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Ukraine - könnte ein Boykott der Fußball-EM die Menschenrechte stärken?

Spät erst intensivierte sich die Diskussion um den Austragungsort der kommenden Fußball-Europameisterschaft. Menschenrechte, die Inhaftierung einer prominenten Oppositionspolitikerin, die zweifelhaften Haftbedingungen sorgen für Stirnrunzeln im Westen. Das ist nicht genug sagen vielen - aber könnte ein Boykott der EM die Menschenrechte in der Ukraine stärken?
  1. #190

    es geht nicht auf

    Zitat von marant Beitrag anzeigen
    wie wahr... es sei denn Frau Steinbach hat keine eigene Nase. Bundestagsprogramm: Steinbach übernimmt Patenschaft für Timoschenko - SPIEGEL ONLINE
    das ist der grösste mögliche Rückschlag für die Prinzessin, die Frau Steinbach wird die Linke aufwecken und zu Widerspruch anregen. Aber was ist mit dem andern Fall, dem Filiptschuk, dem halten die Grünen die Stange. Ich denke doch, dass die ukrainischen Gefängnisse etwas überbelegt sind, meinen Sie nicht auch. Oder umgekehrt: sollte es zu einem Machtwechsel kommen gibts viele freie Zellen, in die dann die halbe Regierung des Januki gesteckt wird.

    Leider, sollten Sie für die weitere Aufbewahrung hinter Gitterstäben plädieren, sind die echten deutschen Linken sehr zart besaitet und mögen echte oder gefakte Wunden an gefangenen Personen grundsätzlich nicht. Und am Ende ist bei denen sogar die Fussballbegeisterung etwas geringer als beim Durchschnittsfan. Frau Chirin schliesslich passt in gar keine Schublade!;-)
  2. #191

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    das ist der grösste mögliche Rückschlag für die Prinzessin, die Frau Steinbach wird die Linke aufwecken und zu Widerspruch anregen. Aber was ist mit dem andern Fall, dem Filiptschuk, dem halten die Grünen die Stange. Ich denke doch, dass die ukrainischen Gefängnisse etwas überbelegt sind, meinen Sie nicht auch. Oder umgekehrt: sollte es zu einem Machtwechsel kommen gibts viele freie Zellen, in die dann die halbe Regierung des Januki gesteckt wird.

    Leider, sollten Sie für die weitere Aufbewahrung hinter Gitterstäben plädieren, sind die echten deutschen Linken sehr zart besaitet und mögen echte oder gefakte Wunden an gefangenen Personen grundsätzlich nicht. Und am Ende ist bei denen sogar die Fussballbegeisterung etwas geringer als beim Durchschnittsfan. Frau Chirin schliesslich passt in gar keine Schublade!;-)
    Na in Sachen Menschenrechte könnten wundersame Koalitionen gebildet werden, was nicht zuletzt das "Schattenkabinett" von Berlin beweist ;o) wenn wir noch diejenigen rechts der Oder beimischen, dann bleibt eine recht undefinierbare Brühe, um es auf ein Nenner zu bringen.

    übrigens, ich dachte wir haben uns auf drei Punkte geeinigt: chinesische Lösung, zeit für sport und zeit für politik, keine Einmischung - dass die politisch motivierten unter profilneurose leiden lässt sich natürlich nicht abstreiten...
  3. #192

    "Herr Lahm ist nicht mein Chef"

    sagt Platini. "die unpolitische Uefa....usw",

    Tja, das kommt dabei heraus wenn Lahm als Fußballer, angestachelt von Hoeness, meint irgendetwas wichtiges zur Lage sagen zu müssen.
    Dabei ist Platini`s "unpolitische" Stellungnahme ein Affront nicht nur gegen Lahm und Hoeness, vielmehr geht es gegen alle Politiker im allgemeinen die den Fußball politisieren wollen.

    Nicht das erste oder letzte mal das Verbände de facto gegen die Politik entscheiden. Ukraine war schon bei EM Vergabe politisch "unsauber", da gilt eine Ausrede nicht, wie "das mit Timoschenko konnten wir nicht ahnen" . Das war ja nur eine Inszenierung.

