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Summerhill - Modell für die Zukunft?

Linksliberale Eltern schicken ihre Kinder auf katholische Privatschulen oder streng regierte Internate, zugleich suchen konservative Eltern Schulen ohne Zwang und Leistungsdrill.

Sind die Summerhill-Ideale überholt, oder erleben die Ideale der antiautoritären Erziehung eine Renaissance? Was meinen Sie?
  1. #320

    Zitat von janewayn Beitrag anzeigen
    Interessante Feststellungen! Was können den Menschen anderes sein als Kommunikationspartner?
    Sehr vieles! Miteinander reden, die Klappe halten, endlich mal zuhören, die Ohren zuhalten, sich streiten, getrennte Wege gehen, flirten, sich mit Keulen prügeln, alles jedenfalls menschlicher, als "kommunizieren".

    Zitat von janewayn Beitrag anzeigen
    Gleichberechtigte halt, ob mit oder ohne Hierarchie, wer die Macht hat entscheidet.
    Öhmmmhm, wie jetzt, Gleichberechtigte ODER Hierarchie???

    Zitat von janewayn Beitrag anzeigen
    Aber sogar dann wird kommuniziert.
    Stömmt!

    Zitat von janewayn Beitrag anzeigen
    Was hat das mit ANTIAUTORITÄT und ANTIPÄDAGOGIK zu tun?
    Um eine Debatte führen zu können, müssen Sie zunächst bereit sein, Ihre eigenen Begriffe zu definieren.

    Zitat von janewayn Beitrag anzeigen
    Und wo bitte, ihr Schlaumeier, bleibt die Erklärung zu den Begriffen?
    Wird sofort nachgereicht, sobald sie Ihre "All is one"-Weltsich näher erläuter haben.

    Mit netten Grüßen
  2. #321

    Miteinander reden

    [QUOTE=Peter-Freimann;2585826]Sehr vieles! Miteinander reden, die Klappe halten, endlich mal zuhören, die Ohren zuhalten, sich streiten, getrennte Wege gehen, flirten, sich mit Keulen prügeln, alles jedenfalls menschlicher, als "kommunizieren".

    ist kommunizieren für sie ein Schimpfwort?

    „Öhmmmhm, wie jetzt, Gleichberechtigte ODER Hierarchie???“

    Es gibt nicht nur schwarz und weiss. Auch in Systemen mit Gleichberechtigungsforderung gibt es hierarchische Strukturen, irgend jemand ist immer der mit den besten Lösungsvorschlägen, seine Autorität gründet auf seinem Einsatz für die Sache und seinem Können. Diese Autorität kann, darf, muss, soll immer wieder hinterfragt werden. Die kommt nicht ins schleudern, wenn kritisch gefragt wird.


    „Um eine Debatte führen zu können, müssen Sie zunächst bereit sein, Ihre eigenen Begriffe zu definieren.“

    Müssen tu ich schon mal rein gar nichts. Sie können meine Beiträge zu Summerhill suchen, dort finden sie meine Erklärungen en masse.
  3. #322

    Zitat von janewayn Beitrag anzeigen
    Sie sind ein ganz freundlicher!
    Hallo Janewayn,

    können Sie hellsehen, denn es stimmt tatsächlich, ich bin - manchmal - durchaus nett. Wie gelang es Ihnen, das meinen Beiträgen zu entnehmen? Ich glaube, dass Sie ein gutes Einfühlungsvermögen besitzen.

    Mit netten Sonntagsgrüßen
  4. #323

    ANTIPAEDAGOGIK = Die Konfuzianische Haltung

    Ekkehard von Braunmühl, glaubt, dass es der grösste Fehler seines Lebens war, sein Werk ANTIPÄDAGOGIK zu nennen, er glaubt, damit habe er sich seinen Strick gedreht, er hat nicht damit gerechnet, dass kaum jemand in der Lage ist, zu differenzieren.

    Es ist schon erstaunlich, wie recht er damit hat. Ich taufe Antipädagogik um in die „Konfuzianische Haltung“, so, wie ich mir das vorstelle. Da ist sicher wieder der Teufel los, weil jeder eine andere Vorstellung hat, wie die mit ihren Kindern umgehen. Ich weiss es nicht, ich war nie in Asien. Kenne alles nur von TV und Büchern.
  5. #324

    Antipädagogik: ein bisschen kann nicht schaden!

