"Was halten Sie von Mathematik und Mathematikern?"
Von Mathematik - speziell Zahlentheorie! - sehr viel, von vielen Mathematikern recht wenig!
LG!
Hans-J. E. alias ezezagun [Dipl.-Math. *g*]
Viele intelligente Menschen kann man mit Mathematik geradezu verscheuchen. Was haben Sie für Erfahrungen mit der Mathematik? Was halten Sie von Mathematik und Mathematikern?
"Was halten Sie von Mathematik und Mathematikern?"
Von Mathematik - speziell Zahlentheorie! - sehr viel, von vielen Mathematikern recht wenig!
LG!
Hans-J. E. alias ezezagun [Dipl.-Math. *g*]
Gute. Danke der Nachfrage :-)Zitat von sysop
Gegenfrage: was halten Sie von Brot und Bäckern?Was halten Sie von Mathematik und Mathematikern?
Ich habe an der Uni gelegentlich auch Erstsemester ingenieurwissenschaftlicher Fächer unterrichtet. Im letzten Kurs waren kein einziger der 16 Teilnehmer - allesamt mit frischem Abitur in der Tasche - in der Lage, einfachste Fragen zur Zinsrechnung zu beantworten.
Elementare mathematische Kenntnisse zählen zweifelsfrei in unserer Zivilisation zu unverzichtbaren Überlebenstechniken. Der allgemein beobachtbare Verlust der Beherrschung dieser Techniken (dazu zählen IMO ganz genau so auch einfachste Anstands- und Kommunikationsregeln) ist ein weit dramatischeres Indiz des Verfalls unserer Kultur als der aktuelle beobachtbare wirtschaftliche Niedergang.
Die in der Jugend beobachtbare Zunahme wertkonservativer Einstellungen und Religiosität ist nur dünn aufgelegte Camouflage, die nicht auf innere Überzeugungen gründet. Insbesonders fehlt Leistungsbereitschaft und der Drang, zur echten Elite gehören zu wollen. Als Elite tritt heute nur noch ein PR-Produkt der Medien in Erscheinung, das kein Souverän des eigenen Handelns mehr ist, kein die Umstände formendes Subjekt, sondern ein den Umständen hilflos ausgeliefertes Objekt.
Fehlende mathematische Kenntnisse sind da nur ein kleines Mosaiksteinchen des ganzen Jammerbilds.
Tom Berger
Sehe das wie ezezagun.
Von Mathe halte ich eigentlich recht viel.
Von Mathematikern/Mathematiklehrern allerdings oft sehr wenig.
Gerade in meiner Schulzeit hat mir Mathe viel Spaß gemacht, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.
Oft scheitere ich an vernünftigen Formulierungen.
Die mathematische Substanz hingegen ist vorhanden.
Durch meine mündliche Mitarbeit kann/konnte ich in Mathe immer viel "rausreißen".
(In 2,5 Wochen schreibe ich Abitur. Bin bestimmt der jüngste User hier ;-))
Also Hilberträume müssen keineswegs endliche Dimension haben, gerade in unendlichdimensionalen H-Räumen (zB. Funktionenräume wie L^2 oder H^1) wird die Mathematik wirklich spannend und entfalten diese Räume ihre volle Schönheit.Zitat von Stereotyp
Bist du vielleicht deswegen durch die Prüfung gefallen?? ;-)
Und leider gibt es viele Möglichkeiten für den Schüler, an irgendeiner Stelle nicht mehr mit zu kommen. Ich hatte sie eine Zeitlang bei mir in der Nachhilfe:
Gestandene 10. Klässler, die bei einem Bruch aschfahl wurden, verzweifelte Kinder die versuchten sich an irgendeiner Stelle mit "Kochrezepten" weiter zu helfen, Schüler die rüberholen für eine mathematische Funktion hielten...
Schulmathe ist von geradezu fastzinierender Gnadenlosigkeit: Es baut immer eines auf das andere auf. Wenn Du immer alles begreifst, musst Du so gut wie nie lernen.
