Lyrik

Was hier noch fehlt, ist ein Forum wo man sich vom drögen und harten Alltag des Internet - Surfens erholen kann um sich den Harfenklängen der Poesie hinzugeben. Alles ist erlaubt : sowohl selbstverfaßte Zeilen, wie auch die berühmter Poeten, ob politisch oder unpolitisch, ob satirisch oder ernst, ob Goethe, Schiller, Rilke, Wedler oder Morath: Nur keine Hemmungen!
  1. #15190

    die einfache Wahrheit

    Zitat von ANDIEFUZZICH Beitrag anzeigen
    Die Wahrheit kennt keiner
    Trotzdem muss man sich manchamal empören
    Warum?
    Es geht um die Deutungshoheit, oder auch ich sehe es so, und du siehst es so, aber wer sokll jetzt nun recht haben.
    Das einzig gute an der ganzen Malaise ist die unberechenbare Natur, die alles ad absurdum führt, was sich unsere schlauen Gehirne je gedeacht haben.
    Bleiben wir doch bei einfachen Sachverhalten, die für uns alle Bedeutung haben.
    Wenn ein Polizist mich anhält und fragt, ob ich was getrunken habe, dann ist mir sofort klar, was damit gemeint ist. Nun könnte ich ein neckisches Spielchen beginnen und sagen: "Ja!"
    Bei weiterer Befragung würde ich dann wahrheitsgemäß sagen, dass ich Tee getrunken habe und diese Antwort der undifferenzierten Frage entspräche. Das kann man, je nach intellektueller Fähigkeit, soweit treiben, bis einem Beteiligten der Geduldsfaden reißt oder alles in befreiendem Gelächter endet.
    Es kommt also immer darauf an, was wir miteinander erleben möchten...
  2. #15191

    Facebook

    Facebook

    Dieses war der Lehrer Hempel
    und er sprach: „Was soll der Krempel,
    den ihr speichert in den Hirnen,
    all’ ihr Buben, all’ ihr Dirnen,
    denn, was nicht per Google-Look,
    findet ihr im Facebook,
    denn der speichert, früh bis spat,
    was ein jeder machen tat.
    Kennt die Taten, kennt die Pläne,
    kennt von dir sogar die Zähne,
    was du kautest, was du sprachst,
    wenn du dich am Nagel stachst.
    Folgt sogar dir in die Träume,
    hängt Spione in die Räume.
    Du kannst dich fast nicht mehr bücken,
    ohn’ auf sein Symbol zu klicken.
    Selbst die Firmen, die sonst bieder:
    „Sehe dich bei Facebook wieder!“
    Und die ganze Schar der Schreiber,
    so er kennt Gesicht und Leiber.
    Kennt die Freunde, kennt die Feinde,
    kennt von dir die Fan-Gemeinde,
    und – es mag dich zwar verdrießen -
    weiß wie oft du hast geschissen.
    Grade öffnet es die Pforten,
    dass du kannst in deinen Worten
    alle familiären Sachen
    da bei Facebook kenntlich machen,
    sollen möglichst alle sehen,
    was zuhause ist geschehen!
    Das kann wirklich keiner wollen,
    doch es nützt nichts mehr, das Grollen.
    Facebook ist wie Nanoteile,
    es durchzieht nach einer Weile
    all’ dein Wünschen, all dein Sein:
    welche Pein!

    Tanja Herbst
  3. #15192

    Auf- und abgeschreckt

    Im Meinen, dass man's sagen muss
    beginnt doch allzu oft nur Stuss.
    Und wer den GraSS so wichsen hört,
    sich meist schon an dem Namen stört.

    Gerne stoppte ich die Kurbel,
    schnell zu enden das Geschwurbel,
    an der nun viele Geister drehen,
    um ihr eignes Gift zu säen.

    Drum schreib ich besser, was ich denke,
    bevor ich meinen Geist verrenke,
    und hoffe, dass man mir verzeih
    mein Vollbad im Gedankenbrei:


    Alle Welt lobt das Vertrauen
    und hütet sich, darauf zu bauen.
    Besser ist's, man hat die Macht,
    dass es nur beim andern kracht.
    Und hältst heimlich du die Keule
    wird sie dir zur Siegessäule.

    Doch wenn beide voll des Schrecken,
    dass sie dabei selbst verrecken,
    lassen sie ihr Kriegspiel sein
    und geben sich nach außen fein.

    Ein U-Boot macht noch keinen Krieg
    doch raubt es schon die Lust am Sieg,
    der auch dann noch würd' bezahlt,
    wenn schon einer damit prahlt.

