Forum: Sport
Ultra-gefährlich?
Sind Ultras die Hooligans von morgen? Oder ist die Bewegung eine logische Folge aus Repressionen und Schikanen gegen Fußball-Fans? Wann explodiert der Frust über Kommerzialisierung in den Kurven?
- #1 14.06.2007 16:34 von
Wir gehen jetzt mal von Deutschland aus.
Dann kann man zur 1.Frage schonmal "Nein" sagen.
Zudem gab es die Ultraszene in Deutschland schon eher (die meisten gründeten sich 1996)als wie die jetzigen Repressionen und Schikanen.
Seitdem feststand,das die WM 2006 in Deutschland stattfindet,hat die Polizei - vorallem in unteren Ligen - oftmals über die Stränge geschlagen. Ich erinnere mich nur zu gerne an unser Auswärtsspiel in Düsseldorf,in Aue oder das Heimspiel gegen J*na.
Zu der Kommerzialisierung kann man nur folgendes sagen:Man gewöhnt sich dran.Beispiel: RedBull Salzburg. Am Anfang großes Theater - Heute stehen die Salzburger Ultras wieder in der Kurve uns supporten ihr Team. Oder die kleinen Sachen,wie z.b. "Dieses Tor wurde ihnen präsentiert von XY". Auch hier gab es am Anfang Pfiffe und weiss der Geier.
Mittlerweile überhört man den Quatsch schon ...
Und so wird es auch immer weiter gehen ... in 15 Jahren hüppen vllt. in jedem Stadion 10 Maskottchen und Chearleader rum. Wäre zum jetzigen Zeitpunkt unvorstellbar - in 15 Jahren gehört dies vllt. schon zum Alltag. - #2 14.06.2007 20:21 von chefstratege
Sehe Gefahr
Eine Folge schon, eine logische Folge aber nicht meines Erachtens.
Aber ich sehe schon eine Gefahr. Es gibt in der Tat starke Identifikationsprobleme bei den Fans. Die Spieler entwickeln sich immer mehr zu distanzierten Stars. Ihre Lebensweise - dicke Autos, teure Häuser, Millionen auf dem Bankkonto usw. - entfernt sie immer weiter vom gewöhnlichen, traditionellen Anhänger und insbesondere von den relativ jungen Ultras unter den Fans. Treue zum Verein, die den Fan und die Ultras prägt, nimmt man diesen Geschäftsleuten nicht mehr ab, seit sie nurmehr dort kicken, wo es am meisten zu verdienen gibt. Das signalisiert den jungen Ultras, dass es nur noch um Profitmaximierung und nicht mehr um Glaubwürdigkeit geht.
Und wenn dann noch - wie so oft - hinzukommt, dass die ihrerseits frustrierten jungen Polizisten an der Front in den Fußballstadien ihren Frust an den schwachen und ebenfalls frustrierten Fußballfans (insbes. den jungen Ultras), die praktisch ohne Lobby in der Gesellschaft sind, auslassen, dann entsteht eine gefährliche "A.C.A.B"-Mentalität unter den Ultras.
Schon heute nehmen einzelne Ultra-Gruppierungen (z.B. in Frankfurt) sehr stark diese A.C.A.B.-Mentalität an, kann man dort kaum noch zwischen friedlichen und gewaltbereiten Ultras unterscheiden. - #3 14.06.2007 23:01 von Christian W.
Nein, wer denkt auch so einen Quatsch? Es mag Hooligans geben, die auch Ultras sind, aber es gibt keine Ultras, die auch Hooligans sind.
Eine Ultrabewegung ist keine Folge dessen. Die Fragestellung ist unsinnig.Oder ist die Bewegung eine logische Folge aus Repressionen und Schikanen gegen Fußball-Fans?
Gar nicht, da es keine Kurve gibt, in der wirklich alle an einem Strang ziehen würden. Ausser vielleicht bei einem 5t-Ligisten mit 50 Leuten in der "Kurve", aber das nimmt dann auch keiner wahr, warum auch.Wann explodiert der Frust über Kommerzialisierung in den Kurven? - #4 15.06.2007 12:01 von
Noch ein Hoolthread, na toll.
Die ersten Ultras in Deutschland gab es bereits in den 80´ern (Fortuna Köln). Und das war/ist keine Reaktion auf die Entwicklung des Fußballs, sondern der Versuch, möglichst viele Fans unter einen Hut zu bekommen, um die eigene Mannschaft möglichst einheitlich mit Gesängen und Choreos zu "supporten". Denglish, toll!!! :o)
Genau das ist es auch, was mich manchmal nervt. Irgendwie versuchen die Ultras mir zuweilen zu penetrant ihren Stempel der Kurve aufzudrücken. Wenn was von den nicht-organisierten Fans angestimmt wird, kann es vorkommen, daß das von den Mikro-Heinis mit eigenen Liedern niedergebrüllt wird.
