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Summerhill - Modell für die Zukunft?

Linksliberale Eltern schicken ihre Kinder auf katholische Privatschulen oder streng regierte Internate, zugleich suchen konservative Eltern Schulen ohne Zwang und Leistungsdrill.

Sind die Summerhill-Ideale überholt, oder erleben die Ideale der antiautoritären Erziehung eine Renaissance? Was meinen Sie?
  1. #1

    zu schön

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Linksliberale Eltern schicken ihre Kinder auf katholische Privatschulen oder streng regierte Internate, zugleich suchen konservative Eltern Schulen ohne Zwang und Leistungsdrill.

    Sind die Summerhill-Ideale überholt, oder erleben die Ideale der antiautoritären Erziehung eine Renaissance? Was meinen Sie?
    Summerhill ist das erstrebenswerteste Modell das ich mir vorstellen kann (Religion ist dort tabu, klasse!).

    Für Deutschland jedoch lightyears away.

    Hier wird es das niemals geben (dürfen).
    Aus vielen Gründen, vor allem jedoch, weil Religion tabu sein MUSS um ein tolerantes Miteinander zu fördern.
    Und dafür sind wir viel zu konservativ und ja ach so christlich.
  2. #2

    Ich persönlich finde es sehr komisch, dass Deutschland in bestimmten Angelegenheiten immer von einem Extrem ins andere rutscht.
    Noch vor 5 Jahren als ich am Ende der Pubertät angelangt war, wurde noch die Flagge der antiautoritären Erziehung hochgehalten.

    Kaum schieben die Medien ein Buch eines realitätsfremden Internatsmonarchen in die Bestsellerliste, tun sich Gräben und Verwerfungen in der gesamten deutschen Gesellschaft auf bei denen es -eigentlich wie immer- nur 2 Positionen gibt...

    Da ich der Meinung bin, dass eine Erziehung nie in Extreme ausarten darf, um einen moralisch gefestigten Menschen zu formen, fände ich die Frage viel interessanter ob man die Vorzüge der Summerhill-Ideologie und die der Regelschulen irgendwie verbinden könnte... ich denke da vor allem an die im Text erwähnte praktische Ausübung der Demokratie (Rechte, Pflichten)und an das selbstbestimmte Lernen, um die Lust an demselbigen durch Leistungsdruck nicht zu sehr zu verderben. Hierbei könnte man vielleicht so vorgehen, dass es generell eine "Lernpflicht" gibt, jedoch durch ein breitgestreutes Interessenangebot die Pflicht gemildert werden könnte.
  3. #3

    Zitat von imagine Beitrag anzeigen
    Summerhill ist das erstrebenswerteste Modell das ich mir vorstellen kann (Religion ist dort tabu, klasse!).

    Für Deutschland jedoch lightyears away.

    Hier wird es das niemals geben (dürfen).
    Aus vielen Gründen, vor allem jedoch, weil Religion tabu sein MUSS um ein tolerantes Miteinander zu fördern.
    Und dafür sind wir viel zu konservativ und ja ach so christlich.
    da muss ich Sie/dich bisschen enttäuschen (oder doch erfreuen?)
    Ich denke auch dass es auf jeden Fall sehr erstrebenswert wäre, dieses Modell auszuprobieren.
    Einen Vorgeschmack haben wir ja schon in der "Neuen Schule Hamburg", die von Nena ins Leben gerufen wurde, das Schulprinzip wurde eindeutig von Summerhill übernommen...
    auch in dem vorliegenden Spiegeltext wird ja auch die Deutsch Version der Summerhill Schule... den "Neuen Schulen" angesprochen, was ich sehr positiv fand :)

    Wenn Sie/du dich dafür interessiest... einfach googeln.
  4. #4

    versagt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Linksliberale Eltern schicken ihre Kinder auf katholische Privatschulen oder streng regierte Internate, zugleich suchen konservative Eltern Schulen ohne Zwang und Leistungsdrill.

    Sind die Summerhill-Ideale überholt, oder erleben die Ideale der antiautoritären Erziehung eine Renaissance? Was meinen Sie?
    Das Beispiel Summerhill hat auf der ganzen Linie versagt.
    Das bedeutet nicht, dass eine rigide Erziehung mit taktischen Elementen besser wäre.
    Ich bin sehr für Elternschulen, BEREITS VOR der Geburt des Kindes, in der eine sekundäre Grundhaltung vermittelt werden könnte (altersbezogene Werteerziehung mit Regeln, Ver-und Geboten), damit Eltern von früh an, ihre Kinder möglichst authentisch, mit eben jenem Leitfaden als Hilfe, ansonsten auf Grund ihrer eigenen Erfahrung, erziehen. Dabei dürfen, so meine ich, ethnische, kulturelle, familien-traditionelle Unterschiede sichtbar werden, wenn eine gesellschaftlich konforme Grundhaltung dabei eingehalten wird, damit Kinder kindergarten- und schulekompatibel werden, was heute nicht immer der Fall ist! In diesen Elternschulen, die Pflicht für alle Eltern sein sollten, müsste ein Grundgerüst an gesellschaftlich verbindlichen Werten angesprochen werden, wie z.B. auch die Bedeutung von Medien, Mode und Musik und das Austarieren dieser Trendelemente im Zusammenleben der Familien, etc. Ich denke, hier haben viele, zumal junge Eltern enorme Defizite, zumindestes Unsicherheiten, die
    u.U. zu Fehlentwicklungen ihrer Sprößlinge führen. Eine "Service-Erziehung" durch Lehrer halte ich für ungeeignet, weil "Erziehung" als expliziter Vorgang unwahr und aufgesetzt wirkt, und nicht mit einer wahrhaftigen Annahme des persönlichen Ich´s eines jungen Menschen einhergeht.
    "Erziehung" sollte ein Prozess im Zusammenleben von Menschen sein, die das Leben mtieinander verbindet (Familie, Freunde, Schule,Beruf, Gruppe)...hier kann immer nur ein Stückwerk stattfinden, welches sich nicht unter eine einzige Richtung stellen wird, sonst wird es unwahr.

