Lyrik

Was hier noch fehlt, ist ein Forum wo man sich vom drögen und harten Alltag des Internet - Surfens erholen kann um sich den Harfenklängen der Poesie hinzugeben. Alles ist erlaubt : sowohl selbstverfaßte Zeilen, wie auch die berühmter Poeten, ob politisch oder unpolitisch, ob satirisch oder ernst, ob Goethe, Schiller, Rilke, Wedler oder Morath: Nur keine Hemmungen!
  1. #15590

    rein persönlich

    Zitat von ritevandenberg Beitrag anzeigen
    Ja, wie sagt man das in Deutsch sehr "direktiv"?

    An die Verstummten

    O, der Wahnsinn der großen Stadt, da am Abend
    An schwarzer Mauer verkrüppelte Bäume starren,
    Aus silberner Maske der Geist des Bösen schaut;
    Licht mit magnetischer Geißel die steinerne Nacht verdrängt.
    O, das versunkene Läuten der Abendglocken.

    Hure, die in eisigen Schauern ein totes Kindlein gebärt.
    Rasend peitscht Gottes Zorn die Stirne des Besessenen,
    Purpurne Seuche, Hunger, der grüne Augen zerbricht.
    O, das grässliche Lachen des Golds.

    Aber stille blutet in dunkler Höhle stummere Menschheit,
    Fügt aus harten Metallen das erlösende Haupt. trakl

    Also, bevor mich hier noch Gottes Zorn trifft, eigentlich wollte ich keinen"direktiven" Eindruck vermitteln. Steht mir auch nicht zu. Natürlich sollen Sie ruhig schreiben, was Sie wollen.
  2. #15591

    Vom anderen Denken

    Zitat von tinosaurus Beitrag anzeigen
    Der Aufrechte
    nimmt den
    geraden Weg
    der Narr
    und merkt ihn
    nicht einmal
    den Kreis
    Kehr doch einfach um
    Zieh den Kreis mal andersrum

    Man kann auch rennen im Oval
    So wie im Stadion, nur ohne Qual

    Am schicksten ist`s in der Ellipse
    Bringt Mathe Matt vielleicht in Schwitze
  3. #15592

    Moet je horen

    [QUOTE=ritevandenberg;10249728]het huis van europa


    Es waren mal Zeiten
    Da fuhren wir rüber
    Wollten sehen, wie es besser sein könnte

    So frei, so tapfer hinterm Deich, so tolerant
    Mit weißen Fahrrädern für jedermann

    Wir sahen, was wir sehen wollten

    Europa hat uns jetzt vereint
    Was wir jetzt sehen im anderen
    Sind wir selbst
  4. #15593

    Zitat von tinosaurus Beitrag anzeigen
    Also, bevor mich hier noch Gottes Zorn trifft, eigentlich wollte ich keinen"direktiven" Eindruck vermitteln. Steht mir auch nicht zu. Natürlich sollen Sie ruhig schreiben, was Sie wollen.
    Verzeihung, tinosaurus, das ist mein Fehler.
    Nicht "direktive" - "direkt" meine ich ihre Gedichtworte von Trakl. Lust.
  5. #15594

    [QUOTE=gantern;10251590]
    Zitat von ritevandenberg Beitrag anzeigen
    het huis van europa


    Es waren mal Zeiten
    Da fuhren wir rüber
    Wollten sehen, wie es besser sein könnte

    So frei, so tapfer hinterm Deich, so tolerant
    Mit weißen Fahrrädern für jedermann

    Wir sahen, was wir sehen wollten

    Europa hat uns jetzt vereint
    Was wir jetzt sehen im anderen
    Sind wir selbst

    Spreekt u Nederlands? Prachtige :-)

    Weisse Fahrräder. Amsterdam oder De Hoge Veluwe ?

    Das denke ich nicht.Wir haben alle Nachbarn eine Geschichte.
    Sie kennen sein Gedicht?
    Sie denken Nasr „heeft geprojecteerd“ ? Grass auch?

    Mein Nachbar hat einen Continent erfundenen
    Aber ich suche einen Raum für meine Gäste....
    (mijn buurman had een continent bedacht
    maar ik zoek een kamer voor mijn gasten)
  6. #15595

    Unrastes Flimmern

    Unrastes Flimmern
    vor den Innenaugen
    Bilder fluten
    lügen bunt
    dass nicht sein kannn
    was ich glauben darf

    muss was tun muss
    kann nicht einfach
    sitzen
    gelb starrren
    die Wand
    lee(h)rt den Blick
    die Enttäuschung

    innen
    der Film
    blitzt zum Höhenpunkt
    verkneife die gelben Augen
    und kann doch
    nicht lassen
    bis zum Ende
    aus gelaugt
    und leer
    vor der Wand
    dort draußen

    funkstillesRauschen
    vor den Innenohren
    Schnee auf dem Schirm
    fühl mich betrogen
  7. #15596

    ach sehne nicht

    Zitat von tinosaurus Beitrag anzeigen
    Unrastes Flimmern
    ..."..
    dort draußen

    funkstillesRauschen
    vor den Innenohren
    Schnee auf dem Schirm
    fühl mich betrogen
    ach sehne nicht
    nach diesem Licht,
    du wirst es nimmer finden.
    Es rauschen dort die Tage licht
    und Bäch`zu Fuße springen
    den Weg entlang in dieses Tal,
    wo stille ruht in Frieden,
    dein Freund`dein Feind und
    strebe nicht
    nach
    lebensmüden Wegen.
    -
    Es ist der Tag, es ist dein Weg
    es ist das lichte Weben
    das immer nur im Leben liegt,
    es ist dein edles Streben.

    19CC7EC, f_1
  8. #15597

    Bewußtsein

    Unsere körperliche Existenz
    ist tatsächlich nicht sicherer
    als die der Dinosaurier
    vor Millionen von Jahren.
    Der Unterschied:
    Uns kann es bewußt sein.

    HM 28.5.12
  9. #15598

    Literatentreue

    Tabularasa, fordert die Meute
    Sprich Klartext

    Angewidert ist der Poet
    Nein, Zwiespalt ist sein Geschäft

    Das Doppeldeutige in Gemengelage
    Aus der vielleicht ein Körnchen Wahrheit
    Sich filtern lässt
  10. #15599

    Wagnis

    Wagnis

    der alten Sehnsucht nach
    der Stille
    unversehens ausgesetzt
    im freien Fall
    über rollenden Sand
    kein Halten
    nirgends
    stehst du am Ende
    nackt
    splitternackt
    in diesem Meer von Sand