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Lyrik

Was hier noch fehlt, ist ein Forum wo man sich vom drögen und harten Alltag des Internet - Surfens erholen kann um sich den Harfenklängen der Poesie hinzugeben. Alles ist erlaubt : sowohl selbstverfaßte Zeilen, wie auch die berühmter Poeten, ob politisch oder unpolitisch, ob satirisch oder ernst, ob Goethe, Schiller, Rilke, Wedler oder Morath: Nur keine Hemmungen!
  1. #16870

    Zitat von walkabout Beitrag anzeigen
    (Song)Lyrics, die mir außerordentlich gut gefallen:

    Leider nur ein Vakuum

    Freitags abends steckt er sich 100 Mark
    und 'ne Zahnbürste ein
    er zieht die schnellen Stiefel an
    das ist ein gutes Gefühl, frei zu sein
    bis Montagmorgen rennt er rum
    zwischendurch kommt er nicht mehr nach Haus
    er sieht sich auf der Szene um
    und nachts probiert er fremde Betten aus

    Normalerweise läuft das sehr gut
    doch manchmal gibt es auch 'ne Pleite
    dann wacht er morgens auf
    und Lady Horror liegt an seiner Seite
    ihr Make-up ist verschmiert
    die Sonne scheint ihr brutal ins Gesicht
    und daß ihm so was immer noch passiert
    das liegt am Suff und am dunklen Kneipenlicht

    Er geht in die Madman-Discothek
    da soll die große Action sein
    da sind zwar jede Menge Leute
    doch er fühlt sich trotzdem sehr allein
    die Musik ist laut, und die Leute sind stumm
    die hängen da rum, und manche gucken sehr dumm
    so als hätten sie in ihren schönen Köpfen
    leider nur ein Vakuum
    Der alte Udo mit seinen schnellen Stiefel, schön! Udo Lindenberg hat auch einige Gedichte von z.B. Rilke vertont, hab aber auf die Schnelle nichts gefunden, bin dabei über diese Hesse-Vertonung gestolpert: Klick
    (leider) nicht von "Udo"

    Willst Du wieder du zu mir sagen? Büüütte bütte! :)
    ps
    auf eigene Verantwortung und unter Ausschluß jeglicher Gewährleistung, selbstredend...;)
  2. #16871

    Zitat von Marbot Beitrag anzeigen
    (...) Aber wenn man Gedichte schreibt, halte ich die Sekundärtugend doch für primär. (Ich meine damit natürlich nicht uns Laien hier, die wird nur zum Spaß und zur Unterhaltung "dichten".)

    Natürlich. Daher ist hier im Forum auch nur kritikwürdig und -bedürftig, wer sich mit großer Attitüde als zu Belehrungen berufener Profi geriert, sein Handwerkszeug aber klar erkennbar selbst nicht ausreichend im Griff hat -- und der zu allem Überfluß dann offenbar noch ernsthaft glaubt, andere seien so exquisit blöd, nicht zwischen kreativem sprachlichen "Spielen" und solchen orthographischen und/oder grammatikalischen Fehlern unterscheiden zu können, die -- auf den ersten Blick erkennbar -- auf purer Unwissenheit beruhen. Solche Defizite lassen sich auch keinesfalls durch die zwar völlig richtige, im gegebenen Kontext aber nur als hilflose Augenwischerei fungierende Weisheit kaschieren, die Regeln dürfe (nur) brechen, wer sie beherrsche. :-((
    .
  3. #16872

    Zitat von tinosaurus Beitrag anzeigen
    `s stinkt nach Unsinn
    Unsinns-Fäulnis
    da ich nur die Zähne zieh
    und ausstoße von mir gebe übergebe