    Zitat von janewayn Beitrag anzeigen

    Ekkehard von Braunmühl, glaubt, dass es der grösste Fehler seines Lebens war, sein Werk ANTIPÄDAGOGIK zu nennen, er glaubt, damit habe er sich seinen Strick gedreht, er hat nicht damit gerechnet, dass kaum jemand in der Lage ist, zu differenzieren.
    Hallo, Janewayn,

    nun ja, wenn ich nur zum Begriff "Antipädagogik" assoziiere, fallen mir dazu - auch - gute Sachen ein! Einfach keine Bücher mehr lesen ala "Wie koche ich Kaffee", sondern Wasser 'rein, das wohlduftende Pulver aus Südamerika mithinein, Knopf auf "ein" stellen und fertig ist die Laube.
    Ist natürlich schwierig, wenn Menschen ihre letzten Instinkte verloren haben, zum Therapeuten rennen, weil der zarte Jan-Thorben-Hendrick im "Frontal"unterricht möglicherweise traumatisiert wurde.
    Also Antipädagogik im Sinne von: "zackbums, du gehst jetzt Nudeln holen, sonst gibt's nichts auf den Tisch", um den Kindern die Grausamkeit zu ersparen, die entsteht, wenn Sie erst mit achtzehn merken, in der Kuschelsymbiose einer gutmenschlichen Käseglocke verbracht zu haben, nur weil Papa/ Mama, so denn überhaupt beide da, immer Angst gehabt haben, die Liebe der Kinder zu verlieren oder gar von den Kindern eine anständige Tracht auf die Brillen zu bekommen.

    Mit netten Grüßen
  6. #325

    Ein bisschen

    [QUOTE=Peter-Freimann;2595767]
    nun ja, wenn ich nur zum Begriff "Antipädagogik" assoziiere, fallen mir dazu - auch - gute Sachen ein! [QUOTE=Peter-Freimann;2595767]

    Ein bisschen geht nicht. Das kennen Sie sicher, entweder konsequent oder nicht. Sonst ist wieder Larifari.


    [QUOTE=Peter-Freimann;2595767]
    Einfach keine Bücher mehr lesen ala "Wie koche ich Kaffee", sondern Wasser 'rein, das wohlduftende Pulver aus Südamerika mithinein, Knopf auf "ein" stellen und fertig ist die Laube.[QUOTE=Peter-Freimann;2595767]

    Das machen viele. "Spontanautonom", ist nicht gut, so wurden schon Kinder zu Tode geschüttelt. Nur lesen geht nicht, nur tun auch nicht. Denken und fühlen, "wie wäre das für mich, wenn ich das Kind wäre", bringt mehr.

    [QUOTE=Peter-Freimann;2595767]Ist natürlich schwierig, wenn Menschen ihre letzten Instinkte verloren haben, zum Therapeuten rennen, weil der zarte Jan-Thorben-Hendrick im "Frontal"unterricht möglicherweise traumatisiert wurde.[QUOTE=Peter-Freimann;2595767]

    Da liegt Hase im Pfeffer. Ein Drama, schuld ist die allgemeine Verunsicherung. Kinder als Gottersatz.


    [QUOTE=Peter-Freimann;2595767]Also Antipädagogik im Sinne von: "zackbums, du gehst jetzt Nudeln holen, sonst gibt's nichts auf den Tisch", um den Kindern die Grausamkeit zu ersparen, die entsteht, wenn Sie erst mit achtzehn merken, in der Kuschelsymbiose einer gutmenschlichen Käseglocke verbracht zu haben, nur weil Papa/ Mama, so denn überhaupt beide da, immer Angst gehabt haben, die Liebe der Kinder zu verlieren oder gar von den Kindern eine anständige Tracht auf die Brillen zu bekommen.[QUOTE=Peter-Freimann;2595767]

    Der Befehlston ist nur in Gefahrensituationen erlaubt. Nudeln gehören nicht dazu. Da bedarf es schon basisdemokratischer Entscheide. Ein "wie machen wir's?" bringt Lösungen. Vielleicht halt keine Nudeln.