    Man kann unseren Fußballern eigentlich nur raten sich komplett auf ihr sportliches agieren zu konzentrieren. Und gut zuhören wenn Löw taktische Anweisungen lehrt. Auf gar keinen Fall beim Training oder bei Besprechungen daran denken müssen "was soll ich nun ins nächste Mikrofon sagen", denn es werden reichlich politische Äußerungen von unseren Kickern verlangt werden.
  4. #193

    Zitat von 1Piantao Beitrag anzeigen
    sagt Platini. "die unpolitische Uefa....usw",

    Tja, das kommt dabei heraus wenn Lahm als Fußballer, angestachelt von Hoeness, meint irgendetwas wichtiges zur Lage sagen zu müssen.
    Dabei ist Platini`s "unpolitische" Stellungnahme ein Affront nicht nur gegen Lahm und Hoeness, vielmehr geht es gegen alle Politiker im allgemeinen die den Fußball politisieren wollen.

    Nicht das erste oder letzte mal das Verbände de facto gegen die Politik entscheiden. Ukraine war schon bei EM Vergabe politisch "unsauber", da gilt eine Ausrede nicht, wie "das mit Timoschenko konnten wir nicht ahnen" . Das war ja nur eine Inszenierung.

    Man kann unseren Fußballern eigentlich nur raten sich komplett auf ihr sportliches agieren zu konzentrieren. Und gut zuhören wenn Löw taktische Anweisungen lehrt. Auf gar keinen Fall beim Training oder bei Besprechungen daran denken müssen "was soll ich nun ins nächste Mikrofon sagen", denn es werden reichlich politische Äußerungen von unseren Kickern verlangt werden.
    alleine die Vergabe an Polen und Ukraine war politisch motiviert, leider ging die politische Rechnung nicht ganz auf, daher die unseligen Debatten diesbezüglich... um es jetzt sauber zu trennen, ist reichlich zu spät, was verbleibt ist den Ball flachhalten, um es vergessen zu machen, indem alleinig Sportgeist heraufbeschwört wird.
  5. #194

    Zitat von 1Piantao Beitrag anzeigen

    Nicht das erste oder letzte mal das Verbände de facto gegen die Politik entscheiden. Ukraine war schon bei EM Vergabe politisch "unsauber", da gilt eine Ausrede nicht, wie "das mit Timoschenko konnten wir nicht ahnen" . Das war ja nur eine Inszenierung.

    Man kann unseren Fußballern eigentlich nur raten sich komplett auf ihr sportliches agieren zu konzentrieren. Und gut zuhören wenn Löw taktische Anweisungen lehrt. Auf gar keinen Fall beim Training oder bei Besprechungen daran denken müssen "was soll ich nun ins nächste Mikrofon sagen", denn es werden reichlich politische Äußerungen von unseren Kickern verlangt werden.
    Eigentlich nicht.
    Bei der Vergabe der EM, waren in der Ukraine, noch die prowestlichen "Orangenen" an der Macht. Und die Polen unterstützen eh die Orangenen. Die Absicht dahinter war, die Ukraine damit noch mehr ans Europa ranzuführen.
    Danach kamen aber an die Macht die pro-Moskau-Kräfte wieder, denen, Europa prinzipiell am Ar... vorbeigeht.
    Lahm darf seine Meinung sagen, aber, du hast Recht: man weiss seit Langem dass die neue Regierung, die glaube ich seit 2010 an der Macht ist,von der Demokratie nicht viel hält und dass die Demokratie in der Ukraine, seit Janukowitsch wieder das Sagen hat, sich allgemein verschlechtert hat (obwohl sie früher auch nicht perfekt war). Also man hatte genug Zeit etwas zu unternhemen, und das was die Politik versäumt hat, sollen jetzt die Sportler, bzw. Fußballer korriegieren? Das geht auch nicht.