    -an wen ist egal

    da grade jetzt
    im Ohr des Anderen
    zur Lüge wird
    dreckig oder nicht
    saubere Worte zur schmutzigen Lüge
    aalglatte Lüge aus Schmutzgestammel
    wie auch immer
    sobald sie laut gemalt dahergesagt
    sind sie in sich durch mich schon falsch
    kaum dass sie in
    dein Angesicht verschwendet
    Irre interessant. Unbedingt bedenkenswert in unserer doch so heutigen Zeit.
  4. #16873

    ja irre

    Zitat von ray05 Beitrag anzeigen
    Irre interessant. Unbedingt bedenkenswert in unserer doch so heutigen Zeit.
    Dabei ist es nur ein Teil und schon so "irre". Hier die Fortsetzung:

    so schweig ich also armverschränkt
    red nur für mich
    Herr meiner eignen Flüstergalerie
    und laß die Worte
    ungehört verhallen
    verschollen
    die Worte
    auf Eis
    Schollen gelegt
    und treiben daher
    zum Tauen oder aufklauben
    nehme sie wer will und klau sie auf

    wenn ich sie nehm
    ich kleb die Worte
    auf Papier wie diese hier sieh her
    wie´s gleich zur Lüge wird
    was du mit
    Mißgunst-Augen
    haßt fast erfaßt
  5. #16874

    Zitat von Carl Beitrag anzeigen

    Auch sonst muß niemand, der hier dichten und schreiben will, das auch gut können, und handwerkliche Fehler oder anderweitig subjektiv als verfehlt empfundene Leistungen von Teilnehmern sollten grundsätzlich nicht angegriffen werden. Ärgerlich und provozierend wird es aber dann, und ausschließlich dann, wenn der Thread überproportional mit Produkten gefüllt wird, bei denen -- allzuoft auf der Ebene unfreiwilliger Komik -- ein eklatantes Mißverhältnis zwischen erklärtem hohen Anspruch (und dessen behaupteter Erfüllung) und den erzielten Ergebnissen in die Augen springt. Demonstrativ und vollmundig zur Schau gestellte Selbstgefälligkeit muß es sich nun einmal in besonderem Maße gefallen lassen, auf den Prüfstand gestellt zu werden. Der Volksmund nennt das in seiner unnachahmlichen Art kurz und treffend "Eigenlob stinkt!" -- und es stinkt halt umso unangenehmer, je weniger es sich -- auch mit Blick auf die repetitive Penetranz, mit der es vorgebracht wird --, als gerechtfertigt erweist.
    .
    Carl, Sie machen wirklich Mühe, Danke.
    Zum "Selbstgefälligkeit": da gebe ich Ihnen Recht-bei dessen Ausführungen- aber ich bin auch auf bestimmte Bereich beim Lyrik-Literatur "Selbstgefällig", sagen wir es so.
    Mit meinem "Geschmack", was oft nur auf Intuition begründet ist. Wenn ein Begriff wäre, wie der Loyalist, dann bin eine Loyalistin. Was ich "gut" finde, da harre ich mich aus.
    Da ist Beispiel KurtT. Am anfanglichen "Krach" hat er doch einige (viele) Gedichte geschrieben mit viele tiefe Sinn, welche überwiegen diese "nerwige" - "im Reim zu reden" hier oft.
    Und wenn schon ich bei KurtT bin, ich tue nie was er macht, wenn etwas nicht "passend" landet im Papierkorb.
    Ich vernichte nie meine Werke, obwohl ich im letzte Zeit oft von Verzweifelung geplagt bin: kann ich es schaffen oder nur Mist kommt raus. zB: ich mache etwas hart, unbeugsam, -denke ich, mache ich es so!- und das Ergebnis ist einhe weiche, biegsame, gebende Werk.
    Manchmal die Finger es besser wissen wie der Hirn und Wille.
    Wenn Sie überhaupt eine Reim daraus machen können, was iich sagen will.
    Und letztendlich zum "Götter" -"Besserwisser" , "Eingebildete" hier im Lyrik Thread: wenn etwas ist gut,-und ich nur fühlen kann dass es ist gut und richtig ist, (Technik? Reim?-kann ich nicht einmal es begreifen) was diese Dichter geschafft haben, dann von mir kann der Dichter eine arrogante Ar... oder was auch immer sein...
  6. #16875

    Bekenntnis

    Zitat von Marbot Beitrag anzeigen
    [...]
    Thema Sprache: Ich denke, gerade in der Dichtung ist es Grundvoraussetzung, die Sprache zu beherrschen und, wenn sie niedergeschrieben wird, auch die richtige Verwendung der Grammatik. Ein Dichter, der nicht Meister seiner Sprache ist, wird nie ein Meisterwerk schaffen und läuft immer Gefahr, durch entsprechende Fehler falsch interpretiert zu werden. Bei der Prosa sieht es da etwas anders aus.