    Ich hoffe, ich habe das mit dem Zitieren diesmal richtig hingekriegt.

    konfuzianische Grüsse
  7. #326

    Hallo zusammen,

    ich halte nicht viel von Internaten, außer, dass solche Geschichten uns Frauen zu beeindrucken scheinen. Nein im Ernst, Eltern geben damit nur die Verantwortung und das Vertrauen Ihrer Kinder ab.
  8. #327

    Internate

    In Summerhill wäre ich gerne gewesen. Pauschal über Internate zu urteilen halte ich für unklug. Es kommt immer drauf an, was das für ein Internat ist. Es kann gute Gründe geben, warum ein Kind besser in einem Internat aufgehoben ist, als bei seiner Mutter oder bei seinem Vater. Leider. Ein Abschieben der Kinder ist es natürlich schon, da gebe ich Ihnen Recht. Das ist aber ehrlicher, als dem Kind die Hölle heiss zu machen, wegen Überforderung. Reiche Eltern gaben und geben Ihre Kinder in Internate, weil sie denken, dass sie so mehr gefördert werden und ihre Karrieren gesichert werden.
  9. #328

    Zitat von Cupseller Beitrag anzeigen
    Das Beispiel Summerhill hat auf der ganzen Linie versagt.
    Stimmt doch gar nicht, das hat erstaunlich gut funktioniert. Ist halt die Frage, ob eine Schule wie Summerhill ohne eine Persönlichkeit wie Neill eine war, funktionieren kann.

    Neill hatte den Mut und das Vertrauen, Kinder sich selbst zu überlassen und ihnen Verantwortung zu übertragen, er hat die volle Verantwortung für das Erfolg oder Misserfolg seiner Schüler übernommen, auch auf die Gefahr hin, dafür in den Knast zu kommen oder dass die Schule geschlossen wird. So konnten die Kinder auch lernen, Verantwortung für die Schule selbst zu übernehmen, indem sie nichts taten, was zur Schließung der Schule geführt hätte.

    Ich glaube nicht, dass im überängstlichen, bürokratischen Deutschland so etwas möglich ist, jedenfalls nicht so konsequent wie beim Original Summerhill™.

    Die Schulregeln wurden durch die Vollversammlung festgelegt, diese Regeln waren mit Strafen, meist Geldstrafen sanktioniert. Wer etwas kaputt machte, musste es ersetzen. Bei Untersuchungen durch die Schulbehörde wurde immer wieder festgestellt, dass die Schüler weder verwahrlost waren noch dass sie großartige Bildungsdefizite aufwiesen. Den Abschluss schafften so gut wie alle, auch wenn einige für mehrere Jahre nicht am Unterricht teilgenommen hatten. Die meisten langweilte das Nichtstun irgendwann und sie gingen dann doch zum Unterricht. In meinen Augen traumhaft, welcher Jugendliche bräuchte nicht mal eine Auszeit in dieser prägenden Phase seines Lebens?

    Summerhill bot allerdings auch beste Bedingungen: Kleinste Lerngruppen und höchst engagierte Lehrer. Unter den üblichen Bedingungen an einer Deutschen öffentlichen Schule würde dieses Modell allerdings zu Chaos führen, denke ich.
  10. #329

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Linksliberale Eltern schicken ihre Kinder auf katholische Privatschulen oder streng regierte Internate, zugleich suchen konservative Eltern Schulen ohne Zwang und Leistungsdrill.

    Sind die Summerhill-Ideale überholt, oder erleben die Ideale der antiautoritären Erziehung eine Renaissance? Was meinen Sie?
    Wer sich mit der Erziehung von Kindern beschäftigt, dem sollte mittlerweile aufgegangen sein, dass Kinder Regeln brauchen, dass sie lernen müssen diese Regeln einzuhalten. Im späteren Leben als Erwachsener ist es nicht anders.

    Ich habe schon vor vierzig Jahren nach Alternativen zur Staatsschule gesucht, ...und in den Waldorfschulen gefunden. Mit Erfolg für meine Kinder und für uns als Eltern.

    Ich hoffe, dass die antiautoritäre Erziehung keine Renaissance erlebt, denn sie würde aus den Kindern Menschen machen, denen es schwer fallen würde, im Leben zu bestehen. Warum ? Weil aus meiner Sicht etwas sehr wichtiges nicht zur antiautoritären Erziehung gehört: Selbstdisziplin ! Jetzt werden viele aufschreien, aber ich habe in meinem bisherigen Leben einigen Erfolg gehabt und dazu hat mir zum großen Teil auch Selbstdisziplin verholfen ! Deshalb: bloß keine antiautoritäre Erziehung ! Es wäre eine Katastrophe !








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