    Die Menschen wollen sicher gehen
    wer könnte dieses nicht verstehen?
    Nächstenliebe - Fremdenhass
    auf welches ist wohl mehr Verlass?
    ;)
  4. #15193

    Na gut, dan feiern Sie halt Ihren billigen Triumph, Herr Wischmob.
  5. #15194

    wenn schon, denn schon

    Zitat von tobiasmindernickel Beitrag anzeigen
    Na gut, dan feiern Sie halt Ihren billigen Triumph, Herr Wischmob.
    *** Wischmop-Shop.de ***
  6. #15195

    Der Ring der Herren

    Das endlose Ritual der Bewässerung
    verrosteter Ideen jener Epoche
    als die Trompeten schwiegen
    in den Tagebüchern der Landser
    schleppt sich träge bis in unsere Zeit
    die so verschieden nicht sein darf
    Hoffend dass der Schein noch
    ein paar Dekaden trüge

    Die Poesie hatte Schuld
    Nicht die Propaganda
    der Kommissare und Pfaffen
    zugleich Strippenzieher und Marionetten
    Nie wieder soll von deutscher Scholle
    ein Reim ausgehen
    das sind wir den Mächten,
    denen wir dienen, schuldig

    Angesichts der drei zerfallenen Türme
    schweigen sie wieder
    zu groß der Druck, zu stark die Angst
    wie einst im Mai
    Ewige Rekruten im Krieg der Welten
    Man konnte es nicht wissen
    damals und heute,
    niemals nicht
  7. #15196

    Quintessenz eines jeden bayrischen Nephrologenkongresses

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was hier noch fehlt, ist ein Forum wo man sich vom drögen und harten Alltag des Internet - Surfens erholen kann um sich den Harfenklängen der Poesie hinzugeben. Alles ist erlaubt : sowohl selbstverfaßte Zeilen, wie auch die berühmter Poeten, ob politisch oder unpolitisch, ob satirisch oder ernst, ob Goethe, Schiller, Rilke, Wedler oder Morath: Nur keine Hemmungen!
    Bayrische Gesundheitsweisheit

    Man kann die Arbeit seiner Nieren
    äußerst schmackhaft optimieren,
    denn gepflegter Biergenuss
    sorgt für flotten Harnabfluss.
  8. #15197

    Freundlicher Feind

    Gelobt sei der wahrhafte Feind,
    weil uns Wichtiges verbindet,
    geschmäht der verlogene Freund,
    der nur opportun empfindet.

    HM 12.4.12
  9. #15198

    Respekt

    Zitat von W. Robert Beitrag anzeigen
    Das endlose Ritual der Bewässerung
    verrosteter Ideen jener Epoche
    als die Trompeten schwiegen
    in den Tagebüchern der Landser
    schleppt sich....
    Das hat mich insgesamt sehr beeindruckt.
    Bis Zeile 12 wäre ich etwas nachsichtiger als Sie, ab Zeile 13 freue ich mich, dass es jemand so sagen kann.
  10. #15199

    Zitat von masupilami Beitrag anzeigen
    Facebook

    Dieses war der Lehrer Hempel
    und er sprach: „Was soll der Krempel,
    den ihr speichert in den Hirnen,
    all’ ihr Buben, all’ ihr Dirnen,
    denn, was nicht per Google-Look,
    findet ihr im Facebook,
    denn der speichert, früh bis spat,
    was ein jeder machen tat.
    Kennt die Taten, kennt die Pläne,
    kennt von dir sogar die Zähne,
    was du kautest, was du sprachst,
    wenn du dich am Nagel stachst.
    Folgt sogar dir in die Träume,
    hängt Spione in die Räume.
    Du kannst dich fast nicht mehr bücken,
    ohn’ auf sein Symbol zu klicken.
    Selbst die Firmen, die sonst bieder:
    „Sehe dich bei Facebook wieder!“
    Und die ganze Schar der Schreiber,
    so er kennt Gesicht und Leiber.
    Kennt die Freunde, kennt die Feinde,
    kennt von dir die Fan-Gemeinde,
    und – es mag dich zwar verdrießen -
    weiß wie oft du hast geschissen.
    Grade öffnet es die Pforten,
    dass du kannst in deinen Worten
    alle familiären Sachen
    da bei Facebook kenntlich machen,
    sollen möglichst alle sehen,
    was zuhause ist geschehen!
    Das kann wirklich keiner wollen,
    doch es nützt nichts mehr, das Grollen.
    Facebook ist wie Nanoteile,
    es durchzieht nach einer Weile
    all’ dein Wünschen, all dein Sein:
    welche Pein!

    Tanja Herbst
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    Bei wem immer man sich bedanken muß (dieweil nicht klar ist, ob masupilami und Tanja Herbst die gleiche Person oder zwei Personen sind), ich sage einfach: danke - denn so eine wundervolle "Aufklärung" verdient das.
    Die Verse sollten auf jedem Blatt Tolettenpapier stehen, damit jeder weiß, wozu Facebook gut ist.
    Cheerio!
    ruft juppheidi