Forum: Treffpunkt
Lyrik
Was hier noch fehlt, ist ein Forum wo man sich vom drögen und harten Alltag des Internet - Surfens erholen kann um sich den Harfenklängen der Poesie hinzugeben. Alles ist erlaubt : sowohl selbstverfaßte Zeilen, wie auch die berühmter Poeten, ob politisch oder unpolitisch, ob satirisch oder ernst, ob Goethe, Schiller, Rilke, Wedler oder Morath: Nur keine Hemmungen!
- #15190 11.04.2012 14:42 von
die einfache Wahrheit
Bleiben wir doch bei einfachen Sachverhalten, die für uns alle Bedeutung haben.
Wenn ein Polizist mich anhält und fragt, ob ich was getrunken habe, dann ist mir sofort klar, was damit gemeint ist. Nun könnte ich ein neckisches Spielchen beginnen und sagen: "Ja!"
Bei weiterer Befragung würde ich dann wahrheitsgemäß sagen, dass ich Tee getrunken habe und diese Antwort der undifferenzierten Frage entspräche. Das kann man, je nach intellektueller Fähigkeit, soweit treiben, bis einem Beteiligten der Geduldsfaden reißt oder alles in befreiendem Gelächter endet.
Es kommt also immer darauf an, was wir miteinander erleben möchten... - #15191 11.04.2012 18:39 von
Facebook
Facebook
Dieses war der Lehrer Hempel
und er sprach: „Was soll der Krempel,
den ihr speichert in den Hirnen,
all’ ihr Buben, all’ ihr Dirnen,
denn, was nicht per Google-Look,
findet ihr im Facebook,
denn der speichert, früh bis spat,
was ein jeder machen tat.
Kennt die Taten, kennt die Pläne,
kennt von dir sogar die Zähne,
was du kautest, was du sprachst,
wenn du dich am Nagel stachst.
Folgt sogar dir in die Träume,
hängt Spione in die Räume.
Du kannst dich fast nicht mehr bücken,
ohn’ auf sein Symbol zu klicken.
Selbst die Firmen, die sonst bieder:
„Sehe dich bei Facebook wieder!“
Und die ganze Schar der Schreiber,
so er kennt Gesicht und Leiber.
Kennt die Freunde, kennt die Feinde,
kennt von dir die Fan-Gemeinde,
und – es mag dich zwar verdrießen -
weiß wie oft du hast geschissen.
Grade öffnet es die Pforten,
dass du kannst in deinen Worten
alle familiären Sachen
da bei Facebook kenntlich machen,
sollen möglichst alle sehen,
was zuhause ist geschehen!
Das kann wirklich keiner wollen,
doch es nützt nichts mehr, das Grollen.
Facebook ist wie Nanoteile,
es durchzieht nach einer Weile
all’ dein Wünschen, all dein Sein:
welche Pein!
Tanja Herbst - #15192 12.04.2012 11:21 von
Auf- und abgeschreckt
Im Meinen, dass man's sagen muss
beginnt doch allzu oft nur Stuss.
Und wer den GraSS so wichsen hört,
sich meist schon an dem Namen stört.
Gerne stoppte ich die Kurbel,
schnell zu enden das Geschwurbel,
an der nun viele Geister drehen,
um ihr eignes Gift zu säen.
Drum schreib ich besser, was ich denke,
bevor ich meinen Geist verrenke,
und hoffe, dass man mir verzeih
mein Vollbad im Gedankenbrei:
Alle Welt lobt das Vertrauen
und hütet sich, darauf zu bauen.
Besser ist's, man hat die Macht,
dass es nur beim andern kracht.
Und hältst heimlich du die Keule
wird sie dir zur Siegessäule.
Doch wenn beide voll des Schrecken,
dass sie dabei selbst verrecken,
lassen sie ihr Kriegspiel sein
und geben sich nach außen fein.
Ein U-Boot macht noch keinen Krieg
doch raubt es schon die Lust am Sieg,
der auch dann noch würd' bezahlt,
wenn schon einer damit prahlt.
Die Menschen wollen sicher gehen
wer könnte dieses nicht verstehen?
Nächstenliebe - Fremdenhass
auf welches ist wohl mehr Verlass?
;) - #15193 12.04.2012 14:08 von
Na gut, dan feiern Sie halt Ihren billigen Triumph, Herr Wischmob.
- #15194 12.04.2012 16:07 von
wenn schon, denn schon
- #15195 12.04.2012 16:51 von
Der Ring der Herren
Das endlose Ritual der Bewässerung
verrosteter Ideen jener Epoche
als die Trompeten schwiegen
in den Tagebüchern der Landser
schleppt sich träge bis in unsere Zeit
die so verschieden nicht sein darf
Hoffend dass der Schein noch
ein paar Dekaden trüge
Die Poesie hatte Schuld
Nicht die Propaganda
der Kommissare und Pfaffen
zugleich Strippenzieher und Marionetten
Nie wieder soll von deutscher Scholle
ein Reim ausgehen
das sind wir den Mächten,
denen wir dienen, schuldig
Angesichts der drei zerfallenen Türme
schweigen sie wieder
zu groß der Druck, zu stark die Angst
wie einst im Mai
Ewige Rekruten im Krieg der Welten
Man konnte es nicht wissen
damals und heute,
niemals nicht - #15196 12.04.2012 17:56 von
- #15197 12.04.2012 18:54 von
Freundlicher Feind
Gelobt sei der wahrhafte Feind,
weil uns Wichtiges verbindet,
geschmäht der verlogene Freund,
der nur opportun empfindet.
HM 12.4.12 - #15198 12.04.2012 22:35 von
- #15199 13.04.2012 18:08 von
-------------------------------------------
Bei wem immer man sich bedanken muß (dieweil nicht klar ist, ob masupilami und Tanja Herbst die gleiche Person oder zwei Personen sind), ich sage einfach: danke - denn so eine wundervolle "Aufklärung" verdient das.
Die Verse sollten auf jedem Blatt Tolettenpapier stehen, damit jeder weiß, wozu Facebook gut ist.
Cheerio!
ruft juppheidi
Die aktuellen Top-Themen

Antworten / Zitieren