    Aber, der Unsinn war schon der, dass die beiden so große Länder sind. Also an zwei so grosse Länder sollte man nie wieder ein Turnier vergeben.
    Ich würde die Praxis generell abschaffen, ob kleine oder grosse Länder. Ein Land = ein Turnier. Sonst können sich auch Färöer, Andorra, San Marino, Luxemburg und Liechtenstein zusammentun und die EM ausrichten zu wollen.
  6. #195

    Zitat von ObackoBarama Beitrag anzeigen
    Bei der Vergabe der EM, waren in der Ukraine, noch die prowestlichen "Orangenen" an der Macht. Und die Polen unterstützen eh die Orangenen. Die Absicht dahinter war, die Ukraine damit noch mehr ans Europa ranzuführen.
    Ich glaube nicht das Polen Interesse an der Ukrainischen Zukunft hat. Die Entscheidung lag wohl auf höherer Ebene. Die ganze Sache läuft nur dann aus dem Ruder. Die Politik rechnet mit der Uefa als Handlanger. Hoeness, Löw,Lahm springen auf den Zug auf. Werden von Platini aber wieder runtergeschubst.
  7. #196

    Fragen über Fragen

    Zitat von 1Piantao Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht das Polen Interesse an der Ukrainischen Zukunft hat. Die Entscheidung lag wohl auf höherer Ebene. Die ganze Sache läuft nur dann aus dem Ruder. Die Politik rechnet mit der Uefa als Handlanger. Hoeness, Löw,Lahm springen auf den Zug auf. Werden von Platini aber wieder runtergeschubst.
    hallo Piantao, wer sind nun die Dummen und wer die Bösen?

    Mir ist nicht ganz klar: sind es die "Orangenen", deren Nachfolger, die Polen, die "Politik", die UEFA, Herr Platini, unser kleiner Capitano, die Bayern Granden, der sonst so zögerliche Bundestrainer, und wer sonst noch herumsteht?

    Einigen wir uns darauf: ALLE haben Dreck am Stecken. Oder willst Du wieder mal alles allein am Jogi festmachen;-) :))
  8. #197

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    hallo Piantao, wer sind nun die Dummen und wer die Bösen?

    Mir ist nicht ganz klar: sind es die "Orangenen", deren Nachfolger, die Polen, die "Politik", die UEFA, Herr Platini, unser kleiner Capitano, die Bayern Granden, der sonst so zögerliche Bundestrainer, und wer sonst noch herumsteht?

    Einigen wir uns darauf: ALLE haben Dreck am Stecken. Oder willst Du wieder mal alles allein am Jogi festmachen;-) :))
    Platini hat mit seiner flachen Ansage gegen Lahm wohl andeuten wollen das die Uefa nicht politische Stellung beziehen will. Was ja im Grunde auch nicht verkehrt ist. Außerdem muss Platini schon vorbeugen weil er mit Sicherheit irgendwann dem Janu die Hand drücken wird. Meiner Meinung nach hat er eigentlich gar nicht Lahm gemeint sondern andere "Nicht-Politiker" wie zB Hoeness und Löw, die ja beide den Spielern geraten haben ruhig Stellung zu beziehen.

    Verlierer können eigentlich nur die Spieler sein, sollten sie nun in jedes hingehaltene Mikrofon etwas zur politischen Lage sagen wollen. Laut DFB sollen sie ruhig....und laut Uefa sollen sie lieber nicht.
    So interpretiere ich Platini. Voilà .
  9. #198

    Zufällig beim Zappen habe ich gestern Abend auf arte die Doku "Ukraine: Demokratie mit Hindernissen" gesehen.
    Und da wird einem etwas klarer, wenn man es gesehen hat.
    Da kamen zu Wort einige ukrainische Oppositionelle, franzosische und britische Kenner des Landes (ex-Korrespodenten usw.) und selbst Julia Timoschenko (dies wurde aufgenommen noch bevor sie in den Knast hinmusste).

    Die Situation in dem Land ist eigentlich noch schlimmer als angenommen.
    Es herrschen eigentlich mafiose und chaotische Verhältnisse dort.