    Die Schüler von Internaten leben leider in Scheinwelten, die von Lehrern idealisiert geschaffen wurden und sie haben ihre Berechtigung innnerhalb dieser Werte-und Weltenordnung. Kommen sie zu früh aus dieser Welt hinaus, in eine normale, alltägliche Welt, stellt sich hier die Frage, wie der junge Mensch mit dieser zurecht kommt, ohne sich weiter in seine dann gewohnte Scheinwelt zu begeben. Die Erziehungsprämissen der Sekundärtugenden können auch zuhause vermittelt werden, wenn sie denn von den Eltern vertreten und vorgelebt werden, mindestens in einem normalen Maße. Elternschulen wären ein großer Schritt in diese Richtung, wobei es hier nicht um Elimierung der Individualität oder Indoktrinierung einer politischen oder religiösen Richtung gehen dürfte.

    Erziehung ist Leben, Leben ist Erziehung. Schule ist das Vermitteln von Wissen unter Beibehaltung von Erziehung. Niemals kann eine Schule das reparieren, was zuhause nicht mitgegeben wurde. Drum: Modelle hin und her, aber bitte an der richtigen Stelle.
  5. #5

    Modell für's Nichtstun!

    Hmm. Ist das Modell der antiautoritären Erziehung nicht total gescheitert?
    Ok, Problemkinder haben in diesen Schulen vielleicht einen bessere Alternative. Aber die klassische Schule grundsätzlich für alles verantworlich zu machen ("schlechte" Lehrer, Frontalunterricht,...) ist und bleibt eines der falschesten Argumente unserer Zeit. Warum hat's fürher denn geklappt? Waren die Schüler damals nicht genaus so frei wie jetzt? Oder versagen heutzutage die Eltern, ihre Erziehung und damit auch das Kind?
    Spielen die Kiddis vielleicht zu viel Computer?
    Ja, Lernen ist anstrengend in einer Gesellschaft, in der man alles für nichts haben möchte!
  6. #6

    Auf was für eine Welt soll diese Schule denn die Schüler vorbereiten?
    Auf welchem Planeten wollen die Absolventen denn bitte leben?

    Zwei Ausnahemen:
    1) Papa hat soviel Geld hat, dass man nie mehr arbeiten muss
    2) Opa hat soviel Einfluss hat, dass man in seinem Leben immer das machen kann (beruflich), was man will
  7. #7

    Zitat von SHODAN_NET Beitrag anzeigen
    Hmm. Ist das Modell der antiautoritären Erziehung nicht total gescheitert?
    Ok, Problemkinder haben in diesen Schulen vielleicht einen bessere Alternative. Aber die klassische Schule grundsätzlich für alles verantworlich zu machen ("schlechte" Lehrer, Frontalunterricht,...) ist und bleibt eines der falschesten Argumente unserer Zeit. Warum hat's fürher denn geklappt? Waren die Schüler damals nicht genaus so frei wie jetzt? Oder versagen heutzutage die Eltern, ihre Erziehung und damit auch das Kind?
    Spielen die Kiddis vielleicht zu viel Computer?
    Ja, Lernen ist anstrengend in einer Gesellschaft, in der man alles für nichts haben möchte!
    Die antiautoritäre Erziehung ist falsch, denn Kindern, den keine Grenzen gesetzt werden, werden nicht glücklich. Im übrigen war Summerhill nicht so antiautoritär wie hier angenommen. Summerhills Erziehung, die konsequent war, wurde oft nur falsch verstanden. Es ging darum, daß Kinder nicht zum Unterricht gezwungen wurden, die intelligenten Kinder schaften es trotzdem, obwohl sie monatelang den Unterricht nicht besuchten. Leider konnte Summerhill nur Kinder aus gutsituierten Familien aufnehmen, daher ist es schwierig zu beurteilen, ob Summerhill wirklich versagt hat oder nicht.
  8. #8

    Zitat von helge60 Beitrag anzeigen
    Auf was für eine Welt soll diese Schule denn die Schüler vorbereiten?
    Auf welchem Planeten wollen die Absolventen denn bitte leben?

    Zwei Ausnahemen:
    1) Papa hat soviel Geld hat, dass man nie mehr arbeiten muss
    2) Opa hat soviel Einfluss hat, dass man in seinem Leben immer das machen kann (beruflich), was man will

    Ich war in Summerhill als Schüler, und wurde in Summerhill sehr gut auf die "normale Welt" vorbereitet, obwohl Ich weder einen Opa, oder reiche Eltern habe.
  9. #9

    Zitat von kon5t Beitrag anzeigen
    Ich war in Summerhill als Schüler, und wurde in Summerhill sehr gut auf die "normale Welt" vorbereitet, obwohl Ich weder einen Opa, oder reiche Eltern habe.
    Respekt. Dann verfügen Sie über soviel Persönlichkeit, dass Ihnen durch diese Schule nicht die gesamte Lebensfähigkeit genommen wurde.

    Was mich interessieren würde:

    1) Wie kommen Sie denn damit zurecht, wenn Ihnen mal jemand sagt, was Sie jetzt zu tun haben.

    2) Viele Waldorfschüler verpflichten sich nach der Schule bei der Armee. Daraus spricht m.E. der tiefe Wunsch nach Regeln und einem festen Rahmen. Empfinden Sie diesen nicht auch?


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