    Es gibt hervorragende Musiker, die keine Noten können oder Maler, die Analphabeten sind. Und für die "fahrenden Sänger", die ihre Lieder auswendig vortrugen, spielte die richtige Schreibweise auch keine Rolle. Aber wenn man Gedichte schreibt, halte ich die Sekundärtugend doch für primär. (Ich meine damit natürlich nicht uns Laien hier, die wird nur zum Spaß und zur Unterhaltung "dichten".)
    Dacht' ich einst, beherrsche Sprache,
    in Wirklichkeit beherrscht sie mich:
    Was ich platt auf sächsisch sache
    richtig ist dies sicher nich.

    Sprache lässt Gedanken ranken,
    Sprache bringt mich um den Sinn,
    Sprache lässt mich mit ihr zanken,
    ohne Sieg geb ich mich hin.

    Bring zwar Kilo auf die Waage,
    zur Grammatik reicht es nie,
    krähaktiv bis an die Bahre,
    meine Seele schriftlich schrie.

    Nie wird Dichtung mir gelingen,
    und nach stundenlangem Ringen
    merk' ich spät noch in der Nacht
    dass ich alles falsch gemacht.
  7. #16876

    Wo du hinfällst...

    Neun Brüder solltet ihr schon sein,
    wohlgeordnet zu drei Reih'n,
    wartend auf der Schicksalsbahn
    auf ein Glück, das rollt heran.

    Doch wen es trifft, der ist im Fallen
    und teilt dies gerne noch mit Allen.
    Was ihm zukommt, soll jeder kriegen,
    so sind neune dann am Liegen.
  8. #16877

    Endlich Ruhe

    Es ruht die Axt im Walde
    Still warten deine Schuh
    Du brauchst sie nicht so balde
    Denn schließlich ruhst auch Du
    In meiner kühlen Truh.
  9. #16878

    Rat zur Tat

    Zitat von Jörn Bünning Beitrag anzeigen
    Dacht' ich einst, beherrsche Sprache,
    in Wirklichkeit beherrscht sie mich:
    Was ich platt auf sächsisch sache
    richtig ist dies sicher nich.

    Sprache lässt Gedanken ranken,
    Sprache bringt mich um den Sinn,
    Sprache lässt mich mit ihr zanken,
    ohne Sieg geb ich mich hin.

    Bring zwar Kilo auf die Waage,
    zur Grammatik reicht es nie,
    krähaktiv bis an die Bahre,
    meine Seele schriftlich schrie.

    Nie wird Dichtung mir gelingen,
    und nach stundenlangem Ringen
    merk' ich spät noch in der Nacht
    dass ich alles falsch gemacht.
    Nutze deine Erdenjahre,
    sag' auf deine Art das Wahre,
    leg' ein Sträußchen Sinn dazu,
    finde deine Seelenruh'.
  10. #16879

    Liebe Carl...könnte ich mich trotzdem nicht..

    Zitat von Jörn Bünning Beitrag anzeigen

    Nie wird Dichtung mir gelingen,
    und nach stundenlangem Ringen
    merk' ich spät noch in der Nacht
    dass ich alles falsch gemacht.
    ...von "dichten" zurück zu halten, also: nicht lesen meine "Gedicht", abgemacht?

    "Dichten, sich dafür hinzugeben,
    für Worte, ist es ein immer "Nehmen",
    wie ein Dichter es zu tun muss,
    bei etwas wieder zu geben was kein Stuss."








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