    Kurz zusammengefasst: Es geht um den Machtkampf zwischen den rivaliserenden Parteien, aber auch um den Kampf zwischen den Oligarchen, auch um den Kampf für die Zukunft, bzw. nationale Identität der Ukraine. Und ich hatte nicht so Unrecht, als ich in meinen früheren Beiträgen von dem Kampf zwischen den prorussischen und prowestlichen Kräfte schrieb, der eigentlich der wichtigste und entscheideste ist, von allen den und darum geht es am meisten. Die Schlägerei neulich in dem Parlament hatte auch etwas damit zu tun, wo die Opposition sich gegen den Vorschlag der regierernden Partei gestellt hat-dass das Russiche als die zweite Amtssprache einegführt wird.
    Also, so wie in deer Sendung dargestellt wurde, bzw. so wie die Kenner sagten; - Frau Timoschenko hat sich zwar auch bereichert, aber in den frühen 90-er Jahren, während der ganzen Privatisation, als die chaotischen Verhältnisse in der Ukraine und auch in Russland herrschten und als viele es genutzt haben und viele sich bereichert haben. Sie hatte später aber wirklich vor,-behaupten alle Kenner die in der Sendung zu Wort kamen- die ganzen Verhältnisse zu ändern, einigermassen ein Rechtsstaat zu schaffen und die ganzne Oligarchen zu bekämpfen, und das ist ihr zum Verhängnis geworden.
    Und wie sie alle in der Sendung behaupten: Russlands Ziel ist die ganze Ukraine wieder zu bekommen und Russland spielt geschickt sein Spiel, indem man seine wirtschaftliche Macht nutzt, die Ukraine abhängig zu machen. Die Ukraine soll zu der neuen "UdSSR" gehören, deren Grundmauer neulich zwischen Russland, Weissrussland und Kasachstan gelegt wurde. Janukowitschs Regierung hat eigentlich schon in den vergangenen zwei Jahren einiges für die "Russifizierung" der Ukraine unternommen (u.a. der russischen Flotte auf Krim, noch weitere 25 Jahre erlaubt zu bleiben, das Schulsystem dem russischen angepasst usw..),- versuchte aber auch
    ein eigenes Spielchen zu treiben, als man neulich sich für einen Vertrag mit der EU entschieden hat, aber gleichzeitig wollte man auch mit Moskau zu dem neuen "UdSSR"-Bündnis gehören..Also anscheinend, wollte Janukowitsch geschickt auf zwei Stühlen gleichzeitig sitzen, und von der EU welche Gelder zu bekommen. Aber die EU hat jetzt ihrerseits Bedeneken und wartet mit diesem Vertrag noch. Putin war auf der anderen Seite verärgert über das Doppelspiel von Janukowitsch.
    Eine Szene in der Sendung ist bezeichnend: der Besuch Putins bei Janukowitsch in Kiew. Da sitzen die beiden am Tisch im Regierungsitz von Janukowitsch. Und Putin redet und wettert eigentlich und liesst Janukowitsch die Leviten-er könne nicht gleichzeitig auf zwei Seiten sein- und Janukowitsch sitzt da mit einem Blick eines kleines reuigen Schuljunngen, wenn der Lehrer ihn zusmmmenstaucht. Da sieht man wer eigentlich der wahre Boss ist....
  10. #199

    ...Und die britischen und französischen Kenner die in der Sendung zum Wort kamen, behaupten, eigentlich haben die EU und der Westen die Ukraine de facto aufgegeben und sie dem Russland überlassen um die gute Verhältnisse (vor allem, die wirtschaftliche) mit Russland nicht zu trüben und Putin nicht zu ärgern. Damit lässt sich ja erklären, warum keiner oder kaum einer aus dem Westen, bis vor Paar Wochen, gegen die undemokratischen Verhältnisse in der Ukraine was gesagt hat, bzw. warum die meisten immer noch schweigen.
    Also wenn es so ist, dann kan man jetzt nicht der UEFA die Verantwortung schieben und den ahnungslosen Fußballspielern einreden, die Kastanien aus dem Feuer zu holen.


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