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Extreme Herausforderungen - faszinierend oder verrückt?

Extrembergsteiger, Tiefseetaucher, Freeclimber: Ausgefallene Berufe und Hobbys polarisieren. Ist es bewundernswert oder verrückt, wenn ein Mensch an seine Grenzen geht?
  1. #1

    Zitat von sysop
    Extrembergsteiger, Tiefseetaucher, Freeclimber: Ausgefallene Berufe und Hobbys polarisieren. Ist es bewundernswert oder verrückt, wenn ein Mensch an seine Grenzen geht?
    Zweierlei stört mich daran. Diese dazugehörigen Unfälle zahlt die Allgemeinheit.

    Das andere ist, dass man z.B. als Arbeitgeber in den Knast käme, wenn man es seinem Mitarbeiter zumuten würde. Arbeitsunfälle werden mit allen Mitteln verhindert, die Ausrede, dass ein Schalter, oder Schutz zu teuer wäre, gilt nicht.

    Bei Freihzeitsportarten gibt es keine Grenzen. Wer länger als 4 1/2 Std. Lenkzeit hinter sich hat, macht sich strafbar. Wer ein 100Km Langstreckenrennen durch die Wüste hinter sich bringt, ist ein toller Hecht.
  2. #2

    Zitat von sysop
    Extrembergsteiger, Tiefseetaucher, Freeclimber: Ausgefallene Berufe und Hobbys polarisieren. Ist es bewundernswert oder verrückt, wenn ein Mensch an seine Grenzen geht?
    Ich denke es ist beides: Bewundernswert und verrückt. Jedenfalls sind diese Sportarten M.E. besser als jedes Fußballspiel. Ferner werden ja mittlerweile die Sportarten auch in Managerseminaren angeboten und durchgeführt. Ich finde es schon faszinierend seine Grenzen auszuloten.
  3. #3

    Zitat von Rainer Helmbrecht
    Zweierlei stört mich daran. Diese dazugehörigen Unfälle zahlt die Allgemeinheit.
    Ich glaube nicht daran, daß die Allgemeinheit hier zuzahlt.
    Die Behandlungen unserer Wohlstandkrankheiten verursacht durch Bewegungsarmut, etc. sind sicher teuer. Zumal die Risiken sehr oft auch noch durch Zusatzversicherungen abgedeckt sind.
    Zitat von Rainer Helmbrecht
    Bei Freihzeitsportarten gibt es keine Grenzen. Wer länger als 4 1/2 Std. Lenkzeit hinter sich hat, macht sich strafbar. Wer ein 100Km Langstreckenrennen durch die Wüste hinter sich bringt, ist ein toller Hecht.
    Der LKW Fahrer der die Lenkzeit überschreitet bewegt sich im dichten Deutschen Straßenverkehr, da wird er, wenn er unkonzentriert wird, zu einem hohen Risiko. Der Rally Pilot in der Wüste gefährdet in der Regel nur sich selbst und max. noch die Konkurrenz. Deswegen sehe ich darin kein Problem.
  4. #4

    Körperliche und andere Grenzen

    Zitat von sysop
    Extrembergsteiger, Tiefseetaucher, Freeclimber: Ausgefallene Berufe und Hobbys polarisieren. Ist es bewundernswert oder verrückt, wenn ein Mensch an seine Grenzen geht?
    Ich denke, es tut jedem gut, einmal pro Woche auch an seine körperlichen Grenzen zu gehen, ohne sie zu überschreiten. Für die Leute, die dabei mit ihrem Leben spielen, kann ich aber wenig Verständnis aufbringen.

    Aber das ist nicht wichtig. Denn es geht ja letztlich nur ums Ego.

    Wirklich interessant ist die Überwindung der Ich-Grenze im menschlichen Miteinander. Man nennt es auch Liebe. Das ist bewundernswert und verrückt gleichzeitig.

    Und an diesem Punkt setzt ja z.B. die Debatte um die Hilfsbereitschaft unter Extrembergsteigern ein. Kann ich mein Ziel, für das ich viel Zeit und Mühe aufgewandt habe, nämlich den Gipfel zu erreichen, aufgeben, um zu versuchen, einen anderen Menschen zu retten?
  5. #5

    Kein Bedauern

    "Dort oben ist jeder nur für sein eigenes Leben verantwortlich - und nicht dafür, andere zu retten"

    Tja, und die armen Irren(*) von Bergwacht, DLRG oder Sherpas riskieren ihren Ar*** für solche rücksichtslosen Egoisten. Von Krankenkassen und Rententrägern ganz zu schweigen, die diese Kicks Einzelner am Ende bezahlen müssen. In diesem Fall hat nun ein Idiot den Anderen liegen gelassen. Die Gedankenwelt dieser Leute wird sich mir nie erschließen. Tod oder Ruhm, wie auch die deutsche "Bergsteigerlegende" Reinhold Messner leidvoll erfahren musste, etwas anderes gibt es nicht. Offenbar kann es mit dem Verantwortungsbewusstsein ja auch nicht weit her sein, ohne Sauerstoff, ohne ausreichende Handschuhe, mit schweren Behinderungen (beinamputiert, fast blind), was im Gefahrenfall kein Quäntchen Spielraum für Sicherheitsreserven lässt.

