Fast überall auf der Welt ist der raue Mannschaftssport Rugby immens populär. Nur in Deutschland nicht. Wie kommt's? Was ist das Faszinierende an Rugby?
Ein Artikel zum Thema:
http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,512065,00.html
Sie haben ja so Recht! Belgien ist nun wahrlich auch keine Bastion des Rugby aber, der von mir weniger als 10 km entfernte Zweitligist R.F.C. Liégeois Rugby macht am Samstag anlässlich des Finales der Rugby-Weltmeisterschaft in Paris ein grosses Fest. Im Stade de Naimette-Xhovemont in Liège gibt’s Jugendspiele und ein „internationales“ Spiel Belgien gegen den französischen Erstligisten SCA Albi. Das Endspiel wird dann dort im Stadion (die Bezeichnung ist mächtig übertrieben) auf einer Großleinwand live gezeigt.
Los geht die ganze Veranstaltung ab 12:00 Uhr. Und, sie ist keineswegs nur solchen bekannt, die sich bereits für Rugby interessieren. Seit heute morgen wird im Radio immer wieder auf diese Veranstaltung verwiesen.
Wie schon bemerkt, jetzt müssen wir nur noch richtig Rugby spielen und schon fahren wir 2011 nach Neuseeland.
Bei der Gelegenheit durfte ich auch feststellen, dass es sogar in Luxembourg 2 Rugby-Vereine gibt, nämlich in Walferdange und Luxembourg-Ville. Die haben sich hier eintragen lassen im Bereich Liège-Namur-Luxembourg.
Und nun ist’s passiert: Bernard Lapasset ist neuer Präsident des IRB.
"Fast überall auf der Welt ist der raue Mannschaftssport Rugby immens populär. Nur in Deutschland nicht. Wie kommt's? Was ist das Faszinierende an Rugby?"
Ich sag's mal so, waehrend Fussball immer mehr von haarbandtragenden, umherwaelzenden Weicheiern betrieben wird, ist Rugby so ziemlich der letzte wirkliche Maennersport, denn hier finden keine "Schwalben" statt und wer hart zu Boden gestreckt wurde, steht eben wieder auf.
Das sieht man den Kerlen aber auch an, die sind mindestens dreimal so breit wie Normalsterbliche.
Ich bevorzuge zwar lieber Fussball, aber das WM Finale am Sonntag schau ich mir an und druecke England die Daumen...
Diesen Ausführungen wird hier niemand widersprechen. Vielleicht mit der Einschränkung, dass auch Frauen längst Rugby spielen.
Wo ist denn dieser äußerst bekannte Herr dreimal so breit wie Normalsterbliche?Zitat von ashcroft_house
Wenn Sie am Samstag das Finale anschauen, werden Sie den trotzdem nicht übersehen können.
Nichts! :) Also mich zumindest... ;)
Man tut was man kann ;-)
Das wirklich merkwuerdige ist ja, dass in Deutschland das ganze immer noch als Minderheitensport betrachtet wird - und als etwas 'fuer rauhe Kerls', also irgendwie unkultiviert, nicht wahr, so mit Koerpereinsatz und Rempeln und all sowas furchtbarem :-)))
Vielleicht sehen sich ja auch Kinder das heutige spiel um den dritten Platz zwischen Frankreich und Argentinien an, und natuerlich das morgige Endspiel - und wollen es vielleicht auch mal spielen?
Was den meisten Gelegenheitszuschauern leider auch mit den besten Kommentaren nicht klar wird ist, dass Rugby nicht alleine ein Rauhbein-Spiel ist.
Es spielen Maenner jeglicher Koerpergroesse und ~dicke und ~laenge, es gibt den 'idealen' Rugby-spieler nicht: es gibt nur spieler, die excellent auf ihrer Position sind.
Und Rugby ist ein raffiniert technisches Spiel, dessen taktische Spielzuege eine gehoerige Portion Intelligenz erfordern. Das ist z.B. einer der Gruende, warum so viele Akademiker Rugby spielen.
Der Argentinier Felipe Contepomi hat z.B. vor ein paar Monaten sein medizinisches Doktorexamen gemacht - in Dublin.
Etliche Spieler sind Juristen.
Und wir sollten nicht die Amateure und Halb-Professionellen vergessen, die dieser weltmeisterschaft soviel Farbe und Jubel gegeben haben. Das Team aus Portugal z.B. hat seine Jobs und Studien fuer die Weltmeisterschaft und die Vorbereitung auf Eis gelegt; die Teams aus Fiji und Tonga sind von Privatleuten in Frankreich verkoestigt worden, weil sie gerade Geld fuer den Flug und Aufenthalt hatten: das waren die Teams, die uns alle begeistert haben.
Warum schaffen es die Deutschen nicht? Sind sie so viel schwaecher als Portugiesen, Italiener, Franzosen, die eiens der Top-Teams der Welt sind?
Ich hoffe, nach dieser wletmeisterschaft wird auch in Deutschland mehr und mehr Rugby gespielt: 2011 gehts nach Neuseeland zum naechsten RWC!
Best wishes,
V.G.E.
Na, denn will ich mal versuchen zu beschreiben, was mich am Rugby fasziniert!
Wenn ich jetzt sage - die Tries, dann hoert sich das sehr vereifachend an.
