Ich habe sie dieses Mal wegen des Zeitunterschiedes nur als Ergebnisdienst in der Zeitung und auf SPON verfolgt. Was ich so nebenbei mitbekommen habe, waren es ja wohl ziemliche Pannenspiele.
Vor den Olympischen Winterspielen in Vancouver gab es hohe Erwartungen. Wie fällt nun Ihre Bilanz aus? War Vancouver ein guter Gastgeber? Welche Sportler haben Sie am stärksten beeindruckt? Was hat Ihnen nicht gefallen?
Ich habe sie dieses Mal wegen des Zeitunterschiedes nur als Ergebnisdienst in der Zeitung und auf SPON verfolgt. Was ich so nebenbei mitbekommen habe, waren es ja wohl ziemliche Pannenspiele.
Auf der positiven Seite stehen viele junge Überraschungssieger bzw. Medailliengewinner mit guter Perspektive. Insgesamt hat das Frauenteam der Mannschaft ein absolut annehmbares Ergebnis "gerettet". Besonders hat mich das Abschneiden der Alpinen gefreut, schade nur dass Felix Neureuther trotz seiner Topform wieder nicht ins Ziel gekommen ist. Aber eine Chance bei Olympia hat er ja noch, mit dann 29 Jahren. Das Abschneiden der Herren im Schiessen und Weglaufen ist ebenfalls positiv zu sehen, wenn es in Zukunft zu weniger Übertagungszeit führt..
Negativ im Gedächtnis bleibt eine falsch berechnete Bob/Rodelbahn, die einen Exoten das Leben gekostet hat. Olympia-Wettbewerbe sollten schon anspruchsvoll sein, aber dies ist ein hoffentlich einmaliger Vorgang, der sich nie wiederholen darf. Im Eishockey ist leider Rückschritt zu verzeichnen. Ansonsten – von Vancouver mehr Regen als Schnee, sowie die endgültige Abkehr von der belanglosen, z.T. zu national bzw. mit überzogenen Erwartungen gefärbten Klatsch & Tratsch-Berichterstattung der ÖR. Eurosport hatte (jedenfalls in meinem Umfeld) nicht nur in privaten Haushalten die Nase vorn, sondern wohl auch überall dort wo in der Hauptstadt Public Viewing angeboten wurde.
Ich hoffe man wird aus diesen Spielen lernen, das gilt zum einen für den Bob- und Rodelsport und zum anderen in Hinblick auf manch eine Juryentscheidung. Insgesamt sehe ich die Spiele aber positiv. Als Zuschauer am TV-Gerät hatte ich jedenfalls das Gefühl, dass die Spiele vor Ort gut angenommen wurden und begeisternde Stimmung herrschte. Das ist auch für die Athleten sicherlich ein entsprechender Ansporn gewesen.
Als ich von den Ureinwohnern in mehreren Interviews hörte, dass 500 000 Bäume gefällt wurden, nur damit Sprungschanzen Platz bekamen und massenhaft Raubbau in der Landschaft um Vancouver getrieben wurde, dass die Obdachlosen aus der Stadt vertrieben wurden und dass fast alle Sport-Events gleich welcher Art nur noch dem schnöden Reibach dienen, hatte ich keine Lust mehr, mir die Olympiade anzusehen. Dann der tödliche Unfall des Rennrodlers beim Training .... und wenn man überelgt, was die ganzen Olympischen Spiele den jeweiligen Städten anschließend eingebracht haben...nullkommanix.Meist war die Infrastruktur so geschädigt, dass der Steuerzahler letztlich dafür aufkommen musste. Prost, Garmisch-Partenkirchen!!!!(Next Desaster!!)
Mir als Wintersportfan hat imponiert, wie z.b. eine Anja Pärson sich den Berg doch noch nach ihrem Sturz in der Abfahrt mit Bronze in der Kombi erobert hat und dieses mit ihrem Sieges-Diver zeigte. Wie eine koreanische Eiskunstläuferin ihre Sportart in eine neue Dimension führte, Simon Ammann in die Geschichtsbücher flog und daß Bode Miller doch noch Olympiasieger wurde.
