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Lyrik

Was hier noch fehlt, ist ein Forum wo man sich vom drögen und harten Alltag des Internet - Surfens erholen kann um sich den Harfenklängen der Poesie hinzugeben. Alles ist erlaubt : sowohl selbstverfaßte Zeilen, wie auch die berühmter Poeten, ob politisch oder unpolitisch, ob satirisch oder ernst, ob Goethe, Schiller, Rilke, Wedler oder Morath: Nur keine Hemmungen!
  1. #15200

    Falsche Aufklärung

    Zitat von tinosaurus Beitrag anzeigen
    ..... So gibt es doch die romantische Vorstellung, dass man gemeinsam das Schöne und Gute besser genießen kann, in schlechten Zeiten aber auch Leid, Krankheit und Tod besser ertragen kann. In guten wie in schlechten Zeiten.
    Grüße tino
    Man kann, lieber tinosaurus,

    man kann. Das ist eine falsche Aufklärung, denn ein gemeinsames Genießen guter wie (vor allem) Durchstehen schlechter Zeiten ist keineswegs eine "romantische Vorstellung", sondern (glücklicherweise!) auch heute noch bewußt und gerne gelebte Realität. Denn "schlechte Zeiten" sind nun einmal Bestandteil des Lebens - wehe, wer dann alleine ist! Meine Eltern (beide über 80) sind 55 Jahre verheiratet, wir selber schon 26 Jahre (und wir sind uns sicher, daß sich das nicht ändern wird). Und sind glücklich verbunden eben auch dadurch, daß man auf so viele Gemeinsamkeiten zurückblicken kann, die dann verbinden und zusammenhalten, wenn man den andern braucht.

    Die armen Aktivisten in Politik und Wirtschaft, die glauben, gut aufgehoben zu sein, wenn sie sich mit 60 trennen und eine junge Häsin nehmen, werden sich wundern, wenn es ans richtige Altwerden mit Ach und Weh geht. Eine Verbindung ohne frühere Gemeinsamkeiten bringt nichts, es sei denn, die Junge beißt die Zähne zusammen wegen des Erbes, Geldes, Rufes. Vielleicht macht ja auch Heuchelei glücklich ....?

    Vielleicht ist aber auch die Vorstellung von einer "großen Liebe" eine romantische Vorstellung, solange es im Bett stimmt. Leider ist der Alltag nicht nur ein Bett.

    Darum verteufelt mir die Romantik nicht!
    wünscht sich juppheidi
  2. #15201

    posten oder nicht

    Zitat von Jörn Bünning Beitrag anzeigen
    Im Meinen, dass man's sagen muss
    beginnt doch allzu oft nur Stuss.
    Und wer den GraSS so wichsen hört,
    sich meist schon an dem Namen stört.

    Gerne stoppte ich die Kurbel,
    schnell zu enden das Geschwurbel,
    an der nun viele Geister drehen,
    um ihr eignes Gift zu säen.

    Drum schreib ich besser, was ich denke,
    bevor ich meinen Geist verrenke,
    und hoffe, dass man mir verzeih
    mein Vollbad im Gedankenbrei:


    Alle Welt lobt das Vertrauen
    und hütet sich, darauf zu bauen.
    Besser ist's, man hat die Macht,
    dass es nur beim andern kracht.
    Und hältst heimlich du die Keule
    wird sie dir zur Siegessäule.

    Doch wenn beide voll des Schrecken,
    dass sie dabei selbst verrecken,
    lassen sie ihr Kriegspiel sein
    und geben sich nach außen fein.

    Ein U-Boot macht noch keinen Krieg
    doch raubt es schon die Lust am Sieg,
    der auch dann noch würd' bezahlt,
    wenn schon einer damit prahlt.

    Die Menschen wollen sicher gehen
    wer könnte dieses nicht verstehen?
    Nächstenliebe - Fremdenhass
    auf welches ist wohl mehr Verlass?
    ;)
    Was ist kursiv, was ist natur
    das allgemeine munkelt nur
    der Fremde ist schon lang dein Nachbar
    die Demokratie scheint machbar
    doch scheint es nur ein kurzes Glück
    das Imperium schlägt bestimmt zurück.
    Schon spinnte er wieder der Computer
    weil nicht der neuste usw.
    die Meinungshochheit ist so schön,
    alles verlogen und verkocht, die Suppe gibt es gratis
    bei der Armenspeisung
  3. #15202

    Intelligenzia

    Was Intellekt
    bei uns bezweckt
    ist Schlaukalkül
    als Lebensstil.

    HM 14.4.12
  4. #15203

    Romantik

    Zitat von juppheidi Beitrag anzeigen
    Man kann, lieber tinosaurus,

    man kann. Das ist eine falsche Aufklärung, denn ein gemeinsames Genießen guter wie (vor allem) Durchstehen schlechter Zeiten ist keineswegs eine "romantische Vorstellung", sondern (glücklicherweise!) auch heute noch bewußt und gerne gelebte Realität. Denn "schlechte Zeiten" sind nun einmal Bestandteil des Lebens - wehe, wer dann alleine ist! Meine Eltern (beide über 80) sind 55 Jahre verheiratet, wir selber schon 26 Jahre (und wir sind uns sicher, daß sich das nicht ändern wird). Und sind glücklich verbunden eben auch dadurch, daß man auf so viele Gemeinsamkeiten zurückblicken kann, die dann verbinden und zusammenhalten, wenn man den andern braucht.

