Gelesen mit den Augen der Wirtschaft :
Aussichten der Weltwirtschaft - Schock für alle
;)
Was hier noch fehlt, ist ein Forum wo man sich vom drögen und harten Alltag des Internet - Surfens erholen kann um sich den Harfenklängen der Poesie hinzugeben. Alles ist erlaubt : sowohl selbstverfaßte Zeilen, wie auch die berühmter Poeten, ob politisch oder unpolitisch, ob satirisch oder ernst, ob Goethe, Schiller, Rilke, Wedler oder Morath: Nur keine Hemmungen!
Gelesen mit den Augen der Wirtschaft :
Aussichten der Weltwirtschaft - Schock für alle
;)
*Es kommt beim 'A des B' schon ein bißchen darauf an, was A und B jeweils semantisch sind.
** Sie können a) die Keulchen noch so sehr mit Schaumstoff umwickeln oder b) noch so sehr prunken, gelacht wird trotzdem.
Persönliche Anmerkung: Überflüssiges Im-Munde-oder-Griffel-Führen des Worts 'kreativ' führt bei mir automatisch zu Punkteabzug. Pappenheimer, Sie wissen schon.
Es ist eben zweierlei, ob man theoretisch vor Beliebigkeit warnt oder seine eigene Beliebigkeit sprachlich aufrüscht.
... und schon wieder das gleiche.
(Doch den "frisch geschnittenen Grass" wollte ich auch nicht länger auf mir sitzen lassen. ;))
Das Jahr wendet sich
vom Frühjahr zum Sommer
all meine Schwestern gingen
ihren Weg
Ich liege auf
frisch geschnittenem Gras,
verschwende einen
weiteren Tag
Der Frühling brachte uns
verdorrte Blumen
aus strahlenden Herbsttagen
voller Gold
Gebrochene Ansichten
einer öden Zukunft
bewahrt im
blassen Dunst
Das Jahr hat sich gewendet
aus Herbst wurde Winter
ich sah Wellen schlagen
ans Ufer
Viel kälter
fühlt sich jetzt alles an
Nacht fällt im Land
von einst
Hmm, ziemlich viel Rethorik für die Uhrzeit.
Doch Ihr Punktabzug für meinen Sprachgebrauch erfüllt mich auch morgens schon mit Stolz. Ebenso bin ich regelrecht erleichtert, dass Ihnen meine Gedichte anscheinend nicht zusagen.
Zu den Aussichten:
Wenn die Aussicht eines Balkons mich tiefer in die Tasche greifen lässt, so liegt das eher nicht daran, dass ich dort dessen Augen vermute. ;)
Ob es sich dabei um eine Aussicht auf einen Balkon oder eine vom Balkon handelt, lässt der Genitiv offen - in Gedichten eine begrüßenswerte Eigenschaft, mit der sich auf elegante Weise eine semantische Doppeldeutigkeit erzeugen lässt.
Schon Kant wusste sich dieses Effektes zu bedienen, als er die Kritik der reinen Vernunft veröffentlichte, denn hier sitzt die Vernunft über die Vernunft zu Gericht; sie ist bei Kant Angeklagter und Kläger (und auch Richter) zugleich.
Poesie unterliegt nicht den üblichen semantischen Grenzen des Sprachgebrauches, den Sie hier ja selbst oft genug kritisieren, indem Sie über angebliche "Phrasen" herziehen. Sprache ist kreativ, nur Sie sind es leider nicht. Entweder ist Ihnen mein Sprachgebrauch zu abgegriffen oder aber zu ungewöhnlich. Auch wenn ich Ihre Passion für den Rotstift durchaus schätze, so sehe ich doch oft genug die Grenze zur Obsession überschritten. Schicksal einer Profession?
Ich hoffe, diesmal war etwas weniger Schaumstoff dabei. ;)
Ein Schwanzhund in die Küche kommt
Und stiehlt ein Dosenwort
Wo schon ein alter Knochen liegt
Verbuddelt er’s sofort
Dem Grabknochen gefällt das nicht
Fragt sich, wo er denn sei
Was er mit Wörterdosen soll
Dem Hund ist’s einerlei.
Der schleppt noch viele Dosen an
Mit Wörtern früh bis spat
Weil er zum alten Knochen gern
Ißt Dosenwortsalat.
Wie ich kürzlich schon an anderer Stelle geschrieben habe, führen Versuche, im deutschen Kompositum verwertbare Regelhaftigkeiten zu erkennen bzw. die Zulässigkeit/den Inhalt eines Kompositum mittels eines anderen zu begründen oder zu widerlegen, letztlich nie zum Ziel. Das deutsche Kompositum folgt keinen verallgemeinerungsfähigen Regeln!
Eindrucksvolles Beispiel: Kinderarmut und Kinderreichtum.
:
Mit Verlaub erinnert dieses Gedicht fatal an die englischsprachigen Versuche deutscher Primaner. Recherchen haben auch ergeben, dass der Autor aus dem skandinavischen Raum stammt. Es wird schnell peinlich, wenn man sich in einer Fremdsprache ausdrückt, ohne über das Sprachgefühl eines authentischen englischsprachigen Dichters zu verfügen. Gerade in der Popmusik wimmelt es von peinlichen Beispielen für derartige Stilblüten. Da werden simple Ideen in primitive Reime gepackt, ein Klischee jagt das nächste.
Deshalb habe ich in meiner Zeit als Produzent von Popmusik auch immer darauf geachtet, dass die Bands entweder passable deutsche Texte oder authentische englischsprachige Autoren und Sänger hatten. Es können eben wirklich nur sehr wenige Poeten brauchbare Texte in einer Sprache erschaffen, die sie nicht in allen Nuancen beherrschen.
Zu dem speziellen Gedicht ist noch anzumerken, dass es im Rahmen einer New-Age Performance seinen fragwürdigen Zweck erfüllen mag, die Zuhörer mit seichter Esoterik einzulullen. Und für Übersetzungen gilt zweifellos, dass man nicht mehr Substanz hineininterpretieren sollte, als tatsächlich vorhanden ist, so kunstvoll die Bemühungen auch sein mögen. Zudem wundere ich mich, warum hier plötzlich Tucholsky und Hendrix zensiert werden. Bislang war die Moderation in diesem Thread lockerer.
Zustimmung. Meine Englischkenntnisse reichen z.B. noch nicht einmal zu einer Beurteilung aus.
Die Frage, wieviel "Substanz tatsächlich vorhanden ist", kann Ihnen vielleicht ein Chemiker oder Physiker beantworten - in Gedichten ist jedoch stets soviel vorhanden, wie Sie in der Lage sind, hinein- und herauszulesen: es gibt kein objektiveres Maß. Selbst das Kinderlied "Alle meine Entchen" eignet sich für tiefere Analysen. Mir gefällt dieses Gedicht, sehe auch keine Spur von Esoterik, sondern eine herausfordernde Widersprüchlichkeit. Aber auch Ihr Urteil sollte sich besser begründen lassen. Schlechte Gedichte sind eben auch gute Gedichte.
In der Tat sehr verwunderlich, wurden beide doch bereits zu Lebzeiten ausreichend zensiert. ;)
Scheinwelten
leuchten nebulös
im unsichtbaren
Quantenschaum
(angeregt durch Schaumstoff u. Dosenwortsalat)