Forum


 

Lyrik

Was hier noch fehlt, ist ein Forum wo man sich vom drögen und harten Alltag des Internet - Surfens erholen kann um sich den Harfenklängen der Poesie hinzugeben. Alles ist erlaubt : sowohl selbstverfaßte Zeilen, wie auch die berühmter Poeten, ob politisch oder unpolitisch, ob satirisch oder ernst, ob Goethe, Schiller, Rilke, Wedler oder Morath: Nur keine Hemmungen!
  1. #15290

    Sprachschock

    Gelesen mit den Augen der Wirtschaft :

    Aussichten der Weltwirtschaft - Schock für alle
    ;)
  2. #15291

    Zitat von Jörn Bünning Beitrag anzeigen
    ,
    *Kuchen eines Hundes" ...
    **Kreative Sprache führt zu einem Sprachgebrauch, der ein **normatives Verständnis **transzendiert. Damit entzieht sich Poesie einer **den Sprachnormen verpflichteten Kritik.
    *Es kommt beim 'A des B' schon ein bißchen darauf an, was A und B jeweils semantisch sind.
    ** Sie können a) die Keulchen noch so sehr mit Schaumstoff umwickeln oder b) noch so sehr prunken, gelacht wird trotzdem.
    Persönliche Anmerkung: Überflüssiges Im-Munde-oder-Griffel-Führen des Worts 'kreativ' führt bei mir automatisch zu Punkteabzug. Pappenheimer, Sie wissen schon.
    Es ist eben zweierlei, ob man theoretisch vor Beliebigkeit warnt oder seine eigene Beliebigkeit sprachlich aufrüscht.
  3. #15292

    Zitat von Jörn Bünning Beitrag anzeigen
    Gelesen mit den Augen der Wirtschaft :
    "Die Wahrheit unterliegt nicht einer Mehrheitsabstimmung." (M. Mosebach)
    Setzen Sie 'die sprachliche Richtigkeit' an der richtigen Stelle ein. ;)
  4. #15293

    ...und noch'n Gedicht

    ... und schon wieder das gleiche.
    (Doch den "frisch geschnittenen Grass" wollte ich auch nicht länger auf mir sitzen lassen. ;))


    Das Jahr wendet sich
    vom Frühjahr zum Sommer
    all meine Schwestern gingen
    ihren Weg

    Ich liege auf
    frisch geschnittenem Gras,
    verschwende einen
    weiteren Tag

    Der Frühling brachte uns
    verdorrte Blumen
    aus strahlenden Herbsttagen
    voller Gold

    Gebrochene Ansichten
    einer öden Zukunft
    bewahrt im
    blassen Dunst

    Das Jahr hat sich gewendet
    aus Herbst wurde Winter
    ich sah Wellen schlagen
    ans Ufer

    Viel kälter
    fühlt sich jetzt alles an
    Nacht fällt im Land
    von einst
  5. #15294

    Schöne Aussichten

    Zitat von julianefuchs Beitrag anzeigen
    *Es kommt beim 'A des B' schon ein bißchen darauf an, was A und B jeweils semantisch sind.
    ** Sie können a) die Keulchen noch so sehr mit Schaumstoff umwickeln oder b) noch so sehr prunken, gelacht wird trotzdem.
    Persönliche Anmerkung: Überflüssiges Im-Munde-oder-Griffel-Führen des Worts 'kreativ' führt bei mir automatisch zu Punkteabzug. Pappenheimer, Sie wissen schon.
    Es ist eben zweierlei, ob man theoretisch vor Beliebigkeit warnt oder seine eigene Beliebigkeit sprachlich aufrüscht.
    Hmm, ziemlich viel Rethorik für die Uhrzeit.
    Doch Ihr Punktabzug für meinen Sprachgebrauch erfüllt mich auch morgens schon mit Stolz. Ebenso bin ich regelrecht erleichtert, dass Ihnen meine Gedichte anscheinend nicht zusagen.