Wenn Du irgendwann IRGENDETWAS nicht begreifst, hilfst Du Dir eine Zeitlang mit auswendig gelernten Regeln, Pauken, Spickzetteln etc. weiter bis Du dann nach ca. 2 Jahren irgendwo bei der Note 4 oder 5 landest.
Eigentlich müsste ein Pädagoge(!) so etwas frühzeitig registrieren und entsprechend eingreifen. Leider beschränken sich derartige Bemühungen oft in der Vermittlung von "Kochrezepten" (s.o).
Mathe ist nicht das Problem. Alles bis zur 13 Leistungskurs ist klar, übersichtlich und logisch.. Wenn man denn versteht es zu erklären.
Wenn ich mich so recht an meine Schulzeit erinnere, war das in Bezug auf Mathe folgendes:
Grundschule Klasse 1-4: Top
Gymnasium: 5-9 Flop
Gymnasium: 10-13 (ab 11 Mathe Leistungskurs) Top
Warum? Mengenlehre war eine unvorstellbare Katastrophe, wo das Kindern mit 10 Jahren eingepaukt werden soll.
Daraus entwickelte sich eine Abneigung. Ab der 10. Klasse bekam ich einen Mathelehre, der Methodik zum Umgang mit mathematischen Problemen vermittelte und bei mir ein sehr starkes Interesse an Mathematik weckte, was ich erfolgreich mit Bestnote im Abitur durchzog.
Moral von der Geschicht: Lehrmethodik ist alles, das dumme Lernen von Formeln überflüssig und zweckentfremdend.
Es hätte wirklich etwas bringen können, aber natürlich hatte die Mengenlehre, in den Schulen wie sie z.Zt. funktionieren, nie eine Chance.Zitat von Unixvms
-- Leider --
Hallo "Schnitzel" [Sindse so platt oder trocken?! ;-*]Zitat von snitsel
Lassense sich nicht von "Hilbert-Raum-Spinnern" ins Bockshorn jagen: Mathematik ist mehr ... VIEL mehr!!!
Gehen Sie einfach(*) enspannt in die "Klausur" rein - DANN werden Sie's schaffen!!!
Liebe Grüße von H-J! *daumendrückt*
(*) Leicht gesagt ... dennoch ... fragen Sie sich: Hab' ich den Stoff intus oder nicht?! - Na also ... ;-)))
Ich habe mich gerade an ein "Gastspiel" erinnert, daß ich vor Jahren(!) mal an einer Schule gegeben habe:Zitat von snitsel
11. Klasse, Mathe, wollte eine mir spontan eingefallene Formel mittels "vollständiger Induktion" beweisen ...
"V. E.? Was iss'n das? Kenn'n wir nich'!"
"!!!" - "O.K. Leute: Jetzt kommt ein triviales Beispiel für ein für Mathematiker üblicherweise unverzichtbares(!) Beweisverfahren ... es sei denn, man ist ein Mathelehrer, der sich an die sog. "Rahmenrichtlinien" hält!" [Hessen Ende '73]
Wie gesagt: Toi-toi-toi!!!
H-J
PS: Ich stieg ganz schnell wieder aus ... ;-(
Ich möchte noch einen Aspekt hinzufügen: Die Darstellung von Mathematik in der Öffentlichkeit.
Leider ist es so, dass im TV hauptsächlich Künstler und Sportler gerade die jüngere Zielgruppe erreichen. Nun sind diese Personengruppen i.d.R. nicht mathematisch/ naturwissenschaftlich begabt bzw. interessiert. Folglich wird Mathematik dann auch nur negativ dargestellt: schwer, unnütz für das restliche Leben usw.
Erst vor ein paar Tagen war der Sänger Reinhard May bei Kerner zu Gast und erzählte, er hätte ja nun endlich eine Schule für seine Tochter gefunden, in England, wo man auch ohne Mathekenntnisse Abitur machen kann. Und die ganze anwesende Bande haute sich freudig auf die Schenkel. Toll.
Und sowas wird dann eben zu einer selbsterfüllenden Prophezeihung.