    Die armen Aktivisten in Politik und Wirtschaft, die glauben, gut aufgehoben zu sein, wenn sie sich mit 60 trennen und eine junge Häsin nehmen, werden sich wundern, wenn es ans richtige Altwerden mit Ach und Weh geht. Eine Verbindung ohne frühere Gemeinsamkeiten bringt nichts, es sei denn, die Junge beißt die Zähne zusammen wegen des Erbes, Geldes, Rufes. Vielleicht macht ja auch Heuchelei glücklich ....?

    Vielleicht ist aber auch die Vorstellung von einer "großen Liebe" eine romantische Vorstellung, solange es im Bett stimmt. Leider ist der Alltag nicht nur ein Bett.

    Darum verteufelt mir die Romantik nicht!
    wünscht sich juppheidi

    Die Romantik werde ich niemals verteufeln. Im Gegenteil! Es ist so mit das Schönste, was man erleben kann und darf -
    betont tino
  5. #15204

    Das Traumschiff

    (Extended Version/Director's Cut))

    Es gibt keinen Grund zur Panik
    auf der RMS Titanic
    der Passagier darf fröhlich winken
    niemals wird der Dampfer sinken

    Auf der Brück' der Kapitän
    ist majestätisch anzusehen
    im Unterdeck da schwitzt die Masse
    und oben tanzt die Spitzenklasse

    Noch nie ist so ein Schiff gesunken
    alles erlogen und erstunken!
    Vorwärts rast das stolze Schiff
    auf das tiefgefrorene Riff

    Mitten in der schwarzen Nacht
    hat es plötzlich „rumms“ gemacht
    vorbei war die Unsinkbarkeit
    der Dampfer war Vergangenheit

    Bis heute halten sich Legenden
    Wollte man den Kahn versenken?
    vieles für die These spricht
    Nichts genaues weiß man nicht

    Alle schauten sehr betroffen
    das stolze Schiff war abgesoffen
    eigentlich war sonnenklar:
    der Dampfer, der ist unsinkbar...

    Moral:
    Wer sein Schiff „Titanic“ nennt
    wird gelegentlich versenkt
    Titanen, wenn es Zeus gefällt,
    landen in der Unterwelt
  6. #15205

    Celan: Sprachgitter

    Augenrund zwischen den Stäben.

    Flimmertier Lid
    rudert nach oben,
    gibt einen Blick frei.

    Iris, Schwimmerin, traumlos und trüb:
    der Himmel, herzgrau, muss nah sein.

    Schräg, in der eisernen Tülle,
    der blakende Span.
    Am Lichtsinn
    errätst du die Seele.

    (Wär ich wie du. Wärst du wie ich.
    Standen wir nicht
    unter einem Passat?
    Wir sind Fremde.)

    Die Fliesen. Darauf,
    dicht beieinander, die beiden
    herzgrauen Lachen:
    zwei
    Mundvoll Schweigen.
  7. #15206

    bin ich wie du

    bin ich
    wie du
    ein schatten
    verzaubert
    deiner welt
    entrückt
    bin ich
    genau wie du
    mein spiegelbild
    und weiß es nicht


    susanne englmayer
  8. #15207

    Zitat von tinosaurus Beitrag anzeigen
    ...

    susanne englmayer
    Wußte ich es doch!! Eine empfindsame Frauenseele.
  9. #15208

    Funkeln statt Munkeln

    Zitat von ANDIEFUZZICH Beitrag anzeigen
    Was ist kursiv, was ist natur
    das allgemeine munkelt nur
    der Fremde ist schon lang dein Nachbar
    die Demokratie scheint machbar
    doch scheint es nur ein kurzes Glück
    das Imperium schlägt bestimmt zurück.
    Schon spinnte er wieder der Computer
    weil nicht der neuste usw.
    die Meinungshochheit ist so schön,
    alles verlogen und verkocht, die Suppe gibt es gratis
    bei der Armenspeisung
    Natur kommt allgemein kursiv
    Sie munkelt uns auch meistens schief.
    Dein Nachbar ist bereits der Fremde
    Der Deine Macht begrenzt durch Wände.

    Demokratie die Kunst der Speisung
    Mit dem Effekt der Hirnvergreisung.
    Wer ständig lügt, dem glaubt man gern
    Drum sehen wir auch täglich fern.
  10. #15209

    Zitat von Jörn Bünning Beitrag anzeigen
    ...
    Dein Nachbar ist bereits der Fremde
    Der Deine Macht begrenzt durch Wände.
    .
    Man kann auch in Nomadenzelten
    hausen, dann trennen Welten.


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