    Zu den Aussichten:

    Wenn die Aussicht eines Balkons mich tiefer in die Tasche greifen lässt, so liegt das eher nicht daran, dass ich dort dessen Augen vermute. ;)

    Ob es sich dabei um eine Aussicht auf einen Balkon oder eine vom Balkon handelt, lässt der Genitiv offen - in Gedichten eine begrüßenswerte Eigenschaft, mit der sich auf elegante Weise eine semantische Doppeldeutigkeit erzeugen lässt.

    Schon Kant wusste sich dieses Effektes zu bedienen, als er die Kritik der reinen Vernunft veröffentlichte, denn hier sitzt die Vernunft über die Vernunft zu Gericht; sie ist bei Kant Angeklagter und Kläger (und auch Richter) zugleich.

    Poesie unterliegt nicht den üblichen semantischen Grenzen des Sprachgebrauches, den Sie hier ja selbst oft genug kritisieren, indem Sie über angebliche "Phrasen" herziehen. Sprache ist kreativ, nur Sie sind es leider nicht. Entweder ist Ihnen mein Sprachgebrauch zu abgegriffen oder aber zu ungewöhnlich. Auch wenn ich Ihre Passion für den Rotstift durchaus schätze, so sehe ich doch oft genug die Grenze zur Obsession überschritten. Schicksal einer Profession?

    Ich hoffe, diesmal war etwas weniger Schaumstoff dabei. ;)
  6. #15295

    Transzendenz auf Entzug

    Zitat von Jörn Bünning Beitrag anzeigen
    Hmm,
    "Kuchen eines Hundes" ist für Sie wohl ein Kuchen, der aus Hund gemacht wurde, gell? Vielleicht ist aber nur ein Kuchen für einen Hund gemeint.
    (......)
    Kreative Sprache führt zu einem Sprachgebrauch, der ein normatives Verständnis transzendiert. Damit entzieht sich Poesie einer den Sprachnormen verpflichteten Kritik.
    Ein Schwanzhund in die Küche kommt
    Und stiehlt ein Dosenwort
    Wo schon ein alter Knochen liegt
    Verbuddelt er’s sofort

    Dem Grabknochen gefällt das nicht
    Fragt sich, wo er denn sei
    Was er mit Wörterdosen soll
    Dem Hund ist’s einerlei.

    Der schleppt noch viele Dosen an
    Mit Wörtern früh bis spat
    Weil er zum alten Knochen gern
    Ißt Dosenwortsalat.
  7. #15296

    Allgemeiner Hinweis

    Wie ich kürzlich schon an anderer Stelle geschrieben habe, führen Versuche, im deutschen Kompositum verwertbare Regelhaftigkeiten zu erkennen bzw. die Zulässigkeit/den Inhalt eines Kompositum mittels eines anderen zu begründen oder zu widerlegen, letztlich nie zum Ziel. Das deutsche Kompositum folgt keinen verallgemeinerungsfähigen Regeln!

    Eindrucksvolles Beispiel: Kinderarmut und Kinderreichtum.
    :
  8. #15297

    Banale Esoterik

    Zitat von Kompetenzsimulantin Beitrag anzeigen
    [i]
    Spring Brought Us Dry Withered Flowers

    time is turning
    from spring to summer
    my sisters all have
    gone their way
    ...
    Mit Verlaub erinnert dieses Gedicht fatal an die englischsprachigen Versuche deutscher Primaner. Recherchen haben auch ergeben, dass der Autor aus dem skandinavischen Raum stammt. Es wird schnell peinlich, wenn man sich in einer Fremdsprache ausdrückt, ohne über das Sprachgefühl eines authentischen englischsprachigen Dichters zu verfügen. Gerade in der Popmusik wimmelt es von peinlichen Beispielen für derartige Stilblüten. Da werden simple Ideen in primitive Reime gepackt, ein Klischee jagt das nächste.

