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Summerhill - Modell für die Zukunft?

Linksliberale Eltern schicken ihre Kinder auf katholische Privatschulen oder streng regierte Internate, zugleich suchen konservative Eltern Schulen ohne Zwang und Leistungsdrill.

Sind die Summerhill-Ideale überholt, oder erleben die Ideale der antiautoritären Erziehung eine Renaissance? Was meinen Sie?
  1. #310

    Kulturtechniken

    Zitat von janewayn Beitrag anzeigen
    Wo wäre die Welt ohne Utopien? Woseli wo? Hirn einschalten, Reformpapiere rauswerfen, denken und fühlen! Und vielleicht zuerst auch mal ein bisschen lesen, kann nicht schaden.
    Das ist ja das Problem: Wenn man in Summer Hill war, dann kann man vielleicht denken, fühlen, Kohl züchten (eventuell), Hirn einschalten zum diskutieren, Reform-und andere Papiere rauswerfen und utopieren. Aber lesen?
  2. #311

    Lieber Skeptikus,

    welche schlechten Erfahrungen haben Sie gemacht, dass Sie derart abgrinsen und lästern müssen über Summerhill? Das Prinzip Summerhill ist eine grossartige Ideen des 20. Jahrhunderts. Im zwischenmenschlichen Bereich geht unsere Zeit gewaltig am Krückstock und ich sehe in Summerhill und der Antipädagogik (nicht zu verwechseln mit Antiautorität, das sind zwei Wörter, die überhaupt nicht das gleiche bedeuten) Remedium. Aber, es gibt viele Kranke, die die für sie gute Medizin nicht nehmen wollen, weil sie sie für schlecht halten. Denen hilft dann halt nichts auf deren Weg zur Hölle. (AC/DC)

    Mit freundlichen Grüssen
  3. #312

    Ich hatte Neils Buch* auch gelesen, fand es damals gar nicht so uninteressant, und fand es auch gut, dass er zugibt, dass es auch in Summerhill Probleme gibt - z.B. hätte er gerne auch Unterschichtskinder in der Schule gehabt, aber das hätten sich die Eltern der Kinder nicht leisten können. Deswegen fand und findet man in Summerhill hauptsächlich Kinder von Intellektuellen, Lehrern, Journalisten... ist das vielleicht der Grund dafür, dass die Kinder es im Leben nicht so schwer haben, wie manche erwarten?

    Als ich das Buch jedenfalls gelesen hatte, habe ich mir unter Summerhill eine Schule vorgestellt, die etwa so groß wäre wie mein Gymnasium - ~800 Schüler, und einige Dutzend Lehrer, normale deutsche Schule eben.

    Dann fand ich irgendwann heraus, dass in Summerhill auf eine Lehrkraft gerade einmal acht Kinder kommen! (Momentan, laut WP: 78 Schüler, ~10 Lehrkräfte, plus 5 weitere Angestellte.)

    Ich glaube, bei so einem großzügigen Verhältnis könnte praktisch jede Schule, egal mit welcher Pädagogik, bessere Resultate erzielen als die deutsche Durchschnittsschule.

    * ("Theorie und Praxis der antiautoritären Kindererziehung" - warum bestehen einige hier darauf, dass "antiautoritär" und "Antipädagogik" nichts miteinander zu tun haben? Lasst mich raten: Um Verwirrung zu stiften?)

    @janewayn, soul doctor: Ich finde, dass ich euch ganz schön gegenseitig den Bauch pinselt. Naja, macht ja sonst keiner.
  4. #313

    Irrung und Verwirrung

    zit. MC Henrich: "* ("Theorie und Praxis der antiautoritären Kindererziehung" - warum bestehen einige hier darauf, dass "antiautoritär" und "Antipädagogik" nichts miteinander zu tun haben? Lasst mich raten: Um Verwirrung zu stiften?)"

    Können Sie bitte erklären, was die beiden Reizwörter miteinander zu tun haben? Ich bin gespannt auf Ihre Erläuterungen. Auf Verwirrung bin ich nicht aus, im Gegenteil.

    Soul doctor sei dank, nocheinmal!
  5. #314

    Zitat von janewayn Beitrag anzeigen
    Das Prinzip Summerhill ist eine grossartige Idee des 20. Jahrhunderts.
    Ja, ja , das Prinzip als solches.
    Es gab übrigens im vorletzten Jahrhundert, wenn ich mich recht erinnere, noch eine ganz andere großartige Idee, allerdings haperte es leider im vorigen Jahrhundert ein wenig mit der Umsetzung selbiger in die Praxis ... (aber man arbeitet ja noch dran - schau'n mer mal)
  6. #315

    Zitat von damdinsukhbaatar Beitrag anzeigen
    Ja, ja , das Prinzip als solches.
    Es gab übrigens im vorletzten Jahrhundert, wenn ich mich recht erinnere, noch eine ganz andere großartige Idee, allerdings haperte es leider im vorigen Jahrhundert ein wenig mit der Umsetzung selbiger in die Praxis ... (aber man arbeitet ja noch dran - schau'n mer mal)
    Leider war es Murx. Aber wir müssen beim wheel of fortune nur noch das "a" kaufen ...
    Ich halte es schon für eine enorme Leistung, einer Idee auch treu zu bleiben, denn jedes fundierte Gedankengebäude, das diesen Namen auch verdient, wie z.B. die antiautoritäre Lehre erklärt ja nicht nur, wie etwas werden wird, sondern ihr Fundus beinhaltet später auch das Erklärungsmuster, warum es dann doch nicht so geworden ist.
    Grundsätzlich müssen Lehren auch weiterentwickelt werden, wesentlich ist dabei, dass die Axiome auf keinen Fall angegriffen werden. Bei der antiautoritären Lehre bedeutet das, dass das Kind Kommunikationspartner des Erwachsenen ist.

    Mit netten Grüßen
  7. #316

    Zitat von Peter-Freimann Beitrag anzeigen
    Bei der antiautoritären Lehre bedeutet das, dass das Kind Kommunikationspartner des Erwachsenen ist.
    Ja, das ist die Phase 1, später ist's dann umgekehrt.
  8. #317

    Zitat von damdinsukhbaatar Beitrag anzeigen
    Ja, das ist die Phase 1, später ist's dann umgekehrt.
    Hier hat der Begriff "Kommunikation" sich auch schon weiterentwickelt, kongruent zur völlig korrekten Phasentheorie, die Sie hier beitragen: Dem Erwachsenen wird (in Phase 2) kommuniziert, dass es auf dem Markt eine neue Spielkonsole gibt.
  9. #318

    Kommunikationspartner

    Interessante Feststellungen! Was können den Menschen anderes sein als Kommunikationspartner? Gleichberechtigte halt, ob mit oder ohne Hierarchie, wer die Macht hat entscheidet. Aber sogar dann wird kommuniziert. Was hat das mit ANTIAUTORITÄT und ANTIPÄDAGOGIK zu tun. Und wo bitte, ihr Schlaumeier, bleibt die Erklärung zu den Begriffen?
  10. #319

    Zitat von janewayn Beitrag anzeigen
    Interessante Feststellungen! [...]
    Von welcher Seite?
    Sie sollten bei passender Gelegenheit mal in Ihre Beiträge optisch erkennbar einfließen lassen, mit wem Sie gerade zu "kommunizieren" geruhen, oder ist das ein unbilliges Verlangen?


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