Trotzdem muss man sagen, ohne Ultra-Gruppierungen wäre manches Spiel einfach nur tot, weil die ganzen Daddies und "Ich-geh-schon-seit-40-Jahren-ins-Stadion-so-ne-scheiße-habe-ich-ja-noch-nie-gesehen"-Typen den Finger eh nicht aus dem Arsch kriegen. - #5 15.06.2007 12:13 von
Nachdem Leipzig kein Übernahme-Kandidat für Red Bull ist, Düsseldorf wohl auch abgelehnt hat und nun Haching im Visier der Brausemilliardäre ist, könnte doch Erfurt auch mal laut "Hier" schreien, oder? :o)
Zum letzten Absatz: streich bei den 10 Maskottchen hinten die Null und lass den Rest so stehen....voilá....willkommen in der 1./2. Bundesliga. Das ist doch heute schon so. Drumherum finden bescheuerte Gewinnspiele statt und man wird mit überflüssigen Infos bombardiert, präsentiert von "blablabla".
Obwohl, diese Gewinnspiele können erheitern: wenn am 20.04. in München über die Lautsprecher des Stadions "Herzlichen Glückwunsch, Adolf" ertönt, weil ein Typ diesen Namens mit einem riesigen Fußball über dem Kopf in ein Tor gerannt ist (von Ordnern hineinbugsiert wurde), dann ist das schon unfreiwillig lustig. :o) - #6 15.06.2007 12:21 von
Früher oder später sitzen eh bei jeden 2.Verein Großsponsoren wie RedBull.
Mir würde das ganze auch nicht gefallen,wenn die Trollos bei uns einsteigen.Zumal die Vereine in Deutschland ja sowieso (noch?) nicht nach Sponsoren benannt werden dürfen.
Aber früher - hoffentlich später - kommt das eh.
Und wer diesen Weg nicht mitgeht,wird ein Leben lang keinen Profifussball mehr sehen. Wobei ich lieber mit Rot-Weiss in Liga 7 spiele,als in Liga 1 mit Papierfähnchen schwenke und aufpassen muss,das ich nicht mal meinen Hintermann übertöne. - #7 15.06.2007 13:04 von Christian W.
Bei 199 Stadionverboten, von denen mindestens 100 willkürlich vergeben wurden, ist die ACAB-Mentalität wohl nicht weiter verwunderlich.
Und diese hochgefährlichen (Achtung, Ironie) Stadionverbotler sind seitdem bei der U23 von Frankfurt bei jedem Spiel dabei, siehe Youtube für viele, sehr schöne, Choreographien etc. Und selbstverständlich alles ohne Gewalt.
Das es bei uns in Frankfurt so schwer ist zu unterscheiden, (wobei mir das ehrlich gesagt absolut gar nicht schwer fällt), liegt wohl auch an der Größe der Frankfurter Ultrabewegung, bei so vielen Mitgliedern und nicht-organsierten Anhängern der Ultrabewegung finden sich halt mehr Deppen, als bei kleineren Bewegungen.
Naja, dass ignoriert man mittlerweile doch einfach. Wobei es bei diesem penetranten Schiffsgeheule in Bremen schon schwer ist, dass zu ignorieren.Das ist doch heute schon so. Drumherum finden bescheuerte Gewinnspiele statt und man wird mit überflüssigen Infos bombardiert, präsentiert von "blablabla".
Sowas ist natürlich schade, wenn das passiert. Ist in Frankfurt jetzt zum Glück nicht so, es werden häufig Gesänge übernommen, aber von Freunden die Anhänger anderer Vereine sind, höre ich die geschilderte Entwicklung auch manchmal heraus. Das ist dann das Problem, dass die offenbar nicht akzeptierten Ultras zwanghaft versuchen sich durchsetzen zu wollen. Wie ist das eigentlich in Köln, da höre ich immer sehr viel widersprüchliches über die WH.rgendwie versuchen die Ultras mir zuweilen zu penetrant ihren Stempel der Kurve aufzudrücken. Wenn was von den nicht-organisierten Fans angestimmt wird, kann es vorkommen, daß das von den Mikro-Heinis mit eigenen Liedern niedergebrüllt wird. - #8 19.06.2007 12:01 von
- #9 19.06.2007 12:28 von
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