Jedoch, im Gegensatz zum Fussball, werden die Tries ja nicht durchs Kicken fabriziert, sondern dadurch, dass der spieler den Ball hinter der Torauslinie auf den Boden legen muss, und zwar 'kontrolliert', das heisst, er kann den Ball nicht einfach so hinwerfen :-)
Dazu kommt die andere Eigenart des Rugby: der Ball darf nur nach hinten abgegeben werden!
Ja - es darf unter ganz bestimmten Voraussetzungen nach vorne gekickt werden, aber die Paesse von Hand eben nur nach hinten, sonst gibts einen Freikick fuer den Gegner :-)
Die Kunst nun, den Ball -trotz des Tacklings des Gegners- in den eigenen Reihen zu behalten, und durch geschickten wechsel von Seite zu Seite mit viel Geduld die Verteidigung des Gegners auszumanoevrieren: das reisst einen vom Sitz, denn man kann sehen, dass der Try jetzt - jetzt - jetzt kommen muss - aaahhhh - der Ball ging verloren :-(
Oder ein geschickter, wendiger Spieler wie der Waliser Shane Williams, der einer der kleinen Spieler ist, dem Koerpermass nach, schafft es mit brillianten Seitenschritten saemtliche Gegner in die Luft greifen zu lassen (deswegen heisst er bei uns 'Twinkletoes', und was er tut, nennt sich 'jinking': es gibt nur sehr wenige Spieler, die das koennen!) - das reisst einen mit.
Und dann natuerlich die machtvollen 'running mauls', in denen die grossen starken MAenner aus den vorderen Reihen mit dem Ball unerbittlich nach vorne auf die gegnerische Linie zu marschieren ...
Seht es Euch morgen an: das koennen die Englaender perfekt! Und werden so schnelle Spieler wie Habana und Pietersen eine Chance haben, durch die starke Abwehr zu brechen?
Morgen Abend gibts einen neuen weltmeister, eigentlich einen alten: denn sowohl england wie auch suedafrika haben den Webb-Ellis-Cup*) ja schon einmal gewonnen.
Ich hoffe, dass nach diesem Spiel viele deutsche Kinder - Jungens wie Maedchen, denn auch Frauen spielen Rugby! - so etwas spielen wollen - und dass es in Deutschland mit dem Rugby aufwaerts geht.
(Und ich wuensche mir, dass Suedafrika den Cup gewinnt! Ist ein bisschen weiter weg von Wales als England, *g*, und vor vier Jahren wars schon schlimm genug!)
Best wishes,
V.G.E.
Na, denn will ich mal versuchen zu beschreiben, was mich am Rugby fasziniert!
Wenn ich jetzt sage - die Tries, dann hoert sich das sehr vereifachend an.
Jedoch, im Gegensatz zum Fussball, werden die Tries ja nicht durchs Kicken fabriziert, sondern dadurch, dass der spieler den Ball hinter der Torauslinie auf den Boden legen muss, und zwar 'kontrolliert', das heisst, er kann den Ball nicht einfach so hinwerfen :-)
Dazu kommt die andere Eigenart des Rugby: der Ball darf nur nach hinten abgegeben werden!
Ja - es darf unter ganz bestimmten Voraussetzungen nach vorne gekickt werden, aber die Paesse von Hand eben nur nach hinten, sonst gibts einen Freikick fuer den Gegner :-)
Die Kunst nun, den Ball -trotz des Tacklings des Gegners- in den eigenen Reihen zu behalten, und durch geschickten wechsel von Seite zu Seite mit viel Geduld die Verteidigung des Gegners auszumanoevrieren: das reisst einen vom Sitz, denn man kann sehen, dass der Try jetzt - jetzt - jetzt kommen muss - aaahhhh - der Ball ging verloren :-(
Oder ein geschickter, wendiger Spieler wie der Waliser Shane Williams, der einer der kleinen Spieler ist, dem Koerpermass nach, schafft es mit brillianten Seitenschritten saemtliche Gegner in die Luft greifen zu lassen (deswegen heisst er bei uns 'Twinkletoes', und was er tut, nennt sich 'jinking': es gibt nur sehr wenige Spieler, die das koennen!) - das reisst einen mit.
Und dann natuerlich die machtvollen 'running mauls', in denen die grossen starken MAenner aus den vorderen Reihen mit dem Ball unerbittlich nach vorne auf die gegnerische Linie zu marschieren ...
Seht es Euch morgen an: das koennen die Englaender perfekt! Und werden so schnelle Spieler wie Habana und Pietersen eine Chance haben, durch die starke Abwehr zu brechen?
Morgen Abend gibts einen neuen weltmeister, eigentlich einen alten: denn sowohl england wie auch suedafrika haben den Webb-Ellis-Cup*) ja schon einmal gewonnen.
Ich hoffe, dass nach diesem Spiel viele deutsche Kinder - Jungens wie Maedchen, denn auch Frauen spielen Rugby! - so etwas spielen wollen - und dass es in Deutschland mit dem Rugby aufwaerts geht.
(Und ich wuensche mir, dass Suedafrika den Cup gewinnt! Ist ein bisschen weiter weg von Wales als England, *g*, und vor vier Jahren wars schon schlimm genug!)
Best wishes,
V.G.E.