Spät erst intensivierte sich die Diskussion um den Austragungsort der kommenden Fußball-Europameisterschaft. Menschenrechte, die Inhaftierung einer prominenten Oppositionspolitikerin, die zweifelhaften Haftbedingungen sorgen für Stirnrunzeln im Westen. Das ist nicht genug sagen vielen - aber könnte ein Boykott der EM die Menschenrechte in der Ukraine stärken?
Mit Verlaub, Hoeness oder auch Lahm´s Meinungen dürfen sie natürlich äußern, passt aber irgendwie nicht. Nachdem schon jeder seine Meinung irgendwo und irgendwie rausposaunt hatte sieht es unbedingt nur noch so aus: " Hallo, ich bin wichtig und ich muss auch was dazu sagen".
Na ja, und Westerwelle tappt wieder einmal im Dunkeln wenn er meint der Ukraine drohen zu können durch Erschwernisse auf dem Weg in die EU. Mit Janu im Amt besteht an einem EU Beitritt doch gar kein Interesse.
Das ist das Schönste am Ganzen: BEIDERSEITS KEIN INTERESSE, nur unser Aussenchef merkelt wieder mal nichts. Ländern wie der Ukraine kann man wirklich nicht mit Wattebäuschchen drohen. Da ist das Klima traditionell so rauh, dass nur die härtesten Bandagen überhaupt bemerkt werden. Gehen wir also Fussball spielen, der kleine Capitano wird ja kaum eingesperrt werden. Alles was passieren kann, ist, dass die Janu Fans im Finale den Spaniern helfen. Aber Jogi wirds diesmal bestimmt richten, da habe ich keine Bedenken!
Ich gehe doch davon aus, dass sowohl Hoennes als auch Lahm, oder Watzke davor, sich alle gut informiert haben und dass sie wissen wovon sich sprechen. Sonst hätten sie sich nicht so aus dem Fenster gelehnt .
Also nur als Geschwätz und Wichtigtuerei, kann man das sicherlich nicht abtun.
Watzke schätze ich als einen sehr nüchternen und ernsten Menschen ein. Ein echter Ruhrpott-Mensch, der sicherlich einfach so, kein dummes Zeug reden würde.
Was Westerwelle etc. angeht...
Das Problematische im Bezug auf die Länder, von denen ich gesprochen habe, also wie Ray sagt östlich von Rumänien, ist diese Schlitzohrigkeit und gegenüber ist, meiner Meinung nach, der Westen immer noch etwas naiv und gutgläubig.
Ich sagte ja, mit den Chinesen ist viel leichter, weil man weiß womit man zu tun hat und die Chinesen verstellen sich nicht und wenn sie was sagen, dann meinen sie ja auch so.
Aber in den manchen europäischen Ostländern, überwiegend den orthodoxen, ist ja diese Schlitzohrigkeit so, dass man eigentlich nicht weiss, mit wem man zu tun hat und wer ist für wen und gegen wen und warum.
Man hat es in Russland gesehen, das mit Putin und Medwedew, und ihren Spielchen.
Und in der Ukraine, ist ja total unübersichtlich und man schaut ja da nicht durch. Ukraine hat ja dieses Abkommen mit der EU unterschrieben, aber die jetzige Regierung ist eher prorusisch, aber das Abkommen will man eigentlich nicht kündigen, man will daraus was ausschlachten..Janukowitsch kann auch so tun als wäre er an EU interssiert und Timoschenko hat auch so getan, als wäre sie gut mit Putin, obwohl sie Russland nicht mag, und Putin tut so als würde er der Timoschenko auch helfen (bietet auch ärtzliche Hilfe an), obwohl er im Grunde für Janukowitsch ist und ist lieber dass Timoschenko völig scheitert und Medwedew tut auch so, als kritisiere er die ukrainische Regierung wegen der Behandlung der Timoschenko (wieder mal als Pseudo-Demokrat und pseudo-unabhängig von Putin), obwohl man froh ist dass sie weg ist und obwohl man seinen eigenen fast den gleichen Mist hat, nämlich; Chodorkowski.
