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Fußball - sind Bundesligatrainer besonders gefährdet durch Stress und Burnout?

Gewinnen müssen, reden müssen, überzeugen müssen - Cheftrainer in der Fußball-Bundesliaga müssen viel, Woche für Woche. Jeder geht damit anders um, aber wie bei Spielerprofis wächst auch hier der Stress. Sind Trainer heute durch Stress und Burnout besonders gefährdet?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gewinnen müssen, reden müssen, überzeugen müssen - Cheftrainer in der Fußball-Bundesliaga müssen viel, Woche für Woche. Jeder geht damit anders um, aber wie bei Spielerprofis wächst auch hier der Stress. Sind Trainer heute durch Stress und Burnout besonders gefährdet?
    Den großen Unterschied zu früher sehe ich jetzt nicht. Bundesligatrainer waren schon zu früheren Zeiten hohem Leistungsdruck ausgesetzt, zumindest höherem als bei anderen Jobs und mussten bei Mißerfolg als schwächstes Glied schnell um ihren Job fürchten.
    Ich denke, dass das Thema Burnout heutzutage offensiver diskutiert wird, während es früher totgeschwiegen wurde.
  2. #2

    Gefährdeter als früher würde ich schon sagen. Der Anspruch an den Job ist heutzutage sehr viel höher, praktisch 24/7, wenn man es auf hohem Niveau betreiben will. Die Medien verfolgen einen deutlich mehr, dazu kommt auch der mittlerweile immer stärker werdende Schwarz-Weiß-Berichterstattungston vieler Medien. Menschenführung mit allem drum und dran ist sowieso durchaus belastend.

    Aber vieles davon gilt nicht nur im Fußball. Burn-Out und Depressionen können jedem passieren, egal ob Millionär, Fußballtrainer, Krankenschwester o.ä. Es ist die momentane Zeit, die das verursacht. Perspektivlosigkeit durch die unklare Wirtschaftslage, Unsicherheit im Job, Gesundheit, höherer Leistungszwang, weniger Geld usw.

    Burn-Out und Depressionen sind gefährlich. Ich werde selbst wegen Depressionen behandelt und allein zu merken, wie unterschiedlich ein echtes Lachen wirkt gegenüber einem, das man jahrelang benutzt hat in Situationen, in denen man zwar wusste, das sie lustig und "lachenswert" sind, aber man eben nur aus dieser Kondition heraus es "benutzt" hat, ist gigantisch und pervers.

    Und es hilft nix, Millionen auf dem Konto zu haben, wenn man jegliche Lebensfreude verloren hat. Nur verstehen tut man das erst, wenn man selbst darunter leidet.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gewinnen müssen, reden müssen, überzeugen müssen - Cheftrainer in der Fußball-Bundesliaga müssen viel, Woche für Woche. Jeder geht damit anders um, aber wie bei Spielerprofis wächst auch hier der Stress. Sind Trainer heute durch Stress und Burnout besonders gefährdet?
    Natürlich sind die gefährdeter als die Trainer früher. Heute ist JEDER Fan gleichzeitig ein Reporter mit Handykamera, alles ist öffentlich, über Soziale Netzwerke und das Internet ist alles noch transparenter, die Privatsphäre ist immer schwerer zu schützen. Wie Robin Dutt gestern schon in einem Interview sagte, es ist eben nicht nur sportliche Kritik, sondern parallel werden dann auch private Dinge untersucht, um eine noch größere Story zu finden (siehe Ballack).

    Dennoch sind Trainer nicht gesondert gefährdet. Alle Menschen können Erschöüfungssyndrome erleiden. Durch privaten Druck, durch Arbeits-Stress, etc.

    Wogegen sich in mir jedoch alles streubt, ist dieses Argument des "Schmerzensgelds" für Gutverdiener, die das quasi mit ihrem Gehalt in Kauf nehmen. Gehalt, und sei es noch so hoch, rechtfertigt keinen stärkeren Eingriff in Privatsphäre und entschädigt auch nicht für eine schwere psychische Krankheit! Dafür gibt es bei uns Grundrechte! Dieser Populismus ist widerlich!
  4. #4

    Zitat von Faust27 Beitrag anzeigen
    Dennoch sind Trainer nicht gesondert gefährdet. Alle Menschen können Erschöüfungssyndrome erleiden. Durch privaten Druck, durch Arbeits-Stress, etc.

