgen für unsere Gesundheit hat. - #2 09.10.2012 13:15 von
Schlechtes Essen
Das Essen in den Schulkantinen ist in der Regel schlecht. Unsere Schulkantine wird nicht von einem der großen Catering-Unternehmen beliefert sondern -pikanterweise- von der Küche des hiesigen Altenheims., auch die Kindergärten und die Grundschule werden von dort beliefert. Von der Wiege bis zur Bahre ist also gleichbleibende Qualität garantiert ;).
Ich will nun gar nicht davon anfangen, dass in Zeiten des Fortschreitens von Convenience-Food die Essenskultur eh den Bach 'runter geht, auch nicht, dass hier zu Lande beim Essen die Geiz-ist-geil-Mentalität herrscht aber genau deshalb kann ich mir die Bemerkung nicht verkneifen, dass die Leute ernten, was sie (nicht) gesät haben. Aufregung über die Qualität des Essens herrscht doch immer nur bei Lebensmittelskandalen - ansonsten geht man bei den Discountern auf Schnäppchenjagd.
Ich mag eigentlich keine Kochshows aber ich empfehle jedem, sich doch einmal die gut gemachte Reihe von Jamie Oliver anzusehen, in der er das Schulessen unter die Lupe nimmt - Tim Mälzer versucht ja jetzt etwas ähnliches. - #3 09.10.2012 14:42 von
Den Kleinen mit gutem Beispiel voran ...
Während das herzallerliebste neueste Auto den kostbarsten Sprit begierig süppelt, bekommt sein überstolzes Herrchen oder Frauchen eine liebevoll angerichtete Dosensuppe auf den Tisch geknallt, die nur so gestärkt und gestählt überlebt werden kann, wenn man sich ein Stündchen vor dem Genuß dieser Köstlichkeit noch schnell ein paar Tabletten reinschmeißt. Hin und wieder gibt es auch kostenlos Antibiotika von der Frittenbude.
- #4 17.10.2012 09:05 von
Wie gut oder schlecht sind Schulkantinen?
Sie beschreiben etwas drastisch, woran auch unser Staat, unsere Erziehung überwiegend seit der Loser - Generation ab 1975 (Amerika schon immer) krankt.
Es stimmt, was Sie schreiben! In unserer Anti-Demokratie kann man doch aber nicht den Eltern vorschreiben, wie diese ihre Kinder zu "erziehen" und zu ernähren haben. Solange ein Kindermörder für eine Drohung des Kriminalbeamten , um das Leben des Kindes u.U. noch zu retten , 3000 Euro Schadenersatz erhält, halte ich dieses Konstrukt von Staat keinesfalls besser als eine sogenannte Diktatur. - #5 22.10.2012 09:11 von
Und wiedermal am Thema vorbei
'Liebe' @annemarie5: Wieder einmal geschickt am Thema vorbeigespamt.
Zum Thema Schulessen:
Es gibt "sonnes und solches" Schulessen, die Frage welche die Qualität bestimmt ist: Wer will wieviel wofür ausgeben?
Aus eigener Erfahrung im Schuldienst, während welcher ich schon so einige Kantinen von innen gesehen habe, wage ich mal zu behaupten, dass die Qualität von einigen Faktoren abhängt, nur nicht von DummSpamerei und "Losergeneration".
Wir reden, das muss vorher zur Klarstellung gesagt werden, NICHT von der guten alten Halbtagsschule, sondern von den Ganztagsschulen mit Mittagsbetreuung!
An Förderschulen, nur als Beispiel, wird oftmals, da es sich um kleine Gruppen und kleine Schulen handelt, selbst gekocht und gemeinsam gegessen. Dabei lernen die Kinder von vorneherein den Umgang mit Lebensmitteln, Nährwerte, Fette, Zucker etc.
In den großen Lernkomplexen, also Gesamtschulen, Gymnasien oder Realschulen als Beispiel, hängt die Qualität auch davon ab, was die Kinder denn auch essen WOLLEN!
Der Schulträger zahlt seinen Anteil an der Mittagsverpflegung, und die Eltern ihren Anteil. Schulverpflegung kann ja nicht umsonst sein, zuhause würde das Essen des Kindes ja auch nicht umsonst sein.
Der Betrieb der Schulkantinen wird regelmäßig ausgeschrieben, da bewerben sich dann neben den Großbetreibern (Sodexo und so weiter) auch die lokalen Kantinenbetriebe. Der Preis für ein Essen hat seine Grenzen, und wird aus dem Zuschuß des Schulträgers und der vorausgesetzten max. Belastung der Eltern berechnet.
