Es sind nicht zwei Seelen in unserer Brust,
es sind zwei konzentrisch rotierende Kreise.
Der eine ist Liebe, der andere Lust,
wir müssen entscheiden: Reich oder weise.
HM 3.6.12
Was hier noch fehlt, ist ein Forum wo man sich vom drögen und harten Alltag des Internet - Surfens erholen kann um sich den Harfenklängen der Poesie hinzugeben. Alles ist erlaubt : sowohl selbstverfaßte Zeilen, wie auch die berühmter Poeten, ob politisch oder unpolitisch, ob satirisch oder ernst, ob Goethe, Schiller, Rilke, Wedler oder Morath: Nur keine Hemmungen!
Es sind nicht zwei Seelen in unserer Brust,
es sind zwei konzentrisch rotierende Kreise.
Der eine ist Liebe, der andere Lust,
wir müssen entscheiden: Reich oder weise.
HM 3.6.12
Macht euch die Erde
untertan,
verändert sie
wie es euch gefällt.
Nur sollte man alles
sorgfältig erkunden,
sonst ist man plötzlich
und fast versehentlich,
ebenfalls verschwunden.
Im Morgenwinde sah ich Blumen wanken
Und sah, wie sie den Tau der goldnen Frühe,
Dass jede voller dufte, tiefer glühe,
Mit heißem Mund begierig in sich tranken.
Gesättigt sah ich bald die meisten schwanken,
Als glaubten sie, dass keine nun verblühe,
Die Rosen tranken fort mit süßer Mühe,
Bis ihre Kelche fast zur Erde sanken.
Die andern wiegten sich in Lustgefühlen.
Sie wollten eben Spott erheben,
Da schoss die Sonne ihre Flammenpfeile.
Die Rosen löschten sie im Tau, dem kühlen,
Doch jenen drangen sie in Mark und Leben,
Man sah sie hingewelkt nach kurzer Weile.
(Friedrich Hebbel)
Zufallsfund, Einblicke in die deutsche Seele - der Autor heißt Marc Crede:
Verhalten auf der Kirmes:
Ein Bier bestellen geht gar nicht. Damit
sagt man, daß man ne knickerige Sau ist,
keine Freunde hat oder Antialkoholiker ist,
quasi das Allerletzte.
2. Also immer mindestens zehn Stück, einen
Meter oder ein ganzes Tablett. Nie vorher
abzählen, wie viel Leute um einen herumstehen
und dann genau die Anzahl bestellen. Am
besten irgendeine Zahl über die Theke grölen
und ab dafür.
3. Ganz falsch: Die Umstehenden fragen, ob
sie überhaupt noch ein Bier haben wollen.
Wichtige Regel: gefragt wird nicht. Saufen
ist schließlich kein Spaß.
4. Wenn der Stoff da ist, nicht blöd
rumgucken und überlegen, wem man denn eins in
die Hand drücken soll. Am besten die Gläser
wild in der Umgebung verteilen, denn nur so
zeigt man seine Großzügigkeit. Nur der
kleinkarierte Pisser stellt sich da an.
5. Wer zahlt wann welche Runde? In der Regel
kommt jeder der Reihe nach dran. Ganz miese
Wichser saufen die ersten neun Runden an der
Theke mit und wenn sie an der Reihe wären,
müssen sie plötzlich pissen. Der erste
Besteller bestimmt meist die Dauer des
Projekts: Wenn er zwölf Bier bestellt, müssen
alle solange warten, bis zwölf Runden durch
sind. Wichtig ist, daß der Strom nie
abreißt. Also wenn alle noch die Hälfte im
Glas haben, sofort die nächste Runde ordern
und das neue Glas in die Hand drücken. Was
voll peinlich ist: Mit zwei Gläsern in der
Hand an der Theke stehen, deshalb ist Tempo
angesagt beim reinschütten, ist schließlich
kein Kindergeburtstag.
6. Richtig fiese Schweine bestellen
zwischendurch noch ne Runde Korn oder die
absolute Hölle "Jägermeister". Hier
wird es ernst. Sollte sich so was andeuten,
kann man bloß noch die Flucht ergreifen.