Diese Schlitzohrigkeit, die Sie beschreiben, resultiert aus dem Bestreben von Janukowitsch und seinen Oligarchen das beste für sich rauszuholen, und zu lavieren, ohne in dem "Mist" zu landen, wie Sie es sagen, wo sich der Chodorkowski befindet, wenn sie sich zu sehr an Russland binden. Die Anbindung an die EU würde dagegen noch mehr Profite in Aussicht stellen und die Gaskosten etwas lindern. Sollen aber diese Aussichten langfristig auf Eis gelegt werden, wird sich die Ukraine zwangsläufig in die enge Umlaufbahn zu Russland begeben, wie Kasachstan oder Weissrussland... um das zu werden, was Putin schon immer vorschwebte, Euroasische Union Russland forciert Eurasische Union - "Nesawissimaja Gaseta" | Wirtschaft | RIA Novosti
Das ist de facto die Wiederbelebung der Sowietunion.
Aber Moskau hat eine neue Sowietunion, in welcher Form auch immer, nie aufgegeben. Selbst Jelzin nicht.
Weißrussland war schon immer da. Ich kenne mich da nicht ganz so aus, aber ich würde sagen, in Weißrussland, ist die Lukaschenko-Opposition, bzw. eine pro-europäische Opposition, doch eher klein. Die Mehrheit findet sich anscheinend damit ab, nach wie vor eng mit Russland verbunden zu bleiben und autoritär von Lukaschenko regiert zu werden.
Die zentralasiatischen Länder, die alle undemokratisch und autoritär regiert werden, hörten eigentlich nie auf, in den letzten 20 Jahren, mit Moskau verbunden zu sein. Da sind noch überall die ganzen alten UdSSR-Kader an der Macht, in Usbekistan, Kasachstan etc.. Dem Westen stört es auch nicht besonders, denn, er hat ja ohnehin nicht besondere Interesse in Zentralasien (außer wirtschaftlich aber das geht ja auch so), und man hat lieber die ganzen sekulären Despoten in den Ländern an der Macht (allesamt ehemalige Führer der Kommunistischen Partei in den Ländern), als dass es mit der Demokratie, möglicherweise die Islamisten an die Macht kommen.
In den kaukasischen Ländern...Ich kenne mich nicht so ganz genau aus, aber ich würde sagen, Aserbeidschan ist verwandt und verbunden mit den Türken, die autoriotären Herrscher sind aber auch Relikte aus der Sowietzeit und haben auch mit Moskau gute Beziehungen. Aserbeidschan hat ausserdem auch gute wirtschaftliche Beziehungen mit dem Westen (Öl) und aus der Sicht des Westens gilt hier das Gleiche; also lieber ein sekulärer Despot an der Macht, als vielleicht welche Islamisten.
Das orthodoxe Armeinien, würde ich sagen, hat gute Beziehungen mit Moskau, da hörte man nie was.
Nur Georgien zickt, sozusagen. Sakashwilli ist ein pro-europäischer und prowestlicher Präsident, aber hier bohrt und wühlt Moskau ständig um ihn möglicherweise zu stürzen, und durch einen prorussischen Präsidenten zu ersetzen.
In Moldawien hat Moskau auch das Sagen, obwohl die große Mehrheit der Bevölkerung rumänischsprächig ist, bzw. die sogenannten ethnischen Rumänen sind, die gleich nach dem Zusammenbruch der UdSSR, Moldawien zu Rumänien schließen wollten, (Moldawien war ja bis zu dem zweiten Weltkrieg rumänisch), aber Moskau und die einflußreiche russische Minderheit in Moldawien waren dagegen, und die EU auch. Man wollte damals Jelzin nicht ärgern...
Wäre das für uns nicht der GAG (Grösster Anzunehmender Glücksfall)
Wir können doch diese Kulturen, "östlich von Rumänien", wie von Oback treffend beschrieben, ohnehin nicht verdauen. Sollen die doch!
Die WM 2018 kann auch in der Eurasischen Union stattfinden, ich würde sie nicht boykottieren;-)
Frage an den Fachmann: Ich habe gehört, dass Putin, nach dem Zusammen- oder Anschluss, die Timo freilassen und dafür den Janu einsperren lassen wird. Ist da was dran?