Forum: Sport
Wie schlägt sich Deutschland bei der EM?
Die Gruppen sind ausgelost, Deutschland bekommt es mit den hochkarätigen Gegnern Niederlande, Portugal und Dänemark zu tun. Was glauben Sie - wird sich die deutsche Elf für das Viertelfinale qualifizieren? Ist sogar der EM-Titel möglich?
- #960 07.06.2012 13:10 von
Deutschland ist eine Turniermannschaft
Ich denke auch wenn wir uns in der Hammer Gruppe befinden wird es kein Problem sein, dass wir ins Achtelfinale kommen. Ich bin davon überzeugt, dass wenn wir so spielen wie wir an der letzten WM gespielt haben wird das wir diesmal den Titel holen könne. Ich bin sehr zuversichtlich.
- #961 07.06.2012 13:16 von
Sorry, aber Deine Antwort geht am Thema vorbei!
Wie kommst Du denn darauf, dass ich eine ablehnende Haltung gegenüber Jogi Löw haben soll...?
Ich habe doch in der Vergangenheit mehrfach gesagt, dass ich schon 2006 den größeren Anteil am Erfolg bei Löw als bei Klinsmann gesehen habe. Auch habe ich nie an seinem fachlichen Können als Fußball-Trainer gezweifelt. Im Gegenteil: ich meine, dass er seinen Beruf richtig gut gelernt hat und beherrscht.
Ich sehe aber auch Schwächen... Das nur nebenbei.
Was ich aber mit meinem Beitrag ausdrücken wollte, ist, dass er nicht für das "Material" = die Spieler verantwortlich ist. Da haben andere ihre Verdienste erworben. Oder willst Du etwa sagen, dass allein Jogi Löw es war, der die Spieler zu dem gemacht hat, was sie sind...?
Er schöpft - abgesehen von den Spielern, die schon unter Völler gespielt haben - aus dem Fundus der DFB-Nachwuchsarbeit.
Darauf wollte ich hinweisen... und im gleichen Atemzug auch den Blick auf die Spieler verstärken bzw. deren Gewicht stärker hervorheben.
Natürlich trifft er die Auswahl, wen er beruft... Doch darüber habe ich bisher noch nie ein Wort verloren. Oder erinnerst Du Dich an einen Beitrag von mir, in dem ich irgendeine Berufung Löws kritisiert oder gefordert hätte...? (Ich tu´s nicht.)
Ich meine aber, dass er mit diesem Spielerpotential quasi zum Erfolg verdammt ist. - Und das, so glaube ich, sehe nicht nur ich so.
@Piantao,
natürlich hat auch Mertesacker seine Verdienste, wohl aber - abgesehen von denen in der NM selbst - "nur" solche mit Werder, wenngleich seine Berufung durch Wenger natürlich auch nichts Selbstverständliches ist. - #962 07.06.2012 14:23 von
Ganz einfach, weil Du die verlorenen Spiele ihm zuschreibst und die Sache so darstellst, als ob die Entwicklung der NM ein Selbstläufer gewesen wäre. Das war es nämlich bei weitem nicht. Bei einem anderen NM-Trainer, solchen wie sie anstelle von Klinsmann oder Löw gefordert wurden, würden wir heute womöglich noch mit Frings, Kuranyi und Ballack spielen und uns nicht über modernen und begeisternden Angriffsfußball der dt. NM unterhalten können. Die Entwicklung der NM ist sein Verdienst und war ganz und gar nicht selbstverständlich.
Hat er bestimmt, wer hat die nicht? Gut, ich natürlich, aber sonst ;-)?
Exakt, das will ich sagen, er hat zumindest einen großen Anteil daran. Fangen wir mal bei Klose an. Er wurde nominiert, obwohl er im Verein große Probleme hat, gleiches bei Podolski. Beide sind in den Turnieren dann richtiggehend aufgeblüht und haben es ihm mit Toren und wirklich guten Leistungen gedankt. Ich würde gerne wissen, welcher andere Trainer auf Klose gesetzt hätte? Badstuber und Müller sind auch solche Beispiele. Die sind übertrieben gesagt von den Amateuren direkt in die NM gekommen. Wer von den Vorgängern von Löw hatte solchen Mut, derart junge Spieler mit so wenig Profierfahrung in den Kader zu berufen und auch regelmässig spielen zu lassen. Özil war wie schon gesagt, zu Beginn seiner NM-Karriere durchaus umstritten, er war damals nicht DER von allen anerkannte große Mittelfeldideengeber. Ähnliches gilt für Khedira, auch er war lange Zeit umstritten, man unterstellte ihm, er spiele nur aufgrund des Faibles von Löw für VfB-Spieler. Ohne die NM-Karriere würde Khedira heute sicherlich nicht bei RM spielen. So liese sich die Liste weiter fortsetzen, ich belasse es aber dabei.
Er schöpft vor allem aus dem Fundus der Vereinsnachwuchsarbeit, aber das war bei jedem NM-Trainer bisher so. Der DFB selbst trägt meiner Ansicht nach außer der von ihm geschaffenen Organisation im Verband für eine gute Nachwuchsarbeit durch die Lehrgänge auch noch etwas bei, das wesentliche findet aber in den Vereinen im täglichen Training statt.