Es wurde deutlich, daß die kanadischen Zuschauer einzig und allein auf Eishockey fixiert sind und es so wie bei uns im Jahre 2006 zu Massenaufläufen beim Public Viewing kommt. Mal sehen, ob die kanadischen Eishockey-Cracks diesem ungeheuren Druck heute abend standhalten können, wenn ganz Kanada den Sieg erwartet. Eine kleine Kostprobe gabs ja schon beim Finale der Frauen.
Überhaupt, der mediale oder der selbstgemachte Druck: Wenn man sich im Ziel eine Maria Riesch, eine Marit Björgen oder einen Petter Northug ansah, um nur einige zu nennen, muß das ja schon enorm gewesen sein, was da von ihnen von nationaler Seite oder auch sie von sich selbst erwarteten.
Befremdlich finde ich den nordamerikanischen Stil im Umgang mit den Athleten auf der Bob- und Rodelbahn. Ein tödlicher Unfall führte zu keinerlei Einsichten, der Weltbobverband verpasste allen Beteiligten einen Maulkorb und es schien nur um Show und Geschwindigkeit zu gehen.
Gesellschaftspolitisch würde ich mir wünschen, wenn die kanadischen Ureinwohner doch noch von diesen olympischen Spielen - kulturell und monetär - profitieren würden. Alleine sie als Co-Gastgeber zu platzieren finde ich nicht gerade ausreichend.
Wenn man mal von einigen organisatorischen Pannen absieht, die immer mal auftreten können, waren diese Spiele interessant und für die deutsche Mannschaft auch erfolgreich. Durch die Zeitverschiebung war die Verfolgung der Wettbewerbe an den Bildschirmen in D nur eingeschränkt und zeitlich versetzt möglich.
Ich moniere die Tendenz zu einer erzwungenen Leistungsausweitung nach dem Motto "Schneller-Höher- Weiter". Sie ist unnötig und provoziert nur Stürze und Verletzungen. Hier sollte man von seiten der Verantwortlichen in Zukunft Veränderungen schaffen.
Erinnern Sie sich noch an den Herrn der gestanzten Formulierungen: "The best Games we ever had" wäre dem trotz allem wieder rausgerutscht. Das passiert Nachfolger J. Rogge wohl nicht, aber ob er den Mumm haben wird, den Organisatoren zum Abschluss ein paar deutliche Worte zu sagen? Wer weiß. Gemessen an dieser ganzen Malaise sind die sportlichen Höchstleistungen umso lobenswerter, die wachsende Zahl an medaillenträchtigen Nationen bescherte zusätzliche Spannung.
Geschwindigkeit, Superstars, Geld (denn das das Medaillen bringt hat Kanada ja somit bewiesen) und mehr Schlafmittel für den durchschnittlichen dicken mitteleuropäischen und amerikanoschen Couch Potatoe.
Und endlich mal schnellere Rodel und Bobbahnen ( so 200 anhe der Fallgeschwindigkeit), denn wie schon so schön besungen wird:
Wird ein Schiedsrichter verdroschen
Steign's eam ordentlich in die Goschen
Gibt's a Massenschlaegerei
Er ist immer live dabei
Weu mit seinem Color TV
Sicht er alles ganz genau
Und einen Gaschromatograph der alle Mittelchen zweifelsfrei nachweistauch noch nch Jahren, den brauchen wir auch.
Ich bin mal gespannt wie attraktiv Schwimmen noch sein wird, nachdem die Doping Pelle verboten wurde und klar ist das die alten Werte nie mehr erreicht werden.
Der Mensch im Fischgewande...
Mal sehen wie tolerant die Spezies Zuschauer in Wahrheit ist..