    Deshalb habe ich in meiner Zeit als Produzent von Popmusik auch immer darauf geachtet, dass die Bands entweder passable deutsche Texte oder authentische englischsprachige Autoren und Sänger hatten. Es können eben wirklich nur sehr wenige Poeten brauchbare Texte in einer Sprache erschaffen, die sie nicht in allen Nuancen beherrschen.

    Zu dem speziellen Gedicht ist noch anzumerken, dass es im Rahmen einer New-Age Performance seinen fragwürdigen Zweck erfüllen mag, die Zuhörer mit seichter Esoterik einzulullen. Und für Übersetzungen gilt zweifellos, dass man nicht mehr Substanz hineininterpretieren sollte, als tatsächlich vorhanden ist, so kunstvoll die Bemühungen auch sein mögen. Zudem wundere ich mich, warum hier plötzlich Tucholsky und Hendrix zensiert werden. Bislang war die Moderation in diesem Thread lockerer.
  9. #15298

    schlechte Gedichte sind gute Gedichte

    Zitat von W. Robert Beitrag anzeigen
    Mit Verlaub erinnert dieses Gedicht fatal an die englischsprachigen Versuche deutscher Primaner. Recherchen haben auch ergeben, dass der Autor aus dem skandinavischen Raum stammt. Es wird schnell peinlich, wenn man sich in einer Fremdsprache ausdrückt, ohne über das Sprachgefühl eines authentischen englischsprachigen Dichters zu verfügen. Gerade in der Popmusik wimmelt es von peinlichen Beispielen für derartige Stilblüten. Da werden simple Ideen in primitive Reime gepackt, ein Klischee jagt das nächste.

    Deshalb habe ich in meiner Zeit als Produzent von Popmusik auch immer darauf geachtet, dass die Bands entweder passable deutsche Texte oder authentische englischsprachige Autoren und Sänger hatten. Es können eben wirklich nur sehr wenige Poeten brauchbare Texte in einer Sprache erschaffen, die sie nicht in allen Nuancen beherrschen.
    Zustimmung. Meine Englischkenntnisse reichen z.B. noch nicht einmal zu einer Beurteilung aus.
    Zitat von W. Robert Beitrag anzeigen
    Zu dem speziellen Gedicht ist noch anzumerken, dass es im Rahmen einer New-Age Performance seinen fragwürdigen Zweck erfüllen mag, die Zuhörer mit seichter Esoterik einzulullen. Und für Übersetzungen gilt zweifellos, dass man nicht mehr Substanz hineininterpretieren sollte, als tatsächlich vorhanden ist, so kunstvoll die Bemühungen auch sein mögen.
    Die Frage, wieviel "Substanz tatsächlich vorhanden ist", kann Ihnen vielleicht ein Chemiker oder Physiker beantworten - in Gedichten ist jedoch stets soviel vorhanden, wie Sie in der Lage sind, hinein- und herauszulesen: es gibt kein objektiveres Maß. Selbst das Kinderlied "Alle meine Entchen" eignet sich für tiefere Analysen. Mir gefällt dieses Gedicht, sehe auch keine Spur von Esoterik, sondern eine herausfordernde Widersprüchlichkeit. Aber auch Ihr Urteil sollte sich besser begründen lassen. Schlechte Gedichte sind eben auch gute Gedichte.

    Zitat von W. Robert Beitrag anzeigen
    Zudem wundere ich mich, warum hier plötzlich Tucholsky und Hendrix zensiert werden. Bislang war die Moderation in diesem Thread lockerer.
    In der Tat sehr verwunderlich, wurden beide doch bereits zu Lebzeiten ausreichend zensiert. ;)
  10. #15299

    Schaumstoff

    Scheinwelten
    leuchten nebulös
    im unsichtbaren
    Quantenschaum


    (angeregt durch Schaumstoff u. Dosenwortsalat)








TOP



TOP