Und sich der Minister für Entwicklungshilfe als Schmuggler entpuppt - Deutschland ist wirklich ein Vorbild für lernwillige Nationen!
...für die Dauer der Betriebsferien.
Und sich der Minister für Entwicklungshilfe als Schmuggler entpuppt - Deutschland ist wirklich ein Vorbild für lernwillige Nationen!
Deswegen schallt es aus dem wirtschaftlich erfolgreichen wilden Süden ja auch dem armen sexy sprachlichen Hochadel im Rest der Republik entgegen:
"mir knnet lles. auer hochdeutsch." [WestSdWest]
So ist es. Wie oft wurden wir als Hochwohlgeborene verunglimpft, als Ewiggestrige beschimpft oder mehr oder weniger verklausuliert gleich als Nazis abgestempelt, die im Schulunterricht am liebsten wieder den Rohrstock schwingen sehen wollen.
Dabei ist den Verfechtern des Neuschriebs gar nicht bekannt, daß wir mit der Rechtschreibreform in wesentlichen Teilen zur Schrift des 18. Jahrhunderts zurückgekehrt sind, zu einem "künstlichen Barock", wie Adolf Muschg es nannte. (Naja, wer schon so mit Vornamen heißt ...) So gesehen sind die Reformapostel in Wahrheit die Ewigvorgestrigen, aber wozu soll man sich mit lästigem Faktenwissen herumschlagen. :)
Wozu brauchen wir Autos? Mein Urgroßvater ist auch mit einem Pferdegespann durchs Leben gekommen.
Da hier schon von den Lehrern die Rede war: Wie die überwältigende Mehrheit der Profi-Schreiber, die ich kenne, treten sie gesprächsweise aber als Anhänger der Partei "Die Dinge verändern sich/ es muß doch nicht immer alles so bleiben, wie es ist/da ist die natürliche Entwicklung" auf. (Man las dergleichen hier gerade.)
Die Abhängigkeit tut ein übriges. Obwohl Abhängigkeit ein Argument ist, das viele gern für sich selbst beanspruchen, sehr ungern aber anderen zugestehen. "Hannemann, geh du voran", das gilt allemal und nirgends so streng wie in der Geschichte.
Ich sehe gerade, daß Matthias Jendis inzwischen tot ist. Ein herber Verlust. John Lee Hooker ist auch schon eine Weile tot, es wird allmählich einsam hier auf diesem Planeten. Aber wir haben ja Twitter und Facebook ...
Inwiefern (oder "in wie fern" läßt man den Dingen ihre "natürliche Entwicklung", wenn frustrierte, betätigungslose und weitgehend kompetenzfreie Germanisten ebenso reaktionär-spießig wie gewaltsam, unter Mißachtung eines Volksentscheids, einen Zustand aus dem 18. Jahrhundert wiederherstellen? Oder ist es jetzt "wieder herstellen"?
Es gehört zu den größten Propagandaerfolgen der Reformer, daß es ihnen leider tatsächlich gelungen ist, den Pädagogen und Politikern ihr häßliches Machwerk als "progressiv" zu verkaufen.