    Wogegen sich in mir jedoch alles streubt, ist dieses Argument des "Schmerzensgelds" für Gutverdiener, die das quasi mit ihrem Gehalt in Kauf nehmen. Gehalt, und sei es noch so hoch, rechtfertigt keinen stärkeren Eingriff in Privatsphäre und entschädigt auch nicht für eine schwere psychische Krankheit! Dafür gibt es bei uns Grundrechte! Dieser Populismus ist widerlich!
    Sehe ich ähnlich, natürlich ist die Gefahr auch in anderen Berufen gegeben. Ein sehr gut verdienender Trainer ist auch finanziell besser abgesichert als ein Normalverdiener (sollte er zumindest sein), aber egal wie viel jemand verdient, das hat ja nichts damit zu tun, ob man erkrankt oder nicht und wie hoch das Risiko hierfür ist. Dieses Argument mit dem hohen Verdienst ist reiner Populismus.
  5. #5

    Was mich an der aktuellen Situation stört, ist die Vermischung verschiedener Krankheiten:

    Wenn ich richtig informiert bin, handelt es sich im aktuellen Fall um ein chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS) und nicht um Burnout in Folge von Stress. Das Erschöpfungssyndrom ist zunächst körperlicher und nicht psychischer Natur!
  6. #6

    Zitat von Kanzla87 Beitrag anzeigen
    Was mich an der aktuellen Situation stört, ist die Vermischung verschiedener Krankheiten:

    Wenn ich richtig informiert bin, handelt es sich im aktuellen Fall um ein chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS) und nicht um Burnout in Folge von Stress. Das Erschöpfungssyndrom ist zunächst körperlicher und nicht psychischer Natur!
    Soviel ich gehört habe, wurde von psychovegetativer Erschöpfung gesprochen. Die körperlichen Symptome stehen jetzt im Vordergrund, das sagt aber erstmal nichts darüber aus, wie es zu diesen Symptomen kam, da kann Stress schon eine Rolle spielen.
    Burn out bezeichnet oft mehr den Prozess, wie es dazu kommt (man unterscheidet unterschiedliche Stadien).
  7. #7

    Wie man das Kind auch nennt: die Anforderungen wurden zu hoch und der Körper hat reagiert...

    Ich fragte mich zunächst, warum dies zu Beginn der Saison auftritt (nach dem Motto "hätte der das vor 2 Monaten nicht schon kommen sehen") ...aber wenn sich Krankheiten immer vorher zeitlich brav ankündigen würden, wäre es für manche einfacher....is aber leider nicht so...

    Die Frage die für mich aufkam war die, ob er nicht bereits in Hoffenheim erste Anzeichen von Überforderung/Stress hatte....

    Aber wie die Profis schon sagen: die Bundesliga ist ein Haifischbecken....sehr viele bleiben auf der STrecke die in der großen Allgemeinheit garnicht so bekannt sind, bzw. wo man sich Monate später fragt, "wo sind die überhaupt abgeblieben"
  8. #8

    meine güte...

    rangnick war bei hoffenheim raus und hatte einige monate frei. dann kam er zu schalke, wetterte gegen vorgänger magath, machte auch sonst dumme sprüche und gewann eine cl-runde. dann kam der absturz. und damit seine ratlosigkeit. und ein monatelang gut ausgeruhter profitrainer mit millionengage, dicken spesenkonto und noch dickeren auto bricht nach vier monaten der eher mäßigen erfolgsstatistik (nett geagt, denn seine bilanz war mist) ein...

    wie schön, dass es nun neben mobbing auch birn-out gibt. jeder generation seine modekrankheiten. die ausrede schlechthin.
  9. #9

    Ich hatte es geahnt, das wegen 1 (einem) zurückgetretenen BL Trainer aus Stress oder burn-out Gründen eine Polemik losgetreten würde.
    Im Fußballgeschäft ist absolut niemand "besonders" gefährdet. Es trifft den einen oder den anderen, quer durch die Republik in allen Berufe. Es ist der Mensch und nicht das Gewerbe in dem er tätig ist.


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