Ich sehe es jedenfalls nicht so. Im Kader befinden sich zwar einige herausragende Spieler, aber selbst in der ersten 11 sind Spieler, die man international höchstens als Durchschnitt bezeichnen kann und ohne dass sich hierzu klar bessere Alternativen aufdrängen würden. Dies bestrifft vor allem die Abwehr. Deutschland hat nun eine gute NM, ist aber sicherlich keine Mannschaft, die zwangsweise durch das Turnier spazieren müsste. - #963 07.06.2012 14:24 von
Die Würfel sind gefallen: Lahm links, Boateng rechts. OK, wie befürchtet. :) Eine andere Aussage Löws zur Taktik gegen Portugal macht mir aber mehr Sorgen. Er hält es für geboten, das Spielgeschehen "in die portugiesische Hälfte zu verlagern." Nun, das heißt doch, dass er rund um den gegnerischen 16er Position beziehen will, um den Gegner hinten reinzunageln. Dominantes Spiel über Ballbesitz. Nun, ich halte das für keine so gute Idee, ich denke, wir sollten gegen Portugal nicht zu offensiv stehen. Die Gefahr ist einfach groß, dass wir bei Ballverlust die Geschlossenheit im Rückwärtsgang verlieren und gegen Ronaldo und Nani in prekäre 1:1-Situationen geraten. (Ronaldo wird es ein Fest sein, unseren Merte auf den falschen Fuß zu stellen). Darüberhinaus besteht die Gefahr, dass wir uns durch "dominantes Spiel" vorne selbst die Räume eng machen und dem Gegner das Verteidigen nach Chelsea-Art erleichtern.
- #964 07.06.2012 14:35 von
- #965 07.06.2012 14:45 von
Du unterschätzt die Situation!
zufällig kenne ich Abramovich persönlich! Dass Du Dich da nicht täuschst!! Löw ist doch ausserhalb Deutschlands seit 2010 eine Lichtgestalt. Da müssen wir alles vorkehren ihn zu halten. Deshalb die berechtigten Versprechungen des DFB, er könne in den nächsten 12 Jahren den Zeitpunkt seines Rücktritts selbst bestimmen. Aber stell Dir vor, A. bietet 20 Mio Euro Jahresgage. Wir Badener achten schon auf den Pfennig.
- #966 07.06.2012 15:04 von
- #967 07.06.2012 15:13 von
- #968 07.06.2012 16:21 von
- #969 07.06.2012 17:11 von
Nun 'mal sachte, ray aus Baden. Warum so gnatzig? Man könnte den Eindruck gewinnen, dass Du jegliche etwas kritische Beschäftigung mit der Tätigkeit Löws irgendwie als Angriff auf ihn empfindest. Dabei habe ich mich in meinen Ausführungen keineswegs (im negativen Sinne) kritisch zu Löw geäußert.
Desweiteren habe ich weder bei Kant geguttenbergt oder mich in der Nachfolge Freuds oder Adlers dilettiert. Auch sollte ein Verweis auf den geschätzten Mitforisten dioco nicht unbedingt als Ergänzung oder Bestätigung von dessen Meinungen und Ausführungen gewertet werden. Trotz vieler Übereinstimmungen gibt es da schon durchaus unterschiedliche Auffassungen. Und wie nah oder weit ich irgendwo dran bin, ist denn auch Interpretationssache. Der Pastor hat zwar früher immer gesagt, dran ist wie drin, aber das Leben hat mich gelehrt, dass es da durchaus Unterschiede gibt.
By the way: Löw ist sehr autark in seinem Wirken, das ist denke ich kein Geheimnis. Auch dass er sich in seinem beruflichen Umfeld nicht von Bierhoff, schon gar nicht von Flick oder Köpcke, nicht von dem NM-Psychologen oder Müller-Wohlfahrt, nicht von einem DFB-Offiziellen oder den Statistikern der Sporthochschule Köln oder sonstwem beeinflussen lässt. Und wenn ich nun hier sage, dass dies bei Siegenthaler etwas anders ist, dann kannst Du das gerne als amateurpsychologisches Gequatsche ansehen. Nur, wäre es denn so schlimm, wenn es denn tatsächlich so wäre? Der gute Urs hat seit dem großen Umbruch unter Klinsmann hervorragende Arbeit geleistet, die n a t ü r l i c h Einfluss auf das Wirken Löws hatte. Dass dies auch einmal in eine Sackgasse geführt haben mag, ist doch keine generelle negative Kritik. Und wenn ich nun darauf hinweise, dass Löw sich mittlerweile noch etwas ‚breiter’ aufstellt in seiner Vorbereitung auf den jeweiligen Gegner, dann spricht das doch durchaus für ihn. Das dies so ist, wird innerhalb des DFB (bei nicht NM-zuständigen Abteilungen) und bei diversen ‚Zulieferern` (s.o.) offen und ohne Häme diskutiert. Ob dies nun dran oder drin ist, überlasse ich Deiner Wertung.
Im übrigen sollten wir uns doch gleich ob wir absolute Jogi-Fans oder –Gegner sind oder seine Arbeit etwas differenzierter sehen, ob wir ein Scheitern der deutschen NM befürchten, ein ungutes Gefühl haben, optimistisch oder gar euphorisch sind, auf die EM mit hoffentlich vielen spannenden und hochklassigen Spielen freuen. Das man dann so richtig schön kontrovers darüber quatschen kann, ist doch das Salz in der Suppe.
Genieß den Rest des Feiertages und entspannte Grüße in den Breisgau.
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