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Café SponTan

...für die Dauer der Betriebsferien.
  1. #49010

    Zitat von oberteil Beitrag anzeigen
    Auf Familientreffen weniger, mein Vater z.B. hat nie ein einziges Wort über seine Kriegszeit verloren. Dafür aber in der Schule. Einmal im Monat war so eine Art Gesprächskreis, da wurden ältere Menschen eingeladen, die erzählten über die Nazizeit. Ob immer die Wahrheit, weiß ich nicht genau. Später gab es dann ja auch andere Informationsmöglichkeiten.

    Mir kommen heute immer noch die Tränen, wenn ich an das denke, was in deutschem Namen angerichtet wurde, aus Mitempfinden mit den Menschen und aus Scham.

    Wenn heute gesagt wird, ich habe damals noch nicht gelebt, ich trage keine Schuld - ja, Schuld nicht, aber Verantwortung.
    Da hatte ich wohl Glück: 1 Opa in der Wolle ein patriotischer Roter ( der parteipolitisch den Weg Willy Brandts ging), der andere strang katholisch- daher beide Gegner Hitlers von Anfang an, erzählten vieles. Mein Vater sprach allerdings nichts über den Krieg, zerstörte aber alles Kriegsspielzeug.
    Erst im Nachlass fanden wir dann seine urkunden: Nahkampfspange; Bodenkampfabz.,......
  2. #49011

    Zitat von oberteil Beitrag anzeigen
    Ich hatte eine Arbeitskollegin, die aus Gotha stammte. Sie hat während der DDR-Zeit einen tschechischen Musiker geheiratet und dadurch die Ausreise-Möglichkeit bekommen. Ihren Sohn hat sie zurückgelassen und nach 1990 vergeblich darum gekämpft, wieder ein Verhältnis zu ihm aufzubauen. Er wollte nichts mehr von ihr wissen.
    Sie sind doch auch Mutter. Es gab doch damals Ausreiseanträge, auch für Kinder. Das ist doch genau das, was mich vor der Wende so fertig gemacht hat. Es wurden mir Wohnungen angeboten, die ich vorher nicht hätte besichtigen dürfen.

    MfG
  3. #49012

    Zitat von gestandeneFrau Beitrag anzeigen
    Aber ich muß auch zugeben, daß wir doch sehr naiv waren (vieles haben wir in der Schule gelernt), mein - total netter- Versicherungsvertreter hat es doch tatsächlich geschafft, mir eine Verkehrsrechtschutzversicherung anzudrehen, obwohl ich zu dem Zeitpunkt kein Motorrad und schon ein Kind hatte. Was habe ich mir vor den Kopf geschlagen.

    Aber viel schlimmer fand ich die Situation, als viele Ostdeutsche über Ungarn und Prag abgehauen sind und ihre Kinder hier gelassen haben. Ich war total von der Rolle und habe damals noch gedacht, die Aktuelle Kamera spinnt jetzt total.Leider war das absolute Realität. Ich kann es bis heute nicht fassen.

    MfG
    In meinen Augen Pack, daß die Freiheit nicht verdient hat.... aber ich bewundere die Montagsdemonstranten
    die heute vom Pack an die Seite grdrückt werden.
  4. #49013

    Zitat von Straßenkater Beitrag anzeigen
    Ich persönlich trage als "Nachkriegsgeborener" weder Schuld noch Verantwortung; aber ich vergesse nicht, was Menschen, was ein Volk, anrichten kann, wenn es die Gelegenheit dazu bekommt und das auslebt. In Frankreich und Holland, in Norwegen und anderswo gab es Widerstand und Partisanen, in D nur ganz wenig, zB die Geschwister Scholl, den Georg Elser und ein paar kleine kommunistische Widerstandsgruppen und erst sehr spät den 20. Juli.
    Einäugig?
  5. #49014

    Zitat von Rainer Helmbrecht Beitrag anzeigen
    Mein Vater war ein uneheliches Kind und 1904 geboren, auch er hat sich alles erarbeitet und natürlich hat er mich auch so erzogen. Suchst du zwei hilfreiche Hände, so findest du sie am Ende deines Armes.