    Ich selbst war früher Sporttaucher. Außenstehende fanden dies schon einen riskanten Sport. Gründliches Prüfen der Ausrüstung, eine Ausbildung, deren theoretischer Gehalt von heutigen Abenteurern wohl nur milde belächelt wird (die mir aber grundlegende Kenntnisse der biologischen und physikalischen Zusammenhänge vermittelte), sowie simple Vorsichtsmaßnahmen ("Tauche nie allein" war die Erste) sorgten dafür, dass die Zahl der Unfälle fast gegen null ging. Und trotzdem brachte Tauchen bei Nacht, unter Eis oder in größere Tiefe noch den gewissen "Kick", der aber durch Zweitgeräte, Sicherheitsleinen und ggf. bereitstehende Rettungstaucher abgesichert war. Eventuell würde man das heute öde finden. Wir waren trotzdem fasziniert.

    Macht Eure Sache, aber verschont die Gesellschaft mit den Folgen Eures Tuns. Ich jedenfalls hoffe, dass meine Krankenkasse für derlei suizidales Privatvergnügen die Kostenübernahme verweigern würde.

    Und wer unbedingt die Selbsterfahrung braucht, an seine physischen und psychischen Grenzen gehen zu müssen, kann dies ganz gut beim DRK, Feuerwehr oder THW tun. Der alltägliche Horror auf der Autobahn z.B. könnte da u.U. schon heilsam sein.

    (*) Muss Ironie/Sarkasmus/Zynismus hier separat gekennzeichnet werden?
  6. #6

    eigentlich eine Frechheit..

    Zitat von sysop
    Extrembergsteiger, Tiefseetaucher, Freeclimber: Ausgefallene Berufe und Hobbys polarisieren. Ist es bewundernswert oder verrückt, wenn ein Mensch an seine Grenzen geht?
    In erster Linie ist es eine Unverschämtheit und Dummheit sich solch einer Gefahr auszusetzen und die Kosten dieser Dummheit dann der Allgemeinheit anzulasten. Dies gilt in diesem Beispiel doppelt, einmal bei der Amputation der Beine und jetzt bei der erneuten Behandlung der neueren Verletzungen. Vielleicht ist er ja privatversichert (gibts das in Neuseeeland eigentlich?), dann muss wenigstens nicht die "Solidargemeinschaft" für seine Dummheit bezahlen.
  7. #7

    Zitat von fuddel
    In erster Linie ist es eine Unverschämtheit und Dummheit sich solch einer Gefahr auszusetzen und die Kosten dieser Dummheit dann der Allgemeinheit anzulasten.
    Diese "Kosten der Allgemeinheit" anlasten erinnert mich irgendwie an die jährlichen Sommerlochsvorschläge von einzelnen Politikern Gefahrenzuschläge für Risikosportler, Motorradfahrer, etc. einzuführen. Bei sachlicher Betrachtung zeigt sich aber, daß die tatsächliche Unfallhäufigkeit extrem gering ist, und somit auch die damit verbundenen Kosten. Bei Sportarten wie Tauchen, aber auch das hier als Beispiel genommene Extrembersteigen, die meist ausserhalb Deutschlands stattfinden, wird ein Teil der Kosten ohnehin von der Auslandskranbkenversicherung übernommen (Vor Ort Behandlung, Abtransport etc.). Bei tötlichen Unfällen ergibt sich zudem der Effekt, dass dadurch die Krankenkassen riesige Summen an der späteren Behandlung der üblichen Alterskrankheiten sparen, hört sich zynisch an, ist aber so. Der Gelegenheits-Normalsporttreiber (wegen des Verletzungsrisikos) aber auch die Sesselsportler, wegen diverser Krankheiten (Übergewicht, Herz-Kreislauf) erzeugen auch jede Menge Kosten.
    Ich möchte damit natürlich nicht verantwortungsloses Handlen unterstützen, aber in der Masse der Extremsportfälle liegt das sicher nicht vor. Die Leute wissen, was sie da tun und bereiten sich da entsprechend vor.
  8. #8

    Unfassbare Moral und Ethik

    Zitat von sysop
    Extrembergsteiger, Tiefseetaucher, Freeclimber: Ausgefallene Berufe und Hobbys polarisieren. Ist es bewundernswert oder verrückt, wenn ein Mensch an seine Grenzen geht?
    Mögen diese Extrembegeisterten in ihrem Metier treiben was sie wollen, solange sie nicht andere Menschen dabei gefährden oder in ihrer Freiheit einschränken. Oder gegen allgemein gültige menschliche Wertvorstellungen verstoßen.

    Was mich aber absolut abstößt und mit meinen ethischen und moralischen Vorstellungen völlig unvereinbar ist, dass ein Bergsteiger, Todeszone hin oder her, andere Menschen sterben lässt, nur um sein egoistisches Ziel zu erreichen. Das ist nicht mehr menschlich und würde andernorts als unterlassene Hilfeleistung strafrechtlich geahndet werden.
    Solcher Egoismus gehört hinter Gittern verwahrt.

    Einen Hilflosen aus nahezu aussichtsloser Situation zu retten, dafür lohnt es sich, an die Grenzen zu gehen. Eine solche Tat müsste doch umso mehr Euphorie und Befriedigung hervorrufen, je mehr eigene egozentrische Ziele man dafür aufgegeben hat.
  9. #9

    Verrückt !

    Ist es bewundernswert oder verrückt, wenn ein Mensch an seine Grenzen geht?

    Antwort: Verrückt!


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