Merke: Biersaufen kann man überleben auf dem
Dorffest mit etwas Planung und Glück, aber
nach Jägermeister weigert sich sogar der
Notarzt, diese Schweinerei wiederzubeleben.
7. Konsequent durchgezogen, bist Du
normalerweise auf dem Zelt um halb Neun
stramm wie die Kesselflicker. Geht natürlich
nicht, weil Du kannst ja noch nicht Hause,
wegen Verdacht auf Weichei. Was also dann?
Pausen machen! Dafür sind in der Regel zwei
Sachen vorgesehen: Bratwurstfressen und
Tanzen.
Erstens: Bratwurstfressen
Vorteil: an der Bude gibst kein Jägermeister,
da bist Du also ne zeitlang sicher vor der
Alkoholvergiftung durch andere. Nu sind die
Bratwurststände auf Dorffesten immer so
Konzipiert, daß die Nachfrage immer größer
ist als das Angebot. In der Bude arbeiten
auch meistens Fachkräfte, denen man beim
Grillen die Schuhe besohlen kann. Einzige
Qualifikation: sie können mit einem
Sauerstoffanteil in der Luft von unter 1%
überleben, deswegen wirken sie auch so
scheintot. Nu sagt der Laie: watn Scheiß, das
könnte man doch viel besser organisieren:
zackzack kämen die Riemen übern Tresen.
Falsch: die mickrigen Bratwurstbuden mit den
Untoten am Grill stehen da nicht aus
Versehen, sondern absichtlich. Hier kann man
Asyl beantragen von der Sauferei und je
länger man auf den verkohlten Prengel warten
muß, desto größer die Überlebenschance.
Zweitens: Tanzen
Im Vergleich zu Bratwurstfressen natürlich
die schlechtere Wahl, weil anstrengend und
mit Frauen. Aber irgendwann geht halt kein
Riemen mehr rein in den Pansen und Du mußt
in den sauren Apfel beißen. Also zack, einen
Rochen von den Bänken gerissen und irgendwie
bescheuerte Bewegungen machen. Wenn Du Glück
hast, spielt die Kapelle mehr als zwei Stücke
und Du kannst Dir ein paar Bier aus den
Rippen schwitzen. Hast Du Pech, kommt sofort
nach dem ersten Stück der Thekenmarsch und Du
stehst wieder da, von wo Du gerade geflohen
bist.
Drittens: Sektbar
Eine richtig gruselige Bude, quasi die
Abferkelbox im Festzelt. Hier iss es so voll
und eng, hier bleibst Du auch noch stehen,
wenn's eigentlich nicht mehr geht. Es soll
schon Kriegsverletzte gegeben haben, denen
hat man in der Sektbar beide Beinprothesen
geklaut und sie haben's nicht gemerkt. Doch
der Preis, den Du für die Stehhilfe zahlst
ist hoch: Du mußt Sekt saufen aus so
mickrigen Blumenvasen, die man von der
Spermaprobe beim Urologen kennt. Ziemlich
eklig alles. Wenn's keine Sektbar gibt, gibst
meist ne Cocktailbar: Cocktail heißt im Zelt
aber nicht Caipirinha oder Margerita sondern
Fanta/Korn oder Korn mit Fanta. Also
vorsichtig. Hier kann's ganz schnell zu Ende
gehen. Eine Alternative für den ganzen
schnellen Weg ins Nirvana ist noch der
Zaubertrank: Korea. Vom
Preis-Leistungs-Verhältnis her immer noch ne
reelle Sache: So besäuft sich der kritische
Verbraucher und hat es ruckzuck geschafft.
Doch bevor Du nach Hause darfst, kommt noch
ein ganz wichtiger Punkt, nämlich...
Viertens: Kotzen
Klingt scheiße, Du wirst aber dankbar sein,
wenn Dein Körper, Dir dieses Geschenk
bereitet. Du hast Platz für neue Bratwürste
und vielleicht sogar Glück, daß Du die
letzten zwanzig Bier noch erwischt, bevor sie
Dein Gehirn erreicht haben. Der Profi
jedenfalls kotzt oft und gern. So jetzt wären
wir auch schon bald beim Nachhause gehen.