    Ich treffe einen Opa, mit dem ich mich ganz gut verstehe. Er hat einen Enkel, groß und kräftig. Da habe ich gedacht, der könnte bei mir mal den Hof fegen. Ging aber leider nicht, weil er jetzt, nach 5 Jahren, einen zweiten Beruf erlernt und da musste er sich noch 3 Wochen schonen.

    Der Opa hat sich jetzt 4 Wochen nicht sehen lassen, weil er sich für den Knaben schämt.

    MfG. Rainer
    Das habe ich beim nächtlichen Zappen in einer Comedy-Sendung gehört: Früher hieß es, die Türken nehmen uns die Arbeit weg. Heute sagen Jugendliche: na und, ist doch gut so.
    (Reine Ironie meinerseits!)
  6. #49015

    Zitat von Straßenkater Beitrag anzeigen
    So lange hier dauernd Leute behaupten, es gäbe die SED noch heute.
    Das sind vermutlich dieselben Leute, die bis heute nicht mitbekommen haben, daß nicht mehr Konrad Adenauer der amtierende Bundeskanzler ist...
    Es wäre wirklich zu wünschen, daß unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger wieder lernen würden, sich natürlicher zu verhalten als sie sich haben angewöhnen lassen...
  7. #49016

    Zitat von Straßenkater Beitrag anzeigen
    Ich persönlich trage als "Nachkriegsgeborener" weder Schuld noch Verantwortung; aber ich vergesse nicht, was Menschen, was ein Volk, anrichten kann, wenn es die Gelegenheit dazu bekommt und das auslebt. In Frankreich und Holland, in Norwegen und anderswo gab es Widerstand und Partisanen, in D nur ganz wenig, zB die Geschwister Scholl, den Georg Elser und ein paar kleine kommunistische Widerstandsgruppen und erst sehr spät den 20. Juli.
    Es gab in Frankreich, Griechenland, Belgien und auch in Norwegen sowie anderen Ländern genug Nazis. Und es gab in all diesen Ländern Widerstand.

    Ich weigere mich einfach, Kollekivschuld für meine Vorfahren zu übernehmen. Ich fand einfach die Fußball-WM 2006 in Deutschland toll. Irgendwann muß mal Schluß sein. Wenn Sie die Schuld immer noch trage wollen, bitte schön. Ohne mich.

    MfG
  8. #49017

    Zitat von oberteil Beitrag anzeigen
    Ich hatte eine Arbeitskollegin, die aus Gotha stammte. Sie hat während der DDR-Zeit einen tschechischen Musiker geheiratet und dadurch die Ausreise-Möglichkeit bekommen. Ihren Sohn hat sie zurückgelassen und nach 1990 vergeblich darum gekämpft, wieder ein Verhältnis zu ihm aufzubauen. Er wollte nichts mehr von ihr wissen.
    Frühe Selbstverwirklichung!
  9. #49018

    Zitat von Rainer Helmbrecht Beitrag anzeigen
    Mein Vater war ein uneheliches Kind und 1904 geboren, auch er hat sich alles erarbeitet und natürlich hat er mich auch so erzogen. Suchst du zwei hilfreiche Hände, so findest du sie am Ende deines Armes.

    Ich treffe einen Opa, mit dem ich mich ganz gut verstehe. Er hat einen Enkel, groß und kräftig. Da habe ich gedacht, der könnte bei mir mal den Hof fegen. Ging aber leider nicht, weil er jetzt, nach 5 Jahren, einen zweiten Beruf erlernt und da musste er sich noch 3 Wochen schonen.

    Der Opa hat sich jetzt 4 Wochen nicht sehen lassen, weil er sich für den Knaben schämt.

    MfG. Rainer
    Enkel oder Opa?

    MfG
  10. #49019

    Das Gegenteil ist der Fall

    Zitat von gestandeneFrau Beitrag anzeigen
    Wenn Sie die Schuld immer noch trage wollen, bitte schön.
    MfG
    Sie haben offensichtlich NICHT gelesen, was ich geschrieben habe.
    Das ist kennzeichnend für das Cafe und die hiesigen "Diskussionen".








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