Natürlich ist Liebe ein Wort, aber ein gewaltiges. Fast jede Generation, jede Kultur findet neue Definitionen. Auch die Kunst ist zuständig, Liebe zu illustrieren, zu suchen, zu finden, dennoch hat Liebe in erster Linie mit dem täglichen Leben zu tun. Finden viele Menschen. Was finden Sie? Was ist zeitlos, was ist Zeitgeist? Was ist Ihre Ansicht, Einsicht, Erfahrung mit diesem großen Wort?
Der Hinweis auf Karl May passt gut, denn es gibt hier viele Parallelen. Auch dieser Volksschriftsteller befand sich in chronischen Geldnöten. Neben Unterschlagung und Diebstahl saß May auch wegen Hochstapelei und Amtsanmaßung ein, was ich unserem Schriftsteller aber nicht unterstellen möchte, wenngleich ich ihm hierzu eine gewisse Neigung und Begabung nicht absprechen kann.
Weitere Parallelen ergeben sich mE aus der behaupteten Authentizität der Geschichten, beiden Autoren erscheinen Fiktionen nicht genug, beide versuchen mit angeblich autobiografischen Bezügen den Wahrheitswert ihrer Dichtungen zu betonen.
Bevor er es mit seinen Abenteuergeschichten aus der neuen Welt und dem Orient zu großem Ansehen brachte, versuchte May sich einige Zeit lang erfolglos an Kitschgeschichten wie zum Beispiel "Die Rose von Ernstthal".
Vergleichbar ist auch die indirekte Erotik der Landschaften, bei May fehlen allerdings die eindeutigen erotischen Passagen. Der Schriftsteller Arno Schmidt hat in seinem Werk "Sitara und der Weg dorthin" die erotischen Bezüge in Mays Werk gründlich heraus gearbeitet. Ob seine These von der versteckten Homosexualität zutrifft, wage ich allerdings zu bezweifeln. Der homosexuelle Charakter seiner literarischen Männerfreundschaften ist jedoch unverkenbar.
Mays Karriere war dem Aufkommen breiterer Leserschichten zu verdanken. Neben dem klassischen Bildungsbürgertum entstand ausgelöst durch die neuen Techniken des Zeitungsdruckes zum ersten Mal eine Volksleserschaft und damit auch das vermehrte Bedürfnis nach Trivialliteratur.
Ob "unser" Dichter allerdings jemals eine Karriere in vergleichbarer Form starten wird, wage ich zu bezweifeln. Kaum ein Feld ist heute so hart umkämpft, wie das der Trivialliteratur.
Neutrale Böden habe ich hier noch nicht gefunden, doppelte hingegen öfter. Zum Beispiel unter der Dusche, wo ich beim Abspritzen ertappt werde. Meine Vorliebe für Trivialergüsse und die Lust am Spott lassen sich wohl nicht verhehlen. Doch möchte ich niemanden damit verletzen, auch wenn mir das nicht immer gelingt, dazu liegen hier zuviele Seelen blank. Häme liegt mir jedoch nicht. Leere Zusagen und nicht eingelöste Versprechen mag ich gar nicht. Dafür kann ich auch was einstecken. Ich hoffe, ich kann dabei auf Dich zählen.
die Welt einzuatmen, mich auszuatmen
in jedem Moment in Einheit
in diesem Prozess des Seins.
Mystische Liebe, Gottesatem--
Rosenduft im November
schwebt über All.