Haha. Wenn Du aber den Zeitpunkt verpaßt
hast, und Du kommst vom Pissen oder
Bratwurstkotzen wieder ins Zelt und es sind
bloß noch zwanzig Mann übrig. Ätsch:
Arschkarte gezogen. Denn jetzt heißt es:
Fünftens: Die Letzten
Ab jetzt geht es um so spannende Sachen wie
Faßaussaufen - es ist immer mehr drin, als Du
denkst, oder Absacker trinken, wenn's ein
Jägermeister ist, kannst Du Dir gleich den
Umweg über den Notarzt sparen und den
Bestatter anrufen. Vorteil dieser Phase des Dorffestes:
Du mußt nicht mehr extra nach draußen
latschen für Pissen und Kotzen: geht jetzt
alles vor Ort.
Sechstens: Nach Hause
Fällt aus. Mach Dir keine Illusionen: alleine
schaffst Du es nicht mehr, Taxis gibst nicht
auf dem Land, und wenn, würden sie Dich nicht
mitnehmen. Deine Frau kommt nicht, um Dich zu
holen, die ist froh, daß dieses Wrack nicht
in deiner Wohnung liegt und der Gestank in
die Möbel zieht. Was bleibt ist...
Siebtens: Der Morgen danach
Die ersten Sonnenstrahlen brechen durch die
Ritzen in der Zeltfestplane. Du wirst wach
von einem Zungenkuß, wie Du ihn noch nie in
Deinem Leben gekriegt hast. Leidenschaftlich
küßt Du zurück. Dann machst Du Deine
verklebten Augen auf und blickst in das
fröhliche Gesicht des zottigen Köters von dem
Zeltfritzen. Und mit einem eigenen Beitrag
zum Thema Würfelhusten fängt der Tag wieder
an. Dein Kopf fühlt sich an wie nach einem
Steckschuß. Jetzt hilft nur noch: Stützbier
bis die Maschine wieder halbwegs normal läuft...
Fast.. so ....
Der Haar ist fast braun(?),
nur "ein wenig"(?) graut.
Der Auge sieht gut,
was er will, nur.
Der Charakter ist stark,
darum nur "Mittelmaß".
Der Geist ist ZU wach,
für Logik zu schwach.
Glücklich, zufrieden,
will immer Frieden.
Du muss schon Krieg
machen, über den Frieden
zu wachen, mein Freund,
du ewige Freud.
Lügst dich selbst an,
bleibst allein.
Wir unterhielten uns
ernsthaft
spielten
Russisches Roulette
Die vorstellbare Konsequenz
war mal wieder schlimmer
als der Augenblick
in dem deine Patrone
platzte
Vielleicht hätte eine Kugel
in meinem Kopf
einen bleibenden Eindruck
hinterlassen
Schwarzes Loch
Rotes Schild
Gold'ner Wein
Liebste Oglokea, danke für Deine Rückmeldung. Immerhin hast Du meinen längeren Text auch gelesen und persönlich finde ich den auch gar nicht mal schlecht.
Bei Deinem Gedicht sind die grammatischen Fehler nicht so wichtig, Hauptsache es wird weitgehend verstanden. Die letzten zwei Zeilen sind ja ziemlich klar und richtig. "Wer sich selbst belügt, der ist eigentlich arm dran und vor allem allein".
Hm, ein Text der Verschiedenes anspricht. Da holt sich jeder "sein" Häppchen heraus. Mir liegt das...
Du muss schon Krieg
machen, über den Frieden
zu wachen, mein Freund,
du ewige Freud.
...näher, da Frieden sich nicht fixieren lässt, sondern sich stets neu erweisen muss.
Der Selbstlüge stehe ich etwas gelassener gegenüber. Ich halte sie für eine unverzichtbare Überlebensstrategie der Psyche. Und wer sich erfolgreich selbst belügt, befindet sich in bester Gesellschaft, nicht nur in der Politik. Die Wahrheit macht uns einsam, die Lüge verbindet uns.