Zitat von
Wiedereinaussteiger
Ne, 150 Stutz ist eine Art Basispreis, also in einer (auch großen) Stadt ein Hochklavier von EG zu EG zu transportieren, 2 Mann, VW-Bus. So Marzahn nach Wilmersdorf oder wo oder wie oder was.
Etagen kosten extra - 7-12 EU, per Etage, egal ob rauf oder runter, und Kilometer kosten extra. Meinen Flügel (>>600 Kilo) von Hannover gen Dortmund zu transportieren, mit vier Mann, hätte normalo ca. knapp einen Tausi gekostet, na 800. Weil das mit VW-Bus schon beinah nicht mehr geht, und mit zwei Mann auch nicht. Und das war auch nur von EG zu EG. OK, eine Hinterhof-Laderampe an der Werkstatt herunter, und hier zwei Eingangsstufen hoch - aber die waren auch schon gefährlich gefährdet, wegen kchnachcks (Marmor) an der Stufenkante..
Denn DAS ist das eigentlich Heikle: nicht, dass dem Klavier was passiere. Sondern den Transporteuren, und den Treppen, Treppenhäusern etc.
Also der Vorarbeiter, der auch das schwere Ende nahm (>350 Kilo im Gurt..) hat meine Riesenhochachtung forever.
Ein Kollege in St. Gallen hat einen kleinen Steinway M-170 mit Kran in sein Fabrikloft hieven lassen, nach Abfassen des Klavieres in Bern. Die Aktion hat ihn ca. 1.300 CHF gekostet.
Bei den Klaviertransporteuren gibt's auch so'ne und Sonne.. Könnte da ganze Bücher drüber schreiben..
Noch ein Tip - man kaufe niemals ein Klavier, das auf dem Dachboden stand, in einem Keller oder in einer Garage. Wirklich NIEMALS.. Wegen der Feuchtigkeitsunterschiede, und den Folgen, die das recht hochwahrscheinlich haben mag für den Stimmstock (reißt, hält die Stimmnägel nicht mehr) und für den Resonanzboden: ein Resoboden ist nur ca. 8-12mm dick, Feuchteschwankungen machen den ritzschratzsch reißen. Ein Riss muss noch nicht schlimm sein; schlimm wird's, wenn die Risskanten aneinander reiben, knarzen, scheppern.
D.h. wenn man als Klavierverantwortlicher ein Stück Restfairness hat, packt man auch niemals ein Klavier aus dem Wohnzimmer in den Keller oder in eine Garage.. Das ist der vorprogrammierte Tod des Teils.