Und was soll schlecht daran sein, wenn das Mittagsessen der Kinder anstatt mit chinesischen Durchfall-Erdbeeren "veredelt", in der lokalen Großküche des Altenheims gekocht wird?
Sowas kann offensichtlich nur jemand schreiben, der sich mit der Materie "Schulverpflegung" und "Großküchen" noch nie ernsthaft beschäftigt hat.
Als Schulträger wäre es mir lieber mit einen lokalen Dienstleister zusammen zu arbeiten, und dadurch eine kurzen Weg zwischen Auftraggeber und Auftraggeber zu haben, so kann kurzfristig eingegriffen werden, wenn etwas aus dem Ruder läuft.
Viele schimpfen "es gibt anscheinend nur Pommes" oder "die Kinder essen immer nur Nudeln" vergessen aber das WESENTLICHE:
Die Kinder haben die WAHL! Und wenn sie nunmal lieber Pommes statt mit Grünkern veredeltes Tofu essen, so kann man ihnen das nicht verwehren. Ich würde sowas (Tofu) auch nicht essen.
Helfen würde und wird die Aufklärung der Kinder über gesunde Lebensmittel, Zwang jedoch hat noch nie zu etwas geführt.
Wenn Eltern und Lehrer zusammen dafür sorgen, dass die Kinder mehr über Nahrungsmittel wissen, wird sich die Nachfrage in den Schulkatinen ändern, und das Essen an sich auch.
Wer versucht, sowas mit Zwang durchzusetzen verliert, denn der Schokoriegel ist schnell beschaft und gegessen, wobei die Kantine dann leer ausgeht. - #6 28.10.2012 10:01 von
Einfache aber gute Kost
Zu meiner Schulzeit (ist schon lange her) gab es häufig Cordon Bleu, Kartoffelbrei aber auch Fisch sowie Pasta und Gemüse. Für eine eingermaßen ausreichende Ernährung war also gesorgt. Schulessen darf nicht zu teuer sein, da es ja auch von den Eltern finanziert werden muss (und nicht jedes Kind hat "reiche" Eltern). Solange den Kindern in den Schulkantinen gesundes Essen serviert wird sollten sie froh sein so eine Einrichtung zu haben um nicht ständig auf Ersatznahrung a la Pommes oder Burger zurückgreifen zu müssen.
- #7 30.10.2012 13:48 von
Weil die Großküche des Altenheimes halt auch diese veredelten Erdbeeren aus China geliefert bekommt. Es ist egal ob die Großküche um die Ecke ist oder die Großküche 100 km weiter entfernt. Solange Großküchen jeden Dreck aus China sich anliefern lassen, solange gibt es halt diese Skandale.
Schulen könnten ihre eigenen Küchen haben, aber der Koch und Küchenhilfe kosten ja, und das darf ja nicht sein.
Es ist doch die Frage, was wird wie eingefroren? - #8 05.11.2012 14:57 von
Richtig, die Eltern, "die ihren Kindern diesen Mist zumuten, die Eltern die den Urlaub in fernste Ländern buchen, die dicken Limousinen vor der Schule paradieren lassen" usw. usf. sind schuld daran.
Das ist zweifellos richtig. Und was ist mit den anderen Eltern? Mitgefangen, mitgehangen. Leider zählt hier das demokratische Prinzip. Wenn die Mehrheit ungesundes Essen will, müssen die anderen nolens volens mitmachen.
Bei Wohnungseigentumsgemeinschaften hat die Verwaltung das Recht, unbedingt notwendige Erhaltungsmaßnahmen (Reparaturen u.ä.) am Gesamteigentum auch ohne Abstimmung und auch gegen den Willen einzelner Eigentümer anzuordnen.
Wenn's aber um die Gesundheit von Kindern geht, ist man Geisel der Junkfoodfresser. Warum setzt der Staat nicht Mindeststandards fest und verbietet bestimmte Praktiken? Wo bleibt die Überwachung vorher (und nicht die mühsame Suche hinterher)? Liberalismus gut und schön, aber hier ist er nicht angebracht. - #9 13.12.2012 16:38 von
Na zum Glück kann ich vom essen in der Kita bei uns nur gutes berichten. Ich hatte ab und an auch gelegenheit es zu porobieren, wenn uns Reste mitgegeben wurden, und wenn unsere Kinder das essen, dann essen sie an manchen Tagen besser als ich selbst. Ist aber ein eher kleines Unternehmen, aus der Ecke, was die Kita beliefert.
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